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Bürgerwiesen: Der Hochwasserschutz kommt – irgendwann

Ein Blick aus dem Fenster lässt derzeit nicht darauf schließen, dass nun die vornehmlich nassen Monate Einzug gehalten haben. Sintflutartige Regenfälle sind vorerst ebenfalls nicht zu erwarten und auch der Pegelstand der Peene ist überschaubar. Doch selbst wenn der Amazonas des Nordens über die Ufer treten sollte, hat die Stadt Demmin wenig zu befürchten. Denn zumindest auf dem Papier steht ein Millionenprojekt zwischen der Flut und den Hansestädtern. In der Praxis sieht das teilweise allerdings immer noch anders aus. Ob sich daran 2020 noch etwas ändert, lässt sich knapp beantworten: vielleicht.

Angebote werden derzeit ausgewertet

„Wir nähern uns dem Abschluss der europaweiten Ausschreibungen“, so der Amtsleiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Christoph Linke. Bis in den Sommer hinein zogen sich Diskussionen über Detailfragen, wie beispielsweise die Wegführung. Insgesamt zehn Angebote für die Bauleistung sind allerdings bis zum 15. Oktober eingegangen und werden derzeit ausgewertet. So zügig wie irgend möglich soll dieser Schritt abgeschlossen sein. Mit welchem Zeitraum konkret zu rechnen ist, dazu hält sich Linke bedeckt.

Demnach kann auch die Wiederaufnahme der eigentlichen Arbeiten kaum terminiert werden. „Es lässt sich weder zusagen noch ausschließen, ob das in diesem Jahr noch was wird“, so der Amtsleiter. Eine zeitliche Prognose sei nur möglich, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Sollte also alles glatt laufen, wäre ein kurzfristiger Arbeitsbeginn durchführbar.

Insolvenz bringt Probleme

Doch gerade im Bereich des geplanten Hochwasserschutzes ist Unvorhergesehenes beinahe an der Tagesordnung. Schon vor gut fünf Jahren sollte das groß angelegte Bauvorhaben beginnen. Aus Personalnot ließ das Stalu den Start damals verschieben. 2019 ging es dann endlich in die Vollen. Der Zeitrahmen wurde abgesteckt. Eine italienische Firma mit der Großbaustelle betraut. Doch die Euphorie wich schnell der Ernüchterung. Erst bremste im Sommer fehlender Stahl den Fortschritt, dann klopfte im Spätherbst überraschend der Insolvenzverwalter bei dem Unternehmen aus Italien.

Nur ein Kniff des Stalu ließ es doch noch zu, dass 2020 zumindest ein Teilstück der Spundwand entlang des Richtgrabenwegs realisiert werden konnte. Denn nach den wiederkehrenden Problemen fiel die Entscheidung, die Gesamtmaßnahme in zwei Baulose aufzuteilen. Die Firma Tiefbau Jarmen übernahm anschließend die Pressungen an den primär notwendigen Stellen. „Damit ist der Hochwasserschutz gesichert“, sagt Linke.

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