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Brigitte Fassbaender glückt in Regensburg die Wiederbelebung der unbekannten Biedermeier-Oper „Dame Kobold“

Joachim Raff? Kaum einer kennt diesen Komponisten heute. Zu Unrecht, wie die Ausgrabung seiner komischen Oper „Dame Kobold“ in Regensburg beweist.

„Hör’ mal: Klar will ich kontrollieren, wer dein Mann wird“, spricht der Bruder an die Schwester. „Doch mein Typ für dich passt perfekt in dein Beuteraster – also warum nicht gleich?“ So hätte die Sache auch laufen können. Dann wäre uns einiges erspart geblieben, leider, wie man jetzt konstatieren darf. Eine gut zweistündige Oper, „Dame Kobold“, mit Verwirrungsszenen, die mehrfach Logik-Alarm auslösen. Vor allem aber eine Musik, die seit 150 Jahren nicht mehr gespielt wurde. Warum, weiß eigentlich keiner.

Am Theater Regensburg wurde das Schätzelein gehoben (Handlung siehe unten). Dies nur, weil der scheidende Intendant Jens Neundorff von Enzberg eine Schwäche für Joachim Raff hat. Joachim wer? Raff, 1822 in der Schweiz geboren und 1882 in Hessen gestorben, mischte seinerzeit kräftig im Kulturleben mit. Obwohl Autodidakt, schrieb er ein Dutzend Symphonien und sechs Opern, war Direktor am Frankfurter Konservatorium und gut vernetzt – als Bekannter von Franz Liszt und Hans von Bülow beispielsweise. Ab und zu spukt seine Ouvertüre zu „Dame Kobold“ durch Wunschkonzert-Programme, doch dabei bleibt es weitgehend.

Gestraffte Rezitative und eine kleinere Corona-Besetzung

Die Nummer ist hochtouriger Muntermacher für den folgenden Dreiakter. Und, oh kleines Wunder: Die Szenen halten musikalisch meist, was das Intro verspricht. Eine echte Entdeckung also. Doch dafür hat Opernlegende Brigitte Fassbaender mit Dirigent Tom Woods ein wenig an der Partitur schrauben müssen. Besonders die Rezitative wurden gestrafft. Manche Arien sind sogar aufgesplittet, das Teil-Stück taucht dann andernorts auf. Dass Corona-bedingt eine kleinere Besetzung im Graben spielt, kommt Raffs Klangfarbenfinesse sogar zugute. Ergebnis sind äußerst kurzweilige 105 Minuten inklusive Pause, beim Komponisten-Kollegen Albert Lortzing hat man sich schon mehr gelangweilt.

Das liegt auch an Dirigent Woods, der das Philharmonische Orchester Regensburg locker und mit ansteckendem Esprit durch Raffs Slalom tänzeln lässt. Vor allem aber ist der Theaterinstinkt der Fassbaender daran schuld. Schon mehrfach hat sie bewiesen, dass ihr Komödie liegt. Statt nach Lachern zu fischen, bevorzugt sie Hintergründiges. Und dass es aus dem Libretto Paul Rebers, der ein Schauspiel von Calderón variierte, staubt und mufft („Sei mir gegrüßt, dämonisches Haus“), dass manche Verwechslung mit spieloperndeutscher Brechstange erzeugt wurde, weiß die Regisseurin selbst.

105 augenzwinkernde Opernminuten

Mit Bettina Munzer (Bühne) und Anna-Sophie Lienbacher (Kostüme) verbreitet sie den Charme eines Biedermeier-Puppentheaters. Dass zum Beispiel Männer ständig an die Rampe müssen, um brüderliche Duette zu schmettern (man denke nur an Verdis „Don Carlos“), spießt die Fassbaender liebevoll als Hormon-Überschuss auf. Auch anderes wird eine Umdrehung weiter in die Karikatur getrieben und sanft übergrellt, ohne das Stück bloßzustellen. Die Distanz, das ständige Augenzwinkern, all das passt, weil es die Figurenschablonen auch hinterfragt.

Wer glaubt, Raffs Komödie beschäftige das Ensemble mit vokalen Spaziergängen, liegt daneben. Anna Pisareva wird als Donna Angela in Extremlagen mit dramatischem Hautgout getrieben, was ihr hochachtbar gelingt. Tenor Oreste Cosimo (Don Manuel) hat neben Operettenschmelz eine Portion Helden-Erz parat. Johannes Mooser (Don Juan) schafft diesen Spagat auf Bariton-Ebene, Oliver Weidinger gibt Diener Rodrigo als Verwandten Leporellos. Eigentliche Hauptfigur ist die Angela-Vertraute Beatrice. Sopranistin Sara-Maria Saalmann macht sie zur Strippenzieherin – mit moussierendem, substanzreichem Gesang und gelegentlichen Flamenco-Einlagen. Dass alles mit Zwei-Meter-Mindestabstand inszeniert werden musste, ist kaum zu spüren. Für knapp zwei Stunden hatte man glatt das böse C-Wort vergessen.

Die Handlung: Donna Angela wird vom Bruder Don Juan eingesperrt. Als sie fliehen will, trifft sie auf Don Manuel. Der ist gerade auf dem Weg zu seinem Freund Juan. Dass es sich um dessen Schwester handelt, ahnt Manuel nicht. Die Flucht misslingt. Angela will ihren Fast-Retter kennenlernen. Juan verkündet, dass er einen Mann für Angela gefunden habe. Dass es Manuel ist, weiß sie nicht. Als sie Manuel einen Brief schreibt, geht der amüsiert auf das Spiel ein. Es kommt zu Wirrnissen und zum Kampf zwischen Juan und dem unerkannten Manuel. Am Ende finden Letzterer und Angela zusammen.

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