Austria
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Sport und Sicherheit: Düstere Wett-Prognosen für den Sport

Aufdecker schlagen beim Polizei-Forum „Sicherheit im Sport“ in Göttweig Alarm. Die Wirtschaftskrise verleitet nicht nur Fußballer zu Betrug und geschobene Spiele.

von Wolfgang Winheim

80 Polizei-Athleten, darunter der skifahrende Olympiasieger und Mit-Favorit für die Sportlerwahl des Jahres Johannes Strolz genießen bei der Exekutive soziale Sicherstellung. Der (rote) Sport-Austria-Präsident Hans Niessl dankte dafür dem (schwarzen) Innenminister Gerhard Karner. Auch Behindertensportler dürfen mit mehr Unterstützung rechnen. Das Forum „Sicherheit im Sport“, das im Stift Göttweig seitens seines Abtes mit dem Segen von Oben, optimistischen Statements und deftigen Aussagen von Stargast Ralf Rangnick begonnen hatte, gipfelte am Tag zwei in dramatischen Enthüllungen. Eines von 200 Fußballspielen in Europa ist manipuliert.

Die ehemalige Frau Revierinspektor und Ski-Weltmeisterin Alexandra Meissnitzer, die das Forum im Auftrag vom obersten Sportler des Innenministeriums (Ex-Rapid-U-21-Stürmer Günther Marek) moderierte, wurde nachdenklich wie alle Zuhörer, als ihr Salzburger Landsmann und Chefermittler Franz Schwarzenbacher zum Thema Match Fixing alarmierende Details verriet.

Neben den 19 bereits gerichtsanhängigen Spielen im Regionalliga-Bereich (darunter eines im ÖFB-Cup) beschäftigen Schwarzenbacher und sein Team mehr als 50 weitere Verdachtsfälle.

Erpresser

Bis zu 10.000 Euro pro Mann werden Torhüter plus zwei Feldspielern fürs Manipulieren versprochen, die sich damit in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben und bei Nichtzustandekommen des gewünschten Spielstandes (kann auch ein Halbzeitresultat sein) bedroht werden.

Bis zu eine Million Euro kassieren Kriminelle (Schwarzenbacher spricht von „organisierter Täterstruktur“) via Wetten, wobei die Buchmacher selbst ebenfalls die Opfer sind.

Sogar bei Nachwuchsspielen wird schon „geschoben“. Zudem dehnen die Kriminellen ihren Tätigkeitsbereich längst auf andere Sportarten (u. a. Tennis) aus. Im Basketball ist die Tendenz stark steigend.

All diese Erkenntnisse decken sich mit jenen von Europol-Mann Sergio D’Orsi und dem deutschen Geschäftsführer von Sportradar, Andreas Krannich. Das weltweit vernetzte Unternehmen versucht seit 17 Jahren Match-Fixing aufzudecken. So wie in Österreich seit 2012 via Fair Play Code. Im russischen Basketball, weiß Kranich, werden von mafiösen Organisationen Jugendliche geködert. Was Krannich sarkastisch eine Investition für die Zukunft nennt. „Wenn nur einer von 100 später den Durchbruch zum Topverdiener schafft, dann wird er erpresst.“

Ohne internationale Zusammenarbeit sei man gegen die (großteils auf dem Balkan und in Fernost angesiedelte) Täter machtlos. Wobei in diesem Zusammenhang nicht nur Europol und Sportradar, sondern auch UEFA-Anti-Match-Fixing-Unit-Leiter Vincent Ven Österreichs Fair Play Code und dessen Chef Günther Kaltenbrunner, 79, lobt. Der Ex-Nationalspieler und Ex-Rapid-Präsident übergibt nach zehnjähriger Tätigkeit sein Amt an Ex-ÖFB–Präsident Friedrich Stickler.

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