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Corona: Delta-Variante in Großbritannien auf dem Vormarsch – Was das für Deutschland bedeutet

Trotz des Erfolges des Impfprogramms hat Großbritannien derzeit mit der Virus-Variante Delta zu kämpfen.

In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus aus. Auch für Deutschland hat dies Folgen. Vor allem die Zweitimpfung gewinnt an Bedeutung.

London – Die Briten sind den Kontinentaleuropäern ja oft voraus. Viel früher als in Deutschland begannen sie etwa mit ihrer Impfkampagne. Zwei Drittel der Einwohner haben dort mittlerweile ihre erste Spritze gegen das Coronavirus* bekommen. Bei den Zweitimpfungen sind es 40 Prozent. Doch auch ein weiterer Trend könnte bald von der Insel nach Kontinentaleuropa herüberschwappen: Der Vormarsch der Corona-Variante B.1.617.2, auch Delta* genannt. Dies meldet die FAZ.

Denn in Großbritannien hat sich die ursprünglich aus Indien stammende Mutation des Coronavirus rasch ausgebreitet und dort immer wieder für Ausnahmezustände gesorgt. Die von der britischen Regierung für Ende Juni angekündigte Rückkehr zur Quasi-Normalität* steht derzeit mehr als nur auf der Kippe. Zerstört von der neuen Variante, die laut Gesundheitsminister Matt Hancock mehr als 40 Prozent ansteckender ist als das ursprüngliche Coronavirus. Die Regierung unter Premierminister Boris Johnson steht wegen ihres Umgangs mit der Corona-Variante* in der Kritik.

Corona-Variante: Voller Impfschutz ist bei Delta entscheidend

Zwar scheinen die Impfstoffe* auch gegen die Delta-Variante gut zu wirken, wirklich geschützt sind nur diejenigen, die den vollen Impfschutz haben. Bei Biontech/Pfizer*, Astrazeneca* und Moderna* ist dies erst nach der zweiten Spritze der Fall. Nur bei Johnson & Johnson* reicht eine Spritze. Mittlerweile steigen auch die Krankenhauseinweisungen in Großbritannien wieder an, wenn auch nur langsam. Laut FAZ waren von 126 Engländern, die wegen einer Delta-Infektion stationär behandelt werden mussten, 83 ohne Impfung, 28 hatten nur eine Erstimpfung und drei hatten vollen Impfschutz.

Die zweite Impfung sei entscheidend, da nach der ersten Impfung der Anteil von Antikörpern, die auch gegen Delta wirken, im Blut noch zu gering sei, so die FAZ. Die Antikörper, die gegen das Ursprungsvirus helfen, seien nicht unbedingt alle auch gegen Delta hilfreich. In Labortests bezüglich der Wirkung der Antikörper schneidet Delta daher ähnlich schlecht ab wie die Schwestervariante Beta aus Südafrika. Heißt auf Deutsch: Das Virus könnte einen unvollständigen Impfschutz umgehen.

Delta: Vollständige Impfung hilft auch gegen Corona-Variante

Wie die FAZ berichtet, verhindere laut Studien aus Großbritannien* eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus die Chance, schwer an der Delta-Variante zu erkranken um 95 Prozent. Die Chance, sich neu zu infizieren, sinke auf einen Wert zwischen 70 und 90 Prozent. Die zweite Impfung werde damit noch einmal wichtiger werden.

In Ländern, die mit der zweiten Impfung vergleichsweise eher gespart und die Erstimpfung priorisiert haben, wie Großbritannien, geht daher nun die Angst um, dass Delta diese Schwäche der Impfkampagne ausnutzen könnte. Auch in Deutschland besteht diese Gefahr. Besonders gefährdet sind jedoch Länder, in denen die Impfkampagnen gerade erst ins Rollen kommen. Bei einer Variante, die 40 Prozent ansteckender ist als das ursprüngliche Virus, könnte in manchen Ländern die nächste große Infektionswelle* kurz bevorstehen.

Doch was bedeutet das für Deutschland? Ende Mai machte Delta in Deutschland nur 2,1 Prozent der Infektionen mit dem Coronavirus aus, Spitzenreiter war da mit 93 Prozent noch die Alpha-Variante, die zuerst in Großbritannien gemeldet wurde. Doch vereinzelte Ausbrüche, wie etwa in einer Kita in Wiesbaden*, verheißen wenig Gutes. Im Gegenteil: Laut Experten wie Gernot Marx, Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach*, sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Delta-Variante sich auch in Deutschland ausbreiten werde.

Christian Drosten über Corona-Variante Delta: 80 Prozent Zweitimpfungen bis zum Herbst

Auch Virologe Christian Drosten* ist besorgt. Die Zweitimpfungen müssten schnellstmöglich gesteigert werden, sagte er im wöchentlichen Coronavirus-Update-Podcast* von NDR-Info. 80 Prozent Zweitimpfungen bei Erwachsenen, dieses Ziel müsse zum Beginn des Herbsts im September erfüllt werden. Aktuell liegt der Anteil der vollständig geimpften Personen in Deutschland nur bei 22 Prozent. Zum Vergleich: In Großbritannien sind mit knapp 40 Prozent fast doppelt so viele. Schreckensprognosen will aber derzeit keiner der deutschen Experten geben. Kein Wunder: Die Corona-Zahlen in Deutschland sind derzeit so niedrig wie seit langem nicht mehr.

Drosten rechnet jedoch damit, dass Delta oder eine ähnliche Variante bis zum Herbst auch hier „das Feld dominieren“ werde. Man habe aber Zeit: Wenn die Impfquote bis dahin stimme, „dann werden wir keine großen Probleme haben“, so der Virologe. Er rechne jedoch in jedem Fall mit einem Anstieg der Zahlen im Herbst und Winter, möglicherweise sehe man sogar eine „vierte Welle“. Die sei dann jedoch nicht mehr pandemisch. Mit der Zeit werde das Virus jedoch immer wieder endemisch auftreten. (als) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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