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Germany

Bäcker wirbt um Azubis aus Asien: "Der geilste Job, den es gibt"

Ein Mann wie Lutz Koscielsky braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Es reicht eine große Blechwanne, gefüllt mit frischem Sauerteig. Sie steht in Koscielskys Backstube im thüringischen Treffurt unter der alten Drehhebelknetmaschine, mit der sein Großvater schon in den Fünfzigerjahren Brot herstellte. Koscielsky schaut auf den Teig in der Ecke, dann lugt er durch seine Brillengläser und strahlt: "Bäcker, das ist der geilste Job, den es gibt."

Eine steile These, denn gerade hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks errechnet, dass die Zahl der Bäckereien und Fleischereien innerhalb von zehn Jahren um knapp ein Drittel gesunken ist. Alteingesessene Geschäfte schließen, weil keiner sie mehr führen will. Es fehlt der Nachwuchs. Kaum jemand möchte mehr um 4.30 Uhr aufstehen, um Brötchen und Brot in den Ofen zu schieben.

Koscielsky weiß das nur zu gut. Er ist nicht nur Bäcker in dritter Generation, sondern auch Landesinnungsmeister in Thüringen. Als die DDR unterging, wurden im neu gegründeten Freistaat 1100 Bäckereien gezählt. Vergangenes Jahr waren es noch 400.

Auch das Interesse des Nachwuchses sank in den Jahren des Umbruchs erheblich. 1992 registrierte der Landesinnungsverband 579 Bäckerlehrlinge, 102 junge Leute wollten Backwaren verkaufen. 2018 wollten nur 34 Menschen in Thüringen Bäcker werden und 21 Verkäufer. Rund 40 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Lehre ab, weil sie mit den Anforderungen nicht klarkommen. Im Rest der Republik sind die Zahlen nicht ermutigender.

Lutz Koscielsky will sich damit nicht abfinden.

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