Austria

Wütende Spanier lehnen sich gegen Anti-Corona-Maßnahmen auf

Auto-Demo in Madrid wegen Corona

© REUTERS/SERGIO PEREZ

Tausende Spanier folgten dem Ruf der rechtspopulistischen Partei Vox und forderten lautstark den Rücktritt von Premier Sanchez.

von Ulrike Botzenhart

"Freiheit, Freiheit, Freiheit" Danach lechzen Mittlerweile Millionen Spanier. Sie leiden trotz erster Lockerungen noch immer unter besonders strikten Corona-Beschränkungen. Tausende Spanier haben am Samstag Luft gemacht und Gehör verschafft. Bei Kundgebungen im ganzen Land forderten sie wegen der Anti-Corona-Maßnahmen den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

In der Hauptstadt Madrid und vielen anderen Städten des Landes folgten die Demonstranten am Samstag mehrheitlich in Privatfahrzeugen dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox. Überall wurden spanische Fahnen geschwenkt und Slogans wie „Rücktritt Sánchez!“ oder „Viva España!“, begleitet wurde das von lauten Hupkonzerten. 

Madrid war das Epizentrum der Proteste. Hunderte Autos und Motorräder, aber auch sehr viele Demonstranten, die zu Fuß unterwegs waren und die Corona-Abstandsregeln nicht einhielten, füllten im Zentrum der Hauptstadt mehrere Hauptader nach Medienschätzungen über eine Distanz von rund zwei Kilometern. An der Spitze der Demo fuhr Vox-Chef Santiago Abascal mit Parteikollegen im offenen Bus. Proteste, wenn auch kleineren Ausmaßes, gab es unter anderem auch in Metropolen wie Barcelona, Sevilla und Valencia.

Wirtschaftlicher Ruin

Vox ist die drittstärkste Fraktion im spanischen Parlament. Sie wirft der linken Regierung unter Führung von Sanchez vor, mit den strikten Regeln und Verboten zur Eindämmung der Pandemie das Land wirtschaftlich „in den Ruin“ zu treiben und außerdem die Freiheiten der knapp 47 Millionen Bürger illegal einzuschränken.

Diese Vorwürfe erhebt auch die größte Oppositionspartei, die konservative Partido Popular (PP), die ihre Anhänger aber nicht zur Teilnahme an der Kundgebung aufrief. PP-Vizesekretärin Ana Beltrán sagte aber, man unterstütze friedliche Proteste gegen die Regierung, „weil die Menschen es satt haben“.

Mehr als 28.000 Tote

Mit mehr als 230.000 Infektionsfällen und über 28.000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgangsbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden. Sánchez betonte mehrfach, diese Maßnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser werden.

Besonders krass war, dass wochenlang minderjährige Kinder keinen Fuß vor die Tür setzen durften. Und auch danach war erst nur eine Stunde am Tag erlaubt. 

Jetzt sorgt die Regelung, dass alle Einreisenden zwei Wochen in Quarantäne müssen, für Depressionen im Land. Der Tourismus ist eine der Lebensadern Spaniens. Und Sanchez riskiert einen Totalausfall dieser Geldquelle aus dem Ausland heuer.

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