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Zu spät für den Ausbildungsbeginn: Immer mehr junge Menschen leben auf Kosten ihrer Eltern

Ausbildung beginnt viel später Immer mehr junge Menschen leben auf Kosten ihrer Eltern

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Nur 38 % der 15- bis 24-Jährigen versorgten sich im vergangenen Jahr überwiegend selbst.

(Foto: picture Alliance / Rupert Oberhäuser )

Der Arbeitsmarkt könnte neue Fachkräfte einstellen. Doch anstatt so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen, nehmen sich viele Jugendliche nach der Schule eine Auszeit und leben auf Kosten der Eltern.

Schule, Ausbildung und Studium: Junge Menschen können ihren Lebensunterhalt oft nicht selbst bestreiten. Die Mehrheit (51 %) der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland lebt auf Kosten ihrer Eltern und anderer Angehöriger. Wie das Statistische Bundesamt am heutigen Jugendtag mitteilte, verdienten im vergangenen Jahr nur 38 % den Großteil ihres Lebens selbst und waren auf eine eigene Erwerbstätigkeit angewiesen. Vor dreißig Jahren war dieses Verhältnis genau umgekehrt. Mehr als die Hälfte (52 %) der jüngeren Altersgruppe lebte von ihrem Erwerbseinkommen, 40 % waren weiterhin finanziell von Verwandten abhängig.

Das liegt laut Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, auch an der veränderten Situation vieler Familien. „Die Menschen waren auf den lokalen Arbeitsmarkt beschränkt und die Einkommenssituation für die Eltern war nicht so gut wie heute.“ Man kann ihnen auch Zeit geben, sich umzusehen, was mit der Herausforderung verbunden ist, so viele Möglichkeiten zu haben, die sie haben haben Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.“

Zwischenjahr nach dem Abitur, Realschule Nach dem Abitur würde ich lieber zur Schule gehen. Zeit, die junge Menschen zur Orientierung nutzen, die aber den Berufseinstieg hinausschiebt. Fitzenberger sagte: „Wir sind jetzt über 20 Jahre alt, wenn junge Leute eine Ausbildung beginnen, muss attraktiver werden.“

Spätestens seit der Pandemie ist die betriebliche Ausbildung ernsthaft gefährdet. Auch die Angst junger Menschen spielt eine große Rolle. „Irgendjemand muss erst der Bewerber sein“, sagt Fitzenberger, der weiß es auch nicht.“ Nachwuchs wird dringend gesucht. Unternehmen klagen über starken Fachkräftemangel, der die Wirtschaft zunehmend belastet.

Knapp die Hälfte (49,7 %) aller vom Münchner Ifo-Institut im Juli befragten Unternehmen gibt an, durch Fachkräftemangel gebremst zu werden. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der vierteljährlichen Erhebung im Jahr 2009. Auch die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind überdurchschnittlich. Laut Statistischem Bundesamt waren nur 6,9 % der Erwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. 2021 waren es in der EU 16,6 %.

Knapp ein Drittel (29,2 %) der jungen deutschen Arbeitnehmer befinden sich in sogenannten atypischen Vertragsverhältnissen. Dazu gehören Teilzeit-, befristete, befristete und geringfügige Beschäftigungen. „Die Arbeitsbedingungen müssen attraktiver werden“, sagte Fitzenberger. Zudem müssen Schülerinnen und Schüler früher angesprochen werden, etwa durch mehr Berufsorientierung in Schulen und Pflichtpraktika. Im vergangenen Jahr bezog jeder zehnte junge Mensch (10,4 %) sein Haupteinkommen aus öffentlichen Dienstleistungen. Zu dieser Gruppe gehören auch viele Menschen, die weder eine Ausbildung noch eine Arbeit haben. Nach einem 10-Jahres-Tief von 5,7 % im Jahr 2019 stieg ihr Anteil in der Corona-Krise wieder auf 7,5 %.