Die Frau, die dem Kandidaten für den Obersten Gerichtshof der USA einen sexuellen Übergriff vorwirft, hat sich in der Washington Post zu Wort gemeldet. Die Professorin Christine Blasey Ford sagte der Zeitung, der Zwischenfall habe sich in den frühen 80er Jahren abgespielt, als sie und der Kandidat Brett Kavanaugh noch Jugendliche gewesen seien. Ford hatte ihre Erlebnisse zuvor nach Angaben der Zeitschrift The New Yorker in einem Brief an die Demokraten geschildert.

Kavanaugh und ein Freund hätten sie während einer Party in einem Haus in Maryland in einem Schlafzimmer festgehalten, sagte Ford der Washington Post. Beide Jungen seien betrunken gewesen. Der Freund habe zugesehen, wie Kavanaugh sie aufs Bett gedrückt und versucht habe, ihr die Kleider auszuziehen. Sie habe versucht zu schreien, aber Kavanaugh habe ihr den Mund zugehalten. Ford konnte nach eigenen Angaben entkommen, als der Freund auf sie beide gesprungen sei und alle zu Boden gegangen seien.

Ford erklärte, sie habe nie über das Erlebte gesprochen. Ihrem Ehemann habe sie erst während einer Paartherapie 2012 davon erzählt.

Der heute 53 Jahre alte Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe. Der demokratische Fraktionsvorsitzende im Senat, Chuck Schumer, forderte nach Fords Aussage eine Verschiebung einer ersten Abstimmung über den Kandidaten. Zunächst müssten die schwerwiegenden Vorwürfe untersucht werden, erklärte er.

Der Justizausschuss des Senats will am Donnerstag entscheiden, ob er dem Senat empfiehlt, Kavanaugh zu bestätigen.

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