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42 Bilder innerhalb von zwei Wochen erstellt: Das neue Hotel in der Würzburger Martinstraße zeigt sich sehr farbenfroh

Von außen lässt sich noch nicht erahnen, was sich im Inneren alles getan hat. Das neue Hotel der Familie Barthelmes in der Martinstraße steht kurz vor der Fertigstellung und wird noch in diesem Jahr seine Türen für die ersten Gäste öffnen. International und gleichzeitig familiär soll es werden, und außerdem sehr farbenfroh: In allen Zimmern hängen Unikate des brasilianischen Graffiti-Künstlers Muricy.

Gebaut wurde das fünfgeschossige Gebäude da, wo Ralf Barthelmes bis 2020 die Martinsklause und das "Martinz" betrieben hat. Das neue "The Barthels Boutique Hotel" steht damit auf historischem Grund: Beim Abriss der Martinsklause wurden Reste romanischer Mauern und die Bodenplatte der im 8. Jahrhundert vom ersten Würzburger Bischof Burkhard erbauten Martinskapelle gefunden. "Wir befinden uns hier auf dem Grundstück der ältesten Kirche der Stadt", erläutert Ralf Barthelmes beim Rundgang durch das neue Hotel, in dem es an jeder Ecke Kunstwerke zu entdecken gibt.

Jedes Stockwerk soll eigene Geschichte erzählen

Im Treppenhaus begegnet den Besucherinnen und Besuchern des Hauses gleich im ersten Stock ein Wandgemälde mit einem über seinen Architektur-Entwürfen für Würzburg eingeschlafenen Balthasar Neumann. Insgesamt hat das Hotel über der Lobby vier Vollgeschosse, die alle eine eigene Geschichte erzählen. Von den historischen Sehenswürdigkeiten über die Parks und Weinberge, die zahlreichen Festivals und Veranstaltungen bis hin zur Lebensader Main "haben wir versucht, unseren Gästen Würzburg näherzubringen und zu erklären", sagt Barthelmes.

Einblicke in das neue Boutique-Hotel in der Martinstraße in der Würzburger Innenstadt: Künstler Muricy hat nicht nur für die Zimmer des Hotels Gemälde erstellt. 
Foto: Patty Varasano | Einblicke in das neue Boutique-Hotel in der Martinstraße in der Würzburger Innenstadt: Künstler Muricy hat nicht nur für die Zimmer des Hotels Gemälde erstellt. 

Dabei wurden nicht nur die Wände der Treppenhäuser künstlerisch gestaltet: In jedem der 42 Zimmer hängt über dem Kopfteil des Doppelbetts ein Bild in kräftigen Farben. "Wir sind in der Gestaltung nicht typisch fränkisch zurückhaltend, sondern viel farbenfroher und internationaler", so Barthelmes.

Der Künstler hat den gesamten Sommer in Würzburg verbracht

Umgesetzt wurden die vielfältigen künstlerischen Akzente durch den Graffiti-Künstler Muricy, der zur erweiterten Familie von Alessandra Silva aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia gehört. Sie ist die Partnerin von Ralf Barthelmes und wird zusammen mit ihm und seiner Tochter Mona Barthelmes das neue Hotel leiten. "Mein Bruder hat den Kontakt zu Muricy hergestellt, und dann haben wir ihn gefragt, ob er Lust hat, nach Würzburg zu kommen und unser Hotel mit uns zusammen zu gestalten", erzählt Silva: "Wir wollten, dass er bei uns lebt, Würzburg kennenlernt und ein Gefühl für die Stadt bekommt."

Rodrigo Rios Muricy hat den gesamten Sommer in Würzburg verbracht und sich die Stadt und ihre Menschen ganz genau angeschaut: "Es war so viel neu für mich, aber ich hatte alle Freiheiten. Und dann habe ich innerhalb von zwei Wochen 42 Bilder gemacht", sagt der Graffiti-Künstler. In jedem Hotelzimmer hängt also ein Muricy-Unikat, passend zum Konzept eines Boutique-Hotels, das sich durch die individuelle Gestaltung bewusst von anderen Häusern abheben soll.

Auf den meisten Bildern ist der Würzburg-Einfluss deutlich zu erkennen.
Foto: Patty Varasano | Auf den meisten Bildern ist der Würzburg-Einfluss deutlich zu erkennen.

Dieses Konzept wird auch in der Lobby mit Rezeption, Bar und Frühstücksraum konsequent umgesetzt. "Wir werden das Erdgeschoss im Stil der 1970er Jahre einrichten und bereiten dazu auch Designer-Stücke aus dieser Zeit wieder auf, von der Beleuchtung bis zu den Stühlen", sagt Ralf Barthelmes, der täglich viele Stunden selbst Hand anlegt. Nachhaltigkeit ist ihm und seiner Familie wichtig, daher wurde das neue Gebäude auch energetisch so weit wie möglich auf den neuesten Stand gebracht. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist geplant, konnte aus Gründen des Denkmalschutzes bisher aber noch nicht installiert werden.