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Switzerland

Versicherungen: Wer gut Auto fährt, zahlt weniger

Der Wandel in der Mobilität hat nicht nur Auswirkungen auf die Autoindustrie. Auch das Versicherungsgeschäft gerät zunehmend unter Druck. Wie Analysten der US-Bank Morgan Stanley berechnet haben, sollen die Mega-Trends der Branche wie Sharing, Digitalisierung oder Autonomes Fahren die Prämien bis ins Jahr 2030 je nach Entwicklung zwischen 20 und 60 Prozent sinken lassen.

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Erste Auswirkungen sind bereits spürbar. Wie der Vergleichsdienst Comparis unlängst vermeldet hat, sind die Prämien in der Schweiz allein 2018 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 11 Prozent gesunken. Grösster Treiber ist dabei die Digitalisierung. Sie hat neue Konkurrenten auf den Plan gerufen, die mit neuen Modellen bestehende Strukturen unter Druck setzen.

PHYD vs. PAYD

Neben flexibleren Bezahl- und Vertragsmodellen liegen Angebote im Trend, die den Fahrstil analysieren und – bei entsprechender Fahrweise – Rabatte gewähren. Anders formuliert: Wer gut fährt, zahlt weniger. Oder auch: Wer wenig fährt, zahlt weniger. Tatsächlich muss man zwischen «Pay as you drive» (PAYD) und «Pay how you drive» (PHYD) unterscheiden. PAYD bezieht sich auf die Anzahl gefahrene Kilometer. Bei PHYD werden dagegen weitere Faktoren gemessen. So werden je nach Angebot Beschleunigungs-, Kurven- oder Bremsverhalten wie auch Geschwindigkeit und Ruhepausen analysiert.

Bei PHYD wird die Prämienhöhe also anhand des Fahrstils errechnet. Konkret trackt dabei ein Aufnahmegerät das Fahrverhalten des Versicherten. So werden die gefahrenen Kilometer und Fahrweise dokumentiert, und zur Auswertung an die Versicherung übermittelt. Bei «gutem» Fahrverhalten erhält der Versicherte eine Prämienvergünstigung. Doch auch «schlechtes» Fahren wird nicht unbedingt bestraft. Denn: «In den meisten Fällen gibts bereits eine Vergünstigung, wenn das Fahrdaten-Aufnahmegerät verwendet wird», sagt Expertin Andrea Auer von Comparis.

Fragen um Datensicherheit

Bei PHYD werden dafür im Gegensatz zu «Crash Recordern», die lediglich einen Unfallhergang aufzeichnen, alle Daten gespeichert. Während Krankenkassen ihren Kunden eine Prämienverbilligung anbieten, wenn diese Daten aus dem Fitnesstracker zur Verfügung stellen, bieten nun auch Autoversicherer entsprechende Modelle an. In der Schweiz sind das Dextra in Zusammenarbeit mit Kasko2go (PAYD und PHYD) sowie mit Auto Sense (PAYD). Auch Die Mobiliar (PHYD), Baloise und Vaudoise bieten PHYD an, Axa ein Modell mit Crash Recorder.

Die Vorteile sind offensichtlich. Zum einen kann man Prämien sparen, gleichzeitig ermuntert einen das System zu einer vernünftigen Fahrweise. Bei Kasko2go etwa können besonders «gute» Fahrerinnen mit einer Verbilligung zwischen 10 und 20 Prozent rechnen. Zudem sind die neuen Modelle fairer. Denn bisherige Autoversicherungen teilen ihre Kunden in Risikogruppen ein – mit der Folge, dass man je nach Alter, Geschlecht, Kanton oder sogar Nationalität unterschiedliche Prämien zahlt. Bei PHYD entscheidet der Tracker.

Alles eitel Sonnenschein also in der schönen neuen Versicherungswelt? Nicht ganz. Denn nur wer sich überwachen lässt, erhält Rabatt. Das Zahlen mit Daten liegt im Trend, gleichzeitig wächst die Skepsis um die Datensicherheit. Man brauche die Daten jedoch nur zum Berechnen des Fahrstils und gebe sie «unter keinen Umständen an Dritte weiter», versicherte Kasko2go-COO Dimitri Wulich bei SRF. Und auch Andrea Auer von Comparis beschwichtigt: «Soweit wir es beurteilen können, ist der Datenschutz bei diesen Versicherungsmodellen gewährleistet».

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