Germany

Bereits ein Funke genügt

Die anhaltende Trockenheit macht den Wäldern in der Region zunehmend zu schaffen und erhöht die Waldbrandgefahr.

Die anhaltende Trockenheit macht den Wäldern in der Region zunehmend zu schaffen und erhöht die Waldbrandgefahr. (Sebastian Gollnow/DPA)

Landkreis Diepholz. Die hohen Temperaturen setzt auch den Wäldern in der Region immer mehr zu. In diesen besonders heißen Tagen ist nicht nur Trockenheit für die Bäume ein Problem, es erhöht sich auch die Waldbrandgefahr wieder: Für den Landkreis Diepholz ist inzwischen Gefahrenstufe vier von fünf erreicht worden. „Diese zweithöchste Stufe haben wir über so einen längeren Zeitraum nicht ganz so oft“, berichtet Rainer Städing, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für die Forstämter Ahlhorn, Ankum, Neuenburg und Nienburg. Besonders gefährdet sind laut Städing im Landkreis Diepholz die südöstlichen Bereiche mit ihren sandigen Böden sowie Nadelwälder, während der Nordkreis Richtung Bremen vorwiegend durch Laubwälder geprägt ist, die meist dunkler und feuchter und somit weniger anfällig für Waldbrände sind.

Verursacht werden Waldbrände meistens vom Menschen. „Früher kam es dazu vielleicht auch mal durch alte Weltkriegsmunition, die sich selbst entzündet hat“, erzählt Städing. Auch ein Blitzeinschlag könne zu einem Waldbrand führen. Das passiere aber so gut wie nie, meist verschmore bei einem Blitzeinschlag nur der betroffene Baum. „Im Normalfall ist es ein menschlicher Auslöser“, sagt Städing. Das könne ein Funkenflug von einem Mähdrescher auf einem angrenzenden Feld oder auch die weggeworfene Zigarettenkippe sein, die im Böschungsbereich von Straßen landet. Ein Funke genügt dabei schon. Grillen im Wald sei dagegen relativ selten. Und auch liegen gebliebene Glasflaschen oder Scherben würden nicht so schnell ein Feuer verursachen, wie man vielleicht denkt. „Da müsste es dann schon sehr heiß sein und sehr viel Sonneneinstrahlung drauf geben“, erklärt Städing.

Damit es aber erst gar nicht zu einem Waldbrand kommt, appelliert der Förster vor allem an die Waldbesucher, wachsam zu sein. Gerade durch die Corona-Pandemie verzeichnen die Landesforsten deutlich mehr Besucher in den Wäldern, auch von weiter weg. Derzeit sei es noch wichtiger denn je, dass trotzdem keine Wege im Wald zugeparkt werden. Auch wenn man in Wegeinfahrten so viel Platz lasse, dass vielleicht noch ein normales Auto durchpasse, werde es schwierig, wenn da ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr durch muss.

Die Feuerwehr selbst dagegen bittet bereits darum, den Wald in diesen Tagen am besten gar nicht mehr zu betreten. Das gelte auch für die Moorflächen im südlichen Landkreis. „Wenn die Trockenheit noch länger anhält, kann es auch gut sein, dass wir Stufe fünf der Waldbrandgefahr erreichen“, sagt Hartmut Specht, stellvertretender Kreisbandmeister und Abschnittsleiter Nord der Kreisfeuerwehr Diepholz. „Wir haben immer mal wieder kleinere Waldbrände“, erzählt Specht. Diese Feuer von rund 50 Quadratmetern Fläche habe man aber immer schnell in den Griff bekommen können. Auch in diesem Jahr habe es schon Feuerwehreinsätze im Wald gegeben. „Aber wirklich große Waldbrände hatten wir hier schon seit Jahrzehnten nicht mehr“, erzählt Specht, der das auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Landesforsten und die Präventionsarbeiten der vergangenen Jahre zurückführt.

„Wir haben da schon auch einen Paradigmenwechsel durchzogen“, erzählt auch Städing. Das Thema Waldbrand gehöre inzwischen mit zur Tagesordnung. Um die Gefahr von großen Waldbränden vorzubeugen, habe man in den Wäldern auch die Strukturen verändert und vermehrt andere Baumarten eingesetzt. Außerdem ist für jeden Landkreis von den Landesforsten ein Waldbrandbeauftragter zuständig, der mit den Feuerwehren zusammenarbeitet. 

Und auch die sind im Kreis Diepholz bestens für den Ernstfall gewappnet. Über Jahrzehnte habe man sich darauf vorbereitet, auch wenn corona-bedingt in der jüngsten Zeit Übungen schwierig waren. „Aber das verlernt man so schnell nicht“, sagt Specht. Auch die Ausstattung hat die Kreisfeuerwehr aufgrund der veränderten Klimasituation angepasst. Für den Süd- sowie für den Nordkreis wurde ein Waldbrandzug mit geländegängigen Fahrzeugen aufgestellt, die auch genug Wasser mit sich führen. Außerdem wurden zusätzliche Waldbrandmodule angeschafft, mit denen man auch in unwegsames Gelände vordringen kann, berichtet der stellvertretende Kreisbrandmeister.

Damit auch genügend Wasser im Zweifelsfalls zum Löschen zur Verfügung steht, kooperieren viele der Kommunen im Kreis Diepholz auch mit den Bauern vor Ort. „Es gibt auch viele Landwirte, die da proaktiv handeln und ihre Güllefässer mit Wasser füllen und bereitstellen“, erzählt Specht. „Das ist eine riesengroße Hilfe.“

Kleinere Feuer im Wald können zumeist von den kreiseigenen Feuerwehren gelöscht werden. „Wir sind entsprechend vorbereitet“, betont Specht. Nur bei größeren Waldbränden sei man auch auf Hilfe anderer Kreise angewiesen. Die Gefahr dafür ist in dieser Region allerdings weniger dramatisch als in anderen Teilen Deutschlands: „Wir haben in unserem Landkreis nicht so große zusammenhängende Waldflächen wie etwa in Brandenburg“, erklärt Specht.

Die anhaltende Trockenheit hat aber auch noch andere Auswirkungen auf die Wälder. „Je höher die Temperaturen sind, desto mehr Wasser muss ein Baum über seine Blätter verdunsten, um sich abzukühlen“, erklärt Städing. Und teilweise seien die Wasserkapazitäten, die über den Winter aufgefüllt worden sind, in den Bodenspeichern bereits in der zweiten Sommerhälfte aufgebraucht. Wenn das Wasser dann nicht mehr reiche, würden Bäume teils büschelweise Blätter abwerfen und ihre Krone verkleinern, um sich zu schützen.  Dazu kommt, dass bei den heißen Temperaturen auch die Borkenkäfer auf dem Vormarsch sind. „Gerade in den Fichtenwäldern ist der Käferbefall relativ stark“, berichtet der Förster. Bei hohen Temperaturen würden die Borkenkäfer meist in schattigere Bereiche gehen und so weiter in die Wälder vordringen. „Das ist jetzt eine echte Stressphase für die Bäume“, sagt Städing.

Football news:

Atletico verhandelt mit Arsenal über die Vermietung von Torreira mit der Ablösesumme
Kuluszewski erzielte den sechsten Treffer und den ersten Treffer für Juve - das entscheidende beim Debüt - Sieg von Trainer Pirlo erzielte Ronaldo dann-er hatte eigentlich sehr viel zu bieten
Real Madrid in der Primera División der erste veröffentlichte 4 Spieler auf dem Feld, geboren in 2000-x
Messi verabschiedete sich von Vidal: er hielt dich Immer für ein Phänomen. Unsere Wege werden sich wieder kreuzen
Zidane über 0:0 gegen Sociedad: Real verlor zwei Punkte. Insgesamt haben wir gut gespielt
Real verlor in der 1.Liga in 5 von 8 der letzten Saisons Punkte als Meister
Andrea Pirlo: Ich will nicht nur die Ideen kopieren, ich habe meine eigenen