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Auf Demonstranten gezielt: Polizei beschlagnahmt Waffe von amerikanischem Ehepaar

Die Eheleute McCloskey stehen mit Waffen auf ihrem Grundstück, während Demonstranten an ihrem Haus vorbeiziehen. Bild: AP

Ende Juni macht ein Ehepaar aus St. Louis Schlagzeilen, das Waffen auf vorbeiziehende Demonstranten richtet. Nun rückt die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl an – und konfisziert eine Waffe.

Die amerikanische Polizei hat in St. Louis das Haus des Ehepaars durchsucht, das vor wenigen Wochen einen Protestzug von ihrem Grundstück aus mit Schusswaffen bedroht hat. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, seien die Beamten am Freitagabend mit einem Durchsuchungsbefehl bei den Eheleuten aufgetaucht. Daraufhin habe das Paar den Polizisten ein halbautomatisches Gewehr des Kalibers .223 ausgehändigt – offenbar dieselbe Waffe, mit der Mark McCloskey während des Protestzugs Ende Juni auf Videoaufnahmen zu sehen ist.

Bei einem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt waren am 28. Juni etwa 500 Demonstranten über eine Privatstraße am Haus der McCloskeys vorbeigezogen. Das Ehepaar fühlte sich nach eigenen Angaben von den Demonstranten derart bedroht, dass beide um ihr Leben gefürchtet hätten. Auf einem Video, das unter anderem vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump weiterverbreitet wurde, ist zu sehen, wie die Eheleute mit einem Gewehr und einer Pistole bewaffnet aus dem Haus kommen. Im Anschluss kommt es zu Wortgefechten zwischen den McCloskeys und Demonstranten – an einem Punkt richtet Patricia McCloskey ihre Pistole auf die Protestierenden.

Dem Fernsehsender CNN sagte Mark McCloskey nach dem Vorfall: „Ein Mob von mindestens 100 Menschen krachte durch das historisch gearbeitete Eisentor von Portland Place, machte es kaputt und kam auf mein Haus zu, wo meine Familie gerade im Freien zu Abend aß und ließ uns um unsere Leben fürchten.“ Über ihren Anwalt ließ das Ehepaar damals zudem mitteilen, dass sie die Botschaft der Demonstranten unterstützten, ihr Eigentum jedoch gesetzmäßig verteidigt hätten.

Die Polizei hatte nach dem Vorfall Ermittlungen eingeleitet. Die Bezirksstaatsanwältin von St. Louis, Kim Gardner, sagte einen Tag nach dem Vorfall: „Wir werden es nicht tolerieren, wenn Menschen bedroht werden, die ihr Recht gemäß des erste Verfassungszusatzes ausüben.“ Der „First Amendment“ regelt in den Vereinigten Staaten die Religions-, Rede- und Pressefreiheit, sowie das Recht sich friedlich zu versammeln.

Ziel des Protestzuges an jenem Abend war das Haus von Bürgermeisterin Lyda Krewson. Diese hatte die Namen von Personen veröffentlicht, die im Kontext der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten eine Polizeireform forderten. Seitdem werden gegen Krewson immer wieder Rücktrittsforderungen laut.

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