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Corona in Italien: Hunderte gehen gegen Ausgangssperren auf die Straße - „Tragödie ist nur einen Schritt entfernt“

In der Corona-Pandemie steigt bei vielen Italienern die Furcht vor Engpässen in der Gesundheitsversorgung. Neue Ausgangssperren gelten bereits. Die News im Ticker.

Update vom 24. Oktober, 9.21 Uhr: Gegen Ausgangssperren, gegen den geplanten Lockdown: In der süditalienischen Metropole Neapel sind in der Nacht zum Samstag Hunderte Menschen Slogans skandierend, Feuerwerkskörper werfend und Rauchbomben zündend auf die Straße gegangen. Die Polizei setzte demnach unter anderem Tränengas gegen die Protestierenden ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Zuvor hatte Regionalpräsident Vincenzo De Luca als Reaktion auf schnell steigende Corona-Infektionszahlen die Lockdown-Pläne für die Region Kampanien angekündigt (siehe Update vom 23. Oktober, 17.38 Uhr). „Wir werden nun alles schließen“, sagte De Luca. Der Shutdown könne einen Monat oder 40 Tage dauern. Die Situation sei schwierig, aber keine Tragödie, sagte er weiter. „Aber die Tragödie ist nur einen Schritt entfernt.“

Prostete gegen Corona-Ausgangssperren in Neapel.

Corona in Italien: Nach neuen Rekord-Zahlen droht Lockdown - wieder trifft es die gleiche Region am härtesten

Update vom 23. Oktober, 17.38 Uhr: In Italien steigen die Coronazahlen weiter an. 16.000 Neuinfektionen an einem Tag wurden zuletzt verzeichnet. Einen erneuten Lockdown will die italienische Regierung unbedingt vermeiden. Doch im Vergleich zur ersten Welle gibt die Altersstruktur ein wenig Hoffnung. Denn anstatt eines mittleren Alters von 71 Jahren bei Corona-Positivgentesten zur Hochphase der ersten Welle lag das Durchschnittsalter Ende August bei 30 Jahren, so das italienische Gesundheitsamt. Dies erkläre auch die niedrige Fallsterblichkeit zu Anfang der zweiten Welle.

Und nicht nur die Sterblichkeit war gering. Den Sommer über lagen auch die Zahlen in Italien bei unter 200 Fällen pro Tag. Der Leibarzt von Silvio Berlusconi erklärte den Virus gar für „klinisch tot“, so n-tv. Doch nun steigen wie in ganz Europa auch in Italien wieder die Zahlen. Damit einher geht auch eine erhöhte Auslastung der Intensivbetten und vor allem in Regionen wie Kampanien, die von der ersten Welle quasi verschont blieben, herrscht der Notstand, so n-tv.

Coronavirus in Italien: Mittelmeerland meldet 16.000 Neuinfektionen - wieder trifft es die gleiche Region am härtesten

Erstmeldung vom 23. Oktober, 9.41 Uhr: Mailand - Die Pandemie-Lage in Italien spitzt sich weiter zu: Die Gesundheitsämter des Landes haben am Donnerstag mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet - ein Höchstwert. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen.

Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland mit rund 60 Millionen Einwohnern bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen angesteckt, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus stieg am Donnerstag um 136 auf 36.968. Hotspot ist wie schon bei der ersten Welle die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. Folgender Tweet der italienischen Zeitung Corriere della Sera zeigt eine aktuelle Szene aus der Metropole:

Coronavirus in Italien: Angst vor Engpässen - und einem erneuten Lockdown.

Die Dynamik der zweiten Corona-Welle sorgt in Italien zunehmend für Angst vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte die Italiener am Donnerstag in einer Rede im Senat in Rom auf, alle nicht notwendigen Reisen zu unterlassen. Es gelte einen großen Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden.

Nun greift die Regierung allerdings zur striktesten Corona-Maßnahme seit dem nationalen Lockdown: Ab Freitagabend gilt eine nächtliche Ausgangssperre für die Region Lazio, zu der auch die Hauptstadt Rom gehört, sowie für Kampanien mit Neapel. In der Lombardei sollte die Ausgangssperre bereits am Donnerstagabend in Kraft treten. Die Ausgangssperren gelten für 30 Tage. Zwischen 23 Uhr und 05 Uhr ist das Verlassen des Hauses oder der Wohnung nur in Ausnahmefällen - wie aus medizinischen oder beruflichen Gründen - erlaubt.

Ein Musiker mit Mund-Nasen-Schutz in einer U-Bahn-Station in Mailand: Die Stadt ist wie schon bei der ersten Welle aktuell Corona-Hotspot.

Corona-Neuinfektions-Höchstand in Italien: Regierung reagiert mit landesweiter Sperrstunde

Am Sonntag hatte Conte bereits eine landesweite Sperrstunde ab Mitternacht für Bars und Restaurants verfügt. Maximal sechs Gäste dürfen noch pro Tisch in den Lokalen sitzen. Ab 18 Uhr werden keine stehenden Gäste mehr bedient. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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