Germany

Corona als Erinnerung für den Klimaschutz

Der Chef des Kosmetikkonzerns L’Oréal, Jean-Paul Agon, rechnet schon im zweiten Halbjahr mit einer Erholung des Geschäfts von den Corona-Schäden. „Wir haben keine Nachfragekrise, sondern eine Versorgungskrise“, sagte der Vorstandschef im Gespräch mit WELT AM SONNTAG.

Das zeige der Re-Start in vielen Ländern. „Seit es Lockerungen gibt und Geschäfte wieder öffnen dürfen, legen die Verkäufe deutlich zu, allen voran in China. Das macht uns zuversichtlich, dass unser Geschäft mit jeder weiteren Lockerung sukzessive zurückkommt. Ich bin daher zuversichtlich für das zweite Halbjahr – immer vorausgesetzt, die Pandemie kehrt nicht nochmal mit Wucht zurück“, so Agon.

Ein kleines Stück Alltagsluxus

Kosmetik sei ein kleines Stück Alltagsluxus, das sich die Menschen leisten wollten – in Corona-Zeiten auch um sich zu belohnen für die Entbehrungen und die Disziplin in den vergangenen Wochen.

Auch der Konsumgüterkonzern L’Oréal sei zunächst hart von der Krise getroffen worden. Konkrete Zahlen nannte Agon mit Verweis auf die im Juli anstehende Veröffentlichung der Quartalszahlen zwar nicht, sagte aber zu WELT AM SONNTAG: „Es ist klar, dass in der schwierigsten Zeit, ich würde sagen im April und Mai, viele Geschäfte geschlossen waren. Das hat sich natürlich auf unser Geschäft ausgewirkt.“

Der Konzernchef warnte in dem Gespräch auch davor, im Zuge der Corona-Krise das Problem Klimawandel zu vergessen. „Die Corona-Pandemie ist ein schlimmes und tragisches Ereignis – sie zeigt zugleich aber auch, wie verheerend eine systemische globale Krise für die Menschheit sein kann. Und die Klimakrise hat auch dieses zerstörerische Potenzial“, sagte der Manager. Corona sei eine Art Erinnerung, dass jeder schnell und entschlossen handeln muss, um den Klimawandel zu stoppen.

L’Oréal hat dieser Tage die neue Nachhaltigkeitsinitiative „L’Oréal for the Future“ verkündet. Formuliert sind darin Öko-Ziele für die Zeit bis 2030. Bis dahin sollen sämtliche Standorte klimaneutral sein, die Kunststoff-Produktverpackungen ausschließlich aus recyceltem Material bestehen oder aus biobasierten Quellen stammen und die Treibhausgasemissionen pro Produkt um die Hälfte verringert werden.

„Wir drehen jeden Stein um“

„Ziel ist es, L’Oréal komplett zu verändern“, sagte Agon. „Wir drehen jeden Stein um und verändern jeden Prozess, um unseren ökologischen Fußabdruck so anzupassen, dass er die planetarischen Grenzen wahrt.“ Ein solches Handeln sei in seinen Augen alternativlos – für L’Oréal, aber auch für jedes andere Unternehmen. „Denn wir müssen die natürlichen Grenzen des Planeten einhalten. Niemand kann es sich mehr leisten, untätig zu bleiben. Ansonsten werden wir alle nicht überleben.“

Football news:

Borussia Dortmund hat angekündigt, dass Sancho bleibt. Er hatte seinen Vertrag vor einem Jahr bis 2023 verlängert
Inter ist bereit, 20+5 Millionen Euro für Smalling zu zahlen
Lewandowski ist der beste Spieler der Woche in der Champions League. Er setzte sich vor Messi und Ronaldo durch
Die Partie Leipzig-Atlético Madrid wird trotz des Coronavirus bei den Madrider Spielern nicht verlegt
Yannick Ferreira Carrasco: Atlético hat sich nach zwei Niederlagen in den Finals den Sieg in der Champions League verdient
Sancho flog mit Borussia Dortmund zur Nationalmannschaft. Zu Manchester United wird er wahrscheinlich nicht mehr wechseln
Der FC Bayern hat die Form für die Champions League vorgelegt