Switzerland

Bund sieht keine Eile bei Vorbestellung von Corona-Impfstoffen: Schweizer könnten leer ausgehen im Wettlauf um Covid-19-Impfung

Noch immer ist nicht klar, welcher Pharmakonzern weltweit den Zuschlag für das erste ausreichend getestete und wirksame Impfmittel gegen Covid-19 erhält. Die Schweiz hat dabei früh auf ein aussichtsreiches Projekt gesetzt: jenes des US-Biotechunternehmens Moderna. Der Bund sicherte der Schweiz 4,5 Millionen Dosen. Doch während Pharmamultis in China und anderen Ländern Fortschritte bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen melden, ist es um das Mittel von Moderna ruhig geworden.

Damit droht die Schweiz, eine impfstofffreie Insel mitten in Europa zu bleiben, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Grosse Mengen für ganze Bevölkerungen werden nicht einfach verfügbar sein. Regierungen haben gegenüber Herstellern Verpflichtungen einzugehen. Doch während sich Nachbarländer breiter absichern, scheint sich Bundesbern auf ein einziges Mittel zu konzentrieren.

Demnach habe die Europäische Union für ihre Mitgliedsländer bereits 300 Millionen Impfstoffdosen gesichert. Einzelne EU-Staaten setzen auch nicht auf nur ein Vakzin-Projekt, sondern machen zugleich eigene Vorbestellungen bei verschiedenen Anbietern. Dies für den Fall, wenn klinische Tests für ein Impfmittel scheitern oder wenn mehrere Impfungen pro Person benötigt werden.

Lonza vermittelte dem Bund den Moderna-Deal

Die Schweiz hat sich zu einem frühen Zeitpunkt für den genbasierten Moderna-Impfstoff entschieden, den der Chemie- und Pharmakonzern Lonza in seinem Walliser Werk in Visp herstellen soll. Lonza vermittelte den Deal. Indem sich der Bund für die ersten Lieferungen entschloss, droht jetzt das Nachsehen, wenn ein anderer wirksamer Impfstoff auf den Markt kommen sollte.

Demnach liege die Schweiz mit ihren Vorbestellungen auf dem letzten Platz der reichen Länder, während das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weitere Vorbestellungen Woche um Woche hinauszögere.

«Die Schweiz wirkt ziemlich passiv, und man hat den Eindruck, die Verantwortlichen möchten zuerst mal schauen, welche Impfstoffe Erfolg haben, bevor sie bestellen, was eine recht riskante Politik ist», wird Thomas Cueni zitiert, Direktor der internationalen Vereinigung der forschenden Pharmaunternehmen. «Das Abwarten könnte zur Folge haben, dass die Schweiz sich im nächsten Jahr wird gedulden müssen, an einen Corona-Impfstoff zu kommen, denn die Kapazitäten sind beschränkt», warnt Cueni.

Impfstoff-Versorgung erst 2023 gedeckt

Aus dem BAG verlaute gemäss der Zeitung, dass die Evaluation im Gang sei. Einen Zeitplan gebe es nicht, doch man sei, «zuversichtlich, dass wir der Bevölkerung einen zeitgerechten Zugang zu einem Impfstoff gewährleisten können».

Das BAG hat zudem auch einen Reservationsvertrag mit dem Schweizer Start-up Molecular Partners unterzeichnet. Dieses handelte bereits einen ähnlichen Vertrag mit den USA aus. Das BAG entschied sich zu einem Beitrag in einstelliger Millionenhöhe, weil Fragen aufgekommen wären, wenn das Biotech-Unternehmen mit Sitz in Schlieren ZH bei einem Erfolg sein Mittel zuerst in die USA liefern würde und Schweizer leer ausgingen.

Cueni zufolge dürfte es drei Jahre dauern, bis genügend Kapazitäten geschaffen sind, um die weltweite Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen zu decken. Dies ist der Grund, weshalb reiche Industrienationen gleich mehrere Vorbestellungen bei Pharmakonzernen abschliessen. Damit sichern sie sich das Recht, die Mittel als erste zu erhalten. Gleichzeitig finanzieren sie die Entwicklung und Produktionskette. Risiko bleibt, die Vertragsgebühr zu verlieren, wenn ein Projekt scheitert. (kes)

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