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Amazon verpatzt Premiere: Droht den FC-Fans eine Chaos-Übertragung?

Frankfurt -

Nachdem Amazon am Montag, 18. Mai, bei der Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen seine Bundesliga-Premiere verpatzt hat, fragen sich FC-Fans: Droht nun eine Chaos-Übertragung beim Spiel des 1. FC Köln gegen RB Leipzig? 

Denn am Pfingstmontag (1. Juni) könnte auch das Heimspiel des FC auf Amazon übertragen werden.

Als sich Moderatorin Anna Kraft am Montag um 22.37 Uhr mit einem „Ciao“ in die falsche Kamera verabschiedete, war die Premiere der Fußball-Bundesliga beim Online-Giganten längst verpatzt.

Technische Pannen, ständiges Improvisieren, handwerkliche Schwächen – Was Amazon seinen Prime-Kunden rund um die Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen (1:4) präsentierte, war alles andere als ein Premium-Produkt.

Amazon erklärt Patzer mit kurzer Vorbereitung

„Nachdem das Montagsspiel der Bundesliga nicht wie gewohnt für Kunden des Eurosport Player bei Prime Video Channels verfügbar gemacht werden konnte, hat Amazon schnell im Sinne der Sport-Fans gehandelt und in weniger als 24 Stunden erstmals ein Live-Spiel der Fußball-Bundesliga für Prime-Mitglieder ohne Zusatzkosten übertragen“, antwortete Amazon auf SID-Anfrage: „Einige Kunden erlebten leider eine Tonverzögerung beim Live-Kommentar, die von unserem Produktionspartner bis Ende des Spiels nicht restlos behoben werden konnten.“

Hier lesen Sie mehr: Das ist der FC-Fahrplan in Richtung Derby gegen Fortuna Düsseldorf

Das muss zügig besser werden im Laden von Jeff Bezos. Schließlich will der reichste Mensch der Welt mit seinem Mega-Unternehmen künftig im Fußballgeschäft mitmischen.

Nach dem Kauf der Medienrechte an der Champions League ab der Saison 2021/22 wird Amazon auch als Anwärter für die bevorstehende Rechtevergabe der Deutschen Fußball Liga (DFL) gehandelt. Für viele Beobachter war der Deal für das erste Montagsspiel nach der Corona-Zwangspause ein Fingerzeig in diese Richtung.

DFL erwartet trotz Corona-Krise Milliardengebote

Die DFL hatte die Vergabe für den deutschsprachigen Raum, bei der es um die vier Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 geht, aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Eigentlich sollte die Auktion vom 27. April bis zum 8. Mai über die Bühne gehen. Nun erwartet DFL-Boss Christian Seifert mit seinem Stab die Milliarden-Gebote vom 8. bis 19. Juni.

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Noch hält der Bezahlsender Sky einen Großteil der Bundesliga-Rechte im deutschsprachigen Raum. Das könnte sich mit der neuen Rechtevergabe ändern.

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Ob Amazon tatsächlich zu den Bietern gehören wird, ließ das Unternehmen offen. Das gilt auch für die Frage, ob an den kommenden Spieltagen weitere Geisterspiele auf Prime Video zu sehen sein werden. Die DFL befinde sich weiter für kommende Spiele in Gesprächen, gibt der Ligaverband bekannt. Die nächste Partie, die infrage kommt, ist das Berliner Derby zwischen Hertha BSC und Union am Freitag (20.30 Uhr), aber eben auch das Spiel des 1. FC Köln gegen RB Leipzig am 29. Spieltag.

Möglich geworden war die Amazon-Übertragung, über deren Kostenpunkt kein Vertragspartner etwas sagen will, durch den Streit zwischen der DFL und dem Rechte-Inhaber Eurosport (hier lesen Sie mehr). Eurosport hatte 2019 seine Rechte an 45 Spielen pro Saison an DAZN verkauft, soll aber weiter die Hälfte der jährlich rund 80 Millionen Euro Kosten tragen.

Bundesliga geht mit Vorsprung aus der Corona-Krise

Diese Summe läuft im Vergleich mit den Beträgen bei der anstehenden Auktion allerdings unter der Rubrik „Peanuts“. Trotz der Corona-Krise dürfen die 36 Profiklubs darauf hoffen, dass sich die derzeitigen Einnahmen von 1,2 Milliarden Euro pro Saison steigern lassen können. Welche Bedeutung die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Vereine hat, wurde durch die drohenden Insolvenzen aufgrund der ausbleibenden Zahlungen während der Zwangspause deutlich.

Nun hat sich das Blatt aber zugunsten der Klubs gewendet. Durch den Saison-Neustart und den damit einhergehenden Vorsprung gegenüber den anderen Topligen ist die Bundesliga erst einmal das interessanteste (weil einzige) Produkt auf dem Markt. Obwohl es „nur“ um die Rechte für den deutschsprachigen Raum geht, könnten die Weltkonzerne Lunte gerochen haben.

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Mit Spannung blicken alle Beteiligten einen Monat in die Zukunft, denn neben Sky, DAZN und Amazon werden eine Menge möglicher Interessenten an den Live-Übertragungen gehandelt. Auch Netflix, die Telekom, Apple und Disney wollen wohl in das große Wettbieten einsteigen. Auch weil dann durchaus noch finanzstärkere Unternehmen im Rennen sind, kann die DFL auf neue Rekordeinnahmen hoffen. (eha/sid)

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