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Bundesweite Petition: Anti-Rassismus als „Schulfach“ gefordert

Die weltweiten Proteste und Reaktionen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners zeigen: Rassismus ist für viele immer noch Alltag, auch im 21. Jahrhundert – und ein Problem. „Das muss schon frühzeitig bekämpft werden“, sagt die Deutsch-Ghanaerin Abigail F. (26). Sie will mit einer bundesweiten Petition erreichen, dass das Thema in der Schule mehr Raum bekommt. Und fordert eine Lehrplan-Änderung.

Für Abigail F. kann Rassismus nur mit Aufklärung bekämpft werden: „Ich habe in der Schule nichts über die deutsche Kolonialzeit erfahren“, sagt sie. „Erst recht nichts davon, dass Afrikaner ausgebeutet, versklavt und zu Tode gefoltert wurden.“ Die nachfolgende Generation solle mehr über die dunklen Kapitel der Geschichte erfahren.

Petition: Rassismus muss schon in der Schule bekämpft werden

„Die Ignoranz ist allgegenwärtig, nicht nur in den USA. Wir müssen in deutschen Schulen Antirassismus predigen, auf die deutsche Kolonialgeschichte aufmerksam machen und ,Black History‘ lehren“, findet sie. „Damit wir ein grundlegend anderes Verständnis schaffen und wir künftigen Rassismus bekämpfen.“

Abigail hat die Petition ins Leben gerufen und fordert mehr Aufklärung in Kitas und an Schulen.

Abigail hat die Petition ins Leben gerufen und fordert mehr Aufklärung in Kitas und an Schulen.

Ihre Petition, die sich innerhalb von wenigen Wochen in ganz Deutschland verbreitete, und mittlerweile knapp 100.000 Anhänger hat, soll genau das erreichen: „Wir fordern, dass die Lehrpläne in Schulen geändert werden. Dass Lehrkräfte Rassismus kritisch sensibilisiert werden. Und dass der Bund das einheitlich für alle 16 Bundesländer auch durchsetzt.“

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, an das sich die Petition richtet, gibt sich reserviert, antwortet auf MOPO-Nachfrage: „Die Verantwortung für Schulen, deren Ressourcenplanung sowie die Gestaltung der Rahmenlehrpläne fällt nach der Kompetenzordnung in die Verantwortung des jeweiligen Bundeslandes.“

Trotzdem seien Bund und Länder gemeinsam in der Verantwortung, Rassismus und Diskriminierung in gesellschaftlichen Bereichen zu verhindern und zu bekämpfen. „Daher ist eine Vielzahl von Maßnahmen, sowohl durch den Bund als auch von den Ländern, angestoßen, umgesetzt und weiterentwickelt worden.“ Klingt gut, aber: Alle Maßnahmen sind veraltet, keine aktuell, keine berücksichtigt die neuesten Entwicklungen im Kampf gegen Rassismus, der weltweit geführt wird.

Das sagt die Hamburger Schulbehörde zu der Petition

Und wie geht man in Hamburg mit der Petition um? „Grundsätzlich ist es so, dass die Bildungspläne kompetenzorientiert ausgerichtet sind und die Lehrkräfte selbst Themen und Fragestellungen wählen“, so ein Sprecher der Schulbehörde zur MOPO. „Konkrete Einzelthemen finden sich daher in den Rahmenplänen der einschlägigen Fächer nur in begrenztem Umfang.“

Aber: Man würde regelmäßig Unterrichtsinhalte prüfen und den Lehrauftrag ernst nehmen, „Themen wie Rassismus und Kolonialismus aufzugreifen und dazu geeignete Lernanlässe zu gestalten sowie institutionsspezifische Strukturen hinsichtlich möglicher Diskriminierungen kritisch prüfen“. Dazu zähle auch die Berücksichtigung von Forderungen, die die Petition nun an die Politik herantrage. Trotzdem: Eine Anpassung des Lehrplans ist – wenn überhaupt – kein leichtes Unterfangen, sondern ein langwieriges.

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Trotz langsam mahlender Behördenmühlen will sich Abigail F. nicht davon abhalten lassen, weiter zu kämpfen: „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Alle, die sich der Petition anschließen, engagieren sich für eine gute Sache.“ Und das, findet
sie, ist Ansporn genug.

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