Switzerland

70 Zentimeter weniger hoch

Eine Gruppe Anwohnender im Altenbergquartier leistete jahrelang Widerstand, nun feiert sie einen Teilerfolg: Die Hochwasserschutzmauer entlang der Aare wird redimensioniert.

Hochwasser im Altenbergquartier. Hier soll entlang der Aare eine neue Mauer hin.

Hochwasser im Altenbergquartier. Hier soll entlang der Aare eine neue Mauer hin.

Foto: Manu Friederich

Seit zwei Jahren setzt sich ein Teil der Anwohnenden des Berner Altenbergquartiers gegen den Bau einer Hochwasserschutzmauer entlang der Aare ein. Nun haben sie einen Teilerfolg errungen: Die Mauer wird nicht einen Meter gross, wie ursprünglich geplant, sondern lediglich 30 Zentimeter, wie der «Bund» berichtet. Bei einem Hochwasser kann die Mauer mit mobilen Dammbalken erhöht werden. Die Länge von mehreren Hundert Metern wird hingegen bleiben. «Das müssen wir wohl akzeptieren», so Angela Mattli von der Interessengemeinschaft «Save our Aare». Ein Argument für das Mäuerchen sei unter anderem, dass Blaulichtorganisationen bei Hochwasser so besser ins Quartier gelangen.

Der Kompromiss erfolgte nach mehreren Treffen der IG mit Vertretern der Stadt und soll nach den Sommerferien dem Gemeinderat vorgelegt werden. Genehmigt dieser ihn, wird das Projekt nochmals öffentlich aufgelegt. Da erneut Einsprachen möglich sind, bleibt der weitere Zeitplan ungewiss. Stadtingenieur Reto Zurbuchen glaubt, dass die Bauarbeiten frühestens im Winter 2023 beginnen, so der «Bund».

Mit der IG «Save our Aare» hatte Mattli vor zwei Jahren über 6000 Unterschriften gegen das Projekt «Gebietsschutz Quartiere an der Aare» gesammelt. Gleichzeitig hat die Gruppe 52 Einsprachen, die bei der ersten Auflage eingingen, koordiniert. Das Hochwasserschutzprojekt sieht zwischen Dählhölzli und Engehalde-Kraftwerk verschiedene Massnahmen vor. Ein Dorn im Auge ist der IG nicht nur die Mauer, sondern auch die geplante Absenkung und Verbreiterung des Uferwegs. «Das hat nichts mit Hochwasserschutz zu tun», so Mattli. Die Petitionsgruppe überlegt sich nun, vor der Stadtratsdebatte zum städtischen Anteil der Kosten – rund 50 bis 60 Millionen Franken – «politisch Druck auszuüben».

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