Switzerland

Der Schweiz droht ein ruhiges Neujahrsfest wegen Corona

Die Niederlande haben Feuerwerk untersagt, Deutschland diskutiert über ein Verbot. Auch in der Schweiz erarbeitet das BAG spezielle Empfehlungen für Silvester.

Die Kantone entscheiden darüber, ob und wie Feuerwerk während Silvester gezündet werden darf.

Die Kantone entscheiden darüber, ob und wie Feuerwerk während Silvester gezündet werden darf.

Annick Ramp / NZZ

Silvesterzauber in Zürich – abgesagt. Silvesterfeuerwerk in Basel – abgesagt. Die Neujahrsfeierlichkeiten verlegen sich wegen Corona dieses Jahr in den privaten Raum. Zu gross ist das Risiko, dass sich an Massenveranstaltungen das Virus weiter ausbreitet. Doch auch im kleinen Kreis dürfte der 31. Dezember dieses Jahr anders aussehen als in den vorigen Jahren. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitet derzeit einige praktische Empfehlungen für die Feiertage. Denkbar ist, die Anzahl Personen zu beschränken, die zusammen feiern dürfen. Feiernde sollen aus nur zwei verschiedenen Haushalten stammen, Abstand halten und wo möglich draussen feiern. Dürfen dabei wenigstens Raketen steigen, Böller knallen und Zuckerstöcke funken? Das liege in der Kompetenz der Kantone, heisst es beim BAG.

Unfälle während der Festtage belasten Spitäler zusätzlich

Ein generelles Feuerwerksverbot halten die Kantone für unwahrscheinlich. Es könne aber noch zum Thema werden, heisst es bei der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz. Beim Kanton Zürich plane man gegenwärtig kein Verbot. Ein Verbot würde die Debatte über die Verhältnismässigkeit von Massnahmen weiter befeuern, heisst es beim Kanton Baselland. «Es wird so vieles verboten und eingeschränkt momentan. Soll man den Leuten diese Freude auch noch nehmen?», fragt der Sprecher des Kantons. Im Kanton Waadt und in Graubünden mache man sich Gedanken zu Silvester, konkrete Entscheide betreffend Feuerwerk seien noch keine gefallen.

Die Angst vor Gruppenbildung wegen Feuerwerk dürfte in der Schweiz wesentlich mehr ins Gewicht fallen als Feuerwerksunfälle. Gemäss Erhebungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung müssen zwar jährlich 200 erwerbstätige Erwachsene zum Arzt wegen eines Feuerwerksunfalls, aber nur etwa 20 davon an Silvester. Die Unfälle mit Kindern und Rentnern kommen noch dazu. Dabei häufen sich Ende Jahr auch noch zusätzlich die Brandunfälle mit Kerzen und die Skiunfälle. «Das bereitet uns tatsächlich noch gewisse Sorgen. Wenn relativ hohe stagnierende Fallzahlen noch etwas zunehmen und solche Unfälle dazukommen, dann wird die Pflege- und vor allem die Intensivpflegestruktur noch mehr belastet», sagt Rudolf Hauri, der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, an der Pressekonferenz des Bundes vom Dienstag.

Die Spitäler halten sich trotzdem damit zurück, ein Feuerwerksverbot öffentlich zu begrüssen. Im Kanton Bern, wo sich gemäss einer Medienmitteilung des Kantons ganze Abteilungen in Heimen und Spitälern mit dem Coronavirus angesteckt hatten, wo man die Notfallstationen ausbaut und auf Personalsuche geht, hat man akutere Probleme als das kommende Silvesterfeuerwerk. Beim Inselspital in Bern heisst es gar, es wäre schade, Feuerwerk ganz zu verbieten. Dass man in der Innenstadt kein Feuerwerk zünden dürfe, gelte ja bereits.

Die Feuerwerksbranche hofft auf einen knalligen Silvester

Die Niederlande beschlossen vergangene Woche ein Feuerwerksverbot. Dort mussten am vergangenen Silvester rund 1300 Menschen zum Arzt, weil sie sich zum Beispiel an einer 400 Grad heissen Wunderkerze die Finger verbrannt hatten. Auch Deutschland diskutiert über ein Verbot. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Empfehlung, auf Feuerwerk zu verzichten. Auf belebten Strassen und Plätzen dürfte Feuerwerk verboten werden. So soll Gruppenbildung vermieden werden.

Die schweizerische Feuerwerksindustrie hofft, dass die Schweiz nicht nachzieht. Private Feuerwerke an Silvester sollen stattfinden dürfen. Schon jetzt gehe das Corona-Jahr an die Existenz, sagt Renate Keller von Swissfeuerwerk.ch. Dass die Grossfeuerwerke am 1. August und an Silvester abgesagt worden seien, habe ein tiefes Loch in die Unternehmenskasse gerissen.

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