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Chaos am Flughafen – Lufthansa schweigt - Bis zu 30 000 Koffer in München gestrandet?

Chaos am Flughafen – Lufthansa schweigt: Bis zu 30 000 Koffer in München gestrandet?

Einige hundert der angeblich 30000 eingelagerten Gepäckstücken im München

Diese Gepäckstücke im München strandeten in München

Foto: Natascha Gottlieb

Von: Frank Ochse und Andrea Scheifele

Der Flug-Sommer verlief in Deutschland ohne große Probleme: kaum Mega-Verspätungen, kaum Super-Schlangen vor der Sicherheit.

Doch das gilt nicht für Deutschlands zweitgrößten Airport München. Dort standen laut Berichten über einige Wochen insgesamt rund 30 000 herrenlose Koffer und Reisetaschen herum. Diese Zahl nennt der Flug-Blog Loyaltylobby.com. Eine verzweifelte Lufthansa-Mitarbeiterin sprach laut Abendzeitung „nur“ von 9000 Gepäckstücken. Sogar Koffer von Crew-Mitgliedern sollen zwischengelagert worden sein.

Lufthansa schwieg auf BILD-Anfrage zu Zahlen. Eine LH-Sprecherin: „In München lagert kein Gepäck.“ Kaum zu glauben, denn auch an anderen Flughäfen nutzen Gepäckdienstleister sogar Räume in Parkhäusern zur Aufbewahrung (wie etwa in Düsseldorf).

Was ist da los?

Die Kranich-Airline gibt die Schuld dem Bodendienstleister, der für das Gepäck zuständig sind. Ein Sprecher gegenüber der „Abendzeitung“: „Über die angespannte Personalsituation unserer Dienstleister hinaus waren es vor allem die extremen Wetterverhältnisse in den vergangenen Wochen, die bewirkten, dass eine erhöhte Zahl an Koffern erst mit einem späteren Flug befördert werden konnte.“

Auch Lufthansa-CEO Carsten Spohr ärgert sich über das Koffer-Chaos

Auch Lufthansa-CEO Carsten Spohr ärgert sich über das Koffer-Chaos

Foto: EPA

Der Blog Loyaltylobby berichtet: „Lufthansa hatte keinen Platz mehr und lagerte ihr Gepäck zwischenzeitlich dort, wo sie einen Platz finden konnte. In Lagerhallen, in Flughafenkellern, auf Rollfeldern, in anderen Teilen Deutschlands.“ Stimmt das? Dazu wollte sich die Lufthansa-Sprecherin gegenüber BILD nicht äußern.

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Ein Ärgernis auch für Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der lieber über tolle Geschäftszahlen und das Flugbenzin der Zukunft spricht.

Doch München ist sein Heimat-Flughafen, er sieht das Chaos fast jeden Tag. Sogar auf der letzten Lufthansa-Hauptversammlung musste er Besserung versprechen.

Auch BILD sieht sich mit Koffer-Chaos konfrontiert. Etliche Leser beschwerten sich über den Kranich!

Alicia Schäfer (25, Rechtsanwaltsgehilfin) freut sich über die Hilfe von BILD

Alicia Schäfer (25, Rechtsanwaltsgehilfin) freut sich über die Hilfe von BILD

Foto: privat

Eine von ihnen: Alicia Schäfer (25, Rechtsanwaltsgehilfin) aus Pattensen (Niedersachsen). Die junge Frau verbrachte schöne Tage im italienischen Genua, shoppte sich durch die italienischen Geschäfte. Auf dem Rückflug jedoch blieb ihr Koffer in München. Alicia: „Das hatte der Pilot so entschieden!“

Einen Tag später erhält sie die Nachricht, dass der Koffer gefunden worden sei und nach Hannover nachgesendet würde. Das war am 18. August. Seitdem bekommt die Rechtsanwaltsgehilfin immer neue Informationen: Mal heißt es der Koffer sei längst zugestellt, dann wieder, der Koffer sei verschollen. Alicia zu BILD: "Alleine komme ich da nicht weiter. Bekomme ich denn jetzt wenigstens eine Entschädigung?"

BILD schreibt die Lufthansa an. Die reagiert schnell. Ein Sprecher teilt mit: Die Rückerstattung in Höhe von 1564,28 Euro wurde bereits angewiesen. Frau Schäfer sollte den Betrag in Kürze auf Ihrem Konto wiederfinden.

Alicia: „Ich bin unendlich dankbar. Das bringt mir meine neu gekauften Klamotten und meine hochwertige Kosmetik zwar nicht zurück, aber immerhin. Danke, BILD.“