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Aldi, Lidl & Co.: 2G im Supermarkt – Einkauf für Corona-Ungeimpfte noch möglich?

Die Corona-Regeln werden andauernd angepasst. Auch in Supermärkten wie Aldi, Lidl und Co. gelten Maßnahmen. Gilt dort künftig die 2G-Regel?

Frankfurt – Abstand halten und Maske tragen: Derzeit gelten die gängigen Corona-Maßnahmen* in Supermärkten. Doch könnte es sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher schon bald ohne Mundschutz einkaufen dürfen? Im Falle der 2G-Regel wäre das möglich. Diese darf bundesweit bisher nur in ausgewählten öffentlichen Räumen angewandt werden. Könnten Supermärkte bald ein Bereich davon werden?

In Hessen könnte das bald Realität werden: Statt auf Verschärfungen zu setzten, will das Bundesland weitere Corona-Lockerungen einführen. Eine davon soll die 2G-Option für den Einzelhandel sein.

Corona-Maßnahmen bei Aldi, Rewe und Co.: 2G-Regel für Supermärkte und Einzelhandel soll kommen

verkündete der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach der Beratung des Corona-Kabinetts die umstrittene Neuerung: Allen Betrieben soll es erlaubt sein zu wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene in ihr Geschäft lassen wollen. Das würde bedeuten, dass in den Räumlichkeiten bald nicht mehr auf Abstände und die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet werden muss – auch in Supermärkten und Discountern. Derzeit gelten allerdings noch andere Regeln beim Einkaufen im Supermarkt.

Die optionale 2G-Regel sei „auf Wünschen aus der Branche hin“ entstanden, heißt es in der Pressemitteilung der hessischen Staatskanzlei. In der Mitteilung wird davon gesprochen, dass die 2G-Option auch nur tageweise genutzt werden darf: „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden.“

Für hessische Supermärkte bedeutet diese Corona-Regel jedoch, dass individuell entschieden werden darf, ob die Supermarkt-Leitung auf eine 2G-Regelung besteht – oder eben nicht. So hat das Verwaltungsgericht Frankfurt entschieden. Die Einführung der 2G-Regelung für den Einzelhandel zeichnete sich bereits in einem Urteil des Verwaltungsgerichtes aus dem September 2021 ab. Damals klagte eine Händlerin von Grillzubehör gegen das Verbot, ihre Geschäftsstelle nach den Standards der 2G-Regelung betreiben zu müssen.

In Supermärkten in Hessen kann nun auch das 2G-Optionsmodell angewendet werden. (Symbolfoto)

Wie die Tageszeitung Welt berichtet, begrüßt der Handelsverband Deutschland das gefällte Urteil. Die Händler hätten dadurch die freie Wahl, „ob sie eine 2G-Regelung anwenden wollen oder eben nicht“, wird Handelsverbandschef Stefan Genth zitiert. Mit einer bundesweiten Verschärfung der Regel rechne er aber nicht, heißt es im Bericht. Vielmehr sei sie ortsabhängig und würde nur bei hohen Corona-Fallzahlen zur Anwendung kommen.

Aldi, Lidl, Rewe und Edeka: 2G-Regel im Supermarkt – Was bedeutet das für Ungeimpfte?

Die Neuerung löst Diskussionen aus. Dem Robert-Koch-Institut zufolge sind derzeit 65,3 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft (Stand: 12.10.2021). Sollten Supermärkte wie Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe von der 2G-Option Gebrauch machen, könnten rund 35 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nicht mehr in den großen Supermarkt-Ketten einkaufen gehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Supermärkte galten während der Pandemie bisher nicht als risikoreicher Infektionsraum. Das zeigt beispielsweise eine Studie der Technischen Universität Berlin. Zwar gelten geschlossene Räume als Risikobereich der Aerosolübertragung von Coronaviren, allerdings ist das Risiko in Supermärkten zum Beispiel deutlich geringer als in Büros – logischerweise in Abhängigkeit zur Belegung. Hinzu kommt die Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung, welche besagt, dass bislang kein Corona-Infektionsrisiko über Lebensmittel bekannt ist.

Zudem sind Supermärkte und Discounter Bestandteil der Grundversorgung: Bei der Anwendung der 2G-Regel würde ein Großteil von potenziellen Kunden kategorisch ausgeschlossen werden. Dass die 2G-Regel in vereinzelten Filialen doch genutzt wird, bleibt allerdings möglich. Dann müssen sich Corona-Ungeimpfte wohl einen anderen Supermarkt suchen, der weiterhin auf die 2G-Option verzichtet. (aa/tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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