Austria

Ski-Star Anna Veith beendet ihre Karriere

Knapp vier Wochen vor ihrem 31. Geburtstag gab die dreifache österreichische Sportlerin des Jahres diesen Schritt bekannt. "Es war ein Mix aus vielen kleineren Gründen, was der Hauptgrund ist, ist schwer einzuschätzen", sagte Veith. Die Entscheidung sei ihr nicht so schwer gefallen. "Für mich fühlt es sich zu 100 Prozent richtig an", betonte die Salzburgerin. Ihre Zukunft ließ sie offen. Veith hatte im letzten Drittel ihrer Karriere mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Ihre letzte Saison war vorzeitig von der Coronakrise beendet worden.

Disput mit heimischem Skiverband

Es war im September 2015, als Veith in Wien einen neuen Sponsor (Milka) präsentierte, der die gerade auf dem Höhepunkt befindliche Karriere der Salzburgerin zusätzlich aufladen sollte. Die Olympiasiegerin war sieben Monate zuvor in den USA Doppelweltmeisterin geworden und hatte danach zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen.

Selbst den jahrelangen Kampf mit dem heimischen Skiverband um mehr Eigenständigkeit hatte Veith erfolgreich bestanden. Mit nun persönlichen Coaches sowie eigener Medienbetreuerin war für sie alles angerichtet, um wie Landsmann und Jahrgangskollege Marcel Hirscher ihren Sport in den kommenden Jahren zu dominieren. Angesichts aktueller Rücktritte großer Teamkolleginnen wie Marlies Schild (Raich), Nicole Hosp, Andrea Fischbacher oder Kathrin Zettel sollte Veith die Erfolgsgarantie im ÖSV-Damenteam sein. Die Ski-Zukunft der Österreicherin schien bis auf leichte Knieschmerzen blendend zu sein.

Karriere geprägt von Höhen und Tiefen

Um an diesen Punkt zu kommen, hatte die am 18. Juni 1989 und damit drei Monate nach Hirscher ebenfalls in Hallein als Anna Fenninger geborene Tennengauerin einiges einstecken müssen. Als vierfache Junioren-Weltmeisterin und zweifache Europacup-Gesamtsiegerin zerbrach das Super-Talent aus Adnet nach dem Aufstieg 2006 in den Weltcup beinahe daran, "die neue Pröll" sein zu müssen. Als 2010 auch die ersten Olympischen Spiele (Vancouver) in die Hose gingen, drückte Veith den Reset-Knopf.

"Ich habe gemerkt, dass ich schleunigst etwas ändern muss", erklärte sie später. Und läutete - bereits unterstützt von ihrem Freund, dem ÖSV-Snowboarder Manuel Veith - prompt ein wahres Erfolgs-Quinquennium ein. Mit 21 Jahren wurde sie 2011 in Garmisch quasi aus dem Nichts Kombi-Weltmeisterin, der erste Weltcupsieg folgte im Dezember in Lienz. Bis 2015 holte Veith 14 ihrer 15 Weltcupsiege, bei drei Weltmeisterschaften sechs Medaillen (fünf Einzel), davon drei in Gold.

2014 wurde sie in Sotschi als vierte Salzburgerin nach Annemarie Moser-Pröll (1980), Petra Kronberger (1992) und Andrea Fischbacher (2010) Olympiasiegerin (Super-G). Die zweimalige Weltcup-Gesamtsiegerin wurde von 2013 bis 2015 drei Mal in Folge zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt. Dank sensationeller fünf Jahre hatte Veith mit 25 Jahren praktisch alles erreicht, was man im Skisport erreichen kann.

2015 als Wendepunkt in Karriere

2015 entpuppte sich für die Hotelkauffrau und Absolventin der Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein (wo sie auch Klassenkollegin Hirschers gewesen war) aber auch als großer Wendepunkt. Zunächst ging der lange schwelende Konflikt mit dem Skiverband wegen Veiths Versuch, sich selbst zu vermarkten, in einen Vollbrand über. Nationenwechsel, Gründung eines eigenen Teams, ja sogar ein Rücktritt standen im Raum.

Dabei kämpfte Veith vorrangig um die gleichen Rechte wie die der Ski-Herren und wegen ihrer bereits andauernden Knieschmerzen auch um ein professionelles Team rund um sich. Dafür legte sich die kämpferische Athletin, die sich auch für Geparden in Afrika und den Artenschutz engagiert, selbst mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel öffentlich an. "Für manche Dinge muss man eben kämpfen. Ich gehe weiter meinen Weg und treffe die meisten Entscheidungen selbst", betonte Veith damals.

Der zermürbende Zwist brachte - nach der Trennung vom (deutschen) Management - Zugeständnisse seitens des ÖSV. Aber letztlich auch einen Pyrrhus-Sieg. Denn kaum dass sich die Wogen geglättet hatten, schlug doch noch ein Blitz ein. Im Oktober 2015 verletzte sich die Salzburgerin drei Tage vor Saisonbeginn beim Training in Sölden so schwer am rechten Knie, dass sie 14 Monate pausieren musste.

Die multiplen Bänder- und Sehnenrisse im Knie warfen die am Höhepunkt ihres Schaffens gewesene Läuferin letztlich karriereentscheidend zurück. Denn in den letzten fünf Saisonen mussten die Knie der mittlerweile verheirateten Anna Veith zwei weitere Male unters Messer. Im Weltcup ging sich - nach 1001 Tagen Pause - im Dezember 2017 in Val d'Isere zwar ein weiterer Sieg aus. Eine erneute Olympia-Sternstunde blieb der lebenslangen Head-Fahrerin aber verwehrt, weil die tschechische Außenseiterin Ester Ledecka 2018 in Südkorea um eine Hundertstelsekunde schneller war.

"Mein Leben überschlägt sich immer wieder"

26 Minuten und 36 Sekunden lang hatte sich Österreichs leidgeplagte Fahnenträgerin in Jeongseon als neuerliche Olympionikin im Super-G wähnen dürfen. "Mein Leben überschlägt sich immer wieder", sagte Veith damals unter Tränen. Ein Jahr später riss im rechten Knie erneut das Kreuzband.

Trotz ihrer Bereitschaft, für die Saison 2019/20 ein drittes Comeback innerhalb von nur vier Jahren anzugehen, konnte Veith letztlich das Feuer nicht mehr am Brennen halten. In einer durchwachsenen Saison kehrte die Gewinnerin von elf Weltcup-Riesentorläufen zwar noch einmal sogar auf die Abfahrt zurück, verzichtete wegen einer Kniereizung aber auf die März-Rennen in Aare. Das vorzeitige Saisonende wegen Corona erlebte sie zu Hause.

Am 23. Mai 2020 und damit wenige Wochen vor ihrem 31. Geburtstag erklärte Veith in Schladming/Rohrmoos, wo sie mit ihrem Ehemann lebt und ein Hotel betreibt, ihren Rücktritt.

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