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«Die Leute drehen durch» – wie eine Fuchsfamilie Toronto in Ekstase versetzt

DIE neue Attraktion in Toronto: eine Fuchsfamilie. screenshot: twitter / @mj1toronto

«Die Leute drehen durch» – wie eine Fuchsfamilie Toronto in Ekstase versetzt

In Toronto sorgt eine Fuchsfamilie für Abwechslung: Nach wochenlangem Lockdown und strengem Einhalten der Social-Distancing-Regeln scheinen die Kanadier beim Anblick der Babyfüchse alles vergessen zu haben.

Seit Mitte März befindet sich Kanadas grösste Stadt Toronto im Lockdown. Die Torontoer sind bekannt für ihre Vorliebe für Regeln, und so haben sie die Abstands- und Hygieneregeln bisher auch brav befolgt. Doch eine Fuchsfamilie veränderte das schlagartig: Seit April versammeln sich täglich zahlreiche Bewohner rund um den Strand beim Lake Ontario, um die Babyfüchse sehen zu können – ungeachtet der Social-Distancing-Regeln.

«Toronto Wildlife, die Stadt Toronto und Mayor John Troy sagten, man solle sich von den Füchsen am Woodbine Beach fernhalten. Das ist die momentane Situation an dem Ufer, wo sich die Fuchsfamilie befindet:»

Zu Beginn waren sie eine willkommene kleine Abwechslung im Corona-Alltag, doch nun hat sich um die Tiere ein richtiger Hype entwickelt.

«Ich sah eine Lady, wie sie versuchte, ein Selfie mit dem Fuchs zu schiessen», sagte Erwin Buck, ein Fotograf aus Toronto, gegenüber der New York Times. «Die Menschen befinden sich seit sechs oder sieben Wochen im Lockdown und das ist die erste Aufregung, die sie haben. Sie drehen durch.»

Die Fuchsfamilie schaffte es in die nationalen Nachrichten durch berichte von Leuten, die die wilden Tiere aufgehoben hatten und fütterten und durch Paparazzis, welche sich bei Dämmerung rund um den Strand versammelten, um ein Foto der Welpen zu schiessen.

Die New York Times stellte sich die Frage, wie die Stadt Toronto auf den Aufruhr rund um die wilden Tiere reagieren würde. Würde die Stadt die Füchse einfangen? Oder vertreiben? Oder sogar erschiessen? Die Antwort ist eine ganz andere.

«Wir wollen die Füchse schützen», sagt Mary Lou Leiher, Managerin der Abteilung für Tierservices der Stadt, gegenüber der Zeitung. In Toronto gebe es ein Gesetz, welches den Schutz wilder Tiere gewährleistet. Es sei denn, sie zerstören Privateigentum - was diese Füchse aber nicht tun.

So errichteten Stadtarbeiter einen Zaun rund um die Fuchshöhle und vergrösserten das Gebiet bis zum Wasser, sodass die Füchse ihren eigenen Privatstrand bekamen. Freiwillige des Toronto Wildlife Center befürchteten jedoch, dass sich die Tiere zu sehr an den Kontakt zu Menschen gewöhnen könnten.

Wenn die Füchse damit beginnen, Menschen zu kratzen, könnten sie eingeschläfert oder auf Tollwut getestet werden. Deshalb haben diese Freiwillige den Zaun vergrössert und ihn in ein grünes Tuch eingewickelt, um die Füchse nicht nur vor Händen, sondern auch vor neugierigen Blicken zu schützen.

«Lächle, du wirst gefilmt», steht als Warnung auf einem riesigen Schild. Die Freiwilligen befinden sich bis zu 16 Stunden am Tag im Gebiet, um die Füchse vor Menschen sowie Schaulustige wegzuscheuchen. Auch die Stadt selbst erhöhte das Polizeiaufkommen, um die Menschen zu büssen, welche sich nicht an die Social-Distancing-Regeln halten, weil sie vor lauter Aufregung den Mindestabstand missachten. «Unser Hauptanliegen ist das Wohlergehen der Tiere», sagte Brad Ross, der Sprecher des Rathauses.

Normalerweise können sich Füchse frei bewegen, wohin auch immer sie wollen. Doch das ist seit der Einzäunung nicht mehr möglich - sie befinden sich nun genau so in Quarantäne wie die Kanadier selbst.

(cki)

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