Austria
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Unterstützung als Startkapital für Start-ups in NÖ

Unternehmensgründer so früh wie möglich zu helfen, macht sich für das Land NÖ mit schnellerem Wachstum bezahlt. Bis 2030 sollen sich 250 Unternehmen ansiedeln

von Sophie Seeböck

Der Stoff Lignin schützt Pflanzen vor UV-Strahlung und anderen negativen Einflüssen. Und künftig auch unsere Haut, so die Idee des Tullner Start-ups „Lignovations“. „Lignin kann zum Beispiel problematische Chemikalien in Sonnencreme ersetzen“, erklärt Gründer Martin Miltner ein potenzielles Anwendungsfeld.

Das Start-up zählt heuer zu den erfolgreichsten Firmengründungen Österreichs. Bis es aber dazu kam, vergingen fünf Jahre intensive Forschung an der TU Wien sowie zwei Jahre für die Kundenentwicklung, wie Miltner erklärt.

Mehr Arbeitsplätze und Umsatz

Ähnlich sieht der Weg für viele Gründerinnen und Gründer, die Teil des zum Land Niederösterreich gehörenden Start-up-Inkubators „Accent“ – eine Einrichtung zur Unterstützung bei Unternehmensgründungen. Das zeigt eine Studie von Joanneum-Research: „Anfangs sind die Start-ups meist forschende Einheiten, danach liegen sie aber beim Wachstum deutlich über dem Schnitt anderer Gründungen“, so Studienautor Michael Ploder.

Die Unterstützung mache sich bemerkbar: Während Unternehmen ohne Betreuung nach vier Jahren 1,2 Arbeitsplätze geschaffen haben, sind es bei begleiteten Gründungen bereits acht, so die Erhebung. „Ähnliches zeigt sich beim Umsatz: Hier liegen die Accent-Start-ups bei über 700.000 Euro nach acht Jahren, die anderen Gründer bei weniger als der Hälfte des Betrags“, zeige laut Ploder die Studie.

Frauenquote lässt zu wünschen übrig

Dennoch gäbe es laut dem Studienautor bei den Unternehmensgründungen vor allem was die Frauenquote betrifft, die aktuell bei 20 Prozent liegt, noch ordentlich Aufholbedarf: „Es muss auch bei späteren Übernahmen der Start-ups darauf geachtet werden, dass die Frauen in den Führungspositionen bleiben“, so Ploder.

Generell würden junge, vor allem technische Unternehmen hierzulande aber bereits jetzt einen guten Nährboden vorfinden. Das zeige sich auch im Bundesländervergleich, betonte Landesrat Jochen Danninger (ÖVP) am Montag bei einem Pressegespräch in St. Pölten.

Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, tecnet equity GF Doris Agneter, Lignovations Co-Gründer Martin Miltner, Joanneum Research Michael Ploder

© Bild: NLK/Pfeffer

NÖ sei etwa bei der Start-up-Wachstumsrate der letzten fünf Jahre bundesweit Spitzenreiter.

Elf Prozent aller österreichischen Start-ups wurden seit 2019 in NÖ gegründet, das entspreche 25 Neugründungen jährlich. „Bis 2030 haben wir uns 250 neue Start-ups in Niederösterreich zum Ziel gesetzt. Das sind auch 1.000 Arbeitsplätze mit Zukunft“, so der Landesrat.

Um Jungunternehmern das Gründen in NÖ schmackhaft zu machen, will man künftig auf Alleinstellungsmerkmale setzen. Zukunftsbereiche wie Kreislaufwirtschaft, Landwirtschaftstechnik sowie Luft- und Raumfahrt werden fokussiert, so Danninger.

Diese Diversifizierung habe bereits Früchte getragen: „Mittlerweile haben sich Start-ups in diesen Bereichen aus ganz Österreich sowie aus Kanada und Lettland beim Accent beworben“, so Doris Agneter, Geschäftsführerin der landeseigenen „tecnet equity“, ein Unternehmen, das Unternehmensideen schon vor der Gründung teilweise finanziell unterstützt.

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