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Checkliste gegen das Chaos – so sollen die Deutschen sicher verreisen

Alte Gewohnheiten sterben langsam. Und weil manch eingeübte Gewohnheit des Reisens mit der Pandemie-Bekämpfung in Konflikt steht, appelliert die Bundesregierung jetzt gemeinsam mit der Tourismus- und Airline-Industrie, einige besondere Regeln im Sommerurlaub zu befolgen. Dazu gehört etwa: „Springen Sie nach der Landung nicht gleich auf!“

Die Empfehlung steht auf einer sechsseitigen „Checkliste“, die der Bundesverband der Fluggesellschaften, BDL Aero, und der Deutsche Reiseverband DRV jetzt gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Start der Feriensaison vorlegte.

„Sie können sehr viele Dinge erledigen, bevor Sie zum Flughafen kommen“, beschwor BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow die Urlauber. Minister Scheuer assistierte: „Beim Kofferpacken nicht nur an die Zahnbürste denken, auch auf die Checkliste schauen!“

Die Sorge, dass die zeitaufwendigen Fragen nach Impfpässen, Test- und Quarantänepflichten an den Flughäfen zum Chaos führen könnten, erscheint einerseits verfrüht: Schließlich liegt das Buchungsvolumen erst bei 30 Prozent des Vor-Corona-Sommers 2019. Doch das Bild könnte sich schnell ändern.

Auswahl zwischen 217 Flugzielen

Denn nach den Angaben des BDL ist das internationale, insbesondere das innereuropäische Streckennetz der Fluggesellschaft fast schon wieder intakt: Demnach werden im Juli und August insgesamt 217 europäische Reise-Ziele in 38 Ländern per Flugzeug von Deutschland aus erreichbar sein. Das sind fast so viele wie 2019, als 226 Ziele angeflogen wurden. Hinzu kommen 115 außereuropäische Ziele in 48 Ländern darunter beliebte Destinationen wie Ägypten, Kuba und DomRep.

Quelle: Infografik WELT

Die meisten der Reiseziele werden zwar in weit geringerer Taktung angeflogen als es vor Corona der Fall war. Doch dass die Airlines im Zweifel bereit und in der Lage sind, auf eine anziehende Nachfrage schnell zu reagieren, zeigt das Beispiel Griechenland: Das Angebot liegt hier mit 8365 Flügen ab Deutschland im Juli und August sogar schon über dem Niveau von 2019, als es im selben Zeitraum nur 6800 Abflüge gab.

Quelle: Infografik WELT

Die Reiseverbände sprechen von einer „spürbaren Zunahme der Buchungen seit Ende April“. Sieben von zehn Reisebuchungen sind dabei Flugpauschalreisen – auch dieser Anteil ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen.

Dabei verteilen sich die Reisewünsche gleichmäßig zwischen dem östlichen und dem westlichen Mittelmeer. Während es etwa 40 Prozent der Reisenden in Richtung Spanien/Portugal/Marokko zieht, wollen weitere 40 Prozent lieber in Richtung Türkei, Griechenland oder Ägypten. 15 Prozent wollen bislang auf Fernreise gehen.

Testergebnisse stets griffbereit haben

Wenn Flugpassagiere nach der Landung gleich aus den Sitzen springen und sich im schmalen Mittelgang vor den Handgepäck-Fächern drängeln, leistet das der Viren-Verbreitung natürlich Vorschub. Das Horror-Szenario der stark gebeutelten Tourismus-Wirtschaft wäre es, wenn der Sommerurlaub 2021 wegen solch unbedachter Handlungen die vierte Coronawelle auslösen würde.

Deshalb soll eine ausführliche Checkliste nicht nur den Reiseablauf vereinfachen, sondern auch dem Infektionsschutz dienen. Alle Impfnachweise und Testergebnisse stets griffbereit haben, heißt es etwa auf der Liste.

Weil sich vor den Check-In-Schaltern ebenso bedenkliche wie ärgerliche Staus bilden könnten, wenn Reisende ratlos suchend auf ihren Handys herumwischen, präzisiert BDL-Hauptgeschäftsführer von Randow den Appell: „Achten Sie darauf, dass Sie die entsprechenden Daten auf dem Smartphone dort ablegen, wo Sie sie ganz schnell finden und auf Knopfdruck abrufen können.“

Ein Großteil der Empfehlungen auf der deutschen Urlaubs-Checkliste gilt unter Reiseprofis ohnehin als Selbstverständlichkeit, ganz losgelöst von der Pandemie: Nehmen Sie nur das Nötigste an Handgepäck mit, prüfen Sie selbst schon zu Hause online ein oder nutzen Sie die Eincheck-Automaten anstelle der Schalters. Gehen Sie dann unverzüglich weiter zur Sicherheitskontrolle.

Quarantäneregeln beachten

Selbstverständlich sollte es auch sein, sich kurz vor Abreise noch einmal über die Corona-Vorschriften sowie Ein- und Ausreise-Bedingungen aktuell zu bringen. Denn die können sich schnell ändern. Allerdings hat sich die Lage hier zuletzt deutlich verbessert.

So gilt etwa nach einer Rückreise aus Risikogebieten mit einer Inzidenz über 50 keine harte Quarantäne-Pflicht mehr. Die bislang vorgeschriebene zehntägige Quarantänepflicht wird durch einen Negativtest sofort aufgehoben.

Quelle: Infografik WELT

Bei der Rückkehr aus einem sogenannten Hochinzidenzgebiet, wo pro Woche mehr als 200 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert werden, herrscht zwar grundsätzlich weiter eine zehntägige Quarantänepflicht in Deutschland. Doch kann die Abschottung bereits nach fünf Tagen mit einem Negativtest beendet werden.

Eine 14-tägige Quarantäntepflicht ohne die Möglichkeit, sich vorzeitig freizutesten, besteht nur bei der Rückreise aus Virusvarianten-Gebieten, wie sie auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts ausgewiesen werden. Dazu gehören nach aktuellem Stand etwa noch Brasilien, Indien, Südafrika und Großbritannien.

Pleitefonds wird erst aufgebaut

Unklar ist die Situation noch in Bezug auf USA-Reisen. Dort gelten nach wie vor Einreise-Beschränkungen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sprach sich für EU-einheitliche Reise-Vereinbarungen mit solchen Ländern aus. „Es kann da keine Insellösungen geben.“

Die Unsicherheit, dass ein Reiseveranstalter mitten im Urlaub pleitegehen könnte, besteht für Verbraucher in diesem Sommer weiter. Spektakuläre Insolvenzen wie die von Thomas Cook hatten in den vergangenen Jahren zu erheblichen Problemen beim Rücktransport der Reisenden geführt und die Frage nach der Kundengeld-Absicherung neu aufgeworfen. Die gesetzlich bestimmten Sicherungsbeträge reichten in Deutschland im Falle großer Insolvenzen nicht aus.

In der Nacht zum Freitag beschloss der Bundestag nun ein neues System für die Absicherung der Kundengelder. Veranstalter mit einem bestimmten Mindestumsatz müssen nun ein Prozent des Reisepreises bis 2027 in einen Fonds einzahlen, aus dem dann Vorauszahlungen von Kunden im Insolvenzfall erstattet werden. Allerdings soll das System erst ab dem 1. November operativ werden.

Kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz unter zehn Millionen Euro sind nicht verpflichtet, sich beim Reisesicherungsfonds abzusichern. Sie können sich für eine individuelle Versicherungslösung oder Bankbürgschaft entscheiden. Dies gilt auch für Gelegenheitsveranstalter oder Hotels, die Zusatzleistungen anbieten.

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