Austria
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„Inflation“ gewann Wahl zum Wort des Jahres 2022

Organisiert wurde diese von der APA sowie einer Fachjury unter Leitung von Rudolf Muhr von der „Gesellschaft für Österreichisches Deutsch“ (GSÖD). Die Wahl war diesmal weniger durch originelle Ausdrücke gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Themen, die die Bevölkerung bewegen. So landete das Wort „Inflation“ mit 3904 Stimmen auf dem ersten Platz. In der Begründung der Jury heißt es, dass die Preissteigerungen für die meisten Menschen ein neues und ungewohntes Phänomen seien, das durch die hohen Energiepreise und den Krieg in der Ukraine verursacht werde und den Lebensstandard vieler senke.

U-Ausschuss hinterlässt Spuren
Dahinter folgt der „Klimabonus“ mit knapp 1000 Stimmen weniger. Die Bonuszahlung in der Höhe von 500 Euro bekam jede in Österreich gemeldete erwachsene Person, bei Kindern waren es 250 Euro. Der Klimabonus ist als Ausgleichsmaßnahme für Mehrkosten gedacht. Auf dem letzten Stockerlplatz landete schließlich das Wort „Korruption“ mit 1359 Stimmen. Dazu haben der nach der ÖVP benannte Untersuchungsausschuss sowie brisante Aussagen des ehemaligen Generalsekretärs des Finanzministeriums, Thomas Schmid, beigetragen.

(Bild: Weingartner-Foto / picturedesk.com)

(Bild: Weingartner-Foto / picturedesk.com)

Aktentaschen im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss (Bild: APA/Tobias Steinmaurer)

Aktentaschen im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss

(Bild: APA/Tobias Steinmaurer)

Jugendwort des Jahres 2022 ist „smash“, was vor allem als Verb benutzt wird (smashen). Es bedeutet so viel wie „mit jemandem etwas anfangen“, auch „mit jemandem Sex haben“ oder als Adjektiv verwendet geil, super, klasse. Zum Spruch des Jahres hat erneut Bundespräsident Alexander Van der Bellen beigetragen. „Das darf doch alles nicht wahr sein“ war Teil seiner Rede über die Korruption bei Postenbesetzungen.

Unwort spiegelt Sorgen wider
Gleichzeitig mit dem Wort des Jahres wurde auch wieder ein Unwort gewählt. 2022 ist das die „Energiekrise“ mit 2596 Stimmen (von 7835), was die Sorgen und Ängste der Österreicherinnen und Österreicher widerspiegelt. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass die unkontrolliert hohen Gewinne der Energiekonzerne beschönigt werden würden. Das geschehe dadurch, dass ständig auf die knapper werdenden Rohstoffe hingewiesen werde. 

In dieser Kategorie landete das „Heizschwammerl“ aufgrund seines verniedlichenden Charakters auf dem zweiten Platz (1332 Stimmen), gefolgt vom „Beinschab-Tool“ (1058 Stimmen). Letzteres ist der Name für die mutmaßliche Manipulation von Umfragen zugunsten des früheren Bundeskanzlers Sebastian Kurz durch die Meinungsforscherin Sabine Beinschab. 

Für den Unspruch des Jahres hat diesmal Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) beigetragen. „Wenn wir jetzt so weitermachen, gibt es für euch nur zwei Entscheidungen nachher: Alkohol oder Psychopharmaka“ meinte er im Juli in seiner Rede am Tiroler Landesparteitag und musste dafür auch Kritik aus den eigenen Reihen einstecken.

Im Vorjahr war „Schattenkanzler“ das Wort des Jahres, „Querdenker“ das Unwort.