Switzerland

Dem Aufsteiger Vaduz fehlt gegen St. Gallen wenig zum Remis +++ Sitten gewinnt gegen den Meister YB bei Hoaraus Debüt einen Punkt

Zudem erinnern wir uns an die St. Galler Stürmerlegende Charles Amoah, und Sforza wird von Oliver Kahn beglückwünscht. Wissenswertes, Legendäres und Spannendes zum Schweizer Fussball gibt es ab sofort in «So kickt die Schweiz».

Die neue Saison in der Super League hat begonnen. Auf nzz.ch/sport finden Sie an dieser Stelle täglich Legendäres, Statistisches und Aktuelles aus der höchsten Schweizer Fussballliga – alles wohlgeordnet und kurz nach Schlusspfiff aktualisiert. Willkommen bei «So kickt die Schweiz».

Die Entscheidung im Rheinpark: Der eingewechselte André Ribeiro wuselt sich in der 83. Minute durch den Strafraum und trifft zum Siegtreffer für die St. Galler.

Die Entscheidung im Rheinpark: Der eingewechselte André Ribeiro wuselt sich in der 83. Minute durch den Strafraum und trifft zum Siegtreffer für die St. Galler.

Gian Ehrenzeller / Keystone

1000 Zuschauer. – Tor: 83. Ribeiro 0:1. – Mario Frick, der Trainer des FC Vaduz, war mit der offensiven Leistung seines Teams gar nicht zufrieden, dennoch fehlte dem Aufsteiger wenig zum Punktgewinn, in der 12. Minute war Sutter aus kurzer Distanz an der Latte gescheitert.

Das ist uns aufgefallen: In der letzten Saison präsentierte der FC St. Gallen die aufregendste Offensive der Super League. Landauf, landab wurden die Ostschweizer Himmelsstürmer gefeiert. Meistens überfuhren sie ihre Gegner in den ersten 20 Minuten einer Partie. Mit zusammengezählt 33 Treffern belegten Itten und Demirovic in der Torschützenliste die Ränge 2 und 4. Doch am Schluss haderte das Team im Meisterrennen, weil ab und zu die Effizienz gefehlt hatte. In dieser Saison stellen die St. Galler eine andere Mannschaft. Sie starten verhaltener in die Matches, ihr Spielaufbau ist fehleranfälliger, und ohne Itten und Demirovic haben sie nicht mehr dieselbe Überzeugungskraft. Auch der zweite Sieg in dieser Meisterschaft war ein ohne Glamour errungenes 1:0. Beim Tor in Vaduz hatte sich der eingewechselte Ribeiro durch den Strafraum gewuselt. Der FC St. Gallen ist effizienter geworden, die Abwehr wirkt gefestigter – beides sind Ingredienzen, die Spitzenteams auszeichnen. (ac.)

1000 Zuschauer. – Tor: 77. Schalk 1:0 (Penalty). – 30. Rote Karte gegen Van der Werff (Basel) wegen Notbremse. – Es brauchte eine frühe rote Karte, ein per VAR aberkanntes FCB-Tor und einen Handspenalty, damit das in der Offensive bemerkenswert unbedarfte Servette zu einem Sieg gelangte. Doch die drei Punkte gegen ein sehr schwaches Basel waren hochverdient.

Das ist uns aufgefallen: Manchmal sind die Entscheidungen eines Trainers unergründlich: In der 70. Minute wechselt Alain Geiger den besten Mann auf dem Platz aus: Kastriot Imeri, den Schweizer U-21-Nationalspieler mit der starken Technik und dem atemberaubenden Drive. Imeri ist so gut, dass das für den Servette FC und den Sportmanager Philippe Senderos zunehmend zum Problem wird: der Vertrag der Offensivkraft läuft 2021 aus, eine Verlängerung der Zusammenarbeit wird angesichts der aktuellen Darbietungen eine Herausforderung. Geiger ersetzte also den wirbligen Imeri, gegen den sich Jasper Van der Werff in der 30. Minute nur mit einer Notbremse zu behelfen wusste. Und ersetzte ihn mit Alex Schalk. Sieben Minuten später erzielte der Niederländer per Penalty das 1:0 und sicherte Servette den ersten Saisonsieg. Es war ein verdienter Erfolg, auch wenn Servette ihn sich erdauern musste; der Aufsteiger von 2019 hat seine Leichtigkeit von einst eingebüsst, gerade im Angriff. Einmal mehr vergab der Stürmer Koro Kone Chancen, von denen man es nicht für möglich gehalten hatte, sie nicht zu verwerten. Da brauchte es schon diesen Penalty, damit die Genfer sich erlösen konnten. Und einen FCB, der auch Pech bekundete. Ein Goal von Valentin Stocker wurde nach 17 Minuten nach langer Videokonsultation wegen eines Foulspiels an Ariel Mendy aberkannt. Und beim Penalty sprang der Ball an die Hand des sonst tadellosen 17-jährigen Verteidigers Albian Hajdari. Müde Basler versuchten das Remis über die Zeit zu retten, mit teils ermüdendem Zeitspiel. Doch das wurde nicht belohnt. Der neue FCB-Coach Ciriaco Sforza verlor nach der Partie die Nerven und attackierte die Unparteiischen scharf . (nbr.)

1000 Zuschauer. – Tore: 9. Gerndt 0:1. 38. Sobiech 1:1. 76. Marchesano 2:1 91. Guidotti 2:2. – Fast eine Halbzeit lang spielt der FCZ in Überzahl, er führt 2:1 bis kurz vor Schluss und schafft es doch nicht, zum ersten Mal in dieser Saison zu gewinnen.

Das ist uns aufgefallen: Man könnte den FC Zürich kritisieren, weil sein Saisonstart nach drei Spielen ohne Sieg erneut missglückt ist. Aber man kann auch eine schönere Geschichte erzählen, und die geht so: Es gibt den Basketballer Michael Jordan, «Air Jordan», 1 Meter 98 gross, und es gibt den französischen Fussballer Guillaume Hoarau, «Air France» genannt, 1 Meter 92 gross. Sie sind wie zwei Flugzeuge, die einfach nicht mehr landen wollen, wenn sie einmal in der Luft sind. Und der FC Zürich hat «Air Tonino», den 1 Meter 68 grossen Antonio Marchesano, den sie Tonino nennen, weil er so klein ist. Aber gegen Lugano hat er eine besondere Leidenschaft entwickelt, als kleinster Spieler Kopfballtore zu erzielen. Das war Ende Juni so, und es gelang ihm auch an diesem kalten Samstagabend wieder gegen die Tessiner. Es hätte der Siegtreffer sein müssen, weil der FCZ besser war und mehr Chancen besass. Als Marchesano in der 88. Minute ausgewechselt wurde, war die Welt des FCZ noch in Ordnung. Drei Minuten später fiel das 2:2. Der FCZ findet einfach keinen Boden unter den Füssen. Das liegt nicht daran, dass Marchesano gegen Lugano so gerne fliegt. Es liegt daran, dass sich der FC Zürich immer mal wieder verhält wie ein Luftibus. (fcl.)

1000 Zuschauer. – Der Meister YB musste gegen den FC Sion mit Guillaume Hoarau, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, zum ersten Mal seit vier Jahren Punkte abgeben.

Das ist uns aufgefallen: In der 63. Minute ging YB gegen den FC Sion vermeintlich in Führung, Nicolas Moumi Ngamaleu hatte getroffen. Doch weil Christian Fassnacht den Ball zuvor mit dem Oberarm touchiert hatte, wurde der Treffer nach Konsultation der Videobilder vom Schiedsrichter Alain Bieri aberkannt. Der erst in der 65. Minute eingewechselte Guillaume Hoarau kam bei seinem Debüt für die Walliser zwar zu einer guten Torchance, wusste diese allerdings nicht zu nutzen. In der Schlussphase drängte YB vehement auf den Siegtreffer, doch Vincent Sierro verpasste diesen in der Nachspielzeit gleich zwei Mal: Zunächst scheiterte er mit seinem Kopfball am stark reagierenden Sitten-Goalie Kevin Fickentscher. Und mit dem Nachschuss traf Sierro nur den Pfosten. An die Torumrandung hatte in der 31. Minute bereits Christian Fassnacht getroffen, als sein sehenswerter Heber an die Latte prallte. (bko.)

Fünf Tore in sechs Spielen: die Europacup-Bilanz von Charles Amoah im Jahr 2000.

Fünf Tore in sechs Spielen: die Europacup-Bilanz von Charles Amoah im Jahr 2000.

Steffen Schmidt / Keystone

krp.

Wie so oft steht Charles Amoah an jenem Abend dort, wo ein guter Stürmer stehen muss, und trifft. Plötzlich führt der FC St. Gallen im Uefa-Cup gegen das grosse Chelsea 2:0 und erreicht gegen das Team mit Christian Panucci, Jimmy Floyd Hasselbaink und Gianfranco Zola die nächste Runde. 20 Jahre ist das her.

Amoah ist damals der Schlüsselspieler des FC St. Gallen, mit dem Trainer Marcel Koller hat der Ghanaer von Wil nach St. Gallen gewechselt und dort eingeschlagen. Amoah wird in der Saison 1999/2000 mit 26 Treffern Torschützenkönig und der FCSG erstmals seit 96 Jahren Meister. «Amoah, oh, oh», singen die Fans im Espenmoos. Und in der Stadt brechen alle Dämme, 60 000 Personen feiern auf dem Marktplatz. Amoah ist mittendrin.

Auf den Torriecher von Amoah ist auch im Europacup Verlass, fünf Tore in sechs Spielen erzielt er im Uefa-Cup und in der Champions-League-Qualifikation gegen Galatasaray Istanbul, Chelsea und Brügge.

Andere Klubs werden deshalb auf Amoahs Treffsicherheit aufmerksam. Für 54 Millionen Schilling (umgerechnet 4 Millionen Franken) wechselt er 2001 zu Sturm Graz. In Österreich wird er den Erwartungen nicht gerecht, er wird ausgeliehen, findet das Stürmerglück nicht mehr.

Nach dem Karriereende 2007 arbeitet Amoah für eine österreichische Brauerei als Lagerist, momentan sucht er eine Stelle. Sein Sohn Winfried Amoah ist ebenfalls Fussballprofi geworden. Der Vater Amoah, heute 45 Jahre alt, sagte gegenüber dem «Blick», er hoffe, dass Winfried dereinst für St. Gallen spielen werde. Mitkommen würde der Vater aber nicht. Sobald die drei Kinder erwachsen sind, will Charles Amoah nach Ghana zurückkehren.

Der Schiedsrichter Urs Schnyder zeigt dem am Boden knienden Hekuran Kryeziu (rechts) die rote Karte. Dessen Mitspieler sind damit nicht einverstanden.

Der Schiedsrichter Urs Schnyder zeigt dem am Boden knienden Hekuran Kryeziu (rechts) die rote Karte. Dessen Mitspieler sind damit nicht einverstanden.

Peter Schneider / Keystone

ipf. Die Schiedsrichter hatten zum Auftakt der Super-League-Saison 2020/21 viel zu tun. In drei von fünf Spielen stellten sie insgesamt vier Spieler vom Platz. So viele rote Karten gab es in der ersten Runde seit Einführung der Super League nicht.

Anzahl rote Karten in der ersten Runde

Seit Einführung der Super League

0123452020/212019/202018/192017/182016/172015/162014/152013/142012/132011/122010/112009/102008/092007/082006/072005/062004/052003/04

Dafür gingen die Schiedsrichter mit Verwarnungen sparsamer um, so wenige gelbe Karten verteilten die Referees nur in der ersten Super-League-Saison 2003/04. Auffällig tief ist die Anzahl gelber Karten, die am Wochenende den Spielern der Super League gezeigt wurden.

Anzahl gelbe Karten in der ersten Runde der Super League

Seit Einführung der Super League

2020/212019/202018/192017/182016/172015/162014/152013/142012/132011/122010/112009/102008/092007/082006/072005/062004/052003/04172326262120181924232923162215262414

Ein neues Trainerduo: Ciriaco Sforza (vorne) und Patrick Rahmen sollen den FCB zurück in die Spur bringen.

Ein neues Trainerduo: Ciriaco Sforza (vorne) und Patrick Rahmen sollen den FCB zurück in die Spur bringen.

Georgios Kefalas / EPA

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