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Alle drei Spiele in Verlängerung: Osnabrücker Wahnsinn startet in Minute 90+7

Der DFB-Pokalabend ist nichts für schwache Nerven. Alle drei Spiele gehen in die Verlängerung, Freiburg und Osnabrück ärgern sich spät und müssen ins Elfmeterschießen. Mainz dreht das Spiel gegen Bielefeld, bei Nürnberg und Hamburg trüben Schmerzensschreie die Spannung.

Erst im Elfmeterschießen haben die Bundesliga-Himmelsstürmer des SC Freiburg ihre Erfolgsserie auch im DFB-Pokal fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich gewann beim Drittligisten VfL Osnabrück unerwartet mühsam mit 3:2 in den Duellen vom Punkt und erreichten im Nachsitzen das Achtelfinale. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 (1:1, 1:0) gestanden. SC-Torhüter Benjamin Uphoff hielt drei Elfmeter. Keven Schlotterbeck (120.) hatte Freiburg kurz vor Ende der Verlängerung in die Elfmeterduelle gerettet. Zuvor hatte Sebastian Klaas mit seinem Treffer in der 108. Spielminute den VfL ganz nach an den Sieg herangebracht.

Die Niedersachsen hatten mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit durch einen Treffer von Lukas Gugganig (90.+7) den Ausgleich erzwungen. Torschütze für die Gäste war Vincenzo Grifo, der in der 33. Minute einen Patzer von Torhüter Philipp Kühn nutzte. Osnabrücks Ba-Muaka Simakala (116.) sah kurz vor Schluss der hektischen Verlängerung noch Gelb-Rot.

Von der ersten Minute zeigte der Bundesliga-Dritte die gefälligere Spielanlage, doch am nötigen Tempo fehlte es zunächst. Vor 11.530 Zuschauern an der Bremer Brücke fand der Zweitliga-Absteiger immer wieder genug Zeit, sich rechtzeitig nach hinten zu orientieren. Der langsame Spielaufbau passte Streich überhaupt nicht. Immer wieder forderte der Freiburger Coach mit eindeutigen Gesten seine Schützlinge dazu auf, die Schlagzahl zu erhöhen. Die Niedersachsen hingegen waren bemüht, durch ruhiges Passspiel die technische Überlegenheit der in der Liga noch ungeschlagenen Breisgauer auszugleichen.

In der Offensive fand der Drittliga-Vierte, der in der ersten Runde Bundesliga-Absteiger Werder Bremen aus dem Wettbewerb geworfen, bis zur Pause kaum statt. Mit einer Ausnahme: In der 36. Minute scheiterte VfL-Torjäger Marc Heider aus kurzer Distanz frei stehend an Uphoff, der im Pokal Stammkeeper Mark Flekken vertreten durfte. Nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Dominanz der Schwarzwälder, die erst vor drei Tagen in der Bundesliga beim Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg mit 2:0 gewonnen hatten, wenig. Die Norddeutschen hatten kaum Ballbesitz und kamen nur selten zu Gegenattacken.

Doch nach einer knappen Stunde ergab sich ein anderes. Nun erhöhten die Platzherren den Druck, wurden aber dadurch anfälliger für Konter. Lukas Kübler (61.) verpasste nach schnellem Umschalten nur knapp einen zweiten Treffer für Freiburg in der regulären Spielzeit. Danach wurde es dramatisch.

Spielbericht folgt in Kürze.

Der FSV Mainz 05 hat mit seinem ersten Achtelfinaleinzug seit vier Jahren Arminia Bielefelds Misere verschlimmert. In einem wilden Duell der Bundesligisten mit zahlreichen Torchancen setzte sich das Team von Trainer Bo Svensson mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung gegen die Ostwestfalen durch, die nun schon seit zehn Pflichtspielen ohne Sieg sind. Bereits am Samstag bietet sich Bielefeld aber im Liga-"Rückspiel" auf der Alm die Chance zur Revanche.

Nach dem Rückstand durch Masaya Okugawa (2.) drehte Mainz mit Toren von Jonathan Burkardt (53.) und Karim Onisiwo (59.) die Partie. Fabian Klos (89.) glich für die Gäste aus, doch der eingewechselte Marcus Ingvartsen (114.) verlängerte die Durststrecke der Bielefelder, die auch schon in den neun Bundesligaspielen seit der ersten Pokalrunde Anfang August nicht gewonnen haben.

Burkardt vergab nach 61 Sekunden die Riesenchance zur Führung. Nach der folgenden Ecke schaltete die Arminia blitzschnell um und Okugawa schockte die Gastgeber per lässigem Heber. Die 05er hatten zwar mehr Spielanteile, doch die Gäste blieben mit ihrem zielstrebigen Konterspiel brandgefährlich und erhöhten beinahe durch Okugawa (28.) und Bryan Lasme (35.).

Bis auf eine Kopfballchance durch Burkardt (36.) hatte die Arminia die anrennenden, aber oft zu ungenauen Mainzer gut im Griff. Direkt nach dem Seitenwechsel ging es aber wieder hoch her: Erst schrammte Lasme (47.) hauchdünn am zweiten Arminen-Treffer vorbei, zwei Minuten später verfehlte ein Freistoß des 05ers Aaron Martin das Tor knapp - besser machte es Burkardt aus kurzer Distanz per Kopf.

Nach dem Ausgleich wurde es richtig wild, dicke Torchancen ergaben sich fast im Minutentakt. Erst retteten die beiden Torhüter Robin Zentner (56.) und Stefan Ortega (57.) bärenstark, gegen den freistehenden Onisiwo war Arminen-Keeper Ortega aber dann machtlos. Die Partie behielt auch anschließend ihr enormes Tempo, weil die Gäste anrannten und Mainz immer wieder gefährlich konterte.Joker Klos sorgte für die Verlängerung. Aber Mainz hatte das bessere Ende für sich.