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Corona-Newsblog: Söder kündigt noch schärfere Regeln an

Die Covid-19-Pandemie, oder auch Corona-Krise genannt, beschäftigt die Welt seit Anfang des Jahres. Wir halten Sie im Liveblog mit den wichtigsten internationalen, sowie nationalen News auf dem Laufenden.

Hier erfahren Sie, für welche Länder eine Reisewarnung gilt.
Hier erfahren Sie, welche neuen Einschränkungen ab dem 2. November gelten.

Alkoholverbot und Sperrstunde in Niedersachsen gekippt

14.50 Uhr: Das niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außerhausverkauf von Alkohol gekippt. Das teilte das Gericht in Lüneburg am Donnerstag mit. Es gab mit seinem allgemein gültigen und kann nicht mehr anfechtbaren Beschluss der Klage einer Gastwirtin aus Delmenhorst statt.

Söder kündigt noch schärfere Corona-Regeln in Bayern an 

14 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen. Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen - Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen, hat das bayerischen Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die „dramatische Entwicklung“ besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. 

Frankreich will Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren einführen

13 Uhr: Infolge eines sprunghaften Anstiegs an Infektionen mit dem Coronavirus in Frankreich hat die Regierung eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren angekündigt. Angesichts der „plötzlichen“ und „brutalen“ zweiten Ansteckungswelle sei diese Maßnahme notwendig, sagte der französische Premierminister Jean Castex am Donnerstag, einen Tag vor Beginn eines landesweiten Lockdowns. 

Rund 5000 Soldaten der Bundeswehr im Corona-Einsatz

12.30 Uhr: Die Bundeswehr hat inzwischen etwa 5000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen in der Corona-Pandemie im Einsatz. In den vergangenen beiden Wochen sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und Nationaler Territorialer Befehlshaber, am Donnerstag beim Besuch in einem Altenheim im sächsischen Freital, wo mehrere Soldaten die Arbeit des Pflegepersonals unterstützen.

Die Streitkräfte sind demnach für weitere Aufgaben gerüstet. „Wir haben ein Kräftekontingent von 15 000 Soldatinnen und Soldaten seit Frühjahr in Bereitschaft“, sagte Schelleis. „Wir sind eingerichtet auf weitere Nachfragen“, sagte der General, in dessen Regie die Hilfseinsätze laufen. Es gebe noch eine ganze Reihe von Dingen, die die Bundeswehr machen könnte: „Aber wir werden ja nicht von uns aus aktiv, sondern wir stehen bereit, wenn wir angefordert werden.“

Iran beklagt mehr als 34.000 Corona-Tote

12 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen im Iran hat mit fast 8300 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag gab es im gleichen Zeitraum 399 Corona-Tote. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei über 34 000, die der Infizierten bei fast 600 000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten dürften die Fallzahlen jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie amtlich angegeben. Sie verweisen darauf, dass es im Iran, der etwa so viele Einwohner wie Deutschland hat, noch zu wenige Testmöglichkeiten gebe. 

Polen mit mehr als 20.000 Neuinfektionen

11.30 Uhr: In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 20.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 20 156 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2633) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 301 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 18.820 Fällen erst am Mittwoch erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 5149 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft.

Merkel: Bald konkrete Vorschläge zu Corona-Nothilfen

10.08 Uhr: Die Bundesregierung will bald ein genaues Konzept für die geplanten Corona-Nothilfen im Zuge der drastischen Beschränkungen im November vorlegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Donnerstag im Bundestag, der Bund werde betroffenen Unternehmen, Vereinen und Einrichtungen helfen, über diese schwierige Zeit zu kommen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) würden dazu in den nächsten Tagen sehr konkrete Vorschläge machen.

Merkel verteidigte außerdem, dass etwa Gastronomiebetriebe ab Montag bis Ende November geschlossen werden. Sie verstehe die Frustration und Verzweiflung. Die Erarbeitung von Hygienekonzepten sei nicht sinnlos gewesen. Im gegenwärtigen exponentiellen Infektionsgeschehen könnten diese Konzepte aber nicht mehr die Wirkung entfalten, die notwendig sei. Viele Kontakte von Infizierten könnten nicht mehr zugeordnet werden. Die Maßnahmen seien erforderlich und verhältnismäßig.

Der Bund hatte am Mittwoch neue Nothilfen für Unternehmen angekündigt, die wegen der Schließungen im November hohe Umsatzausfälle haben. Dafür sind Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro vorgesehen. Unklar ist etwa, ab wann Firmen die Hilfen beantragen können.

Gauland fordert Parlamentsentscheidung über Corona-Maßnahmen

10 Uhr: AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat gefordert, dass der Bundestag über alle Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie entscheidet. „Eine Corona-Diktatur auf Widerruf verträgt sich nicht mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, sagte er am Donnerstag nach der Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Deutschland habe seine Freiheit zu mühselig errungen, „als dass wir sie an der Garderobe eines Notstandskabinetts abgeben“.

Gauland forderte differenziertere Maßnahmen wie etwa einen besonderen Schutz von Risikogruppen durch gesonderte Einkaufszeiten. Menschen, für die das Coronavirus nicht so gefährlich sei, dürfe man dagegen nichts verbieten, sagte er. Derzeit zahlten viele Menschen einen hohen Preis, die überhaupt nichts falsch gemacht hätten. „Wir müssen abwägen“, betonte Gauland, „auch um den Preis, dass Menschen sterben“.

Merkel verteidigt harte Einschnitte gegen Corona

9.40 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen „deutlich in die Höhe geschnellt“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. „Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern“, sagte Merkel. „Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos.“

Als Merkel auf die Beschlüsse der Videokonferenz mit den Regierungschefs der 16 Bundesländer vom Mittwoch verwies, wurde sie durch wütende Zwischenrufen aus den Reihen der AfD unterbrochen, die Gewaltenteilung anmahnten. Abgeordnete aller Fraktionen hatten zuletzt angemahnt, die Parlamente stärker zu beteiligen. 

Die drastischen Einschnitte gegen eine unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Erregers in Deutschland verteidigte Merkel als nötig. „Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig. Ich will es klar sagen: Ich verstehe die Frustration, ja die Verzweiflung gerade in diesen Bereichen“, sagte sie mit Blick auf Kritik etwa aus der Gastronomie.

Die Kanzlerin nannte als einen Hauptgrund für die allgemeinen Kontaktbeschränkungen das Abwenden von Gefahr für Risikogruppen. Die Gefahr, dass sich immer mehr Angehörige von Risikogruppen anstecken, sei groß. „Eine vollständige Abschirmung solcher Risikogruppen (...) kann (...) kein milderes Mittel sein.“ Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen und auch ganz Gesunde könnten schwer erkranken. „Deshalb überzeugen mich die anderen Konzepte nicht.“

Merkel: „In der aktuellen Lage kann der dynamische Anstieg der Infektionszahlen (...) entscheidend nur durch eine generelle und systematische Reduzierung der Kontakte verhindert werden.“
Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, die zweite Corona-Infektionswelle mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem weitgehenden Herunterfahren aller Freizeitaktivitäten zu brechen.

Mehr als acht Millionen Corona-Infektionen in Indien - Zahl der Todesfälle steigt auf über 120.000

7.50 Uhr: In Indien ist die Zahl der Corona-Infektionen auf über acht Millionen gestiegen. Bis Donnerstag wurden nach Regierungsangaben insgesamt 8.040.203 Infektionsfälle und 120.527 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Damit ist Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern das am zweitschlimmsten betroffene Land der Welt nach den USA. Dort wurden bislang 9,1 Millionen Infektionsfälle gemeldet, mehr als 230.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Die Finanzmetropole Mumbai ist mit mehr als 250.000 Infektionsfällen und über 10.000 Todesfällen die am stärksten betroffene Stadt Indiens. Derzeit verzeichnen die Behörden dort täglich etwa 2000 Neuinfektionen. Indien hat eine der niedrigsten Corona-Sterberaten der Welt. Allerdings rechnen die Behörden mit einem starken Anstieg der Fallzahlen nach Diwali, dem wichtigsten religiösen Fest des Landes, am 14. November.

Europa gegen Corona: Merkel und Co. beraten bei Videogipfel - Merkel mit Regierungserklärung um 9 Uhr

7.20 Uhr: Angesichts der Wucht der zweiten Corona-Welle in ganz Europa wollen die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag eine gemeinsame Linie bei Test- und Impfstrategien suchen. Dazu schalten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre EU-Kollegen am Abend (18.30 Uhr) per Video zusammen. Bereits am Morgen will Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag die deutschen Maßnahmen gegen die Pandemie erläutern.

Überall in Europa steigen die Infektionszahlen rasant. Allein in der vergangenen Woche gab es nach Angaben der EU-Kommission 1,1 Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa, täglich werden derzeit etwa 1000 Covid-19-Todesfälle registriert. Nicht nur Deutschland, sondern auch die EU-Partner fahren das öffentliche Leben zurück, um die Welle zu brechen.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner forderte konkrete Maßnahmen zur Abstimmung der 27 Länder. „So wie Merkel bei den Ländern im Bund auf einheitliche Maßnahmen gedrungen hat, muss sie es jetzt auch bei den Ländern in Europa tun“, sagte Brantner der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen nicht nur gemeinsame Kriterien für Risikogebiete, sondern auch einheitliche Quarantäne und Testvorgaben.“

Genau das ist auch das Ziel von EU-Ratschef Charles Michel, der den Videogipfel einberufen hat. Konkret hofft er auf eine möglichst einheitliche Linie bei Quarantäneregeln, Tests und Tracing-Apps. Bisher habe man noch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, räumte Michel diese Woche ein.

Neuer Höchstwert: 16 774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

6.20 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.
Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10 272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Mittwoch, 28. Oktober

Drei größte Städte Litauens unter Quarantäne

22.34 Uhr: Das Land beschränkt vorübergehend Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten. Sie sind in dem baltischen EU-Land von Freitag an mit Ausnahme von Sport- und Kulturveranstaltungen bis zum 13. November untersagt. Für Sport- und Kulturveranstaltungen gelten in den zwei Wochen dabei Teilnahmebeschränkungen.

Die drei größten Städte – Vilnius, Kaunas und Klaipeda (Memel) –stehen seit Mittwoch unter Quarantäne. Hier gelten eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen für das Kultur-, Freizeit-, und Sportleben.

Bulgarien setzt auf Fernunterricht

22.32 Uhr: Der bulgarische Gesundheitsminister Kostadin Angelow teilte mit, ab Donnerstag müssten die Innenräume von Nachtlokalen für zwei Wochen schließen. Sportevents dürfen nun nur noch ohne Publikum stattfinden, Gymnasien und Universitäten müssen auf Fernunterricht umschalten.

An Konferenzen und Ausstellungen dürfen maximal 30 Personen teilnehmen. Theater, Kinos und Restaurants können mit verminderter Kapazität geöffnet bleiben. 

Slowakei steuert landesweite Massentests an

22.30 Uhr: Die Slowakei verlängerte am Mittwoch die landesweiten Ausgangsbeschränkungen bis zum 8. November. Die Menschen dürfen nur für notwendige Besorgungen außer Haus.

Das Kabinett beschloss zudem: Wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf sich vom 2. November an wieder frei im ganzen Land bewegen. Denn am Wochenende beginnen die landesweiten Massentests aller Personen zwischen zehn und 65 Jahren. 

Nächtliche Ausgangssperre in Tschechien

22.28 Uhr: Seit der Nacht auf Mittwoch gilt in Tschechien erstmals eine nächtliche Ausgangssperre. Die Menschen dürfen zwischen 21.00 und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht verlassen. Damit will die Regierung private Feiern und Treffen verhindern.

Ausnahmen gibt es unter anderem für das Gassigehen mit dem Hund in einem Umkreis von 500 Metern um den Wohnort. In der Hauptstadt Prag wird der öffentliche Nahverkehr entsprechend eingeschränkt.

Schweiz schränkt öffentliches Leben ein

22.26 Uhr: Die Schweiz schränkt zum Donnerstag das soziale Leben ein. Bars und Restaurants müssen abends um 23 Uhr schließen.

Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt, wie der Bundesrat erklärte. Tanzlokale werden völlig geschlossen, die Maskenpflicht wird ausgedehnt.

Einreisende müssen aber nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet kommen, das binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner mindestens 60 Coronavirus-Fälle mehr als die Schweiz ausweist.

Erneut Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen in Italien

22.24 Uhr:  In Italien gehen die Demonstrationen gegen die seit Anfang der Woche verschärften Corona-Schutzmaßnahmen weiter. Am Mittwoch demonstrierten Unternehmer und Beschäftigte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen in vielen Städten des Landes, darunter Mailand, Triest, Florenz und Neapel.

Die Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von mehr als fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Beschränkungen abfedern. Seit Montag müssen alle Lokale um 18 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

Frankreich geht erneut in den Lockdown

22.21 Uhr: Wegen der massiv gestiegenen Corona-Fallzahlen geht Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder in einen landesweiten Lockdown. Er beginnt an diesem Freitag und gilt vorerst bis zum 1. Dezember, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache ankündigte.

Anders als im Frühjahr sollen die Schulen unter strengen Hygiene-Auflagen offen bleiben. Auch die Wirtschaft solle „weder zum Stillstand kommen noch zusammenbrechen“, betonte Macron. Restaurants, Bars und alle nicht unentbehrlichen Geschäfte müssen ab Freitag allerdings für vorerst zwei Wochen schließen, wie Macron in seiner rund 20-minütigen Ansprache ausführte. Danach soll die Maßnahme neu bewertet werden.

Die Bürger sollen ihre Häuser nur noch aus zwingenden Gründen verlassen, etwa für die Arbeit, zum Einkaufen oder für einen Arzttermin. Private Treffen sollen auf die Kernfamilie beschränkt bleiben.

Neue Regeln ab November – Bundeskanzlerin informiert

18.15 Uhr: Bund und Länder haben am Mittwoch eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Einen Überblick über die Beschlüsse finden Sie hier.

In einer Pressekoferenz hat Angela Merkel über die Beschlüsse informiert. Unter anderem sagte sie zu den neuen Maßnahmen: „Heute ist ein schwerer Tag, auch für politische Entscheidungsträger, ich will das ausdrücklich sagen, weil wir wissen, was wir den Menschen zumuten.“ Sehen Sie sich die Pressekoferenz hier noch einmal an:

Milliarden Nothilfen für Unternehmen

17.14 Uhr: Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Gastro schließt ab 2. November

16.04 Uhr: Bund und Länder wollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Gastronomiebetriebe vom 2. November für den restlichen Monat schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Nur noch Angehörige zweier Hausstände gemeinsam

15.53 Uhr: Bund und Länder wollen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Corona-Berutungen. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über diese Einigung berichtet.

Profisport nur noch ohne Zuschauer

15.51 Uhr: Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Das gilt auch für die Fußballbundesliga. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den virtuellen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Freizeiteinrichtungen sollen weitgehend geschlossen werden

15.43 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Reisewarnung für die Türkei ab 9. November

15.35 Uhr: Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

Kontaktbeschränkungen sollen ab 2. November gelten

14.36 Uhr: Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach zwei Wochen - also etwa um den 11. November - wollen die Kanzlerin und die Regierungschef erneut beraten, die durch die Maßnahmen erreichten Ziele bewerten und notwendige Anpassungen vornehmen.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier wollen demnach Firmen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, 75 Prozent der November-Umsätze 2019 als aktuelle Kostenbeihilfe erstatten. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, bei kleinen Betrieben könnten bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden.

Im Anschluss sollte in der Bund-Länder-Schalte über die konkreten Kontaktbeschränkungen diskutiert und entschieden werden. Bis Weihnachten will man damit die massiv steigenden Infektionszahlen eindämmen. Laut einer Beschlussvorlage des Bundes sollen deutschlandweit Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden.

Aus Länderkreisen hieß es, in der länderinternen Vorbesprechung sei bereits bei vielen Punkte ein Konsens gefunden worden. Unklar war zunächst, um welche Punkte es sich handelte.

Neue Regeln für Corona-Verdienstausfälle

14.15 Uhr: Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Inzwischen werden aber auch einzelne Klassen nach Hause geschickt.

Wer eine „vermeidbare Reise“ in ausländische Risikogebiete macht, soll dagegen nach der Rückkehr für die Zeit der vorgeschriebenen Quarantäne keine Verdienstausfallentschädigung mehr bekommen. Ausgenommen sein sollen „außergewöhnliche Umstände“, etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger. Nicht dazu zählen andere private Feiern, Urlaubsreisen und verschiebbare Dienstreisen. Welche Länder die Bundesregierung als Risikogebiet einstuft, ist auf einer Online-Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) angegeben.

Die Gesetzespläne sehen zudem weitere Regelungen vor, die von der vom Bundestag festgestellten „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ ausgehen. So soll das Bundesgesundheitsministerium regeln können, dass auch Nichtversicherte Anspruch auf Schutzimpfungen und Testungen haben. Zudem soll die Nutzung einer digitale Einreiseanmeldung nach Aufenthalten in Risikogebieten vorgeschrieben werden können. Der Einsatz neuer Schnelltests soll erleichtert werden. Bei Bedarf sollen auch Kapazitäten tiermedizinischer Labore genutzt werden können.

Ökonomen fürchten um wirtschaftlichen Aufschwung bei Corona-Lockdown

12.45 Uhr: Die sich abzeichnenden erneuten Einschränkungen wegen steigender Corona-Infektionszahlen drohen nach Einschätzung von Volkswirten den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen. „Der Aufschwung wird sehr wahrscheinlich deutlich ausgebremst werden“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claus Michelsen, am Mittwoch in Berlin.

„Es drohen wieder schärfere Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.“ Das Pandemiegeschehen nehme Verbrauchern und Unternehmen die Zuversicht. Viele Unternehmen hätten noch mit den Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kämpfen und kaum noch finanzielle Reserven.

Sollten die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen beschlossen werden, dürfte das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer im vierten Quartal zum Erliegen kommen. Bestenfalls sei mit einer schwarzen Null gegenüber dem Vorquartal zu rechnen. „Die Wirtschaft lässt sich nicht wie eine Lampe ein- und abschalten, ohne dass es zu Schäden kommt.“

Zwar seien Industrie und Handel von den geplanten Maßnahmen nicht direkt betroffen, dürften aber trotzdem leiden, weil die allgemeine Unsicherheit steige und die Anti-Corona-Maßnahmen im Ausland ebenfalls verschärft würden, sagte Krämer.  

Melbourne feiert Ende des Corona-Lockdowns

12.15 Uhr: Einwohner und Geschäftsleute haben in der australischen Stadt Melbourne das Ende des monatelangen Corona-Lockdowns gefeiert. Die Ausgangssperre wurde Punkt 00.00 Uhr am Mittwoch aufgehoben, kurz darauf waren die Bars voll mit feiernden Gästen. Im Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne wurden am Mittwoch zwei neue Infektions- sowie zwei weitere Todesfälle registriert. „Wir haben sehr lange darauf gewartet“, sagte ein Barbetreiber. 

Hackerangriff auf Robert Koch-Institut verübt

11.45 Uhr: Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Es habe sich um einem sogenannten DDOS-Angriff (Distributed Denial of Service) gehandelt.

Bei DDoS-Attacken werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen in die Knie gezwungen. So können Angriffe im großen Stil ausgeführt werden. Wer hinter der Attacke steckt, sei bisher nicht bekannt und werde noch untersucht, heißt es vom ITZBund. Der staatliche IT-Dienstleister betreibt die Webseite des RKI. 

Polen überschreitet erstmals die 18.000er-Marke bei Corona-Infektionen

11 Uhr: In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 18.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 18.820 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2800) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Im gleichen Zeitraum starben 236 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 16.300 Fällen erst am Dienstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4851 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft. 

Spahn warnt vor Auslastung der Intensivstationen

10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einer Überforderung des deutschen Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe in der Corona-Pandemie gewarnt. „Wenn die Intensivstationen voll sind, dann ist es zu spät“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch dem Südwestrundfunk (SWR). „Noch auf einem verkraftbaren Niveau, Stand heute“, sagte Spahn. Es sei besser, jetzt die Welle zu brechen.

„Es liegt jetzt tatsächlich an uns, an uns allen“, sagte Spahn. Es gehe im um eine gemeinsame Kraftanstrengung im November, um die eigenen Kontakte zu reduzieren. Priorität hätte, dass Kitas und Schulen offen blieben, und dass die Wirtschaft weiterlaufen könne. Kontakte sollten vor allem im Freizeitbereich und im Privaten reduziert werden - etwa, um an Weihnachten die Situation wieder unter Kontrolle zu haben, sagte der Minister.

RKI meldet so viele Neuinfektionen wie nie zuvor

8.33 Uhr: In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages knapp 15.000 neue Coronavirus-Infektionsfälle gemeldet worden. Wie das RKI am Mittwochmorgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Dienstag insgesamt 14.964 neue Fälle registriert, nach 11.409 neuen Fällen am Vortag. Das ist ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland registrierten Infektionsfälle stieg demnach auf 449.275, die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle auf 10.098 - 27 mehr als am Vortag.

FDP-Chef Lindner äußert Zweifel an neuen Corona-Plänen

8 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die Verfassungsmäßigkeit der neuen Corona-Pläne des Bundeskanzleramts in Zweifel gezogen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle „unter anderem die Gastronomie komplett still legen“, erklärte Lindner am Mittwoch. „Das hielte ich für unnötig und deshalb auch für verfassungswidrig.“ Die Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen mit den Ländern am Mittwochnachmittag sieht vor, dass „Gastronomiebetriebe sowie Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen“ im November geschlossen werden sollen. 

Robert Koch-Institut kämpft erneut mit Datenpanne

7 Uhr: Erneut scheint das Robert Koch-Institut ein Problem mit der Datenübermittlung bei den Corona-Neuinfektionen zu haben. Auf dem RKI-Dashboard entsprechen die bundesweiten Zahlen zu Infektionen, Todesfällen und Genesenen den am Dienstagmorgen angezeigten, obwohl der Datenstand mit 28.10., 0.00 Uhr angegeben wird.

Bund will im November massive Beschränkungen für Freizeit und Reisen

6 Uhr: Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch sollen diese Maßnahmen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.

Ziel von Bund und Ländern sei es, „zügig die Infektionsdynamik zu unterbrechen, damit in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Beschränkungen“ erforderlich seien. „Familien und Freunde sollen sich auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können. Dazu bedarf es jetzt erneut, wie schon im Frühjahr, einer gemeinsamen Anstrengung.“

Gastronomie soll fast komplett geschlossen werden

Unter anderem sollen Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen geschlossen werden - ausgenommen Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch soll der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit deutschlandweit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, heißt es in dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

Der Bund will ferner touristische Übernachtungsangebote im Inland für fast den gesamten November verbieten. Übernachtungsangebote dürften nur noch für notwendige Zwecke gemacht werden, heißt es in dem Entwurf der Beschlussvorlage. Auch diese Regelung soll vom 4. November bis Ende des Monats gelten.

Schulen und Kitas sollen geöffnet bleiben

Außerdem will der Bund Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, deutschlandweit fast den ganzen November untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 4. November an bis Ende des Monats schließen. Laut Entwurf für die Beschlussvorlage des Bundes betrifft die Regelung auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen. Auch Messen, Kinos und Freizeitparks sollen schließen.

Schulen und Kindergärten will der Bund aber offen halten. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen in diesen Bereichen einführen. Der Einzelhandel soll demnach unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet bleiben. 

Frankreich plant weitere Corona-Maßnahmen

5 Uhr: Im Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Epidemie will die französische Regierung die Schraube weiter anziehen. Neue Maßnahmen seien unerlässlich, teilte Premierminister Jean Castex am Dienstagabend auf Twitter mit. Ins Detail ging er dabei nicht. Staatschef Emmanuel Macron werde sich am Mittwochabend an seine Landsleute wenden, hieß es in Kreisen des Élyséepalastes ohne weitere Einzelheiten. Auch andere europäische Länder setzen auf schärfere Maßnahmen - so dürfen Menschen in Tschechien nun ihre Häuser nachts nicht mehr verlassen.

In Frankreich wird über eine mögliche Ausweitung der bereits geltenden nächtlichen Ausgangssperre in 54 Départements oder einen Lockdown spekuliert, also eine weitere Einschränkung des öffentlichen Lebens - entweder auf nationaler Ebene oder in einzelnen, besonders betroffenen Regionen. Regierungschef Castex kündigte für Donnerstag eine Erklärung im Parlament an.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Auch die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten Todesopfer binnen 24 Stunden stieg stark an - am Dienstagabend meldeten die Behörden 523. Damit wurde wieder das hohe Niveau vom April erreicht. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt nun bei 35 500. 

Erneut Ausschreitungen in Italien – Polizei setzt Tränengas ein

1 Uhr: In Italien sind aus Protest gegen die verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. In mehreren Städten demonstrierten sie am Dienstagabend mit „Freiheit“-Rufen gegen die frühe Sperrstunde für Restaurants und andere Geschäfte. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Die Regierung in Rom kündigte unterdessen Wirtschaftshilfen in Höhe von über fünf Milliarden Euro für die am stärksten von der Pandemie betroffenen Bereiche an. Die Mittel würden in einem „einfachen und schnellen Verfahren“ ausgezahlt, versprach Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri am Dienstagabend. Bis Mitte November solle das Geld auf den Konten der Betroffenen sein, fügte er hinzu. Es sei unter anderem für Restaurants, Taxifahrer und dieUnterhaltungsbranche gedacht.  

Linke sagt Parteitag ab

22.45 Uhr: Die Linke hat den für das Wochenende in Erfurt geplanten Parteitag wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt. Dies hat der Parteivorstand am Dienstagabend entschieden, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Wann und wie die eigentlich geplante Wahl einer neuen Parteiführung nachgeholt wird, ist demnach noch offen. Als Alternative werden den Angaben zufolge drei Möglichkeiten diskutiert: Dezentrale Beratungen, eine Neuwahl des Vorstands per Briefwahl und ein nachgeholter Präsenzparteitag im kommenden Jahr.

Die Linke muss turnusmäßig eine neue Parteiführung wählen. „Auf Grund der Infektionslage zeichnete sich immer deutlicher ab, dass ein Bundesparteitag mit rund 1000 Teilnehmenden nicht verantwortungsvoll durchführbar sein wird“, erklärte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler in Berlin. „Daher haben wir schweren Herzens beschlossen, auch den bereits auf einen halben Tag verkürzten Parteitag zu verschieben.“

Schindler sprach von der Möglichkeit, die Debatten, Reden und die Vorstellung der Kandidaten über das Internet zu organisieren oder einen dezentralen Parteitag abzuhalten. Damit mache die Partei Gebrauch von einer Änderung im Parteiengesetz, die im November in Kraft treten werde. Wann und wie der Parteitag über die Bühne gehen soll, werde der Parteitag am 7. November beraten.

Bushido mit Coronavirus infiziert: „Nehmt die Sache ernst“

22.10 Uhr: Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. „Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten“, teilte der 42-Jährige am Dienstag auf Instagram mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account. „Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen“, so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt und weiter: „Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen.“ Damit verwies er wohl auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten.

Russland beantragt beschleunigte Registrierung von Impfstoff „Sputnik V“ bei der WHO

18.20 Uhr: Russland hat bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine beschleunigte Registrierung seines umstrittenen Corona-Impfstoffs beantragt. Eine solche Zulassung würde eine schnellere weltweite Verfügbarkeit des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ ermöglichen, erklärte der russische Staatsfonds RDIF, der den Impfstoff finanziert, am Dienstag. Im August hatte Russland den Impfstoff „Sputnik V“ zugelassen, ohne die letzte Testphase mit zehntausenden Probanden abzuwarten. Westliche Wissenschaftler übten damals scharfe Kritik an diesem Vorgehen. 

Berlin verzeichnet mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag

17.30 Uhr: In Berlin hat die Gesundheitsverwaltung erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Im Vergleich zum Vortag infizierten sich demnach 1040 weitere Menschen nachweislich mit dem Virus, wie die Senatsverwaltung am Dienstag mitteilte. Damit lag die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 137,2.

Seit Beginn der Pandemie in Berlin wurden in der Hauptstadt 28 063 Corona-Fälle gemeldet. 19 063 Menschen gelten inzwischen als genesen (365 mehr als am Vortag). 251 Infizierte starben, die Zahl veränderte sich im Vergleich zu Montag nicht. Der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten wurde mit 9,8 Prozent angegeben. Am Tag zuvor lag er bei 9,2 Prozent.

Unter den Berliner Bezirken hat Neukölln nach wie vor die meisten Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Der Wert lag bei 250,7, gefolgt von Mitte mit 215,2, Friedrichshain-Kreuzberg mit 193,5 und Tempelhof-Schöneberg mit 160,1.  

Angela Merkel will offenbar Kurzzeit-Lockdown beschließen 

15.15 Uhr: Bei der Sitzung mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel neue Maßnahmen gegen die Corona-Krise auf den Weg bringen. Dazu zählt offenbar auch ein „Wellenbrecher-Shutdown“. Das berichtet Focus-Online.

Bei diesem Konzept sollen mit in der Regel einer Woche Vorlauf bundesweit Einrichtungen schließen. Dazu zählen Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios und Vereine. Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte blieben geöffnet.

Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich. Im Vorfeld hatte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bereits befristete Schließung zahlreicher Einrichtungen für zwei Wochen angepriesen. 

Die Kanzlerin warnte am Dienstag davor, dass Deutschland in Situationen kommen könnte, „die ausgesprochen schwierig sind“. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionszahlen – auf bis zu 20.000 schon bis zum Wochenende.

Söder möchte zweiten Lockdown vermeiden

14.45 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie keinen kompletten zweiten Lockdown wie im Frühjahr. Höchste Priorität habe für ihn, Schulen und Kitas möglichst lange offen zu halten, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. „Für mich ist klar, die Schulen und Kitas werden als letztes geschlossen, Schulen und Kitas werden als erstes geöffnet.“

Söder maß den Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch erneut große Bedeutung bei. „Wir müssen uns morgen bewähren“, sagte er. Es gehe darum, nun geschlossen die richtigen Beschlüsse zu fassen - „lieber mit einer wirksamen Therapie als mit reinen Placebos“.

Jedem müsse nun klar sein, dass der größte Schaden für die Wirtschaft eine verschleppte Situation sei. „Verzögern wird nicht helfen, Verschleppen verschlimmert.“ Deshalb gelte für die morgigen Beschlüsse: „Lieber schneller und konsequent als verzögert und verlängert.“ 

Ärzte und Pfleger arbeiten in Belgien trotz Corona-Infektion weiter 

14.30 Uhr: Dutzende Ärzte und Pfleger in den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich sind nach Angaben von Gewerkschaftern trotz Infektion mit dem Coronavirus im Dienst. „Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung“, sagte Philippe Devos vom belgischen Verband der medizinischen Gewerkschaften am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln.

Belgien ist nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC EU-weit das Land mit den meisten Corona-Infektionen binnen 14 Tagen pro 100 000 Einwohner - dieser Wert lag am Dienstag bei 1390,9.

Berlin verlängert umstrittene Sperrstunde

14 Uhr: Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag am Rande einer Senatssitzung an.

Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei solange notwendig, solange die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde. Sie gilt in Berlin seit gut zwei Wochen in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr. 

Schleswig-Holstein kündigt härtere Kontaktbeschränkungen an

13 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen will Schleswig-Holstein harte Kontaktbeschränkungen ergreifen. Die Zahl 10 werde die Obergrenze für alle Bereiche in den nächsten drei Wochen sein, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel.

Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen will Schleswig-Holstein generell harte Kontaktbeschränkungen ergreifen. Die Zahl 10 werde die Obergrenze für alle Bereiche auch im Freien in den nächsten drei Wochen sein, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel. Dies gelte auch für den Sport, so dass maximal 10 Personen in getrennten Kohorten noch trainieren dürfen. Der Spielbetrieb im Amateurfußball müsse pausieren. Diese Maßnahmen sollen am Freitag in einer Landesverordnung beschlossen werden.

Die Kontaktbeschränkungen würden unabhängig von den Ergebnissen gelten, die am Mittwoch bei der Video-Schalte der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen werden, betonte Günther. Zugleich kündigte er an, dass die Maskenpflicht im Schulunterricht ab Klasse 5 um drei Wochen verlängert wird. Sie war nach den Herbstferien am 19. Oktober in Schleswig-Holstein zunächst für 14 Tage eingeführt werden.

Zudem wird die Maskenpflicht auch auf die Grundschulen, also die Klassen 1 bis 4 ausgeweitet. Dies gelte aber nur in Regionen, in denen der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten werde, erläuterte der Regierungschef. In Schleswig-Holstein sollen Veranstaltungen in den nächsten drei Wochen maximal mit 100 Personen stattfinden dürfen.

Vatikan sagt traditionelle Christmette mit Papst Franziskus ab

12.30 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie feiert Papst Franziskus die traditionelle Christmette in privater Form. Das geht aus einer Verbalnote hervor, die vom vatikanischen Staatssekretariat an die Botschafter beim Heiligen Stuhl versendet wurde. Inwieweit überhaupt Gläubige an dem Gottesdienst zu Heiligabend teilnehmen können, war vom Büro für die päpstlichen Zeremonien und beim vatikanischen Presseamt am Dienstag zunächst nicht zu erfahren.

Bereits zu Ostern hatte der Papst angesichts der Corona-Krise die sonst von Zehntausenden besuchten Gottesdienste nur mit wenigen Geistlichen, Ordensfrauen und Vatikanmitarbeitern gefeiert. Den Segen „Urbi et orbi“ erteilte Franziskus im leeren Petersdom. Üblicherweise hält der Papst auch am Weihnachtstag eine Ansprache von der Mittelloggia des Petersdoms und spendet den Segen „für die Stadt und den Erdkreis“.

Belgien steht vor zweitem Lockdown

11.45 Uhr: In Belgien drohen angesichts rasant steigender Ansteckungszahlen mit dem neuartigen Coronavirus erneut drastische Einschränkungen. Im stark betroffenen französischsprachigen Landesteil und in der Hauptstadt Brüssel galt am Dienstag bereits ein „teilweiser Lockdown“, Flandern könnte nach einer Krisensitzung am Abend nachziehen. Auf nationaler Ebene war bislang versucht worden, allgemeine Lockdown-Maßnahmen zu vermeiden - nun kommen sie offenbar doch. Landesweit wurden in Belgien in den vergangenen sieben Tagen im Durchschnitt jeweils über 13.000 neue Fälle festgestellt - mehr als im um ein vielfaches größeren Deutschland.

CDU-Vize Strobl fordert befristeten Corona-Lockdown

10.30 Uhr: Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl fordert bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen einen zeitlich begrenzten Corona-Lockdown in Deutschland. Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, müssten Maßnahmen in den Blick genommen werden, „etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen“, sagte Strobl am Dienstag dem Nachrichtenportal „The Pioneer“. Auch Schulen, Kitas und Geschäfte müssten dann schließen, sagte Strobl. So könne das Infektionsgeschehen zum Stillstand gebracht werden. Zudem brauche es wieder Grenzkontrollen. Der Vorteil dieser „sehr, sehr harten“ Lösung wäre die zeitliche Begrenzung, so der CDU-Vize. Dann wären ein Weihnachtsgeschäft und ein gemeinsames Weihnachten mit der Familie wieder möglich.

Zuvor hatte auch der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, einen „kurzen, scharfen Lockdown“ ins Spiel gebracht. „Zwei, drei Wochen keine Umsätze - und dann kann es wieder losgehen“, sagte Fratzscher am Montag im SWR. Die Wirtschaft könne auf diesem Weg relativ schnell wieder zur Normalität zurückkehren. Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Mehrheit der Deutschen hält Corona-Maßnahmen für ausreichend

7.45 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen hält die derzeitigen Corona-Maßnahmen einer Umfrage zufolge für ausreichend. In dem am Dienstag veröffentlichten „Deutschlandtrend“ des ARD-„Morgenmagazins“ gaben 51 Prozent der Befragten an, die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Pandemie seien ausreichend. Für 32 Prozent gehen die Einschränkungen angesichts stark steigender Neuinfektionszahlen nicht weit genug. 15 Prozent erachten sie als zu weitgehend. Zwei Prozent machten keine konkreten Angaben.

Im Vergleich zu Anfang Oktober ist damit sowohl die Anzahl derjenigen gewachsen, denen die geltenden Einschränkungen zu weit gehen (plus vier Prozentpunkte), als auch die Gruppe von Menschen, denen die Maßnahmen nicht weit genug gehen (plus fünf Prozentpunkte). Die Kontrollen zur Einhaltung der bestehenden Corona-Maßnahmen bewerten 50 Prozent der Befragten als nicht weitgehend genug. 34 Prozent empfinden die Kontrollen als ausreichend, zehn Prozent gehen die bestehenden Kontrollen zu weit. Sechs Prozent machten keine konkreten Angaben. Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap im Auftrag des ARD-„Morgenmagazins“ vom 22. bis 24. Oktober 1036 Wahlberechtigte.

Schwere Ausschreitungen in Italien – 11 Beamte verletzt

7 Uhr: Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es in der Nacht zum Dienstag gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Dutzende wurden Polizeiangaben zufolge abgeführt. Bei den Ausschreitungen seien mindestens elf Beamte verletzt worden.

Bei den Protesten Hunderter Menschen gegen die Corona-Beschränkungen in den beiden norditalienischen Städten hätten Demonstrierende unter anderem mit Steinen, Flaschen und Molotow-Cocktails geworfen, meldete Ansa. Auch Schaufenster von Geschäften wurden zerstört. Die Polizei setzte demnach Tränengas ein.

Auch in weiteren Städten wie Neapel und Triest gingen die Menschen auf die Straße. Bereits am Wochenende war es in Neapel und in Rom zu Gewalt bei Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Maßnahmen der Regierung angesichts der zuletzt stark angestiegenen Neuinfektionszahlen.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet. 

Erneut mehr als 11.000 Coronavirus-Neuinfektionen

6.45 Uhr: In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages mehr als 11.000 neue Coronavirus-Infektionsfälle gemeldet worden. Wie das RKI am Dienstagmorgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Vortag insgesamt 11.409 neue Fälle registriert. Dies war ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Montag, als das RKI 8685 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet hatte. Allerdings fallen die am Wochenende übermittelten Zahlen üblicherweise niedriger aus als an anderen Tagen. 

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland 449.275 Ansteckungsfälle erfasst. Die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland liegen seit Tagen deutlich über den bisherigen Höchstständen vom Frühjahr. Allerdings sind die Werte schwer vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr auf das neuartige Virus getestet wird als damals. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg mittlerweile auf 10.098, wie das RKI am Dienstag weiter mitteilte. Dies sind 42 Verstorbene mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag dem Institut zufolge bei etwa 326.700.

Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

22.07 Uhr: Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263 572 Corona-Infektionen und 2337 Todesfälle registriert.

Eine weitere Maßnahme sieht vor, dass die noch geöffneten Geschäfte wie Supermärkte sonntags schließen müssen. Bereits seit anderthalb Wochen sind die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen wie den Weg zur Arbeit, Sport und Einkaufen. In Tschechien gilt seit Anfang Oktober der Notstand. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken.

Bundesregierung plant wohl weitere Einschränkungen

20.05 Uhr: Das Kanzleramt will nach „Bild“-Informationen bei der Bund-Länder-Runde am Mittwoch wegen der rasant zunehmenden Corona-Neuinfektionen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend.

Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut „Bild“ will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen. Merkel berät bereits am Mittwoch wieder mit Ministerpräsidenten über Corona-Pandemie.

16.20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am kommenden Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit. Seibert unterstrich, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter seien kaum mehr möglich. Ursprünglich sollten die Beratungen am Freitag stattfinden.

Die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu, die Kapazitäten nähmen entsprechend ab, machte Seibert deutlich. Vor dem digitalen Treffen der Ministerpräsidenten der Länder Ende dieser Woche wurden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Nürnberg sagt weltberühmten Christkindlesmarkt ab

16 Uhr: Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg am Montag mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen mit.

Französischer Wissenschaftsrat besorgt über Corona-Lage

Die aktuelle Corona-Welle wird nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rates der französischen Regierung „stärker sein als die erste“. Er sei von der „Brutalität“ der Zunahme der Neuinfektionen in den jüngsten 15 Tagen überrascht, sagte Jean-François Delfraissy, der Leiter des Beratungsgremiums, am Montag dem Radiosender RTL.

Delfraissy sprach von einer kritischen Lage und einer hohen Dunkelziffer bei den Neuinfektionen: „Es gibt wahrscheinlich mehr als 50 000 Fälle pro Tag. Der wissenschaftliche Rat schätzt, dass wir eher rund 100 000 Fälle pro Tag haben.“ Davon gehe der Rat angesichts der gemeldeten Neuinfektionen, aber auch der nicht diagnostizierten und asymptomatischen Fälle aus. Delfraissy schloss eine Ausweitung der bereits existierenden Ausgangssperren nicht aus.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die jeden Abend bekanntgegebene Anzahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Am Sonntagabend wurden erstmals seit Beginn der großflächigen Testungen mehr als 52 000 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden erfasst.

Seit Samstag gilt in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Sie gilt in 54 Départements und im Überseegebiet Französisch-Polynesien. In den Nachtstunden dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür.

Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag auf RKI-Gebäude in Berlin

13.30 Uhr: Nach dem Brandanschlag auf ein Gebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin sind bislang keine Tatverdächtigen bekannt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Ermittelt wird wegen versuchten Brandstiftung.

Gegen die Fassade waren laut Polizei in der Nacht zum Sonntag Brandsätze geworfen worden. Verletzt wurde niemand. Ein Sicherheitsmitarbeiter hatte demnach mehrere Personen gesehen, die Flaschen geworfen hätten. Darin soll eine brennbare Flüssigkeit gewesen sein. Der Mitarbeiter konnte die Flammen löschen. Die Verdächtigen flüchteten.

Weil es sich um eine Liegenschaft des RKI handelt, wird laut Polizei auch eine politische Motivation geprüft. Betroffen war ein Institutsgebäude im südlichen Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg, nicht das Hauptgebäude im Nordwesten der Hauptstadt.

Das RKI ist eine Gesundheitsbehörde, die auch für Infektionskrankheiten wie etwa Covid-19 zuständig ist. Die Einrichtung spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Das Institut wollte sich am Montag auf dpa-Anfrage nicht äußern und verwies auf das Landeskriminalamt.  

Lockdown für bayerischen Landkreis Rottal-Inn angeordnet

12 Uhr: Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 00.00 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit. Am Sonntag lag der Schwellenwert in dem Kreis laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei etwa 228 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Neben dem Landkreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn aktuell der zweite Landkreis in Bayern mit Ausgangsbeschränkungen. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbar strikten Ausgangsbeschränkungen.

Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie es in einer Mitteilung heißt. Am Nachmittag wollten Gesundheitsministerin Melanie Huml und Landrat Michael Fahmüller (beide CSU) über die Maßnahmen informieren.

Letzte Woche wurden bereits im Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich ähnliche Ausgangsbeschränkungen verhängt, weil es Werte von fast 300 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von einer Woche gab. Die Menschen dürfen nur noch aus triftigen Gründen aus dem Haus.

Österreichs Kanzler Kurz kokettiert mit zweitem Lockdown

10 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz am Montag in Wien. Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. „Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird,“ so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.

Mittelstand befürchtet gewaltige Corona-Pleitewelle

8.35 Uhr: Angesichts der neuen Welle von Corona-Infektionen fürchtet der Mittelstandsverband eine Pleitewelle spätestens nach der kommenden Bundestagswahl. Er erwarte eine starken Zunahme der Unternehmensinsolvenzen und einen „massiven Verlust von Arbeitsplätzen“, sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der „Augsburger Allgemeinen“ vom Montag.

In diesem Herbst werde die Insolvenzwelle „noch nicht in der Breite sichtbar werden“, sagte er mit Blick auf die bis Ende Dezember ausgesetzte Insolvenzantragspflicht. „Hier drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Politik versucht, die drohende Pleitewelle im Mittelstand - und damit einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit - so lange wie möglich aufzuschieben, am besten bis nach der Bundestagswahl“, sagte der Mittelstandspräsident weiter.

Er warnte zudem vor einem zweiten Lockdown: „Das wäre der wirtschaftliche GAU für unser Land. Bei einem zweiten Lockdown würde die Zahl der Insolvenzen dramatisch steigen - und damit die Arbeitslosigkeit.“  

Lauterbach plädiert für Teil-Lockdown

8.15 Uhr: Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rufen angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen zu verstärkter Arbeit im Homeoffice auf. „Wir appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und sich an die bekannten Hygienemaßnahmen zu halten“, erklärten die drei Politiker in einem gemeinsamen Statement gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben).

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich in der „Passauer Neuen Presse“ (Montag) für einen „sehr kurzen, zeitlich eng begrenzen Teil-Lockdown“ zur Eindämmung des Virus aus.

„Wir müssen vor allem die Schulen und Kitas sowie Betriebe in Deutschland offen halten.“ Damit das gelinge, müssten auch hier die Kontakte so weit wie möglich begrenzt werden, in den Schulen durch reduzierte und entzerrte, digital gestützte Unterrichtsmodelle und im Beruf durch verstärktes Homeoffice. „Unser oberstes Ziel bleibt es, die Verbreitung des Virus einzudämmen und somit die Gesundheit der Menschen in Deutschland zu schützen“, betonten die SPD-Politiker gegenüber den Zeitungen des RND.

„Wir befinden uns in einem exponentiellen Infektionsverlauf, der schnell zur Überlastung unseres Gesundheitssystems führt, wenn wir den Trend nicht wirksam durchbrechen.“ In der kommenden Woche solle in der Koalition und in enger Abstimmung mit den Ministerpräsidenten und dem Deutschen Bundestag darüber beraten werden, welche weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie notwendig seien.

„Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit sind familiäre Kontakte wichtig. Wenn wir alle jetzt noch mehr Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen, erhöhen wir die Chance, Weihnachten im Kreise unserer Angehörigen und engen Freunde feiern zu können.“ 

Israel startet erste klinische Studien mit Corona-Impfstoff

8 Uhr: In Israel beginnen in der kommenden Woche die ersten klinischen Studien für einen Corona-Impfstoff. Die „notwendigen Bewilligungen“ zur Aufnahme klinischer Tests mit dem Stoff „BriLife“ seien erfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag mit.

Mit der Entwicklung des Impfstoffs hatte Regierungschef Benjamin Netanjahu zu Pandemie-Beginn das israelische Institut für biologische Forschung (IIBR) beauftragt. Die klinischen Studien sind auf mehrere Monate angesetzt. „Unser Ziel ist, 15 Millionen Dosen für die Einwohner Israels und unsere engen Nachbarn zu produzieren“, erklärte IIBR-Chef Schmuel Schapira.

Trotz strenger Alltagsbeschränkungen hat sich das Coronavirus in Israel stark ausgebreitet. Mehr als 2370 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, bei mehr als 300.000 Menschen wurde der Erreger nachgewiesen. 

Robert Koch-Institut meldet mehr als 8600 Corona-Neuinfektionen

6 Uhr: Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen.

Am Samstag war mit 14 714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10 000.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437 866 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 26.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10 056. Das RKI schätzt, dass rund 321 600 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,45 (Vortag: 1,36). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Angeblich hat Venezuela ein hochwirksames Mittel gegen Corona entdeckt

3.30 Uhr: In Venezuela ist angeblich ein hochwirksames Mittel gegen das Coronavirus entdeckt worden. Ein Molekül namens DR-10 vernichte Covid-19 zu hundert Prozent, ohne Nebenwirkungen zu verursachen, verkündete der autoritäre Staatspräsident Nicolás Maduro am Sonntag (Ortszeit) in einer Ansprache.

Das habe eine sechsmonatige Studie des staatlichen Forschungsinstituts IVIC ergeben. Sowohl er als auch das IVIC per Twitter bezeichneten Covid-19 fälschlicherweise als Virus - vermutlich meinten sie das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst.

Das Molekül sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden, sagte Maduro weiter. Der Prozess der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um der Welt diese Behandlung anzubieten, habe schon begonnen.

Die WHO hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen gezeigt hätten. Darunter war auch Remdesivir, das die US-Arzneimittelbehörde FDA vergangene Woche zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen zuließ. Die Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie waren allerdings noch in keinem begutachteten Fachjournal erschienen und von Wissenschaftlern geprüft worden.

Mehr als 52.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich

20.00 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Frankreich hat erstmals die Marke von 50.000 übersprungen. Insgesamt steckten sich binnen 24 Stunden mindestens 52.010 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus an, wie die Gesundheitsbehörden am Sonntagabend mitteilten. Seit Samstag wurden zudem 116 neue Todesfälle gemeldet.

Missachtung von Hygieneregeln bei Demo in Berlin

19.45 Uhr: Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen sind am Sonntag in der Hauptstadt erneut Demonstranten auf die Straße gegangen. Dabei verstießen Gegner der Corona-Politik gegen die Maskenpflicht.

Die Polizei sprach von rund 2000 Menschen, die sich auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte versammelten. Die Situation war dort zeitweise unübersichtlich, weil Menschen aus der Menge ausbrachen. Die Polizei sprach von einer „dynamischen Lage“. „Es wurde weitgehend weder der Mindestabstand noch die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung eingehalten“, twitterte die Polizei. Dies waren jedoch Auflagen gewesen. Die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit 600 Kräften im Einsatz.

Spaniens Regierung ruft erneut Notstand aus

14.45 Uhr: Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. „Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle“, so Sánchez.

Gesundheitsminister bittet per Videobotschaft um Mithilfe

14.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erstmals seit seinem positiven Corona-Test per Video zu Wort gemeldet und an die Bevölkerung appelliert, bei der Eindämmung des Virus mitzuhelfen. Der 40-Jährige postete die Aufnahme am Sonntag auf seiner Facebookseite. Vor hellgrauer Wand neben einem Blumenstrauß in weißem Hemd und blauer Strickjacke bedankt sich der Gesundheitsminister nach einem kurzen „Hallo, hier ist Jens Spahn“ zunächst für die vielen Genesungswünsche, die ihn erreicht hätten.

„Mir geht's soweit den Umständen entsprechend ganz gut. Die Erkältungssymptome sind bisher jedenfalls, toi toi toi, nicht stärker geworden.“In dem knapp 3-minütigen Clip erklärt Spahn, dass seine engeren Mitarbeiter im Ministerium bisher alle negativ getestet worden seien und von zu Hause aus arbeiteten. Er bedankt sich zudem bei den Gesundheitsämtern für ihre Arbeit. Fast 15 000 Neuinfektionen an nur einem Tag, das sei besorgniserregend. Gemeinsames Ziel sei es, die Kurve abzuflachen und das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Spahn war am Mittwoch als erster Bundesminister positiv auf Corona getestet worden.

Festnahmen und Gewalt bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Rom 

14 Uhr: In Italiens Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizisten zur Verstärkung anrückten, wurden demnach Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu.

An dem nicht genehmigten und von der neofaschistischen Partei Forza Nuova organisierten Protest hatten sich den Medienberichten zufolge Hunderte Menschen beteiligt. Parteichef Roberto Fiore schrieb am Sonntag auf Twitter, die italienischen Lebensgrundlagen würden „im Namen einer „Pseudo-Pandemie“ geopfert“. „Die Italiener zeigen, dass sie Einschränkungen und wirtschaftliche Euthanasie im Namen einer „Pseudo-Pandemie“ nicht länger tolerieren können“, so Fiore.

Forza Nuova, die bei der Parlamentswahl 2018 weniger als 0,4 Prozent der Stimmen erhalten hatte, war auch an den gewalttätigen Protesten am späten Freitagabend in Neapel beteiligt gewesen. Italiens Vize-Innenminister Matteo Mauri beschrieb das dortige Geschehen anschließend als „Stadtguerilla“-Vorfälle, die von „(Fußball-)Hooligans, kriminellen Gruppen und politischen Extremisten“ angeheizt worden seien. 

Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin begonnen

12.50 Uhr: Eine Demonstration gegen staatliche Corona-Auflagen hat am Sonntagmittag in Berlin begonnen. Die Polizei sprach zum Auftakt am Alexanderplatz von mehreren hundert Teilnehmenden. Es gab die Pflicht, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Polizei wies darauf mit Durchsagen hin. Zudem müsse der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, hieß es auf dwer Demonstration.

Der Protestzug am Mittag sollte bis zu einem ehemaligen Kino führen, in dem ursprünglich der „World Health Summit“ geplant war. Die Veranstaltung findet wegen steigender Infektionszahlen inzwischen aber online statt. Alle Ansprachen und Debatten - unter anderem sollten der Virologe Christian Drosten und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprechen - würden digital gehalten, hatte eine Sprecherin des Gipfels mitgeteilt.

Eine weitere, größere Demonstration von Gegner der Corona-Maßnahmen war am Nachmittag in Berlin im Tiergarten am Großen Stern geplant.

Corona-Ampel für München springt auf „Dunkelrot“

10.09 Uhr: In der Corona-Pandemie ist in der bayerischen Landeshauptstadt ein weiterer kritischer Wert der Neuinfektionen überschritten worden. Nach Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Sonntag (00:00 Uhr) liegt der Wert bei 100,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Damit hat München nach der bayerischen Corona-Ampel nun den Status „Dunkelrot“. Ab einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 100 müssen die Bewohner der betroffenen Kommune mit verschärften Einschränkungen im Alltag rechnen. So müssen Restaurants um 21.00 Uhr schließen.

Erneuter Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA

08.10 Uhr: Anderthalb Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist im Land am zweiten Tag in Folge ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Samstag (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 88.973 neue Ansteckungsfälle erfasst. Damit wurde der am Vortag bekanntgegebene Rekordwert von knapp 80.000 Neuinfektionen nochmals deutlich übertroffen.

Derzeit breitet sich das neuartige Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus. Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungsfälle in den Vereinigen Staaten stieg nach Angaben der Universität inzwischen auf knapp 8,57 Millionen. Die Zahl der Todesopfer wuchs um weitere 906 auf mehr als 224.000. In absoluten Zahlen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Gesundheitsämter melden 11.176 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

6.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429 181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren es noch 5587 Neuinfektionen an einem Tag.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.032. Die Marke von 10.000 war am Vortag überschritten worden.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,36 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa, afp, red)

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