Bund hat sich verrechnet: Mitte nun doch nicht stärker als FDP im Nationalrat – auch SVP mit weniger Gewinn

Bund hat sich verrechnet Mitte nun doch nicht stärker als FDP im Nationalrat – auch SVP mit weniger Gewinn

Dem Bund ist beim Berechnen der nationalen Parteistärken ein peinlicher Fehler unterlaufen. Er muss das zuerst publizierte Resultat der Nationalratswahlen korrigieren.

Die am Sonntag vom Bund publizierten Parteistärken bei den Nationalratswahlen waren falsch. Das hat das Bundesamt für Statistik (BFS) bei Qualitätskontrollen festgestellt.

Die neuen, richtigen, Zahlen sehen wie folgt aus:

Die Korrektur habe keine Auswirkungen auf die kantonalen Ergebnisse und auf die Verteilung der Sitze und auf die gewählten Nationalrätinnen und Nationalräte, schreibt das BFS weiter.

Innenminister Alain Berset sei umgehend über den Fehler informiert worden. Er hat eine Überprüfung der Geschehnisse veranlasst.

Das sagt der Bund zur fehlerhaften Berechnung

«Der Grund war eine fehlerhafte Programmierung beim Datenimport in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Appenzell-Ausserrhoden und Glarus», sagt BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich an der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag. Es handle sich um einen menschlichen Fehler. Diese drei Kantone mit nur einem Nationalratssitz würden ihre Daten in einem anderen Format liefern als die anderen Kantone.

Der Direktor des BFS, Georges-Simon Ulrich, spricht während der Pressekonferenz des Bundesamtes für Statistik BFS in Bern.

Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer

Bei der anschliessenden Bearbeitung der Daten sei es dann zur fehlerhaften Berechnung gekommen. Die Stimmen aus diesen drei Kantonen seien «drei- bis fünffach» gezählt worden. Das Programm sei zum ersten Mal angewendet worden, ergänzt Ulrich. Die neuen Daten seien mehrfach kontrolliert worden. In Zukunft wolle man am Wahltag mehr Personal einsetzen.

Die beim Bundesamt für Statistik passierte Panne am Wahlsonntag ist die grösste seit den 1990er-Jahren. Das räumte eine BFS-Vertreterin ein.

Föderalismus stehe Datenverarbeitung im Weg

Nach der Stellungsnahme durch das BFS beginnt die Fragerunde. Ein Journalist will wissen, ob das Programm überhaupt getestet wurde. «Zu wenig», lautet die Antwort des BFS. Es laufe nun eine Administrativuntersuchung zum Fall.

Es gebe ein Bestreben, die wegen des Föderalismus verschiedenen Übermittlungsprogramme zu standardisieren, damit es alle Kantone künftig gleich machten, sagte Ulrich. Wegen des Föderalismus schickten die Kantone Daten aus ihren eigenen Systeme. Es sei ein Wunsch des BFS, dass überall das gleiche System benutzt werde.

Ulrich beruhigt, dass die Abläufe und Zahlen aus den Kantonen richtig gewesen seien. «Und wenn dann halt mal sowas passiert, dann stehen wir auch hin.»

FDP irritiert über Berechnungsfehler bei Parteistärken

Die FDP ist irritiert über den Berechnungsfehler bei den Parteistärken am Wahlsonntag. Dass das Bundesamt für Statistik (BFS) am Sonntagabend nicht korrekte Wähleranteile publizierte, stört sie.

Gemäss einer vom Bundesamt für Statistik vorgenommenen Korrektur bleiben die Freisinnigen die drittstärkste Partei. Auf die Sitzverteilung hat das indessen keinen Einfluss. Es bleibt für die FDP beim Verlust eines Nationalratssitzes. Sie hat noch 28 Mandate.

Das BFS korrigierte am Mittwoch das Resultat der FDP um 0,13 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent nach unten. Gleichzeitig hatte das Amt die Stärke der Mitte um 0,52 Prozentpunkte zu hoch angegeben. Mit noch 14,1 Prozent fällt sie somit wieder hinter die FDP zurück. Auf X, vormals Twitter, zeigte sich FDP-Vize und Ständerat Andrea Caroni (AR) zufrieden, dass seine Partei wieder die drittstärkste ist.

Die gemäss den fehlerhaften Resultaten des BFS zunächst dritt- und jetzt viertplatzierte Mitte sah keinen Grund, sich nicht weiterhin über ihren gewonnenen Nationalratssitz zu freuen. Sie nahm es auf X locker: Zählen sei halt schwierig. Das BFS beruhigte die Partei.

Parteipräsident Gerhard Pfister sagte, das Resultat liege immer noch über jenem der Einzelparteien CVP und BDP vor der Fusion. Die von ihm am Dienstag gemachte Aussage zur Zusammensetzung des Bundesrats sieht Pfister nicht als erledigt an. Über die Zauberformel müsse man weiter diskutieren.

Rechenfehler schadet laut Politologe Vertrauen in Bund nicht

Der Rechenfehler des Bundes bei den Wähleranteilen schadet laut Einschätzung des Genfer Politologen Nenad Stojanović dem Vertrauen der Bevölkerung in den Bund nicht. Er würde den Fehler nicht überbewerten, sagte er zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«Es ist zwar ärgerlich,», so Stojanović, «in ein paar Tagen wird die Aufregung in der Bevölkerung darüber aber vermutlich wieder vergessen sein.»

Die Korrektur liege schliesslich in einem sehr kleinen Bereich. «Am Ende zählen bei den Wahlen die Sitze und nicht die Wähleranteile», so der Politologe weiter. Da der Fehler des Bundesamts für Statistik (BFS) die Sitzverteilung nicht tangiere, sei es kein grober Fehler gewesen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

Pascal Steiner ist Newsredaktor und Online-Produzent. Seit 2015 arbeitet er für die TX Group. Er lebt in Basel und ist Vater von zwei Kindern. Mehr Infos@steinerpascal

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