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Nach dem Ende von «Dark»: Wirbel um grausame Szenen und offene Fragen

Der junge Jonas aus 2019/2020 ist noch ahnungslos. Bild: Netflix

Analyse

Nach dem Ende von «Dark»: Wirbel um grausame Szenen und offene Fragen

Sophia Sichtermann / watson.de

Seit dem 27. Juni zeigt Netflix die dritte und somit letzte Staffel von «Dark». Die deutsche Produktion schoss direkt nach der Veröffentlichung auf Platz eins der meistgesehenen Inhalte des Streaming-Giganten: seit Beginn an ein Super-Hit.

Jedoch sorgen nun die acht Folgen und vor allem das Ende des dritten Zyklus, ähnlich wie beim Finale der Mammut-Serie «Game of Thrones», für Fragezeichen bei uns. Hatte die Serie ihr würdiges Ende gefunden oder bleiben die Zuschauer unbefriedigt zurück? Und vor allem: Warum wurden einige Fragen nie geklärt?

Achtung, Spoiler!

Wir erinnern uns: In den letzten Minuten der zweiten Staffel wurde Hauptfigur Jonas (Louis Hofmann) von Martha vor der Atomkatastrophe gerettet. Ihr plötzliches Auftauchen und ihr ganz neuer Look (und die Tatsache, dass sie neben der eigentlich toten Martha stand), liessen auf die Existenz eines Paralleluniversums schliessen. Jonas und den Zuschauern hatte sie bedeutungsschwangere Worte mit auf den Weg gegeben: «Die Frage ist nicht aus welcher Zeit, sondern aus welcher Welt.»

Die «Dark»-Handlung erklärt

Und genau darum geht es in der dritten Staffel dann auch: Es gibt mehrere verschiedene Parallelwelten. In der einen Welt zieht der geheimnisvolle Adam mit seinem Kult «Sic Mundus» die Fäden, der, wie sich herausstellt, Jonas Kahnwald ist. In der anderen Welt hingegen – und wir fühlen uns ein wenig dumm, dass wir nicht selbst darauf gekommen sind – hat Eva aka Martha eine Geheimorganisation gegründet, wenn auch mit einem anderen Ziel. Während Adam den «Knoten zerstören» möchte, um eine Welt zu erschaffen, in der Zeit nicht existiert, will Eva auf der anderen Seite den «Knoten» intakt lassen, damit ihr Sohn leben kann.

Jetzt wissen wir auch endlich, wer das ist: Evas und Adams gemeinsamer Sohn. Bild: netflix

Dieser Sohn ist gewissermassen ein Kind aus beiden Welten, der Vater ist der Jonas aus der Adam-Welt und die Mutter ist Martha aus der Eva-Welt. Wie sich herausstellt, zeugt dieser Sohn dann später (oder eben früher) mit Agnes, der Schwester von Noah, ein Kind: Tronte Nielsen. Dieser ist also ein Vorfahr von sowohl Martha als auch Jonas. Aber dass bei «Dark» nicht nur die Zeit ein Kreis ist, sondern auch die meisten Stammbäume der Protagonisten, ist bereits schon länger bekannt.

Die heimliche Hauptfigur, die bereits in den letzten beiden Staffeln die Handlung vorangetrieben hat, ist Claudia Tiedemann. Diese verfolgt ein Ziel: ihre Tochter Regina, die an Krebs erkrankt ist, zu retten. Doch sowohl in Adams als auch in Evas Welt stirbt sie. Daraus schliesst Claudia, dass es mindestens noch eine dritte Welt – eine Ursprungswelt – geben muss und dass Regina nur in dieser Welt leben kann.

Sie ist es auch, die den Ursprung des ganzen Knotens erkennt: Es ist H.G. Tannhaus' Zeitmaschine, die er baut, um seinen Sohn und dessen Familie zu retten, die bei einem Unfall sterben. Ergo: Tannhaus' Sohn Marek muss gerettet werden, damit sein Vater erst gar nicht die Zeitmaschine baut. Letztendlich wird dieser Auftrag von einem Jonas und einer Martha aus zwei unterschiedlichen Welten ausgeführt. Somit wird die Welt im Jahr 1986 nicht in mehrere Parallelwelten gespalten und alle Personen, die nur aufgrund dieses «Fehlers» existiert haben, lösen sich auf.

Diese offenen Fragen bleiben nach der dritten Staffel

Obwohl das Ende der Haupthandlung von «Dark» relativ verständlich war – für Serienverhältnisse, versteht sich – blieben am Ende noch einige Kapitel im Laufe der Serie unklar. Als Erstes fallen einem da natürlich die entführten und gefolterten Jungen ein.

Grausame Szenen Nr. 1: Warum werden Kinder verstümmelt und getötet?

Erik Obendorf war 2019 der erste Schüler, der verschwand. Bild: Netflix

In der ersten Staffel wurden die Fälle der verschwundenen Jungen noch sehr intensiv von der Polizei untersucht. Die Serie wies damals allgemein noch viel mehr Krimi-Elemente auf und verlagerte sich erst mit der Zeit komplett auf das Thriller- und Science-Fiction-Genre. Und die Polizeiarbeit in der ersten Staffel war auch spannend anzusehen, weil man sich die ganze Zeit fragte, wer die Jungen entführte und wieso. Doch nur eine der Fragen wurde mit der Zeit geklärt.

Mark Waschke aka Noah. Bild: Netflix

Noah, der als Pfarrer auftretende Fremde in Winden, steckte unter anderem hinter der Verschleppung der Kinder, deren Leichen später teilweise mit Brandverletzungen am Kopf gefunden wurden. Es wurde also durchaus geklärt, wer dahinter steckte (Noah) und in wessen Auftrag er handelte (Adam). Aber die Frage bleibt: Wieso? Offenbar wurden die Auswirkungen von Zeitreisen an ihnen getestet, doch wieso wurden sie dabei so schwer verletzt? Es sind ja schon zuvor Menschen unbeschadet durch Zeit und Raum gereist, wieso wurden also diese Experimente durchgeführt? Und was wurde bei diesen Experimenten herausgefunden? Diese Fragen wurde leider auch in der letzten Staffel nicht geklärt und bleiben ein Geheimnis.

Grausame Szene Nr. 2: Warum tötet Adam/Jonas seine Mutter?

Maja Schöne spielt Hannah Kahnwald. Bild: Netflix

Eine Szene in der dritten Staffel warf bei uns ebenfalls Fragen auf. Im Jahr 1921 erstickt Adam, also die ältere und entstellte Version von Jonas seine eigene Mutter, die selbst auch durch die Zeit gereist ist. Zur Erinnerung: Zunächst ist Hannah Kahnwald in die Fünfzigerjahre gereist, um sich an ihrer unerwiderten Liebe Ulrich zu rächen. Schliesslich fängt sie eine Beziehung mit Egon Tiedemann an und bekommt eine Tochter, Silja, die Jonas bei seiner Ankunft in der postapokalyptischen Zukunft erst einmal bewusstlos schlägt. Später hilft ihm seine Halbschwester, was er zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht weiss, wieder zurück in die Vergangenheit zu reisen.

Doch zurück zum Mord an Jonas' Mutter. Auch hier stellt sich wieder die Frage: Wieso? Weiss Adam etwas, das dem Zuschauer nicht bekannt ist, und muss er Hannah töten, um seinen Plan zu verfolgen? Oder ist er verbittert, weil sie ihren Mann und seinen Vater mit dem Polizisten Ulrich betrogen hat und die Affäre auch direkt nach Michaels/Mikkels Suizid weiterführte? Doch das letzte Mal, als die beiden aufeinander treffen, kurz vor der Atomkatastrophe im Jahr 2020, scheint Jonas keinen Groll gegen seine Mutter zu hegen. Im Gegenteil: Er hält sie von ihrem eigenen Suizid ab. Ist es also nur diese eine Version von Hannah, die sterben muss? Und wenn ja, wieso? Aus persönlichen Motiven oder doch wegen eines grösseren Ziels?

Am Ende bleibt die Geschichte sehr verworren und löst sich in vielen Fäden nachvollziehbar auf. Doch ein paar Gedankenspiele bleiben eben dennoch im Dunkeln. Insbesondere bei den grausamen Szenen, die einem nach Serienende noch lange im Kopf herumschwirren. Auf jeden Fall werden wir uns die dritte Staffel «Dark» sicher noch ein zweites Mal ansehen müssen. Ihr auch?

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