Berlin – Die Berliner Gesundheitsbehörden setzen auf eine neue Strategie bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Denn aufgrund der Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (53, SPD) am Freitag. Ab sofort sollen die Menschen eigenverantwortlicher handeln.

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Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Plan: Menschen mit positivem Testergebnis sind nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit sich diese in Quarantäne begeben können.

Der Entscheidung war eine Stellungnahme der Berliner Amtsärzte vorausgegangen.

BILD zeigt exklusiv, wie sie die Situation einschätzen. Ihrem Schreiben zufolge ist ein 3-Stufen-Plan erforderlich:

► Stufe eins sieht ein „lageangepasstes Containment“ vor. Dabei geht es, wie von Kalayci verkündet, darum, die Eigenverantwortung der Menschen zu stärken. Die Bevölkerung soll aktiv in die Gestaltung der Pandemie einbezogen werden …

► Stufe zwei spricht von „Empowerment“ für die Bevölkerung. „Hierbei sollte, neben der Informationsweitergabe über Social Media auch der direkte Kontakt durch z. B. Corona-Aufklärungs-Teams gesucht werden“, heißt es. Ziel sei es, das Verhalten bei Verdacht auf eine Corona-Erkrankung bzw. bei positivem Testergebnis zu klären und die Einschätzung zu schärfen, wann tatsächlich ein enger Kontakt bestand.

► Stufe drei will „vulnerable Gruppen schützen“ – also ältere Menschen und Vorerkrankte. So sollen personelle Ressourcen in den Gesundheitsämtern frei werden. Dieser Personenkreis sowie Pflegekräfte sollen priorisiert behandelt werden.