Austria

Mit Ayurveda gesund in den Sommer starten

Kopfweh, Ischiasschmerzen und einen fordernden Job, der das Abschalten schwer machte: Beschwerden wie diese brachten die Linzerin Claudia Gnant zu Ayurveda, der Jahrtausende alten indischen Heilkunst. Und sie blieb dabei. "Ganz einfach, weil es funktioniert hat", sagt die 51-Jährige. "Und weil Naturwissenschafter stets allem auf den Grund gehen wollen", wie sie erzählt, hat die studierte Pharmazeutin eine Ausbildung zur Ayurveda-Therapeutin gemacht. 2018 gründete die Wahl-Wienerin die Gesundheitsplattform "Ayur-Vienna" und bietet seither Kurse in ganz Österreich an. Und wie hilft Ayurveda nun im Alltag?

"Das ist natürlich sehr individuell – aber es gibt ein paar allgemeingültige Tipps", sagt die Expertin. Als erstes gelte es, herauszufinden, welcher Energietyp – Vata, Pitta und Kapha – man sei (mehr im Stichwort rechts) und dann darauf zu achten, dass diese Doshas im Gleichgewicht blieben. "Das Problem dabei: Wenn eines der Doshas gestört – also erhöht – ist, dann verführt uns das dazu, noch mehr von dem zu konsumieren, was uns eigentlich nicht gut tut. Darum sollte man sich hier von einem Spezialisten beraten lassen." Aber es gebe natürlich auch sonst viele Dinge, die man tun könne, um seinem Körper und seiner Psyche mithilfe von Ayurveda Gutes zu tun.

Verdauungskraft stärken mit Gewürzen wie Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma, Ingwer oder Pfeffer, rät Gnant. Außerdem empfiehlt sie, Ghee zum Kochen zu verwenden und in der Früh ein Glas abgekochtes heißes Wasser zu trinken. "Das regt die Verdauung an."

Auf die Ernährung achten: Viel pflanzliche Kost und nur wenig Kohlenhydrate. "Wenn schon Brot, dann besser getoastet." Lieber weglassen sollte man Joghurt und alles, was sehr sauer ist. "Das trifft leider auch auf das Innere von Tomaten zu. Außerdem ganz wichtig: Nur essen, wenn man hungrig ist!"

Tagesroutine einhalten. "Im Ayurveda das Um und Auf. Es gibt uns den Rahmen, den wir für einen erfolgreichen Tag brauchen, und hält unser Energie-Niveau hoch."

Ölkuren: "Sich vor dem Duschen einölen – auch die Kopfhaut. Und dann einen Turban drüber und einwirken lassen", rät Gnant. "Ich weiß, das ist nicht immer möglich, aber je öfter, desto besser. Denn das verleiht uns einen gewissen Schutz vor der Welt." Wichtig sind dabei die Öle: Am besten sind spezielle Ayurveda-Öle, Sesam-, Oliven- oder Kokosöl tun’s aber auch."

Und natürlich Bewegung. Da reichen morgens zehn Minuten Yoga oder eine kleine Runde an der frischen Luft. "Aber Kopfhörer zu Hause lassen!"

Um den Tag gut abzuschließen, rät Gnant zu Brennnessel-, Löwenzahn- oder indischem Basilikum-Tee. "Außerdem toll: Die Füße mit Öl einzureiben und dann dicke Socken darüber ziehen." Sesamöl helfe übrigens bei kalten Füßen, Ghee wiederum hätte eine kühlende Wirkung und sei damit natürlich vor allem im Sommer herrlich.

Der nächste Ayurveda-Kurs startet am 12. Juli. Mehr Infos und Termine auf ayurvienna.at

Welcher Typ sind Sie?

Vata, Pitta und Kapha sind die drei Lebenskräfte (Sanskrit: Doshas), die jedem Menschen seine einzigartige Konstitution verleihen, sagt Claudia Gnant und erklärt die Unterschiede.

  • Vata: Menschen, bei denen Vata dominiert, sind begeisterungsfähig, kreativ und ermüden schnell. Außerdem tendieren sie zu Rastlosigkeit und können dabei auf das Essen vergessen, was ihrer Verdauung noch mehr schaden kann. Sie neigen zu Schlafstörungen. Was Vata unbedingt braucht: Regelmäßigkeit und Routine.
  • Der Pitta-Typ kann sich hervorragend konzentrieren und liebt Herausforderungen. Auffallend sind sein starker Hunger/Durst und die gute Verdauung. Neigt unter Stress zu Zornausbrüchen. Nach langer Arbeit fällt es Pitta-Typen schwer, zu entspannen. Einschlafstörungen sind möglich. Für Menschen mit ausgeprägtem Pitta gilt es, Extreme zu vermeiden.
  • Kapha-Typen: Nichts scheint diese liebenswerten Menschen aus dem Gleichgewicht zu bringen, sie wirken immer geduldig und verständnisvoll. Klingt positiv, wäre da nicht auch noch die Neigung zu Selbstgefälligkeit, ausschweifendem Essen, mangelnder Bewegung und übermäßigem Schlaf. Empfehlung: In Bewegung kommen – in allen Lebenbereichen

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