Switzerland

Die Credit Suisse will weltweit «Black Talent» fördern – das ist zu viel des Guten

Viele Firmen sind in punkto Diskriminierung sensibel geworden. Schwierig wird es, wenn der Fokus auf eine einzige Gruppe dazu führt, dass andere benachteiligt werden.

Die Förderung der Credit Suisse von «Black Talent» kann in Regionen wie den USA, wo es viele potenzielle Anwärter gibt, Sinn ergeben.

Die Förderung der Credit Suisse von «Black Talent» kann in Regionen wie den USA, wo es viele potenzielle Anwärter gibt, Sinn ergeben.

Denis Balibouse / Reuters

Die Credit Suisse hat sich anlässlich der Publikation der Zahlen zum dritten Quartal ein überraschendes neues Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2024 will sie den Anteil an «Black Talents» insgesamt um 50% steigern und die Anzahl ihrer «Black Talents» in Führungspositionen verdoppeln. Der NZZ ist nicht bekannt, dass sich je eine Schweizer Bank ein solches Ziel gesetzt hätte. Reagiert die Grossbank so auf den Medienrummel rund um Tidjane Thiam? Der ranghöchste frühere CS-Banker mit dunkler Hautfarbe hatte der Bank in der «New York Times» vorgeworfen, sein erzwungener Rücktritt sei aus rassistischen Gründen erfolgt.

Dass der Zeitpunkt der erstmaligen Bekanntgabe des neuen Ziels zu diesem Schluss führen kann, ist den CS-Chefs natürlich bewusst. Der Auslöser sei aber ein ganz anderer, nämlich die «Black Lives Matter»-Bewegung in den USA, heisst es. In Ländern wie den USA verfolge die CS dieses Ziel bereits seit Anfang Jahr verstärkt. Damals war Thiam wohlgemerkt noch CEO der Bank.

Firmen befassen sich seit Beginn von «Black Lives Matter» intensiver als früher mit der Verankerung von Vielfalt und Inklusion in ihrer Kultur. Auch bei der CS werde das Thema bei Rekrutierungen und vonseiten der Kunden immer öfter angesprochen. Ergibt es jetzt aber wirklich Sinn, Mitarbeiter wegen ihrer Hautfarbe spezifisch zu fördern? Es ist bereits unklar, wer genau ein «Black Talent» ist – und wer nicht. Sind das Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe? Müssen die Ahnen aus Afrika stammen? Können auch Personen mit nur einem dunkelhäutigen Elternteil profitieren? Damit stellt sich auch die Frage der Gerechtigkeit: Mit der Frauenförderung ist theoretisch die halbe Weltbevölkerung angesprochen. Geht es aber um die Hautfarbe, müsste die CS konsequenterweise auch Menschen aus Indien oder China begünstigen.

Die Förderung von «Black Talent» kann in Regionen wie den USA, wo es viele potenzielle Anwärter gibt, Sinn ergeben. Aber ein solches Ziel weltweit zu setzen, schliesst wiederum andere Gruppen aus und ist somit zu viel des Guten. Aus globaler Perspektive reicht es, wenn sich eine Firma dem Leitgedanken der Meritokratie verschreibt und versucht, alle Mitarbeiter aufgrund ihrer Leistung und Persönlichkeit zu beurteilen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sexueller Ausrichtung.

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