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Ringo Starr wird 80 Jahre alt: «Ich liebe Jodeln»

Er feiert seinen 80. Geburtstag mit einer grosse Sause – und damit eine musikalische Wiedervereinigung mit Beatles-Kollege Paul McCartney (78). Mit «Ringo’s Big Birthday Show» will der legendäre Schlagzeuger nicht nur sich selbst feiern, sondern auch Gutes tun. Starr stellt ein virtuelles Konzert zusammen, das am Dienstag, 7. Juli, auf Youtube übertragen wird. Mit niemals zuvor gesehenen Auftritten von McCartney oder auch Sheryl Crow (58), Ben Harper (50), Willie Nelson (87) und Sheila E. (62). Die Erlöse gehen unter anderem an das Black Lives Matter Global Network und die Musikerhilfe Musicares. Ringo rührt dafür selbst die Werbetrommel, natürlich sozial distanziert per Videochat.

Sie haben einen runden Geburtstag vor sich …
Ringo Starr:
… einen riesigen Geburtstag. Ich werde 80! Ich sage es lieber selbst, ehe mich das Alter überrascht.

Was wünschen Sie sich?
Drei, zwei, eins: Peace and Love!

Mit dem Streaming-Konzert haben Sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht.
Ich habe einige meiner Freunde gefragt, mir Aufnahmen von sich von Shows zu schicken. Und ich benutze einige Mitschnitte von meinen Konzerten vom letzten Jahr und sage alle Interpreten jeweils an. Es kann auch sein, dass einige ihr eigenes Ding machen und mich überraschen. Wir werden auf jeden Fall eine Show abziehen!

Was hat man mit 80 noch für Ziele?
Weiter auftreten zu können. Ich spiele ja noch und hätte jetzt gerade auf Tour sein sollen. Dann wollte ich eine Geburtstagspause einlegen und die nächste Tournee ab September starten. Ich vermisse das sehr. Ich habe mit meiner All-Starr-Band mehr gespielt als je zuvor.

Wenn Sie auf Ihr Leben zurückschauen, worauf sind Sie besonders stolz?
Ich bin vielfach gesegnet durch meine Familie. Meine Kinder sind ein Segen. Wissen Sie, dass ich inzwischen acht Enkelkinder und einen Urenkel habe? Ich bin ein Einzelkind. Und dann schaue ich mich am Tisch um und kann es nicht fassen, dass ich mit all diesen Menschen verwandt bin. Ein Segen. Und natürlich Barb (seine Ehefrau Barbara Bach). Noch ein Segen!

Apropos Kinder und Enkel. Was haben Sie im Leben durch Vaterschaft gelernt?
Dass ich es liebe, Opa zu sein. Denn du kannst all den Spass mit den Kids haben und sie dann wieder zurückgeben (lacht). Ich war ein Vater, der immer sein Bestes gegeben hat, so wie ich es gerade konnte. Bis heute ist dieser Anblick in meiner Seele eingebrannt, als mein Ältester Zak geboren wurde. Sie haben mir das Baby gegeben und ich konnte mich nicht bewegen. Es war wie aus Glas. Es war ein Wunder. Crazy. Und dann war ich als Teil der Familie mit dabei, als er Vater wurde und sein Baby zum ersten Mal hielt. Und es war so, als würde ich mich selbst sehen.

Es gibt kaum jemanden auf der Welt, der die Beatles nicht kennt. Ist es schwer, so lange so berühmt zu sein?
Anfangs schon. Uns Beatles ging es nie um Ruhm. Wir wollten gute Musik machen und unsere Zuschauer unterhalten. Doch dann wurden wir so bekannt, dass wir nicht einmal mehr ins Restaurant gehen konnte. Da ist mir mal was passiert …

Ein Ritter am Schlagzeug

Ringo Starr kam als Richard Starkey 1940 in einem rauen Arbeiterquartier in Liverpool (Grossbritannien) zur Welt. Als Kind träumte er von der Seefahrerei. Mit 13 Jahren erkrankte er an Tuberkulose und musste zwei Jahre im Krankenhaus verbringen. 1962 stieg er bei den Beatles ein. Den Namen Ringo bekam er, weil er oft Ringe an den Händen trug. Nach der Trennung der Beatles begann er eine Solo-Karriere. 1981 heiratete er das Ex-Bond-Girl Barbara Bach (72). 2018 wurde Ringo Starr von Prinz William (38) zum Ritter geschlagen und darf sich seither Sir Richard Starkey nennen.

Erzählen Sie!
Ich führte gerade einen Bissen zum Mund, da hat mir eine Frau regelrecht die Gabel wieder rausgezogen und legte mir was vor: «Unterschreibe das!» Ich sagte: «Nein, ich bin gerade beim Dinner.» Das war 1967. Die Frau meinte dann wutentbrannt, damit hätte ich mir meine ganze Karriere ruiniert (lacht).

Werden Sie noch oft auf der Strasse erkannt?
Die letzten Monate ist alles etwas einfacher geworden. Ich kann unerkannt hingehen, wo ich will. Dank der Pandemie, weil wir alle Gesichtsmasken tragen müssen. Damit erkennt mich keiner.

Gibt es etwas im Leben, was Sie unbedingt wollten und nie bekommen haben?
Ich bin Einzelkind. Das Einzige, was ich mir immer gewünscht habe, war ein älterer Bruder. Es war immer der unerfüllte Traum von mir. Immerhin habe ich in der besten Band der Welt gespielt. Ich habe meine Bandmitglieder geliebt wie meine Brüder.

Gibt es etwas, was Sie besonders bereuen?
Ich bin heute des Pfads wegen hier, den ich in meinem Leben eingeschlagen habe. Dank der guten Entscheidungen und auch der weniger guten, die ich getroffen habe. Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich mit 13 im Krankenhaus war, mit Tuberkulose. Und mein Musiklehrer kam vorbei und hat mir eine kleine Trommel zum Zeitvertreib geschenkt. Und von dieser Minute an wollte ich nur noch Drummer sein. Und das bin ich noch immer. Das ist wirklich unglaublich!

Pension also nicht in Sicht?
Ich bin in einem tollen Business, in dem man nie in Rente gehen muss. Wir können immer weitermachen, solange es geht. Und ich plane weiterhin, über die 80 hinaus weiterzuspielen.

Steht auch die Schweiz wieder auf dem Programm? Sie sind ja schon mehrfach bei uns aufgetreten.
Ja, good old Switzerland. Ich war schon einige Male als Musiker da, sei es solo oder als Unterstützung für einen Freund, der dort eine Kunstausstellung hatte. Es ist wunderschön in den Alpen, aber auch Städte wie Zürich gefallen mir. Ich erinnere mich, wie ich mal in den Bergen wandern ging – ich glaube, es war im Kanton Appenzell, die Kühe kamen gerade von der Alp. Die Hirten haben sich alle in dieser Bar getroffen. Und als sie alle vereint waren, haben sie angefangen zu jodeln. Es war ein sehr tiefes Jodeln, wie gregorianischer Gesang. Ich habs geliebt!

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