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650 Euro für ein WG-Zimmer – Hier schlägt das Corona-Paradox am stärksten zu

Das Wintersemester ist in vollem Gange, doch in den deutschen Universitäten, in Seminarräumen, Vorlesungssälen und Mensen sind kaum Menschen zu sehen. Der Uni-Betrieb läuft erneut auf Sparflamme.

Nachdem sich die Erstsemester in Einführungsveranstaltungen und Vorstellungsrunden noch mit ihrer Lehranstalt vertraut machen durften, wurden sie im Oktober schnell wieder ins Homeoffice geschickt.

Der anhaltend digitale Lehrbetrieb müsste eigentlich auch Spuren am Wohnungsmarkt hinterlassen, könnte man erwarten. Schließlich spielt es keine Rolle, ob man das Onlineseminar in Uni-Nähe am Bildschirm verfolgt, oder irgendwo am Stadtrand, auf dem Dorf oder sogar zu Hause bei den Eltern.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Preise für WG-Zimmer sind auch zum Start des Wintersemesters wieder gestiegen. Das hat eine Auswertung von Marktdaten des Wohnungsportals WG-gesucht.de durch das Moses Mendelssohn-Institut (MMI) ergeben. „Nicht trotz, sondern gerade wegen der Corona-Pandemie setzt sich der seit sechs Jahren andauernde Aufwärtstrend fort“, sagt MMI-Direktor Stefan Brauckmann.

Im deutschlandweiten Durchschnitt stieg der Preis für ein WG-Zimmer demnach von 389 im vergangenen Jahr auf nun glatt 400 Euro, wie aus der Auswertung hervorgeht. Spitzenreiter ist wie so oft München mit einem WG-Zimmer-Preis von 650 Euro, gleichbleibend zum Vorjahr. Es folgen Garching (550 Euro), Frankfurt/Main (520 Euro), Berlin (500 Euro) und Stuttgart (498 Euro). Vergleichsweise günstige Standorte sind Heidelberg (390 Euro), Münster (380 Euro) und Aachen (365 Euro).

Quelle: Infografik WELT

„Da Seminare und Vorlesungen aktuell fast ausschließlich als digitale Veranstaltungen angeboten werden und zudem viele ausländische Studierende in ihren Heimatländern bleiben, haben wir eigentlich mit einem Rückgang der Nachfrage und Preise gerechnet“, sagt Brauckmann. Doch mehrere Effekte hätten für das genaue Gegenteil gesorgt.

Zwar seien weniger Studenten aus dem Ausland in hiesigen Uni-Standorten eingeschrieben. Dafür würden aber weniger deutsche Studenten ein Auslandssemester einlegen. Hinzu kämen jetzt noch Frühstarter, die nach dem Abi-Abschluss wenig Möglichkeiten hätten, die Welt zu bereisen.

Das beliebte Abiturienten-Sabbatical fällt flach. „So nimmt die Zahl der Studierenden zu, weil es den Schulabsolventen wegen der Corona-Pandemie an planbaren Alternativen, wie Auslandsaufenthalten, Praktika oder Ausbildungsstellen mangelt“, so Brauckmann.

Doch bei den Eltern wohnen bleiben oder an abgelegenen Orten digital studieren, komme offenbar auch nicht infrage. „Viele junge Menschen wollen trotz der Pandemie-Beschränkungen das Elternhaus verlassen und Erfahrungen am Hochschulort sammeln“, lautet die Beobachtung des MMI.

Ausgerechnet hier sinken die WG-Mieten

Günstiges Arbeiten im luftigen und ländlichen Homeoffice? Für die studierende Generation Z kommt das offenbar nicht infrage – was allerdings auch viele Thesen zu einer generellen Zunahme von Homeworking infrage stellt. Wenn schon Studienanfänger nicht auf den Kontakt zu ihresgleichen verzichten wollen, auf städtische Dichte und Angebote – warum sollten sie das dann später tun?

Allerdings hat das MMI auch beobachtet, dass die WG-Preise nicht überall gleichermaßen zulegen. In den Städten, die traditionell bei ausländischen Studenten beliebt sind, hat die sinkende Nachfrage zu nachlassenden Preisen geführt.

So gingen die WG-Mieten in Frankfurt/Main um zehn Euro zurück, in Heidelberg sogar um mehr als 20 Euro. Umgekehrt drängen sich mehr deutsche Studenten an den international weniger bekannten Orten – etwa in Lüneburg, wo die Preise von 350 auf 385 Euro stiegen, in Kempten (von 330 auf 370 Euro) und Koblenz (von 310 auf 350 Euro).

„Im Schnitt sind in Städten mit geringer Internationalisierung der Hochschulen die Preise um 15 Euro beziehungsweise 4,1 Prozent gestiegen“, so Brauckmann weiter. Die Analysten im MMI rechnen jedoch damit, dass sich die gegenwärtige Zurückhaltung bei ausländischen Studierenden wahrscheinlich bald umkehren wird. Denn in Deutschland sind die einschränkenden Maßnahmen noch weit geringer als in manchen anderen Ländern und das Gesundheitssystem relativ stabil.

Problem für finanzschwache Eltern

Insgesamt seien sehr viele Studenten auf der Suche nach einer Wohnungsgemeinschaft gewesen, sagt Annegret Mülbaier, Sprecherin von WG-gesucht.de: „Im September wurde mit 12,2 Millionen Besuchern das Vorjahresniveau auf WG-gesucht.de sogar übertroffen.“

Seit der ersten deutschlandweiten Erhebung im Jahr 2013 betrug der Preisanstieg insgesamt 23,5 Prozent oder 76 Euro. Die allgemeine Preissteigerung lag in dem Zeitraum bei lediglich knapp sieben Prozent. Vor allem für Studierende, deren Eltern nicht viel Geld beisteuern könnten, sei die Entwicklung ein Problem. „Denn die Nebenverdienstmöglichkeiten etwa in der Gastronomie oder in Freizeit-Einrichtungen sind stark eingeschränkt“, so Mülbaier.

Bundestagsabgeordnete der Grünen-Fraktion erneuerten ihre Forderung nach einer „Offensive für studentisches Wohnen“. „Der Bund ist aufgefordert, unverzüglich Gespräche mit den Ländern aufzunehmen, um ein Bund-Länder-Programm zum Bau von öffentlich geförderten Studentenwohnheimen unter Einbezug des Deutschen Studentenwerkes zu realisieren“, erklärten Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik, und Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule.

Zusätzlich müsse die Mietkostenpauschale im BAföG regional gestaffelt und dynamisiert werden, „um sie auch überhitzten Wohnungsmärkten anzupassen.“

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