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Die amerikanischen Tiktok-Nutzer können aufatmen

Präsident Trump gibt einem Joint Venture von Oracle, Walmart und Tiktok Global grundsätzlich den Segen. Das Download-Verbot wird deshalb um eine Woche verschoben.

US-Präsident Donald Trump hat einen Deal zwischen Tiktok, Oracle und Walmart angekündigt.

US-Präsident Donald Trump hat einen Deal zwischen Tiktok, Oracle und Walmart angekündigt.

Florence Lo / Reuters

Verhandlungen über das Schicksal des US-Geschäfts der beliebten Kurzvideoplattform Tiktok liefen schon länger, aber die vergangenen 45 Tage waren eine regelrechte Achterbahnfahrt. Von ihm weitgehend selbst inszeniert, hat Donald Trump sie nun vorläufig beendet. Vor der Abreise an eine Wahlkampfveranstaltung in North Carolina sagte der amerikanische Präsident am Samstag, er haben einen Deal zwischen Oracle, Walmart und Tiktok «konzeptionell» gutgeheissen.

Am Abend bestätigte das amerikanische Finanzministerium, welches den Ministerien übergreifenden Ausschuss für die Kontrolle von Auslandinvestitionen in den USA (CFIUS) führt, die Ankündigung. Der Präsident habe einen Deal zwischen Oracle, Walmart und TikTok Global geprüft, der das von Tiktoks Operationen ausgehende nationale Sicherheitsrisiko angehe.

Definitive Bewilligung steht noch aus

Der in Kalifornien beheimatete Datenbank-Konzern Oracle werde verantwortlich sein für die technologischen und Sicherheitsaspekte zum Schutz aller US-Nutzerdaten, hiess es in einer kurzen Erklärung des Finanzministeriums. Die Bewilligung der Transaktion hänge noch ab von den Vertragsabschlüssen mit Oracle und Walmart sowie von Dokumentation und Bedingungen, die vom CFIUS als nötig erachtetet würden und noch gutgeheissen werden müssten.

Das amerikanische Handelsministerium, welches erst am Freitag ein Download-Verbot für die Tiktok-App per Sonntagmitternacht erlassen hatte, meldete umgehend die Verschiebung des Verbots um eine Woche. Angesichts der jüngsten positiven Entwicklungen, so das Handelsministerium, werde das Verbot am Sonntag, 27. September um 23:59 Uhr in Kraft treten, hiess es.

Die US-Regierung braucht offensichtlich noch ein paar Tage, um die Details des Deals festzunageln. Trump versprach eine «hundertprozentige Sicherheit». Die Details des Joint Ventures würden sehr bald veröffentlicht, sagte der Präsident. Das aus dem chinesisch kontrollierten Bytedance herausgelöste amerikanische Tiktok-Geschäft solle in separaten Clouds betrieben werden, erklärte Trump.

Darüber hinaus werde Tiktok 5 Mrd. $ spenden, die in einen Fonds für Bildungszwecke fliessen sollen. Das sei die Provision für den amerikanischen Staat für dessen Rolle als Vermittler, von der er immer gesprochen habe, sagte Trump. Die neu strukturierte Tiktok-Organisation werde wahrscheinlich in Texas gegründet und mindestens 25 000 Personen anstellen. Sie werde nichts zu tun haben mit dem Ausland und China, versprach der Präsident, «und Hunderte Millionen von Nutzern werden sehr zufrieden sein».

Noch unklare Besitzverhältnisse

Auf die Frage, ob Bytedance eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Tiktok-Gesellschaft behalten werde, antworte der Präsident, dass die Gesellschaft «total» von Oracle und Walmart kontrolliert werde. Amerikanische Medien berichteten aber, dass US-Aktionäre 53% an Tiktok Global und chinesische Investoren 36% halten werden.

Oracle selber wird laut einer Erklärung des kalifornischen Konzerns 12,5% der neuen Gesellschaft übernehmen. Tiktok dagegen teilte mit, dass Oracle und Walmart zusammen 20% übernehmen würden, so dass Walmarts Anteil also 7,5% betragen dürfte. Wenn US-Aktionäre - dazu würden auch General Atlantic, Coatue Managment und Sequoia Capital zählen - 53% und chinesische Investoren - in erster Linie Bytedance-Gründer Zhang Yiming - 36% kontrollieren, verbleiben 11%, die überwiegend von europäischen Investoren gehalten würden.

Oracle-CEO Safra Catz sagte, Tiktok werde auf der Oracle-Cloud laufen. Oracle sei als Lieferant einer sicheren Cloud-Technologie für den Deal ausgewählt worden. Diese technische Entscheidung von Tiktok sei der Erfahrung des Unternehmens Zoom zuzuschreiben, das jüngst einen Grossteil seiner Videokonferenzkapazitäten erfolgreich in die Oracle Public Cloud verlagert habe, hiess es weiter.

Ob es alles so einfach ist, wie es Trump dargestellt hat, ist zu bezweifeln. Auf die eine oder andere Art wird auch Peking noch seinen Segen geben müssen. China hatte jüngst ein Exportverbot für Technologien wie die der Tiktok-App zugrunde liegenden Algorithmen erlassen. Damit platzte ein lange Zeit wahrscheinlich erscheinender Deal zwischen Microsoft und Bytedance und Oracle wurde zum Hauptbewerber. Was mit diesen Algorithmen, dem Schlüssel zum Erfolg der App, unter einem Joint Venture zwischen Oracle, Walmart und Tiktok passiert, dürfte in den kommenden Tagen noch zu reden geben.

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