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Corona in Deutschland: Weiterer Dämpfer bei Suche nach Medikament - R-Wert nähert sich wieder kritischer Marke

Das Coronavirus hat Deutschland weiter im Griff. Die aktuellen Corona-Infektionen bleiben - trotz einzelner Ausbrüche, wie bei einer Familienfeier in Kiel - stabil. Ein Corona-Mittel macht Hoffnung. 

Update vom 4. Juli, 21.07 Uhr: Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Medikamentenentwicklung gegen die Lungenkrankheit Covid-19 wird nun eingestellt. Ab sofort sollen Patienten, die sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben, nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt werden. 

Das Medikament war gegen HIV entwickelt worden. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin am Samstag in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Dasselbe gelte für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Coronavirus in Deutschland: Medikamententests gegen Covid-19

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In der Solidaritätsstudie werden Testergebnisse bei rund 5500 Patienten in 39 Ländern verglichen. Getestet wird, ob bereits vorhandene Mittel den Verlauf der Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen können. Tests mit weiteren Mitteln gehen weiter, etwa mit dem ursprünglich gegen die Viruserkrankung Ebola entwickelten Mittel Remdesivir und dem Entzündungshemmer Dexamethason. Remdesivir hatte in einer anderen Studie den schweren Krankheitsverlauf abgemildert und die Krankheitsphase verkürzt. Es wurde gerade als erstes Medikament gegen Covid-19 in der EU zugelassen.

Corona in Deutschland: RKI meldet R-Wert-Anstieg - nähert sich wieder kritischer Marke

Update vom 4. Juli: Die gemeldeten Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland nähern sich der 200.000-Marke. Das Robert-Koch-Insitut (RKI) meldet in seinem Situationsbericht vom Samstag, 4. Juli, Stand 0 Uhr, 196.096 Fälle. Das sind 422 Infektionen mehr als am Vortag. Die Todesfälle infolge einer Coronavirus-Infektion belaufen sich auf 9010. 

Der R-Wert steigt weiter an und nähert sich erneut der kritischen Grenze von 1. Der 4-Tage-R-Wert liegt bei etwa 0,93. Analog dazu wird das 7-Tage-R auf 0,94 geschätzt.

Der Anstieg der Corona-Infektionszahlen und des R-Werts seien jedoch auf lokale Ausbrüche in Pflegeheimen oder in Fabriken zurückzuführen, heißt es in dem Situationsbericht. 

Corona in Deutschland: Nach Entspannung - R-Wert steigt wieder

Update vom 3. Juli, 18 Uhr: In Deutschland wurden innerhalb der letzten 24 Stunden 466 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 registriert. Das geht aus dem aktuellen Situationsbericht hervor, der täglich vomRobert-Koch-Institut veröffentlicht wird. Damit steigt die Zahl der registrierten Corona-Fälle seit dem Beginn der Pandemie auf insgesamt 195.674. Darüber hinaus sind weitere neun Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben, womit die Gesamtzahl der Corona-Todesopfer in Deutschland auf über 9000 steigt. 

Lediglich kleine Veränderungen gibt es beim R-Wert, der Anzahl an Menschen angibt, die im Schnitt von einem Corona-Infizierten angesteckt werden. Der 4-Tages-R-Wert steigt im Vergleich zum Donnerstag leicht auf 0,84. Der weniger von Schwankungen beeinflusste 7-Tages-R-Wert steigt ebenfalls leicht auf 0,85. Da diese Werte lediglich auf Basis der Datenlage geschätzt werden können, kann ein so geringer Anstieg jedoch auch auf Schätz- bzw. Messfehler zurückgeführt werden. Am Donnerstag lagen beide R-Werte noch bei 0,83.

Die WHO besserte indessen ihre Chronologie zur Corona-Pandemie nach. Sie stellten nun klar, dass nicht die chinesische Regierung, sondern ein WHO-Büro in Genf auf eine Pressemitteilung zu einer „viralen Lungenentzündung“ aufmerksam wurde. 

Corona in Deutschland: Auch infizierte Haustiere müssen in Zukunft gemeldet werden  

Update vom 3. Juli, 15.21 Uhr: Hunde, Katze oder Goldhamster, die sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben, müssen künftig den Behörden gemeldet werden. Der Bundesrat stimmte am Freitag einer entsprechenden Verordnung zu. Das Ziel ist es, die Ansteckung von Haustieren besser zu erforschen.

Corona-Medikament Remdesivir erhält europäische Zulassung 

Update vom 3. Juli, 12.29 Uhr: Das Corona-Medikament Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt.

Hamburger Virologe erwartet keinen „Superimpfstoff“ gegen Corona

Update vom 3. Juli, 12.20 Uhr: Fieberhaft suchen Forscher auf der ganzen Welt nach einem wirksamen Corona-Impfstoff. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit dämpft jedoch die Hoffnung. 

Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, „dass wir nächstes Jahr einen Superimpfstoff haben, der allen in kürzester Zeit gegeben werden kann und ein Leben lang schützt“, sagte Schmidt-Chanasit der „Frühstart“-Redaktion von RTL/ntv. „Diesen Impfstoff wird es nicht geben und schon gar nicht nächstes Jahr.“  

Coronavirus in Deutschland: Staatsanwaltschaft reagiert auf Strafanzeige gegen Top-Virologen Streeck

Update vom 3. Juli, 11.46 Uhr:Die Bonner Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen gegen den Virologen Hendrik Streeck im Zusammenhang mit der sogenannten Heinsberg-Studie ab (s.u. Update vom 2. Juli; 13.37 Uhr). 

Man habe das Schreiben „unter jedem denkbaren strafrechtlichen Gesichtspunkt“ geprüft und sei dann zu dieser Entscheidung gekommen, sagte der Bonner Staatsanwalt Sebastian Buß am Freitag, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit.

Coronavirus: Deutsche müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

Update vom 3. Juli, 7.47 Uhr: Die britische Regierung hat in der Nacht zum Freitag den Wegfall der Quarantäne-Pflicht bekannt gegeben: Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben. 

In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben. 

Coronavirus in Deutschland: RKI meldet 446 Corona-Infektionen

Update vom 3. Juli, 6.19 Uhr: 446 neuen Corona-Fälle haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert-Koch-Institut (RKI) in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Neun Menschen starben in Verbindung mit dem Coronavirus. Derzeit gibt es rund 5.671 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Update vom 2. Juli, 22.17 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile über 9.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben - nach elf neuen Todesfällen in den vergangenen 24 Stunden sind es nun insgesamt 9.001 Verstorbene.

Dies geht aus einer Auswertung der Daten aller Gesundheitsämter durch den Nachrichtensender n-tv hervor. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen liegt demnach bei 439, insgesamt waren damit 195.226 Infektionen offiziell registriert (Stand: 21.35 Uhr). Sowohl der R-Wert (Vortag 0,86) als auch das Sieben-Tage-R (Vortag 0,79) liegen stabil bei 0,83. 

In der Hälfte aller Bundesländer wurden unter zehn Neuinfektionen gemeldet - in NRW dagegen 207, in Bayern 55 und in Baden-Württemberg 42.

Coronavirus-Umfrage der ARD: Wie sich der Alltag der Deutschen verändert

Update vom 2. Juli, 19.39 Uhr: Bei jedem zweiten in Deutschland Lebenden besteht Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Laut einer Umfrage von infratest dimap (im Auftrag von ARD und ZDF). Sehr groß ist demnach die Sorge bei 13 Prozent, groß bei 37 Prozent der Einwohner. 

Zudem hätte die Corona-Krise folgende Änderungen in den Lebensgewohnheiten hervorgerufen:

Im Hinblick auf eine zweite Infektionswelle hätten 32 Prozent aber nur geringe Sorgen, 17 Prozent sehr geringe Sorgen. Für den ARD-Deutschlandtrend wurden 1003 Wahlberechtigte befragt.

Corona-Krise: Stimmung der Deutschen zu Parteien wandelt sich

Update vom 2. Juli, 19.01 Uhr: Der neue Deutschlandtrend offenbart ein Stimmungswandel in der Bevölkerung, von dem nicht nur die GroKo-Parteien profitieren.

Coronavirus: Mehrere Infizierte nach Familienfeier - Kita offenbar geschlossen

Update vom 2. Juli, 15.24 Uhr: Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt. Zuvor hatten die Kieler Nachrichten berichtet.

Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita, die der Zeitung zufolge am Mittwoch geschlossen wurde. Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen.

Strafanzeige gegen Top-Virologe Hendrik Streeck

Update vom 2. Juli, 13.37 Uhr: Markus Lanz hatte in seiner ZDF-Talkshow am Mittwochabend auch den Bonner Top-Virologen Hendrik Streeck Gast. Nach der üblichen Vorstellungsrunde zu Beginn, fackelt Moderator Lanz nicht lange und berichtet von einer Strafanzeige gegen Streeck. Hintergrund der Anzeige sind die Forschungen im Rahmen der sogenannten Heinsberg-Studie. Der Vorwurf lautet, Streeck hätte mit dieser Studie begonnen bevor die Zustimmung der Ethikkommission vorlag.

„Ich habe kurz vor der Sendung auch erst von dieser Anzeige erfahren“, sagte der Bonner Virologe gegenüber Lanz. „Ich weiß, dass die Studie berufsrechtlich und berufsethisch sauber gelaufen ist.“ In der Ethikfrage sei alles schriftlich fixiert. Die Staatsanwaltschaft Bonn befasst sich laut Medienberichten jetzt mit dieser Strafanzeige.  

Virologe Hendrik Streeck - von Lanz als „Anti-Drosten“ bezeichnet - hatte  mit der Heinsberg-Studie eine heftige Debatte in der Wissenschaft entfacht und auch den Lockdown als großen Fehler bezeichnet.  

Top-Virologe Hendrik Streeck wird in der ZDF-Talkshow „Lanz“ mit einer Anzeige konfrontiert. 

Coronavirus: Zahlreiche Hotspots in Deutschland - R-Wert steigt wieder

Erstmeldung vom 2. Juli

München - Das Coronavirus bestimmt seit einigen Monaten das Leben in Deutschland. Besonders betroffen sind aktuell besondere Hotspots. Lokale Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen im Kreis Gütersloh, Niedersachsen und in Bayern im Landkreis Starnberg* sorgen für Schlagzeilen. Die bayerische Staatsregierung hatte diese Woche zudem gratis Corona-Tests für die Bevölkerung beschlossen und damit eine Debatte entfacht.

Die USA haben sich einen Vorrat an dem Corona-Medikament Remdesivir gesichert. Die Bestände sollen nach Medienberichten fast vollständig leergekauft sein. Dieser Großeinkauf sorgt für Kritik. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach bezeichnete den Remdesivir-Ankauf imDeutschlandfunk als „sehr unfreundlichen Akt“. Es gehe nur um ein Medikament, solle es später einen Impfstoff geben, dürfe das nicht passieren, sagte Lauterbach im Dlf-Gespräch. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhebt Forderungen gegen die Pharmafirma Gilead Sciences. Spahn erwarte, „dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein solches Medikament geht“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Den Bedarf für die kommenden Wochen sieht Spahn ohnehin gesichert. In der Zentralapotheke des Bundes gebe es entsprechende Reserven. Zu Lieferengpässen würde es nicht kommen. Die Bundesrepublik hat ihre Hausaufgaben schon gemacht, ist bei Merkur.de* zu lesen. 
Remdesivir gilt in der Corona-Therapie als vielversprechendes Medikament. Es hilft Menschen die besonders schwer an Covid-19 erkrankt sind. 

Remdesivir: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert Lieferfähigkeit von Coronamittel-Hersteller (Symboöfoto).  

Coronavirus: RKI meldet 5900 aktive Corona-Fälle in Deutschland

Die Gesundheitsbehörden haben dem Robert-Koch-Institut 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit in Deutschland 195.228 Menschen positiv getestet worden. Die Zahl der Toten stieg um 9 auf 8.994 Menschen. Die Zahl der Genesenen wird auf 180.300 Personen geschätzt, das sind 500 mehr als gestern. Damit sind aktuell etwa 5.930 Menschen an Covid-19 erkrankt.

Video: Coronavirus: Neue Testmöglichkeiten für Bayern

Die Reproduktionszahl -  kurz R-Wert  - ist nach einem vorübergehenden deutlichen Anstieg wieder auf einen Wert um oder unter 1 gesunken. 

Die Coronavirusinfektionen in Deutschland gehen zurück, allerdings fürchten einige Länder bereits die sogenannte Zweite Welle oder sind bereits mittendrin. Eine Analyse mit Daten der Oxford-Universität legt dies zumindest für zehn Länder nahe - auch Deutschland ist darunter.

Vielen Menschen ist das herzlich egal. Sie wollen endlich mal den Kopf frei von Corona bekommen und einfach den Urlaub genießen. Die Ost- und Nordsee ist total überlaufen. Jetzt sind außergewöhnliche Maßnahmen geplant - und auch die Deutschen reagieren.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich zum Auftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mit der EU-Kommission abgestimmt. Dabei wurde der künftige Weg Europas bereitet.

(ml mit Material der dpa)*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Fadel Dawood

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