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Am höchsten jüdischen Feiertag - Anschlag auf Synagoge in Hannover

Feiger Anschlag, während die Gläubigen beteten!

Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ist am Mittwoch an der Synagoge in Hannover (Niedersachsen) ein Fenster beschädigt worden. Wie die „Hannoverschen Allgemeine“ (HAZ) berichtet, wurde während des Gottesdienstes gegen 19 Uhr ein Stein oder ein anderer harter Gegenstand durch ein Bleiglasfenster an der Frauenempore geworfen. Die Polizei bestätigte den Vorfall, ermittelt derzeit noch.

Der Gegenstand flog auf Kopfhöhe durch das Fenster an der Frauenempore

Foto: Michael Matthey/dpa

150 bis 200 Menschen hatten sich laut der Gemeinde in der Synagoge versammelt, um zu beten. Gegen Ende des Gottesdienstes hörten Besucher dann ein Klirren und einen Schlag. In etwa sechs Metern Höhe klaffe ein Loch in dem Fenster.

Ein Streifenwagen am Abend vor der Synagoge

Foto: Frank Tunnat

Michael Fürst, der Vorsitzende der Gemeinde: „Der Täter muss auf das Gelände der Synagoge gelangt sein. Das ist schockierend für die Gemeinde.“

Und weiter: „Es ist das erste Mal in Hannover, dass so etwas passiert. Es spricht viel dafür, dass jemand über den Zaun geklettert ist. Das können keine Kinder gewesen sein.“

Die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover an der Haeckelstraße im Stadtteil Bult

Foto: picture alliance/dpa

► Der Anschlag weckt schlimme Erinnerungen an das Attentat von Halle (Sachsen-Anhalt) vor drei Jahren. Der schwer bewaffnete, rechtsextreme und antisemitische Attentäter Stephan Balliet hatte am 9. Oktober 2019 ebenfalls an Jom Kippur (fällt von Jahr zu Jahr auf unterschiedliche Daten im September oder Oktober) versucht, in der voll besetzten Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Halle ein Blutbad anzurichten. Er warf Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür, gelangte aber nicht auf das Gelände, weil die Tür dem Angriff standhielt.

Vor der Synagoge erschoss er eine Passantin, in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Täter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Nach dem Anschlag von Halle hatten sich die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen mit der Landesregierung nach langen Verhandlungen darauf verständigt, die Sicherheitseinrichtungen zu verstärken. Die Arbeiten an der Synagoge in Hannover sollten demnächst beginnen.

(ckr/dpa/epd)