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Barockes Schmuckstück für Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg

Die Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg hat ein neues Schmuckstück zu bieten: einen Katakombenheiligen aus den Beständen des Klosters Rottenbuch. Das barocke Reliquiar ist kunsthistorisch wertvoll – und erinnert an eine jahrhundertelange Verbindung.

Hohenpeißenberg – Das Ganze war Maßarbeit – ohne dass jemand seinerzeit Maß genommen hätte. In der Predella des Gnadenaltars, also dem Unterbau, war noch ein Plätzchen im dortigen, von Glas geschützten Schrein frei. Und genau da hinein passt ein kunstvoll gestaltetes Behältnis (Reliquiar genannt) mit dem Schädel des heiligen Clemens von Rottenbuch – „als ob es dafür gemacht worden wäre“, freut sich Bürgermeister Thomas Dorsch. Der Katakombenheilige ist eine Dauerleihgabe aus den Beständen des Klosters Rottenbuch. Damit wird auch an eine alte Verbindung erinnert. Denn Hohenpeißenberg gehörte einst als Wallfahrtsort zum Kloster Rottenbuch. Diese Tradition ist mit der Leihgabe „wieder greifbar geworden. Das ist wirklich schön“, sagt Dorsch.

Wallfahrtskirche: Reliquiar aus dem Barock als Dauerleighabe

Auf das barocke Behältnis, das aus dem 17. Jahrhundert stammen dürfte, war Dorsch gestoßen, als er im Kloster Rottenbuch mit dem Mesner das dortige Depot anschauen durfte. Da sei ihm das Reliquiar aufgefallen, sagt der Rathauschef. Als es nun darum ging, den noch freien Platz im Altar zu füllen, habe er in Rottenbuch nachgefragt, ob es nicht denkbar wäre, den Katakombenheiligen zu nutzen. „Es war ein Anruf – und der hat gleich gefruchtet“, sagt Dorsch. „Ganz toll“ sei das schnelle Entgegenkommen der Rottenbucher. Die Leihgebühr ist von typisch bayerischer Art: Sie beträgt ein Tragl Bier.

Der Schrein ist laut dem Bürgermeister allein schon „kunsthistorisch etwas Besonderes“. Denn der Behälter ist mit feinen gedrehten Glasstäbchen und Metall verziert. Der „Innenraum“, in dem der Schädel liegt, ist ebenfalls sehr aufwändig gestaltet. Der Zustand war allerdings arg restaurierungsbedürftig. Das Kunstreferat im Ordinariat des Erzbistums München-Freising leistete mit einer Befunduntersuchung Unterstützung. Es wurde ein Restaurierungskonzept erstellt und eine Fachfirma in München namens „Mona Lisl“ beauftragt, die von zwei Diplom-Restaurateurinnen geleitet wird. Die Kosten für die Wiederherstellung betrugen rund 7500 Euro. Sie werden von den „Freunden der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt“ übernommen.

Wallfahrtskirche: Jahrhundertelange Verbindung nach Rottenbuch

Der Vorsitzende des Fördervereins, Rupert Weingartner, war natürlich zur offiziellen Übergabe gekommen. Mit dabei war auch Pfarrer Josef Fegg vom Pfarrverband Rottenbuch. Er findet die Dauerleihgabe – auch mit Blick aufs 400-Jährige der Wallfahrtskirche in diesem Jahr – „ein schönes Zeichen der Verbindung“. Auf dem Hohen Peißenberg finden sich noch viele Spuren der Rottenbucher Chorherren. Direkt unter der Gottesmutter hat der Katakombenheilige „einen würdigen und schönen Platz“. Einen weiteren Effekt hat die Leihgabe obendrein. Das Schmuckstück ist wieder hergerichtet, „darüber sind wir froh“, so Fegg.

Aufwändig gestaltet: das Behältnis, in dem der Schädel des Katakombenheiligen untergebracht ist.

Für Pfarrer Robert Kröpfl vom Pfarrverband Hohenpeißenberg-Peiting passt das Reliquiar „sehr gut ins Gesamtkonzept des Wallfahrtsortes“. Der Schädel sei freilich „aus der Zeit des Barocks zu sehen“. Damals herrschte die Meinung vor, dass Gebeine Heiliger den jeweiligen Ort aufwerten würden. Es sollte – auch mit Blick auf wirtschaftliche Aspekte – Leute neugierig machen und anziehen. „Auch das ist eine Barock-Angelegenheit“, so Kröpfl. Heutzutage freut sich der Pfarrer ebenfalls über jeden, der den Weg in die Wallfahrtskirche sowie die Gnadenkapelle findet: „In Zeiten von Corona wird hoffentlich wieder mehr nachgedacht.“ Kirchen eignen sich dafür sehr gut.

Mit dem heiligen Clemens von Rottenbuch, der für denjenigen, der vor dem Altar steht, durchaus sichtbar ist, befinden sich laut Dorsch sieben Schädel in der Gnadenkapelle. Diverse Hohenpeißenberger Katakombenheilige wurden zur Zeit der Säkularisation ins Außerfern verkauft. Ein Kaufmann aus Reutte berichtete über den Ankauf. Die Dokumente fanden die Hohenpeißenberger in Österreich. In Weißenbach im Lechtal machten sie zum Beispiel die heilige Klara ausfindig. Die Verhandlungen über einen Rückkauf waren „schon weit fortgeschritten“. Der Preis – Florentiner Gulden wurden umgerechnet – stand mit 12.000 Euro schon fest. Doch die Fachbehörden beider Ordinariate ließen sich zu viel Zeit. Die Rückholaktion kam nicht zustande.

Stichwort „Katakombenheilige“: Katakombenheilige sind unbekannte Personen aus der Zeit des frühen Christentums, deren Gebeine zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert in großer Zahl aus den Katakomben in Rom entfernt wurden. Sie wurden meist reich mit Gold, Edelsteinen und Stickereien verziert – und dann als Reliquien verehrt. Die Namen der Katakombenheiligen haben nichts mit den gleichlautenden Namen bekannter Heiliger zu tun. Im Bildersturm der Reformationszeit wurden katholische Kirchengebäude auch ihrer Reliquien beraubt. Daraufhin ordnete der Heilige Stuhl an, dass Gebeine aus den Katakomben exhumiert werden sollen. Ob die Knochen zu Menschen von größerer Bedeutung fürs Christentum gehörten, ist unklar. Einige mögen wohl tatsächlich Märtyrer gewesen sein

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