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Auftakt ins Finalturnier der Champions League

In diesem Jahr ist alles anders, als man es kennt. Keine Reisen, keine Hin- und Rückspiele und keine Zuschauer. Die letzten drei Hindernisse auf dem Weg zum Champions-League-Titel können innerhalb von zehn Tagen geschafft werden. Drei Siege reichen für den grossen Coup, was jedem Viertelfinalisten viel Raum zum Träumen lässt: Dem favorisierten FC Bayern München genauso wie den Aussenseitern, etwa Leipzig mit Yvon Mvogo oder Atalanta Bergamo mit Remo Freuler.

Dass die Champions League in dieser Saison in Lissabon trotz Corona überhaupt zu Ende gespielt werden kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Im März und April schien eine Fortsetzung des Wettbewerbs schwer vorstellbar, und Anfang Juli stiegen in der portugiesischen Hauptstadt die Fallzahlen so sehr an, dass in gewissen Quartieren der Metropole Ausgangsbeschränkungen angeordnet wurden. Die UEFA verwarf daraufhin die zunächst ins Auge gefasste Möglichkeit, vor Zuschauern zu spielen. Die Ränge im Estadio José Alvalade, der Heimstätte von Sporting, und im nur rund drei Kilometer entfernten Estadio da Luz, wo Benfica daheim ist, werden also leer sein.

Es ist ein fragiles Finalturnier. Das zeigte sich Ende letzter Woche, als Atlético Madrid wegen zweier positiver Coronatests um die Teilnahme bangen musste. 96 Teammitglieder mussten daraufhin innert zwei Tagen erneut getestet werden. Angel Correa und Sime Vrsaljko blieben aber die einzigen positiven Fälle innerhalb der spanischen Mannschaften. Sie gingen in Quarantäne, während der Rest mit Verspätung nach Portugal flog. Dort trifft Atlético am Donnerstag auf Leipzig.

Barcelona fordert Bayern München

Alle Viertelfinals werden an unterschiedlichen Tagen ausgetragen. Am Mittwoch trifft Paris Saint-Germain auf Atalanta Bergamo, am Freitag stehen sich Barcelona und Bayern München gegenüber, und am Samstag schliessen Manchester City und Lyon die Runde der letzten acht ab. Drei Tage später steht dann schon der erste Halbfinal an, am Sonntag in einer Woche kommt es zum Final. Weil die Halbfinals schon ausgelost sind, ist klar, dass nur einer aus dem favorisierten Trio Bayern München, Barcelona und Manchester City das Endspiel erreicht. Von der anderen Tableauhälfte stösst Atalanta Bergamo, Paris Saint-Germain, Leipzig oder Atlético Madrid in den Final vor.

Bayern München hat sich den Status des Topfavoriten in den letzten Wochen verdient. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick und Topskorer Robert Lewandowski hat seit der Corona-Pause nur Siege aneinander gereiht, zwölf auf dem Weg zu Meisterschaft und Cupsieg sowie das 4:1 gegen Chelsea, um das Finalturnier zu erreichen. "Wir müssen uns nicht verstecken", meinte David Alaba auf die Resultate der letzten Wochen angesprochen. Mit Barcelona wartet allerdings ein schwieriger Gegner, der seine eigentliche verkorkste Saison noch retten will.

PSG ohne Spielpraxis

Bayern München gegen Barcelona ist das einzige Duell zwischen zwei vormaligen Siegern. Die anderen sechs Teams streben den ersten Triumph in der Champions League an. Für Manchester City und Paris Saint-Germain könnte das Mini-Turnier nach den zahlreichen erfolglosen Kampagnen die Erlösung sein. Die Ausgangslage der beiden finanzstarken Teams ist aber nicht vergleichbar. Manchester City ist im Rhythmus und in Form. Im Achtelfinal eliminierte die Mannschaft von Pep Guardiola den Rekordsieger Real Madrid. Sie geht als grosser Favorit ins Duell gegen Lyon.

Paris Saint-Germain bestritt seit Mitte März nur zwei Pflichtpartien, den Cupfinal gegen Lyon und den Ligacup-Final gegen Saint-Etienne. "Uns fehlt die Spielpraxis", meinte Trainer Thomas Tuchel. Mit Kylian Mbappé und Marco Verratti verletzten sich in der Vorbereitung zudem zwei entscheidende Spieler. Ob und in welcher Verfassung sie für das Finalturnier bereit sein werden, ist offen. Das offensive Atalanta, das in dieser Saison schon weit über 100 Tore erzielt hat, wird auf jeden Fall ein ernsthafter Gradmesser sein für den Pariser Klub, der am Mittwoch seinen 50. Geburtstag feiert.

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