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Corona-Newsblog: Weniger als hundert neue Todesfälle in New York gemeldet

Die COVID-19-Pandemie, oder auch Corona-Krise genannt, beschäftigt die Welt seit Anfang des Jahres. Wir halten Sie im Liveblog mit den wichtigsten News rund um den Globus auf dem Laufenden. 

Weniger als hundert neue Coronavirus-Todesfälle in New York gemeldet

Im US-Bundesstaat New York ist die Zahl der neu gemeldeten Coronavirus-Todesfälle auf den geringsten Wert seit zwei Monaten gesunken. In den vergangenen 24 Stunden seien 84 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag. „Das sind gute Nachrichten.“ Der Bundesstaat verzeichnete somit den geringsten täglichen Anstieg der Totenzahlen seit dem 24. März. Nach Angaben des Gouverneurs sinken auch die Zahlen der Corona-Infizierten in den Krankenhäusern, der beatmeten Patienten und der Neuinfektionen. Es seien „echte Fortschritte“ zu beobachten, sagte Cuomo. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in New York Anfang April waren in dem Bundesstaat täglich mehr als tausend Corona-Patienten gestorben. Besonders schwer betroffen war die Millionenstadt New York.

Tui will schon bald Touristen nach Mallorca fliegen

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen - unter anderem nach Mallorca. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten. Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen. „Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.“

Joussen kündigte an, schon bald den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen zu wollen. Am Samstag hatte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez dann in einer Rede an die Nation angekündigt, den Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen ab Juli wieder aufnehmen zu wollen. „Wir halten uns an die offiziellen Vorgaben und stehen mit den lokalen Behörden in Kontakt“, sagte ein Tui-Sprecher. „Sobald es von ihnen grünes Licht gibt, sind wir startbereit.“ (dpa)

Spanien kündigt Grenzöffnung für Touristen erst für Juli an

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. „Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. „Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen“, erklärte der sozialistische Politiker.

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Spanische Regierung gibt grünes Licht für Liga-Neustart am 8. Juni

Die spanischen Fußball-Profiligen dürfen ab dem 8. Juni den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Das gab Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation bekannt. Die Erlaubnis gilt für die Primera División und auch für die zweite Liga. Nach den bisherigen Plänen der La Liga soll der Neustart am 12. Juni erfolgen. Einen konkreten Spielplan mit Terminen gibt es aber noch nicht. Der Spielbetrieb ist in Spanien seit dem 12. März unterbrochen.

Mehrere Corona-Fälle nach Restaurantbesuch

Nach dem Besuch eines Lokals im niedersächsischen Landkreis Leer sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Darunter ist auch der Betreiber des Restaurants. „Es waren Gäste, die infiziert waren, bei mir im Restaurant“, sagte der Inhaber, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen seien vier Gäste und er selbst positiv getestet worden. Bei drei Freunden von ihm sei das Virus ebenfalls nachgewiesen worden. Ob sich das Virus am 15. Mai beim Eröffnungsabend seines Lokals „Alte Scheune“ in der Gemeinde Moormerland verbreitet habe, wisse er nicht.

Es sei auch möglich, dass sich die Menschen vor oder nach dem Abend infiziert hätten. An dem Abend mit geladenen Gästen waren insgesamt 40 Menschen im Restaurant. Kampen zufolge wurden die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Nach Angaben des Landkreises Leer wurden dem Gesundheitsamt sieben positive Befunde mitgeteilt, die in Zusammenhang mit dem Restaurantbesuch stehen. Für mindestens 50 Menschen ist demnach vorsorglich häusliche Quarantäne angeordnet worden.

China beschränkt internationale Flüge noch bis Oktober

China wird internationale Flüge wegen der Pandemie mit dem neuen Coronavirus noch mindestens bis Oktober stark beschränken. Während der innerchinesische Luftverkehr nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ vom Samstag wieder die Hälfte des Vorkrisenniveaus erreicht hat, hält die Luftverkehrsbehörde an den Einschränkungen für Flüge aus dem Ausland fest.
Seit Ende März gilt eine „Fünf-Eins-Regel“, die pro Fluggesellschaft nur einmal die Woche einen Flug auf einer Strecke in ein Land erlaubt. Die chinesische Zeitung „21st Century Business Herald“ berichtete aus einer Anweisung der Luftverkehrsbehörde, dass die Vorschrift „mindestens bis Oktober“ umgesetzt werde.

Wieder mehr Corona-Neuinfektionen in Russland

In Russland ist die Zahl neuer Corona-Fälle wieder gestiegen. Die Behörden in Moskau meldeten am Samstag mehr als 9400 Neuinfektionen. In den Tagen zuvor war die Marke von 9000 nicht mehr überschritten worden. Damit haben sich landesweit mehr als 335.800 Menschen nachweislich angesteckt. 3388 Patienten starben mit dem Virus. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt Russland bei den registrierten Infizierten etwa gleichauf mit Brasilien. Experten gehen jedoch von hohen Dunkelziffern aus.

Verhandlungen zwischen Lufthansa und Bundesregierung dauern an

Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und der Lufthansa über ein milliardenschweres Rettungspaket dauern an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Samstag ist unklar, wann genau es zu einem Ergebnis kommt. Fraglich war, wann genau der maßgebliche Ausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zusammenkommt. Darin sitzen vor allem Vertreter der federführenden Bundesministerien. Zu klären sind bei dem Rettungsplan noch technische und rechtliche Fragen. Der WSF-Lenkungsausschuss soll dann der Lufthansa ein finales Angebot für ein Stützungspaket unterbreiten. Dann befassen sich die Führungsgremien der Lufthansa damit. Auch die EU-Kommission muss zustimmen.

Politisch besteht in der Bundesregierung seit einigen Tagen Einigkeit. Der Rettungsplan sieht Steuergelder von insgesamt neun Milliarden Euro vor, um die in der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa zu stützen. Der Bund will sich mit 20 Prozent direkt an der Airline beteiligen. Dies läge unter der sogenannten Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Bundesregierung und Unternehmen hatten vor wenigen Tagen deutlich gemacht, sie erwarteten in Kürze eine Entscheidung bei den Verhandlungen.

Thüringen will allgemeine Corona-Beschränkungen beenden

Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch. „Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen (Samstag). Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der nächsten Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden.

Merkel verteidigt Einschränkungen von Grundrechten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Einschränkung von Grundrechten in der Corona-Krise erneut als „Zumutung“ für die Demokratie bezeichnet - die Maßnahmen aber zugleich verteidigt. Die CDU-Politikerin sagte in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Podcast zum Verfassungstag am 23. Mai, sie könne Sorgen von Bürgern angesichts der Einschränkungen in der Pandemie verstehen. Die Regierung mache es sich mit den Beschränkungen von Grundrechten nicht einfach.

„Deshalb sollen sie so kurz wie möglich sein. Aber sie waren notwendig, und das haben wir auch immer wieder begründet, weil wir uns der Würde der Menschen verantwortlich fühlen, so wie es im Artikel 1 unseres Grundgesetzes gesagt ist.“ Dazu gehöre, dass eine Überforderung des Gesundheitssystems verhindert werden sollte, dies sei glücklicherweise auch gelungen, so Merkel.

Mehr als 177.700 Infektionen in Deutschland

Bundesweit sind bis Samstagvormittag über 177.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 177.200 Infektionen). Mindestens 8199 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 8173). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 22.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Corona-Infektionen nach Gottesdienst

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online“, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64), am Samstag. „Bei uns ist es eine schwierige Lage.“ Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ berichtet.

Die genaue Zahl der Betroffenen konnte Pritzkau nicht nennen. Die meisten seien Zuhause, sechs befänden sich in Krankenhäusern. Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, wollte den Fall weder bestätigen noch dementieren: „Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht.“ Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er „nicht genau sagen“, meinte Pritzkau. „Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.“ Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Kretschmer zweifelt an Corona-App

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Zweifel an der für Mitte Juni geplanten Corona-Warn-App geäußert. „So wie die Corona-App jetzt auf den Weg gebracht worden ist, bringt sie keine ausreichende Sicherheit“, sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Wichtig sind für die Leute heute 1,50 Meter Abstand und Tragen von Mund-Nasenschutz.“ Ähnlich äußerte sich Tabea Rößner, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Netzpolitik und Verbraucherschutz. „Ich warne davor zu sagen, das ist das Allheilmittel. Die App ist wichtig, aber wir bekämpfen nicht mit ihr allein die Pandemie. Wichtig ist, dass wir ausreichend Testkapazitäten haben und eine klare Begleitung vom Gesundheitsamt“, sagte sie den Funke-Zeitungen.

Viel Vertrauen gehe verloren durch Vorschläge wie Zugang zum Schwimmbad nur mit App, kritisierte Rößner. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe der App mit der Idee eines Immunitätsausweises geschadet. „Durch die Vielstimmigkeit und das Chaos der letzten Wochen haben wir nicht nur Zeit verloren“, führte Rößner aus. „Die App verliert auch an Akzeptanz, das finde ich fatal. Denn das funktioniert nur mit Vertrauen.“ Die Corona-Warn-App soll Mitte Juni fertig sein. Sie soll mithilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe einer anderen Person aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet hat. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten.

Frankreich erlaubt Wiederaufnahme religiöser Versammlungen

In Frankreich ist seit Samstag wieder die Teilnahme an Gottesdiensten erlaubt. Das geht aus einem am selben Tag veröffentlichten entsprechenden Dekret hervor. Der französische Staatsrat hatte bereits am Montag die Aufhebung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Verbots religiöser Zusammenkünfte innerhalb von acht Tagen gefordert und argumentiert, das „allgemeine und absolute Verbot“ der Zusammenkünfte in Gotteshäusern stehe in „keinem Verhältnis zum Ziel der Erhaltung der öffentlichen Gesundheit“.

Dem am Samstag veröffentlichten Dekret zufolge sind die Verwalter der Gotteshäuser verpflichtet dafür zu sorgen, dass die Gläubigen die Abstandsregeln einhalten, eine Gesichtsmaske tragen und sich die Hände desinfizieren. Zudem sind Eingangskontrollen vorgesehen, um einen großen Menschenandrang zu verhindern. Die Maßnahmen gelten demnach für alle Menschen ab elf Jahren. Gotteshäuser, die sich nicht an die Vorgaben halten, können von den Behörden geschlossen werden.

China meldet erstmals seit Januar keine neuen Infektionen

China hat am Samstag erstmals seit Januar keine neuen Coronavirus-Infektionen gemeldet. Diese Nachricht erfolgte am zweiten Tag des Nationalen Volkskongresses, zu dessen Auftakt am Freitag Regierungschef Li Keqiang bereits „wichtige strategische Errungenschaften in unserer Antwort auf Covid-19“ erklärt hatte. Dennoch stehe das Land weiter vor „enormen Herausforderungen“. Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 gibt China mit 4634 an - das liegt deutlich unter der Opferzahl in wesentlich kleineren Ländern.

In China leben 1,4 Milliarden Menschen. Weltweit starben bislang mehr als 335.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Vor allem die USA werfen Peking vor, das wahre Ausmaß der Epidemie zu Beginn vertuscht und so die weltweite Ausbreitung der Krankheit ermöglicht zu haben. In der zentralchinesischen Industriemetropole Wuhan wurde Ende 2019 das Coronavirus erstmals bei Menschen festgestellt.

Brasilien hat die zweitmeisten Infizierten weltweit

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland - nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20.803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330.890. Russland kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326.448 Fälle. Die USA überstiegen am Freitagabend (Ortszeit) die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Mindestens 21.048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs. Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das „neue Epizentrum der Krankheit“ und „das am meisten betroffene“ Land sicher Brasilien sei.

Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen.

FDP fordert Home-Office-Pauschale

Angesichts der Corona-bedingten Verlagerung von Büroarbeit nach Hause fordert die FDP eine Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer in Höhe von 100 Euro pro Monat. „Wir brauchen auch stärkere finanzielle Entlastungen für Berufstätige, die im Homeoffice arbeiten“, sagte der FDP-Finanzexperte Markus Herbrand der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). Eine Pauschale von 100 Euro pro Monat sei „der richtige Ansatz, den Bürgerinnen und Bürgern unter die Arme zu greifen“, sagte Herbrand. Es sei ein „schwacher Trost“, wenn ein Arbeitszimmer manchmal steuerlich abgesetzt werden könne.

„Ob arbeiten in der Küche oder im Arbeitszimmer - hier müssen wir moderner werden“, forderte Herbrand. Die Arbeitsplätze seien mittlerweile so vielfältig geworden, das müsse sich auch im Steuersystem widerspiegeln. Die große Koalition verfügt über keine aktuellen Daten, in welchem Umfang das Homeoffice genutzt wird, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des FDP-Politikers hervorgeht.

Beschränkungen in Madrid und Barcelona werden gelockert

In Madrid und Barcelona werden die Corona-Beschränkungen ab Montag gelockert. Ab nächster Woche dürften in den beiden Großstädten sowie in der gesamten Region Kastilien und León Museen, Hotels und Bar-Terrassen wieder öffnen, teilte die Regierung am Freitag mit. In weiten Teilen Spaniens waren die Corona-Auflagen bereits vor zwei Wochen gelockert worden. In Madrid, Barcelona und Teilen von Kastilien und León wurden die strikten Ausgangssperren hingegen aufrecht erhalten, da dort das Infektionsrisiko nach Behördenangaben höher war als in anderen Regionen.

Tui will noch im Juni Touristen nach Mallorca fliegen

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen - unter anderem nach Mallorca. „Ab Ende Juni wollen wir pünktlich zu den Sommerferien wieder fliegen“, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Mallorca soll demnach schon bald angesteuert werden. „Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen.“ Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte der Tui-Chef. Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten.

Mehr als 177.600 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis Freitagabend über 177.600 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 19.45 Uhr: mehr als 177 180 Infektionen). Mindestens 8197 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 19.45 Uhr: über 8173). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Söder: Obergrenze für Corona-Schulden bei weiteren 100 Milliarden

18 Uhr: Maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden soll der Bund nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr zur Bewältigung der Corona-Krise aufnehmen dürfen. Dies sagte Bayerns Ministerpräsident am Freitag in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte. Konzepte über weitere Neuverschuldungen von bis zu 150 oder 200 Milliarden Euro seien nicht finanzierbar, alle Hilfen müssten „ökonomisch sinnvoll“ bleiben.

Söder unterlegt damit erstmals die Forderung nach einer Obergrenze für die deutschen Staatsschulden mit einer konkreten Summe. „Es ist wichtig, dass wir den Staat nicht ruinieren“, betonte Söder. Mit Blick auf europäische Hilfsprogramme müsse zudem darauf geachtet werden, dass Deutschland nicht selbst zu einem Sanierungsfall werde. 

Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge

17.47 Uhr: Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. „Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist“, sagte er.

Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. 

Rund 80 Covid-19-Kranke in Istanbuler Hochsicherheitsgefängnis

17.24 Uhr: Im Hochsicherheitsgefängnis Silivri im Westen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind 82 Insassen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es gehe ihnen gut, hieß es in einer Stellungnahme der zuständigen Staatsanwaltschaft am Freitag. Zehn Betroffene seien im Krankenhaus, die anderen im Gefängnis isoliert. Zudem sei am Donnerstag ein Insasse an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Der Mann habe auch an Tuberkulose gelitten.

Wie viele Insassen in türkischen Gefängnissen insgesamt betroffen von der Corona-Pandemie sind, ist nicht bekannt. Ende April hatte Justizminister Abdulhamit Gül gesagt, bisher seien 120 Häftlinge an Covid-19 erkrankt. Keiner sei auf einer Intensivstation. Gül zufolge kamen die Betroffenen aus vier Gefängnissen. Am 13. April hatte Gül gemeldet, dass im offenen Vollzug bisher 17 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 bestätigt seien. Drei Menschen seien gestorben.
Die Regierung hat im April damit begonnen, Häftlinge aus den überfüllten Gefängnissen unter anderem in den Hausarrest zu entlassen, um die Verbreitung von Covid-19 aufzuhalten. Ein entsprechendes Gesetz sollte die Entlassung von bis zu 90 000 Menschen ermöglichen. Anwälte und Menschenrechtler hatten die Maßnahme scharf kritisiert, weil sie Inhaftierte unter Terrorvorwürfen und Untersuchungshäftlinge ausschließt. Darunter sind auch Regierungskritiker und Journalisten. Betroffen sind auch einige wegen Terrorvorwürfen verurteilte Deutsche.

Putin: Corona-Lage in Russland hat sich stabilisiert

15.12 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus sieht der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge. Die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert, sagte er am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. „Bisher ist diese positive Dynamik nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Manchmal ist sie instabil, aber sie existiert.“ Etwa 165 000 Corona-Patienten könnten die Kliniken aufnehmen. 30 Prozent dieser Betten seien derzeit nicht belegt.

Russland ist nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins nach den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Infektionen. Mit Stand Freitag haben sich nach russischen Behördenangaben mehr als 326 400 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden 3249 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert. 99 800 Menschen galten als genesen. Seit Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten unter 10 000.

Die Hälfte aller Corona-Fälle entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Dort gelten seit Wochen strenge Ausgangssperren. Nennenswerte Erleichterung stellte Bürgermeister Sergej Sobjanin noch nicht in Aussicht, erst wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinke.
Vom kommenden Montag an soll es lediglich kleinere Lockerungen geben.

Scholz plant Familienbonus von 300 Euro pro Kind

13.42 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein.

Außerdem sollten Gastwirte und Künstler einen Ausgleich für entgangenes Einkommen bekommen - gemessen am Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre. Für Unternehmen plant Scholz laut „Spiegel“ Erleichterungen bei Abschreibungen oder Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket werde bis zu 150 Milliarden Euro umfassen.

Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. Am Donnerstag hatte Scholz in einer Videobotschaft pauschal Unterstützung für Familien, Arbeitnehmer und Branchen wie Kultur, Schausteller, Gaststätten, Hotels oder Reisebüros in Aussicht gestellt. Das Konjunkturprogramm solle dafür sorgen, „dass die Einkommen der Bürgerinnen und Bürger stabilisiert werden, ganz besonders die der Familien, die es jetzt besonders schwer haben“. (dpa)

Mehr als 177.200 Corona-Nachweise in Deutschland

10.55 Uhr: Bundesweit sind bis Freitagvormittag über 177.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Stand 10.15 Uhr). Am Mittwochabend waren es noch mehr als 176.400 Fälle gewesen. Am Donnerstagvormittag lagen keine aktualisierten Daten der Bundesländer vor. Mindestens 8173 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Mittwochabend 20.00 Uhr: 8117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit vergangener Woche gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.200 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2370 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36.800 Fällen und mindestens 1545 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.200 bestätigten Fällen und mindestens 1684 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 353,8 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 213,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

FDP-Politiker fordert mehr Steuervorteile für die Arbeit im Homeoffice

9.18 Uhr: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich fordert mehr Steuervorteile für die Arbeit daheim. „Homeoffice sollen alle steuerlich geltend machen können“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wer seinen Arbeitstag in die eigenen vier Wände verlagert, verbraucht mehr Strom, Wasser, Heizung und produziert mehr Müll.“ Arbeitnehmer dürften nicht auf den Kosten sitzen bleiben. In der Corona-Krise sind viele Menschen auf die Arbeit zuhause ausgewichen.

Derzeit kann nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen, der dafür über ein eigenes Zimmer verfügt. „Dies geht jedoch an der Realität der meisten Arbeitnehmer vorbei“, bemängelte Ullrich, der Mitglied im Wirtschaftsausschuss ist. „Daher fordere ich, 20 Prozent der Wohnfläche als Homeoffice steuerlich absetzbar zu machen. Das bedeutet beispielsweise, dass Mieter 20 Prozent ihrer Warmmiete von der Einkommenssteuer absetzen können.“

Rückendeckung für Erleichterungen kam vom Bund der Steuerzahler. „Bislang akzeptiert die Finanzverwaltung nur ein extra Arbeitszimmer“, sagte Isabel Klocke, die beim Steuerzahlerbund für Steuerrecht und Steuerpolitik zuständig ist, der dpa. „Steuerzahler, die am Ess- oder Küchentisch arbeiten oder nur über eine Arbeitsecke verfügen, gehen steuerlich meist leer aus. Deshalb sollten Ausgaben für die Homeoffice-Zeit pauschal anerkannt werden.“

Besonders kritisch sei die Situation für Arbeitnehmer, die für das laufende Jahr einen Freibetrag beantragt haben, etwa für einen langen Arbeitsweg. „Wegen der Corona-Krise blieben viele zu Hause und können dementsprechend keine Fahrtkosten absetzen. Hier kann es dann im nächsten Jahr zu Steuernachzahlungen kommen“, warnte Klocke. „Auch deshalb sollten Ausgaben für das Arbeiten zu Hause besser anerkannt werden.“ (dpa)

Trump will USA bei zweiter Coronavirus-Welle nicht wieder schließen

7.56 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur Eindämmung unterwerfen. In diesem Fall „werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen“, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch einer Fabrik des Autobauers Ford in Ypsilanti im Bundesstaat Michigan. „Ob es eine Glut oder eine Flamme ist, wir werden es löschen.“

Trump drängte Gouverneure erneut dazu, die Schutzmaßnahmen in ihren Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.
„Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft“, sagte Trump. „Bestimmte Gouverneure sollten weiter sein, als sie sind.“

Trump zeigte sich erneut überzeugt, dass die US-Wirtschaft sich spätestens ab dem vierten Quartal erholen werde. „Wir werden nächstes Jahr ein unglaubliches Jahr haben.“ Er fügte hinzu: „Dieses Land steht vor einem epischen Comeback.“ In der Ford-Fabrik in Ypsilanti stellt der US-Autobauer derzeit Beatmungsgeräte wegen der Corona-Krise her.  

Spahn will schon bald mit deutlicher Ausweitung der Coronavirus-Tests beginnen

: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will schon bald mit einer deutlichen Ausweitung der Tests auf das Coronavirus beginnen. Noch im Mai wolle er eine Verordnung vorlegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht, sagte Spahn der Zeitung „Die Welt“ (Freitagsausgabe). Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten die Tests die Regel sein, kündigte er an. Im Fall einer Infektion in der Einrichtung soll laut Spahn zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Die Ausweitung der Tests ist in einer kürzlich vom Bundestag beschlossenen Neufassung des Infektionsschutzgesetzes vorgesehen. Demnach müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Tests auch dann bezahlen, wenn jemand keine Symptome zeigt. Spahn verwies darauf, dass die vorhandenen Testkapazitäten derzeit nicht ausgeschöpft würden. In der vergangenen Woche seien deutschlandweit 425.000 Tests vorgenommen worden, doch sei die Testkapazität „mehr als doppelt so groß“. (afp)

Mainzer Polizisten treffen sich in Kneipe - Konsequenzen drohen

20.26 Uhr: Eine Gruppe Mainzer Polizisten hat vor einigen Tagen in einer Kneipe in der Altstadt länger als erlaubt und ohne den in der Corona-Krise verlangten Abstand gefeiert. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Mainz am Donnerstag sagte, werden disziplinarrechtliche Konsequenzen für die Beamten geprüft.

Anlass des Treffens am Montagabend sei zum einen der Beförderungstag der rheinland-pfälzischen Polizei gewesen. Zum anderen habe an diesem Tag die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen stattgefunden, an der die Polizisten wegen der Corona-Auflagen nicht hätten teilnehmen können.

Zunächst hatten dem Sprecher zufolge zehn bis zwölf Beamte ordnungsgemäß Plätze in dem Lokal reserviert. Im Verlauf des Abends soll die Zahl der Gäste - unter ihnen Polizisten - nach Angaben von Zeugen auf bis zu 40 gestiegen sein. Eine genaue Zahl nannte die Polizei am Donnerstag nicht. Zuvor hatten die Internetzeitungen „Mainz&“ und „Boostyourcity“ über Details des Vorfalls berichtet.

Einer früheren Polizei-Mitteilung zufolge wurden weder die nötigen Abstände eingehalten, noch wurden Mund-Nase-Masken getragen. Die Gaststätte soll auch länger geöffnet gewesen sein als bis 22 Uhr - doch nur so lange ist das derzeit in Rheinland-Pfalz erlaubt. Nachdem eine Streife zur Gaststätte gefahren sei, habe sich die Gruppe aufgelöst, sagte der Sprecher. Eine Uhrzeit nannte er nicht.

In Rheinland-Pfalz dürfen Gaststätten und Kneipen seit dem 13. Mai unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln von 6 bis 22 Uhr öffnen. Gäste müssen an ihnem zugewiesenen Plätzen sitzen, etwa auf dem Weg zur Toilette oder beim Reinkommen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das Bedienen an der Theke ist tabu, außerdem müssen persönliche Daten von Gästen erfasst werden.

In einer Mitteilung der Polizei von Mittwoch hieß es: „Dieses Verhalten ist keineswegs ein Kavaliersdelikt und wird mit aller Konsequenz aufgeklärt.“ Die Verstöße würden geahndet und disziplinarrechtliche Maßnahmen geprüft. „Es ist für die Führung der Polizei in Mainz nicht akzeptabel, dass offensichtlich eine kleine Gruppe Polizeibeamter das gute Ansehen der Mainzer Polizei mit diesem nicht zu tolerierenden Verhalten schädigt.“

Ärger wegen überfüllter Strände in England

20.23 Uhr: Zahlreiche Strände in Großbritannien waren auch am Donnerstag trotz der Corona-Krise überfüllt. Das schöne Wetter hatte Ausflügler vor allem an die südenglische Küste, etwa nach Bournemouth, gelockt. Die britische Regierung erlaubt inzwischen Tagesausflüge in England, fordert aber die Einhaltung des Zwei-Meter-Abstands von Personen, die nicht in einem Haushalt leben.

„Hunderte sterben jeden Tag, und die Leute denken hier, sie können ihren Spaß am Strand haben“, schimpfte ein Spaziergänger in Southend östlich von London. In Cornwall an der südwestlichen Spitze Englands übernachteten Menschen in ihren Wohnmobilen, obwohl dies nicht erlaubt war. Hotels, aber auch viele öffentliche Parkplätze und Toiletten sind noch geschlossen. Einheimische fürchten, dass sich das Coronavirus durch Tagesausflügler wieder stark ausbreiten könnte.

Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland fahren einen eigenen, strikteren Kurs im Kampf gegen die Pandemie.

Erneut gut 2,4 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

14.39 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. In der Vorwoche hatte es knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 39 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts

500 Menschen beim Drive-In-Gottesdienst

14.23 Uhr: Den Autos gepredigt: Zum Hildesheimer Drive-In-Gottesdienst zu Himmelfahrt sind rund 500 Menschen mit dem Auto gekommen. Teils hätten drei oder vier Menschen im Wagen gesessen, sagte Mirco Weiß, Diözesansekretär Bistum Hildesheim, am Donnerstag. Es sei ein „großes internationales Fest der Freude“ auf dem Volksfestplatz in Hildesheim gewesen, das Vaterunser sei in mehreren Sprachen gebetet worden.

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Gläubige sitzen beim Drive-In-Gottesdienst in Hildesheim in ihren Fahrzeugen und verfolgen die Andacht.

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„Was mich sehr beeindruckt hat, sind die Emotionen“, sagte Weiß. Es sei „manche Träne geflossen“ - vor allem, als das geistliche Lied „Barka“ gespielt wurde, das als Lieblingslied des früheren Papstes Johannes Paul II. bekannt wurde. Der Diözesanverband Hildesheim des Kolpingwerks hatte schon am Ostersonntag einen Drive-In-Gottesdienst gefeiert, bei dem rund 400 Menschen im Auto sitzenblieben.

EU empfiehlt Schutzmasken und Abstandsregeln bei Flugreisen

14.22 Uhr: Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Passagiere und Bordpersonal seien aufgerufen, medizinische Schutzmasken zu tragen. Zudem müssten Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ eingehalten werden. Der Lufverkehrsindustrie könne so geholfen werden, die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. Sichere Hygieneregeln seien ein „entscheidender Faktor“ für die Wiederaufnahme kommerzieller Flüge.

Konkret empfehlen die EU-Behörden allen Passagieren und der Crew, beim Betreten des Flughafens medizinische Schutzmasken anzuziehen und diese erst abzulegen, wenn sie ihr Reiseziel erreicht haben. Ausnahmeregeln seien für Kinder unter sechs Jahren denkbar. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Die EU-Behörden riefen Reisende auf, genügend Masken mitzunehmen. Zugleich sollen die Fluggesellschaften einen ausreichenden Vorrat anlegen.

Wenn die Auslastung des jeweiligen Fluges es zulässt, sollen nach dem Willen der EU ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden, um einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Fluggästen zu gewährleisten. Sollte dies aufgrund einer höheren Passagierzahl nicht möglich sein, soll strikt auf die ständige Einhaltung aller anderen Schutzmaßnahmen - Handhygiene, Husten- und Niesetikette und das Tragen einer medizinischen Schutzmaske - geachtet werden.

Österreich setzt bei Tourismus-Neustart auf Tausende Corona-Tests

12.58 Uhr: Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests für möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte, dass bis Anfang Juli Kapazitäten für wöchentlich 65 000 Tests für die Mitarbeiter in den Unterkünften aufgebaut werden sollen.

In Österreich dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe ab dem 29. Mai wieder öffnen. Im Eingangsbereich sowie an der Rezeption gilt dann eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen sollen aber ähnlich wie Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt behandelt werden und müssen demnach untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Da ab Mitte Juni die deutsch-österreichische Grenze wieder ohne Einschränkungen passierbar sein soll, ist auch für Deutsche der Sommerurlaub in Österreich nach aktuellem Stand möglich. Die deutschen Gäste sind für den österreichischem Tourismus die wichtigste Urlaubergruppe.

Japan lockert Covid-Notstand weiter

12.34 Uhr: Japan hat den Corona-Notstand in weiteren Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Freitag die Freigabe für die Präfekturen Osaka, Kyoto und Hyogo. Für den Großraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido gelte der Notstand zwar vorerst weiter, könnte aber möglicherweise am Montag ebenfalls aufgehoben werden, erklärte Abe.

Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten - wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutet. Die Bürger in Japan sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Zuvor hatte Abe bereits in den meisten Landesteilen den Notstand aufgehoben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hieß es.

Zahl der Corona-Infektionen weltweit überschreitet Schwelle von fünf Millionen

10.54 Uhr: Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung stieg die Zahl bis Donnerstagmorgen auf 5.006.730 Fälle. Mehr als 328.000 Menschen starben bislang. Am stärksten betroffen ist Europa mit mehr als 1,95 Millionen nachgewiesenen Infektionen und knapp 170.000 Todesopfern, gefolgt von den USA mit 1,55 Millionen Fällen und rund 93.000 Todesopfern. Die tatsächliche Zahl der weltweiten Infektionen liegt weit höher, da in vielen Ländern nur schwer Erkrankte auf das Coronavirus getestet werden und viele Fälle unerkannt bleiben.

Apple und Google entwickeln gemeinsame Corona-Tracking-Technologie

10.43 Uhr: Die US-Technologiekonzerne Apple und Google haben Gesundheitsbehörden weltweit eine Plattform zur Rückverfolgung von möglichen Corona-Kontaktpersonen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bereitgestellt. „Ab heute ist unsere Technologie für die Gesundheitsbehörden verfügbar“, teilten die Konzerne mit. Bislang beantragten demnach 22 Länder eine Nutzung der Tracking-Technologie, die sowohl für mobile Geräte mit iOS- als auch mit Android-Betriebssystemen verfügbar sein soll.

„Wir haben keine Anwendung entwickelt, sondern eine Programmierschnittstelle, die von den Gesundheitsbehörden in ihre eigenen Systeme integriert werden kann“, teilten Apple und Google mit. „Die Gesundheitsbehörden werden bei der Technologie die Führung übernehmen - wir werden sie weiterhin unterstützen und zur Verfügung stehen.“ „Google und Apple sind sich darüber im Klaren, dass dies kein Allheilmittel ist“, hieß es weiter. Die Unternehmen seien aber überzeugt, dass Warnungen über einen Kontakt mit einem möglicherweise infizierten Menschen „einen Beitrag leisten können“ zur großangelegten Rückverfolgung von Corona-Infektionsfällen.

Tracking-Apps sollen mithilfe der Bluetooth-Technologie dafür sorgen, dass Kontaktpersonen von Corona-Infizierten schneller ausfindig gemacht und informiert werden können. Sollte ein Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet werden, kann die App per Benachrichtigung automatisch alle Menschen warnen, in deren unmittelbarer Nähe der Infizierte sich zuvor aufhielt. Weltweit wird an solchen Anwendungen gearbeitet - auch in Deutschland. Mehrere europäische Länder bekundeten bereits Interesse an der Technologie von Apple und Google, Frankreich und Großbritannien entschieden sich aber dafür, ihre eigenen Systeme zu entwickeln.

Behörden untersagen AfD-Demo gegen Corona-Auflagen in Stuttgart

10.38 Uhr: Eine für den Sonntag (24. Mai) von der AfD geplante Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen in Stuttgart darf nach Angaben der Polizei nun doch nicht stattfinden. Die Versammlung wurde von der Stadt Stuttgart verboten. Unter anderem verwiesen die Behörden auf den Infektionsschutz in der Corona-Krise.

Die AfD plant nun, einen Eilantrag gegen das Verbot zu stellen, wie die Partei mitteilte. Die Südwest-AfD wollte am 24. Mai mit einer Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt gegen die Beschränkungsmaßnahmen bei der Corona-Pandemie demonstrieren. Auch die AfD-Landesvorsitzende Alice Weidel sollte nach AfD-Angaben auf der Demonstration sprechen. Die AfD hatte die Versammlung ursprünglich mit 500 Teilnehmern geplant.

Hollywood plant Filmstarts trotz Corona - Filmindustrie feilt an Konzepten in der Ära des Abstandhaltens

Das Defilée der Stars auf dem roten Teppich ist der glamouröse Höhepunkt eines jeden Film-Starts in Hollywood. Doch in Zeiten von Corona und seinen Abstandsregeln sind die Premieren mit Trauben dichtgedrängter Fans, drängelnden Fotografen und den vielen Begleitern der Promis ein Albtraum. Eventplaner und Marketingchefs sitzen schon an neuen Konzepten, um den roten Teppich dennoch bald wieder ausrollen zu können. Generalprobe könnte die bisher für Juli geplante Premiere des vermutlich neuen Kassenschlagers „Tenet“ im Juli sein.

„Früher ging es darum, so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu bekommen und große Menschenmengen zusammenzubringen, die das Filmerlebnis weitertragen“, sagt Elizabeth Tramontozzi von der Eventagentur 15|40 Productions. „Von jetzt an wird es radikal anders sein.“ Für die New Yorker Premiere der letzten Staffel von „Game of Thrones“ im April 2019 baute die Agentur legendäre Kulissen, für Disney-Filme inszenierte sie extravagante Premieren auf dem Hollywood-Boulevard. Die Corona-Ausgangssperre in Kalifornien nutzte sie nun, um Hygienemaßnahmen für künftige Premieren zu planen: Dazu gehören Plexiglasschirme zwischen Journalisten und Stars und Isolierkapseln für Interviews per Video-Link. Vorab ausgewählte Fans könnten außerdem per LED-Schirmen mit den Schauspielern in Kontakt treten.

Auch die Armadas von Angehörigen, Freunden und Assistenten, die die Stars normalerweise begleiten, müssten nun Abstand halten: Sie könnten auf speziellen VIP-Wegen um den roten Teppich herum geleitet werden, damit die Promis den Teppich für sich haben. Überlegt wird schließlich sogar, bei allen Gästen Fieber zu messen. Die Fans werden wohl auf Distanz gehalten: „Wir müssen uns wohl zuerst einmal verschanzen, damit es keine Menschenansammlungen auf Gehwegen gibt“, sagt 15|40-Direktor Craig Waldman. Mit der Umsetzung der Abstandsregeln werde der rote Teppich dann eben „einfach ein bisschen breiter und länger sein“.

Aber trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kalifornien und allen Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Virus - die üppigen Premierenpartys in Los Angeles mit ihren überfüllten Bars und Buffets werden noch monatelang nicht möglich sein. Das wissen auch die Werbeprofis. Stattdessen werden virtuelle Presse-Touren, in denen Interviews online geführt werden, immer beliebter; nicht zuletzt bei Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon, den Gewinnern der Krise, die weiterhin große Produktionen auf den Markt bringen. 15|40 hat sogar ein mobiles Studio in einem Anhänger eingerichtet, das von einer Star-Villa zur anderen gebracht werden kann. Passend zu jedem Filmstart , ausstaffiert mit der zum jeweiligen Filmstart passenden Dekoration.

Auch „Drive-in“-Premieren planen die Event-Profis, bei denen die Schauspieler in der ersten Reihe parken oder auf Picknickdecken per Videolink mit den Fans kommunizieren. Dennoch wurden fast alle großen Blockbuster dieses Jahres bis zur Wiedereröffnung der Kinos verschoben. Zwar passen glamouröse Premieren nicht in eine Zeit, in der Menschen sterben und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schießt. Dennoch können es die Werbefachleute kaum erwarten, dass die berühmten Premierenorte wie das TCL Chinese Theatre auf dem Hollywood Boulevard wieder öffnen. Die meisten Menschen seien es ebenfalls „leid, zu Hause zu bleiben“, glaubt Waldman.

Die große Bewährungsprobe wird „Tenet“ sein, der jüngste Mega-Budget-Thriller von Regisseur Christopher Nolan, der mit seinem Film als erster wieder in die Kinos kommen will. Als Kino-Start ist bisher der 17. Juli geplant. „Ich hoffe wirklich, dass das klappt“, sagt Waldman, der noch an der Planung für die Premiere sitzt. „Wir haben viel Zeit darauf verwendet, eine sichere Umgebung für das Studio Warner Bros., die Medien und die Künstler zu schaffen.“

Ende von US-Einreisestopp aus Europa nicht absehbar

Ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus Europa in die USA ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht absehbar. „Wir haben noch keinen Zeitplan dafür“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Daran ändert offenbar auch die Überlegung von US-Präsident Donald Trump nichts, den diesjährigen G7-Gipfel möglicherweise doch als reales Treffen abzuhalten und die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen in die USA einzuladen. „Wir hoffen auf jeden Fall, dass dies geschieht“, sagte McEnany.

WHO meldet weltweite Rekordzahl täglicher Infektionen

22.22 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine neue weltweite Rekordzahl täglicher Neuinfektionen gemeldet. „In den vergangenen 24 Stunden wurden der WHO 106.000 Fälle gemeldet - die höchste Zahl an einem einzigen Tag seit Beginn der Epidemie“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch.

Die Gesundheitsbehörde befürchte insbesondere schwerwiegende Folgen für ärmere Länder, hieß es weiter. „Wir haben bei der Covid-19-Pandemie noch einen langen Weg vor uns“, sagte Tedros. „Wir sind sehr besorgt über die steigende Zahl von Fällen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen“, sagte der WHO-Chef weiter. Dort sei das Gesundheitssystem schwach oder nicht vorhanden, zudem seien notwendige Maßnahmen wie Distanzregeln schwieriger umzusetzen.

Fast zwei Drittel der binnen 24 Stunden gemeldeten Fälle wurden laut Tedros aus vier Ländern gemeldet. Der WHO-Chef gab jedoch nicht an, um welche Staaten es sich dabei handelte. Laut der Internetseite der Organisation handelte es sich im letzten WHO-Bericht um die USA, Russland, Brasilien sowie Saudi-Arabien. Danach folgten Indien, Peru und Katar. Die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen nähert sich derweil laut dem WHO-Direktor für Gesundheitsnotfälle Michael Ryan, der Marke von fünf Millionen.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Mittwoch mehr als 4,9 Millionen Infektionsfälle in 196 Ländern registriert. Weltweit starben demnach mehr als 325.000 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Das neuartige Coronavirus war Ende 2019 in der zentralchinesischen Metropole Wuhan erstmals aufgetreten.

Merkel warnt vor wirtschaftlicher Abschottung

Kanzlerin Angela Merkel hat vor wirtschaftlicher Abschottung in der Corona-Krise gewarnt. „Die Antwort auf die Pandemie kann mit Sicherheit nicht sein, alle internationalen Lieferketten jetzt zu renationalisieren“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin. „Dann würden alle einen sehr hohen Preis zahlen.“ Sie äußerte sich nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen.

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, habe auf die Vielzahl aktueller einseitiger Maßnahmen hingewiesen, berichtete Merkel. Besorgniserregend seien insbesondere Exportbeschränkungen bei Lebensmitteln. Aus Arbeitslosigkeit werde Armut und daraus sehr schnell Hunger. Die Versorgung der Menschheit mit Lebensmitteln sei von entscheidender Bedeutung. Der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder, habe unterstrichen, wie wichtig die Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklungsländern sei, sagte Merkel.

Wenn es in entwickelten Ländern weniger Konsum gebe, habe dies dort dramatische Auswirkungen. Die Armutsbekämpfung werde deshalb wichtig werden in den kommenden Jahren - zumal es in wirtschaftlich schwächeren Ländern an finanziellen Möglichkeiten für große Konjunkturprogramme fehle. „Das heißt für Deutschland: keine Entwicklungshilfe kürzen, sondern weiter investieren.“

Merkel unterstrich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit von Staaten. „Der Multilateralismus stand schon vor der Pandemie vor einer großen Herausforderung, und diese Herausforderung ist nicht kleiner geworden.“ Die Corona-Pandemie sei erst beendet, wenn es einen Impfstoff gegen das Virus oder gute Behandlungsmöglichkeiten gebe. Diese sollten deshalb als „gemeinschaftliche globale Güter“ verstanden werden, müssten also allen zur Verfügung gestellt werden.

Merkel: In Kürze mit Entscheidung zu Lufthansa-Projekt zu rechnen

Bei den Verhandlungen der Bundesregierung über ein Rettungspaket für die Lufthansa ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel „in Kürze“ mit einer Entscheidung zu rechnen. Das sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Athen öffnet Tourismus und greift Wirtschaft unter die Arme

Athen wird in den nächsten Monaten Unternehmen sowie Arbeitnehmern mit 24 Milliarden Euro unter die Arme greifen und seinen Tourismus neu starten. Dies teilte am Mittwoch der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Staatsfernsehen mit. Das Motto sei: „Arbeitsplätze erhalten, Senkung der Steuern, Stärkung der unternehmerischen Tätigkeit“, sagte Mitsotakis.

Der wichtigste Wirtschaftsbereich des Tourismus werde am 1. Juli wieder neu starten. Die ersten Hotels sollen bereits am 15. Juni aufmachen. Am 1. Juli werde es dann auch Direktflüge zu den griechischen Inseln geben. Griechenland wird in den nächsten Tagen die Länder bekanntgeben, deren Bürger nicht unter Quarantäne gestellt werden brauchen. Dies teilte der griechische Tourismusminister, Charis Theocharis, mit. Unter diesen Ländern seien Deutschland, die baltischen Staaten sowie Staaten des Balkan, hieß es.

Die Tourismusindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche Griechenlands. 2019 besuchten nach Angaben der Hotelkammer 33 Millionen Touristen das Land. Athen hatte bereits im Februar Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus getroffen. Das Land weist eine der niedrigsten Sterberaten in Zusammenhang mit dem Coronavirus auf.

Italien will Flughäfen ab 3. Juni öffnen

Italien will im Zuge der Corona-Pandemie seine Flughäfen ab dem 3. Juni wieder öffnen. Dann sollten inländische und internationale Reisen wieder erlaubt sein, weshalb Transportbeschränkungen aufgehoben werden könnten, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Mittwoch in Rom laut italienischen Nachrichtenagenturen. Italien hatte angekündigt, dass ab dem 3. Juni die Einreise für EU-Bürger wieder möglich sein soll und es für sie keine pauschale Quarantäne mehr geben werde. Bereits seit dieser Woche gibt es wieder mehr Zugverbindungen innerhalb Italiens.

Prozentualer Anteil der positiven Tests sinkt

Bei den bundesweiten Labortests auf das neue Coronavirus sind immer weniger Proben positiv. Das geht aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts hervor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach waren in der 20. Kalenderwoche vom 11. bis zum 17. Mai von 425.842 übermittelten Testergebnissen aus 176 Laboren 1,7 Prozent positiv. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Statistik Mitte März. Die Anzahl der wöchentlichen Tests und der meldenden Labore schwankt allerdings.

In der 18. Kalenderwoche lag die Anzahl der Positiv-Tests bei 3,9 Prozent, in der 19. Woche bei 2,7 Prozent. Den höchsten Wert gab es in der 14. Kalenderwoche Anfang April mit 9 Prozent - bei insgesamt 408.348 Testergebnissen aus 154 Laboren.

Mehr als 176.300 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis Mittwochnachmittag über 176.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 175.500 Infektionen). Mindestens 8105 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8036). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,86 (Datenstand 19.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,81. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 156.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2353 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36.700 Fällen und mindestens 1536 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.000 bestätigten Fällen und mindestens 1673 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 352,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 212,0. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100 000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Mann stirbt nach Sprung von Quarantäne-Fähre

Ein Mann ist nach einem Sprung von einer Quarantäne-Fähre in Italien gestorben. Der Tunesier sei einer von rund 120 Migranten, die vor der Küste Siziliens bei Porto Empedocle wegen der Corona-Pandemie auf der Fähre „Moby Zaza“ isoliert worden seien, sagte eine Sprecherin des Roten Kreuzes am Mittwoch.

Seine Leiche wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund zehn Kilometer von dem Schiff entfernt an der Küste gefunden. Er sei vermutlich aus einer Höhe von 15 Metern mit Rettungsweste in das Meer gesprungen, möglicherweise um zu fliehen. Italien hat sich in der Corona-Krise als nicht sicherer Hafen erklärt. Migranten müssen nun in der Regel zwei Wochen auf Schiffen in Quarantäne.

Bundesregierung sieht gute Chancen auf Sommerurlaub in Europa

Sommerurlaub trotz Corona-Krise - die Bundesregierung macht Hoffnung, dass das klappen könnte. Er sehe „gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, am Mittwoch am Rande einer Videokonferenz der zuständigen EU-Minister. Zugleich stellte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium klar, dass der Urlaub in diesem Jahr anders werden wird als sonst.

„Wir werden mit Einschränkungen leben müssen.“ Abstands- und Hygieneregeln müssten konsequent eingehalten werden.
„Wir wollen den innereuropäischen Reiseverkehr wiederbeleben“, sagte Bareiß. Dabei müsse jedoch sorgfältig zwischen Gesundheitsschutz, Reiselust und wirtschaftlichen Interessen abgewogen werden. Die ersten Grenzkontrollen seien bereits wieder aufgehoben. Die EU-Minister berieten am Mittwoch über ein Konzept der EU-Kommission für Urlaub in Zeiten der Pandemie. Danach soll die derzeit eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU schrittweise zurückkehren.

Gleichzeitig sollen Hotels, Ferienparks und Restaurants neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Vorgeschlagen wird zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl, damit Abstandsregeln eingehalten werden können. Zudem sollten Reisen nur in Regionen ermöglicht werden, die für die medizinische Versorgung von Gästen ausreichend Kapazitäten hätten.

Viele Ärzte und Pfleger in Großbritannien tot

In Großbritannien sind bislang 181 mit dem Corona-Virus infizierte Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS) gestorben. Wie Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament weiter mitteilte, kamen auch 131 infizierte Sozialarbeiter ums Leben. Zahlreiche Ärzte, Krankenpfleger und Mitarbeiter in Senioreneinrichtungen hatten sich immer wieder beschwert, dass sie nicht genug Schutzausrüstungen wie Masken und Kittel zur Verfügung hätten. Einige von ihnen zogen sich in ihrer Not zum Beispiel große Müllbeutel über, um sich nicht mit dem Erreger anzustecken.

Die Mitarbeiter des NHS werden landesweit wie Helden verehrt. Für sie wird einmal pro Woche kräftig geklatscht. Viele Fenster von Wohnungen sind mit Bildern und Botschaften für die Ärzte und Pfleger beklebt. An Stränden werden bemalte Steine mit Dankesbotschaften abgelegt. Großbritannien hat die meisten Corona-Toten in Europa. Die Statistiken schwanken je nach Erhebungsmethode zwischen gut 35.000 und mehr als 50.000. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die britische Regierung lockert ihre Ausgangsbeschränkungen schrittweise. Viel Kritik gibt es an dem Plan, einzelne Jahrgangsstufen wieder ab Juni in die Schulen zu schicken. Gewerkschaften, Wissenschaftler und Vertreter von Kommunen erklärten, dieser Schritt sei viel zu früh. Justiz-Minister Robert Buckland antwortete in Interviews am Mittwoch ausweichend auf die Frage, ob der Termin realistisch sei. Man arbeite auf den 1. Juni zwar hin, aber das Datum stehe unter Vorbehalt, sagte der Minister der BBC.

Über 50 Fälle in Amazon-Logistikzentrum

In einem Logistikzentrum des Online-Händlers Amazon im niedersächsischen Winsen an der Luhe sind 53 Corona-Infektionen festgestellt worden. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung in Hannover auf eine Anfrage der Grünen hervor. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vom 16. März bis 29. April. Amazon zufolge sind im Mai keine weiteren Fälle hinzugekommen.Insgesamt sind an dem Standort rund 1800 Menschen beschäftigt.

Ein Amazon-Sprecher teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, das Unternehmen tue alles, um die Mitarbeiter „so weit wie möglich zu schützen“. Im Zuge der Corona-Krise seien mehr als 150 Prozesse in der Logistik angepasst worden. „Nichts ist uns wichtiger als die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Der Landesregierung zufolge hat Amazon in Winsen unter anderem Touren für externe Besucher und die Versorgung in der Kantine ausgesetzt, zudem blieben Türen geöffnet, um Kontakt zu Türklinken zu vermeiden. An den Arbeitsstationen werde ein Abstand von zwei Metern sichergestellt. Gestaffelte Schichtzeiten sollen zudem helfen, Knotenpunkte wie den Eingang zu entlasten.

Lohnersatz für Eltern wird verlängert

Wenn Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen in der Corona-Krise nicht arbeiten können, erhalten sie unter bestimmten Voraussetzungen künftig deutlich länger Lohnersatz vom Staat als bisher. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, mit dem die maximale Bezugsdauer auf bis zu 20 Wochen ausgedehnt wird. Oppositionspolitikerinnen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB )kritisierten, die Regelung sei bei Weitem nicht ausreichend.

Mit dem Entwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium soll das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Eltern können bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Bisher ist die Leistung auf sechs Wochen befristet. Künftig wird das Geld pro Elternteil bis zu zehn Wochen gezahlt, bei Alleinerziehenden sind es 20 Wochen. Ein Anspruch kann auch für einzelne Tage geltend gemacht werden. Die Leistung ist allerdings auf 2016 Euro für einen vollen Monat gedeckelt.

Zeiten von Schulferien, in denen Kitas und Schulen ohnehin geschlossen wären, bleiben unberücksichtigt. Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten können, gehen leer aus. Die Gesamtkosten für die Lohnersatzleistung bezifferte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums auf schätzungsweise bis zu 3,2 Milliarden Euro. Mit der Verlängerung erhielten Familien „in dieser krisenbedingten Sondersituation eine gute existenzielle Absicherung“, erklärte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss. „Das ist ein familienpolitischer Erfolg.“ Allerdings handele es sich nur um eine „Übergangslösung“, betonte Giffey.

Fast 70 Fälle in Frankfurter Flüchtlingsunterkunft

In einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bockenheim sind 65 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden. Auch zwei Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Einrichtung betreibt, wurden positiv getestet, teilte eine Sprecherin der Stadt Frankfurt am Mittwoch mit. Zuvor hatte die Hessenschau darüber berichtet. Nach Angaben der Stadt hat bisher nur ein infizierter Mann Symptome entwickelt und wird in einem Krankenhaus behandelt. Die Erkrankung dieses Mannes war den Angaben zufolge der Anlass zu weiteren Tests.

Die ersten elf der positiv getesteten Bewohner der Unterkunft sind nach Angaben einer Sprecherin des Sozialdezernats bereits in ein Appartement-Hotel umgezogen, in dem die Stadt seit April Wohnungslose und Geflüchtete aus Gemeinschaftsunterkünften zur Quarantäne unterbringt. Weitere 52 positiv getestete Menschen und ihre Familienmitglieder ziehen am Freitag in ein anderes Appartement-Hotel um, das kurzfristig akquiriert werden konnte. Die beiden infizierten DRK-Mitarbeiterinnen seien in häuslicher Quarantäne, hieß es weiter.

In der Gemeinschaftsunterkunft selbst hat das Gesundheitsamt zum Schutz der rund 300 bisher nicht infizierten Bewohner zusätzliche Vorgaben gemacht. Bis zur Verlegung der Infizierten und ihrer Kontaktpersonen werden es eine räumliche Trennung von den übrigen Bewohnern geben, hieß es. Zudem ordnete das Gesundheitsamt verstärkte Hygienemaßnahmen wie zum Beispiel das verbindliche Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Verlassen des Zimmers an.

Blutvorräte werden in Deutschland knapp

12.40 Uhr: In vielen Regionen in Deutschland gehen den Blutspendediensten die Konservenvorräte aus. „Corona hat das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt“, sagte Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Mittwoch. Dass die zur Verfügung stehenden, gekühlten und getesteten Reserven mancherorts nicht einmal den Bedarf eines durchschnittlichen Tages decken könnten, liege aber nicht an mangelnder Spendenbereitschaft, betonte Küpper.

Das Problem sei der Wegfall vieler Gelegenheiten zur Blutspende etwa in Firmen und Universitäten und an mobilen Blutspendefahrzeugen. Das Rote Kreuz deckt über zwei Drittel des Bedarfs an Blutkonserven in Deutschland ab. 

Renault schließt wegen Corona-Krise komplettes Werk

11.45 Uhr: Als Folge der Corona-Pandemie will der französische Autobauer Renault mindestens ein Werk stilllegen. Die Fahrzeugproduktion in Flins-sur-Seine nordwestlich von Paris wird nach AFP-Informationen eingestellt. Nach Angaben der Investigativ- und Satirezeitung „Canard Enchaîné“ ist zudem die Schließung drei weiterer Werke in Frankreich geplant. Die Renault-Leitung wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Der Konzern will am 29. Mai einen Sparplan im Umfang von rund zwei Milliarden Euro vorstellen. In dem Werk in Flins werden unter anderem das Elektro-Auto Zoe und der Nissan Micra des verbündeten japanischen Autokonzerns produziert.

Der Standort Flins soll nach Angaben einer mit dem Fall betrauten Quelle aber nicht ganz aufgegeben werden. Der „Canard Enchaîné“ hatte über eine Schließung berichtet. Der Zeitung zufolge sollen zudem Werke in Choisy-le-Roi südlich von Paris, Dieppe am Ärmelkanal sowie Caudan in Westfrankreich zugemacht werden.  

Russland überschreitet 300.000er-Marke bei Infektionen

10.45 Uhr: Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 300.000 überschritten. Am Mittwoch kamen innerhalb eines Tages mehr als 8700 neue Fälle hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Das sei der niedrigste Wert seit Anfang Mai. 2972 Menschen starben demnach mit dem Virus. Mit 135 Todesfällen pro Tag habe es nun einen neuen Höchststand gegeben.

Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt das flächenmäßig größte Land der Erde bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen auf Platz zwei hinter den USA. Insgesamt haben sich in Russland rund 308 700 Menschen angesteckt.

Am schwersten betroffen ist die Hauptstadt Moskau. Auf Europas größte Metropole entfällt gut die Hälfte aller Corona-Infektionen in dem Land. Nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin werden derzeit etwa 18.000 schwer kranke Menschen in Kliniken behandelt. Eine „humanitäre Katastrophe“ habe es aber nicht gegeben. 

Flughafen Tegel geht vorübergehend vom Netz 

9 Uhr: Der Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni vorübergehend außer Betrieb gehen. Das haben der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwoch in einer Gesellschafterversammlung beschlossen, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte. 

Lohnersatz bei geschlossener Kita wird verlängert

7.30 Uhr: Eltern sollen bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder in der Corona-Krise wegen Einschränkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bestätigte am Mittwochmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“, dass das Kabinett die Verlängerung der Zahlung heute beschließen werde. „Die Lohnfortzahlungen werden weitergehen bis zu 20 Wochen.“

Der Lohnersatz werde je Elternteil auf bis zu zehn Wochen verlängert, für Alleinerziehende auf bis zu 20 Wochen. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben“, sagte die SPD-Politikerin. Sie sei froh, dass SPD-Sozialminister Hubertus Heil und sie sich hier durchgesetzt hätten. Zuvor hatte bereits Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt, die Verlängerung werde kommen. Er ist dafür zuständig, weil die Entschädigung im Infektionsschutzgesetz geregelt ist. 

Brasilien beklagt mehr als 1000 Corona-Tote an einem Tag

2.45 Uhr: In Brasilien sind erstmals mehr als tausend Todesopfer der Corona-Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden seit dem Vortag 1179 Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle in Brasilien stieg damit auf 17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen wuchs dem Ministerium zufolge um 17.408 neue Fälle auf 271.628.

Bei den Infektionszahlen liegt Brasilien weltweit inzwischen auf dem dritten Rang hinter den USA und Russland. Das Land hatte sich am Montag in der Statistik vor Großbritannien gesetzt. Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien jedoch um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort nur in relativ geringem Umfang Corona-Tests gibt.  

Trump lobt Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA

1.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA - mehr als 1,5 Millionen - etwas positives abgewinnen. Er betrachte es nicht als „schlechte Sache“, dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. „Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. „Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung.“ Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr Fälle, sagte er.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität und dem Covid Tracking Project wurden bislang rund 12,2 Millionen Tests in den USA durchgeführt. Trump stellt immer wieder heraus, dass in den USA viel mehr getestet werde als in anderen Ländern.

Fast jede dritte der fast 4,9 Millionen bestätigten Infektion weltweit entfällt auf die USA, wo rund 330 Millionen Einwohner leben. In keinem anderen Land gibt es mehr nachgewiesene Infektionen. Die Fallzahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und der erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen. 

Chile verzeichnet höchsten Anstieg von Corona-Toten

0.01 Uhr: In Chile ist innerhalb von 24 Stunden die höchste Zahl an Corona-Todesfällen und Neuinfektionen seit Ausbreitung g des Virus in das Land registriert worden. 3520 Menschen hätten sich neu angesteckt, 31 Erkrankte seien gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Seit dem ersten Auftreten des neuartigen Virus in dem südamerikanischen Land Anfang März gab es damit laut den offiziellen Statistiken fast 50.000 Infektionen und mehr als 500 Todesfälle.

In der Hauptstadt Santiago de Chile gilt seit Freitag eine strikte Ausgangssperre, um die rasante Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Dagegen gibt es zunehmend Proteste: „Wir haben Hunger“ oder „Wir müssen arbeiten, wir brauchen Unterstützung“ waren einige der Protestrufe, die in den ärmsten Vierteln von Santiago zu hören waren. Zudem gab es Plünderungen.

Angesichts der Lage wurde am Dienstag die Armee in die betroffenen Armenviertel geschickt. In Chile mit seinen fast 18 Millionen Einwohnern gelten 11,7 Prozent der Bevölkerung als arm. Die wegen des Coronavirus verhängten Beschränkungen verschärfen die sozialen Probleme noch. 

Flüchtlingskunft in Mainz unter Quarantäne

21.01 Uhr: Wegen mehrerer bestätigter Corona-Fälle ist eine Flüchtlingsunterkunft in Mainz mit derzeit 113 Bewohnern unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend mit. In der vergangenen Woche war bei einer zehnköpfigen Familie der Vater positiv auf das Virus getestet worden. Die Familie wurde daraufhin in ein dafür vorgesehenes Gebäude zur 14-tägigen Quarantäne gebracht. Weitere Tests des Gesundheitsamtes ergaben, dass alle Familienmitglieder und ein Kind einer anderen Familie in der Flüchtlingsunterkunft infiziert sind.

Inzwischen seien in der Gemeinschaftsunterkunft weitere Tests durchgeführt worden - und es hätten sich drei Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen gemeldet, hieß es weiter. Und: „Es stellte sich heraus, dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat.“ Deshalb wurde die Quarantäne für die Unterkunft angeordnet. Das DRK werde die Bewohner weiterhin betreuen und nun insbesondere auch die Einkäufe übernehmen.

Familienministerin sieht Möglichkeit für schnellere Kita-Öffnung

18 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) kann sich unter Umständen eine schnellere Komplettöffnung von Kitas und Schulen vorstellen. „Wenn sich wirklich bewahrheiten sollte, dass Kinder eine geringere Infektions- und Ansteckungsrate haben, können wir anders über die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb diskutieren“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Noch gebe es dazu aber „keine gesicherten Erkenntnisse“, fügte sie hinzu.

Mehrere Medizinerverbände, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, hatten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme trotz Corona-Pandemie für eine umgehende Komplettöffnung von Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Das Übertragungsrisiko durch Kinder scheine gering, heißt es in dem Papier.

Über die Wiederöffnung von Schulen und Kitas entscheiden die Bundesländer selbst. In Sachsen sind Grundschulen und Kindergärten für alle seit Wochenbeginn wieder geöffnet.

Mehr als 8000 Todesopfer durch Coronavirus in Deutschland

16.50 Uhr: Bundesweit sind bis Dienstagnachmittag über 175.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.00 Uhr: mehr als 175.000 Infektionen). Mindestens 8036 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.00 Uhr: 7960). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,91 (Datenstand 18.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,82. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 155 700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Plünderungen und Proteste in Chile 

16 Uhr: Vor dem Hintergrund der Corona-Ausgangssperre ist es in der Nacht zum Dienstag in ärmeren Stadtvierteln der Hauptstadt Santiago de Chile zu Protesten und Plünderungen gekommen. „Wir haben Hunger“ oder „Wir müssen arbeiten, wir brauchen Unterstützung“ waren einige der Protestrufe, die in den ärmsten Vierteln von Santiago zu hören waren. In der chilenischen Hauptstadt gilt seit Freitag eine strikte Ausgangssperre, um die rasante Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen.

Die erste Demonstration begann in der Gemeinde El Bosque im Süden der Hauptstadt, wo eine Gruppe von bis zu 50 Menschen mit Stöcken und Steinen sich am Montag Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferte. Später kamen mehr Menschen dazu und auch in drei weiteren Stadtvierteln kam es zu Zusammenstößen. In der Nacht wurde dann ein Gasverteilerzentrum geplündert. Im Zentrum zündeten Demonstranten einen Bus an.  

Drei Deutsche auf Mallorca abgewiesen und zurückgeschickt

15.45 Uhr: Drei Deutsche sind bei der versuchten Einreise auf dem Flughafen der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca gestoppt und in ihre Heimat zurückgeschickt worden. Die beiden Männer und eine Frau seien mit einem Flug aus Köln eingetroffen und hätten keinen ausreichenden Grund für ihre Reise angeben können, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag unter Berufung auf die Regierung der Inseln. Touristen unterliegen zurzeit wegen der Corona-Krise einem generellen Einreiseverbot nach Spanien.

Wer derzeit in das beliebte Urlaubsland einreisen will, trifft auf strenge Kontrollen durch die Polizei. Wer keinen ersten Wohnsitz in Spanien vorweisen kann oder aus als wichtig erachteten beruflichen Gründen einreist, hat gute Chancen, so wie die drei Deutschen am Montag direkt zurück in die Heimat geschickt zu werden. 

Tansanias Präsident Magufuli gibt seltsamen Ratschlag 

15.30 Uhr: Eine unglaubliche Aussage hat John Magufuli in der Corona-Krise getätigt. In einem Video hat der tansanische Präsident auf natürliche Heilmittel gegen Coronaviren hingewiesen: „Mein eigener Sohn schloss sich in seinem Zimmer ein, nachdem er sich mit dem Virus infiziert hatte, und nahm eine Zitronen-Ingwer-Lösung, bevor er gesund wurde.“

Dass solche natürlichen Heilmittel gegen das Virus wirken könnten, ist allerdings alles andere als erwiesen. So hatte es zu Beginn der Pandemie auch den Mythos gegeben, dass Knoblauch gegen Corona helfen könnte - wofür es ebenfalls keinen Beweis gab. 

Deutsche Bahn testet UV-Licht um vor Ansteckung zu schützen

14.45 Uhr: Um Fahrgäste vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, wird an zwei Rolltreppen am Frankfurter Hauptbahnhof eine spezielle Reinigung mit UV-Licht getestet. Die Anlage sorge dafür, dass die Handläufe der Treppen keimfrei seien, sagte Bahnhofsmanager Hartmut Schwarz am Dienstag. Sie sei voraussichtlich ab diesem Mittwoch in Betrieb und reinige die Handläufe der Treppen, die von der S-Bahn hinauf in die Bahnhofshalle führen. Sie werde zunächst für vier Wochen getestet, bevor sie an anderer Stelle in Frankfurt oder an anderen Bahnhöfen eingesetzt werden könne.

Zur Vorbereitung auf den erwarteten Zuwachs hat die Bahn unter anderem Abstandsmarkierungen auf den Boden vor den Schaltern und Imbissbuden geklebt sowie Hinweistafeln und Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt. Jeder zweite Sitzplatz im Wartebereich wurde abgeklebt. Türgriffe, Knöpfe und Touchscreens würden zudem häufiger gereinigt und desinfiziert, sagte Schwarz. Hinzu komme das Angebot an die Reisenden, sich im öffentlichen WC kostenlos die Hände waschen zu können.

Mehr als 100.000 Corona-Infektionen in Indien

13.26 Uhr: In Indien gibt es inzwischen mehr als 100.000 bestätigte Corona-Infektionen. Damit liegt das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land auf Platz 11 der globalen Coronazahlen-Liste der amerikanischen John-Hopkins-Universität. Trotz einer zunächst sehr strikten Ausgangssperre im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde hat sich die Kurve nicht abgeflacht. Inzwischen gibt es in Indien mehr Infektionen als in China, dem bevölkerungsreichsten Land. Die Ausgangssperre wurde mittlerweile gelockert und viele Geschäfte, Märkte sowie Fabriken sind wieder geöffnet, auch der öffentliche Verkehr fließt in mehreren Städten wieder.

Besonders von der Pandemie betroffen ist die Millionenmetropole Mumbai, das Finanzzentrum Indiens, Bollywood-Mekka und das Zuhause eines der größten Slums der Welt. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden den Krankenhäusern auf den Intensivstationen Betten und Beatmungsgeräte aus. Von den mehr als 101 000 Infizierten sind nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums inzwischen mehr als 39 000 wieder genesen. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 3160 Infizierte gestorben. 

WHO reagiert zunächst nicht auf Trumps neue Austrittsdrohung

13.17 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zunächst nicht auf den Brief von US-Präsident Donald Trump mit neuen Vorwürfen und einer Austrittsdrohung reagiert. Die Organisation sei mit der Fortführung der virtuellen Jahrestagung beschäftigt, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Genf. Die Tagung steht ganz im Zeichen der verheerenden Coronavirus-Pandemie. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus werde zum Ende der Versammlung am Nachmittag noch einmal das Wort ergreifen.

Trump hatte die WHO am Montagabend in einem Brief ultimativ zu „wesentlichen Verbesserungen“ innerhalb der kommenden 30 Tage aufgefordert. Ansonsten werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken. Was genau Trump fordert, blieb vage. 

Mehr als 175 100 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 7900 Tote

11.02 Uhr: Bundesweit sind bis Dienstagvormittag über 175 100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 174 700 Infektionen). Mindestens 7976 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7934). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,91. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,82. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.
Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 155 700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45 800 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2306 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36 300 Fällen und mindestens 1511 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34 000 bestätigten Fällen und mindestens 1664 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

FDP hält deutsch-französischem Vorschlag zu Corona-Hilfe für „faulen Zauber“

9.16 Uhr: Die FDP hält eine Umsetzung des deutsch-französischen Vorschlags für einen europäischen Wiederaufbaufonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für wenig wahrscheinlich. „Dieser Plan hat keine rechtliche Grundlage, die muss einstimmig beschlossen werden, man braucht die Dänen, die Holländer und die Österreicher“, sagte der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich bin sehr skeptisch, ob es überhaupt dazu kommt, dass aus diesem Plan etwas wird.“

Es gebe innerhalb der EU nicht genug Unterstützung für die Aufnahme gemeinsamer Schulden. „Das wird nicht kommen, weil es nicht genug Länder gibt, die das unterstützen und ich halte es auch in der Sache nicht für den richtigen Weg“, sagte Lambsdorff. Er sprach von einem „faulen Zauber“. Durch die gemeinsame Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron seien Hoffnungen geweckt worden, „die vermutlich sich so nicht erfüllen lassen werden“.

Merkel und Macron hatten am Montag vorgeschlagen, die Rezession in der EU wegen der Corona-Krise mit einem Wiederaufbaufonds von 500 Milliarden Euro zu bekämpfen. Dazu soll es der EU-Kommission erlaubt werden, auf den Finanzmärkten Kredite im Namen der EU aufzunehmen. Die Länder, die von dem Fonds profitieren, müssten die Gelder dem Plan zufolge nicht zurückzahlen. 

US-Präsident Trump nimmt Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe

7.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben ein Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er habe „sehr gute Dinge“ über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, sagte Trump. 

Das Weiße Haus veröffentlichte am Abend ein Schreiben von Trumps Leibarzt Sean Conley, wonach Trump und er nach zahlreichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen seien, dass mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken überwiegen. Es gibt bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Trump droht WHO mit endgültigem Zahlungsstopp und Austritt

5.58 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitten in der Coronavirus-Pandemie mit einem endgültigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu „wesentlichen Verbesserungen“ verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte.

Trump hatte vor einem Monat einen Zahlungsstopp an die WHO veranlasst. Die Maßnahme stieß international auf Kritik. Trump wirft der Sonderorganisation der Vereinten Nationen schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung und China-Hörigkeit vor. Mitte April hatte er angekündigt, dass seine Regierung untersuchen werde, welche Rolle die WHO bei dem Missmanagement in der Corona-Krise gespielt habe. Diese Überprüfung habe viele seiner Bedenken bestätigt, erklärte Trump nun. Dabei gehe es insbesondere um den „alarmierenden Mangel“ an Unabhängigkeit von China.

„Es ist klar, dass die wiederholten Fehltritte, die Sie und Ihre Organisation sich bei der Reaktion auf die Pandemie geleistet haben, die Welt extrem teuer zu stehen gekommen sind“, erklärte Trump in seinem Brief an Tedros. Die WHO müsse Unabhängigkeit von China zeigen. Die Regierung in Washington habe bereits Gespräche über eine Reform der Organisation gestartet.

„Aber es muss schnell gehandelt werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren“, erklärte Trump. Er könne nicht zulassen, dass das Geld der amerikanischen Steuerzahler einer Organisation zugute komme, die nicht amerikanischen Interessen diene.

Trump macht die Organisation für die Vielzahl an Toten in der Krise mitverantwortlich. Kritiker in den USA werfen Trump vor, einen Sündenbock zu suchen, um von seinem Zögern zu Beginn der Corona-Krise abzulenken.

Mehr als 175.100 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis Montag über 175.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 174.700 Infektionen). Mindestens 7974 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7934). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,91. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,82. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 154 600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45.800 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2306 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36.300 Fällen und mindestens 1511 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.000 bestätigten Fällen und mindestens 1664 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 350,7 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 210,7. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Erdogan kündigt Ausgangssperre zum Ende des Ramadan an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wegen der Corona-Krise eine viertägige Ausgangssperre über die Feiertage am Ende des Fastenmonats Ramadan angekündigt. Sie beginne am Vorabend des sogenannten Zuckerfests in der Nacht zum 23. Mai und ende am 26. Mai, sagte Erdogan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung in Istanbul. Die Maßnahme gelte für das ganze Land. Die Türkei erlässt seit Wochen weitgehende Ausgehverbote in ausgewählten Provinzen über das Wochenende oder an Festtagen.

Bis Dienstag - einem Feiertag in der Türkei - gilt etwa noch eine Ausgangssperre in 15 Städten und Provinzen, darunter in Ankara, Istanbul und Izmir. Erdogan sagte, er hoffe, dass die Ausgangssperren nach dem Zuckerfest aufgehoben werden könnten. Reisebeschränkungen für 15 Städte, darunter Ankara und Istanbul, würden allerdings um weitere 15 Tage verlängert. Damit bleiben die Regionen vorerst weitestgehend abgeschottet. In ausgewählten Moscheen würden zudem ab dem 29. Mai wieder Gebete zugelassen, sagte Erdogan. Schulen, die seit dem 16. März geschlossen sind, sollen ab September wieder öffnen. Senioren ab 65 Jahren und unter 20-Jährige, für die seit dem 21. März ein tägliches Ausgehverbot gilt, dürften wie auch schon vergangene Woche an ausgewählten Tagen vor die Tür.

Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte am Montag mit, an einem Tag seien 1158 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden, damit stieg die Zahl der gemeldeten Infizierten auf rund 151.000. An einem Tag seien zudem 31 Menschen mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 4171. Die Türkei hatte am 11. März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet und zahlreiche Maßnahmen erlassen, die aber nun schrittweise wieder gelockert werden.

Zahl der Fälle in Italien fällt

In Italien sinkt die Zahl der aktuell Corona-Infizierten und der Todesopfer durch die Lungenkrankheit stetig weiter. Wie der Zivilschutz in Rom am Montag mitteilte, registrierten die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 99 Corona-Tote. Das war der niedrigste Wert seit dem sogenannten Lockdown in der ersten Märzhälfte. Auf dem Höhepunkt der Viruswelle hatte der Zivilschutz am 27. März fast 1000 Tote an einem Tag gemeldet.

Insgesamt wurden in Italien seit Februar 32 007 Corona-Todesopfer gezählt. Experten vermuten jedoch, dass die Zahl noch höher liegt. Denn viele mögliche Opfer, die zum Beispiel zu Hause starben, seien nicht getestet worden, heißt es.

Insgesamt geht der Zivilschutz von 66.553 Menschen aus, die nachweislich derzeit das Virus in sich tragen. Auch dieser Wert fällt seit längerem. Die Zahl der Corona-Ansteckungen insgesamt wird mit 225.886 angegeben. Italien wurde in Europa früh und hart von der Covid-19-Krankheit getroffen. Am 10. März begannen sehr strenge Beschränkungen des öffentlichen Lebens, die jetzt immer weiter gelockert werden.

Hohe Todesrate in Schweden

Das in der Corona-Pandemie einen Sonderweg gehende Schweden hat im April die seit Jahren höchste Sterberate verzeichnet. Wie die schwedische Statistikbehörde am Montag mitteilte, starben in Schweden, das 10,3 Millionen Einwohner hat, im vergangenen Monat 10.458 Menschen - mehr als in allen anderen Monaten der vergangenen Jahrzehnte. „Wir müssen bis zum Dezember 1993 zurückgehen, um mehr Tote in nur einem Monat zu haben“, erklärte Tomas Johansson von der Statistikbehörde.

Im gesamten Jahr 1993 verzeichnete Schweden mehr als 97.000 Todesfälle - die höchste Rate seit 1918, als auch in Schweden die Spanische Grippe grassierte. Eine offizielle Erklärung für die hohe Zahl der Todesfälle 1993 gibt es Johansson zufolge nicht. Allerdings wurde Schweden in jenem Jahr von einer Grippewelle heimgesucht. Schweden geht in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen. Die Schulen für Kinder unter 16 Jahren blieben offen ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Menschen sind lediglich aufgefordert, in Eigenverantwortung die Abstandsregelungen zu respektieren.

Der schwedische Sonderweg steht in der Kritik; die Zahl der Corona-Toten übersteigt die anderer skandinavischer Länder, die strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten. Bis zum Montag verzeichnete Schweden 3698 Tote im Zusammenhang mit der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Infektionen wurde mit 30.377 angegeben.

Merkel und Macron wollen Wiederaufbau geeint angehen

18.15 Uhr: Lange sind Frankreich und Deutschland in Europafragen sehr unterschiedliche Wege gegangen. Im Angesicht der Corona-Krise haben sich Kanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron nun auf eine gemeinsame Initiative für einen Wiederaufbaufonds geeinigt. Deutschland und Frankreich werben für die Einrichtung eines zeitlich befristeten europäischen Fonds über 500 Milliarden Euro, der die am stärksten betroffenen Staaten unterstützen soll.

Bei der Bewältigung der Corona-Krise sollten die EU-Staaten nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel gezielt eigene Unternehmen auf dem globalen Markt stärken. Die Europäische Union fördere bereits heute strategische Projekte etwa in der Produktion von Computer-Chips oder Batteriezellen, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. „Diese Bestrebungen wird man jetzt bestärken.“

Andere Länder hätten sich sehr um die Entwicklung „globaler Champions“ bemüht, sagte Merkel. Das werde nun auch die EU in den Investitionen zur Krisenbewältigung tun.

„Deshalb sind Zeiten einer solchen Krise auch immer Zeiten eines Kampfes, kann man sagen, eines Eintretens für eine Idee. Und Deutschland und Frankreich treten hier für die europäische Idee ein“, sagte Merkel derweil in Hinblick auf Verschwörungstheorien und anti-europäischer Stimmung in der Corona-Krise.

Maas will Urlaub im Ausland noch vor dem Sommer ermöglichen

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn hinzuarbeiten. Bei einer Videokonferenz ging es am Montag darum, wie dafür Grenzkontrollen und Quarantäneregelungen aufgehoben werden können und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten gewährleistet werden kann. Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden.

„Wir können nicht dauerhaft eine Reisewarnung für die ganze Welt aufrecht erhalten“, sagte Maas. „Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung zurück.“ Maas betonte aber auch, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird, wie vor der Corona-Krise. „Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Business as usual geben kann.“
An der Videokonferenz nahmen Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien. Frankreich und die Schweiz fehlten, weil sie am Mittwoch bei einer weiteren Videokonferenz auf Einladung Maas' mit den Nachbarländern Deutschlands dabei sind. Österreich entschied sich als einziges Nachbarland, an beiden Konferenzen teilzunehmen.  

Schleswig-Holsteins Nordseeinseln für Tagestouristen weiter gesperrt

13.58 Uhr: Tagestouristen dürfen zu Christi Himmelfahrt und am darauf folgenden Wochenende sowie Pfingsten nicht auf Schleswig-Holsteins Nordseeinseln und die meisten Halligen. Auch für St. Peter-Ording gilt an beiden Wochenenden ein Betretungsverbot. Darauf haben sich Land und Kommunen am Montag verständigt.

Hintergrund ist die Angst vor einem Massenandrang von Tagesbesuchern. „Schleswig-Holstein bietet Platz für alle, aber nicht für alle gleichzeitig in bestimmten Top-Destinationen wie Sylt oder Timmendorfer Strand“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Etwaige Beschränkungen des Tagestourismus seien auch über Pfingsten hinaus möglich. Für Helgoland gilt das Betretungsverbot für Tagesurlauber bereits seit diesem Montag.

Für die Badeorte an der Ostsee wie Scharbeutz gelten die generellen Einschränkungen nicht. Damit ist an beiden Wochenenden auch ein Besuch der Ostseeinsel Fehmarn möglich. Gleiches gilt für Nordstrand und die Hamburger Hallig an der Nordseeküste.

Am Montag sind in Schleswig-Holstein zahlreiche Lockerungen in der Corona-Krise in Kraft getreten. So dürfen Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants wieder öffnen und auch Touristen ins Land einreisen. Es gelten aber überall strenge Hygiene- und Abstandsregelungen.
Die Beschlüsse der Landesregierung beinhalteten auch die Aufhebung des Betretungsverbots für die Inseln und Halligen. Allerdings wurde den Kreisen die Möglichkeit eingeräumt, bei Bedarf eigene Regelungen umzusetzen, um den Tagestourismus zu begrenzen. Die Inseln Föhr, Amrum und Sylt baten dann um eine spätere Öffnung der Inseln für Tagestouristen.

Söder für verlängerte Lohnfortzahlung für Eltern in Corona-Krise

12.09 Uhr: Auch die CSU unterstützt den Plan, Familien in der Corona-Krise länger und stärker zu unterstützen. Nach der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer befürwortete am Montag auch CSU-Chef Markus Söder das von der SPD vorangetriebene Vorhaben, den Anspruch auf Lohnfortzahlung zu verlängern. Er sei dafür, sagte Söder am Montag nach Teilnehmerangaben in einer CSU-Vorstandsschalte.

Wer in der Corona-Krise wegen der Betreuung kleiner Kinder nicht arbeiten kann, erhält bisher für sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens. Für eine Anschlussregelung hatten sich zuvor Sozialminister Hubertus Heil und Familienministerin Franziska Giffey eingesetzt (beide SPD), ebenso wie SPD-Chefin Saskia Esken.

Weiterer Coronavirus-Ausbruch in deutschem Schlachthof

11.42 Uhr: Kurz vor Beratungen des sogenannten Corona-Kabinetts über die Missstände in der Fleischindustrie ist ein weiterer massiver Ausbruch des Virus in einem deutschen Schlachtbetrieb bekannt geworden. 92 Mitarbeiter eines Schlachthofs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntagabend mitteilte. Die für die Bekämpfung des Virus zuständigen Kabinettsmitglieder wollen am Montag über eine mögliche stärkere Regulierung der Fleischbranche beraten. Für die infizierten Mitarbeiter der Firma in Dissen und ihre Kontaktpersonen wurde Quarantäne angeordnet. Die Produktion in dem Schlachthof wurde ausgesetzt. Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit. Bereits zuvor waren in mehreren anderen deutschen Schlachthöfen zahlreiche Coronavirus-Infektionsfälle auf.

Fast 8000 Corona-Tote in Deutschland

11 Uhr: Bundesweit sind bis Montagvormittag über 174.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 174 300 Infektionen). Mindestens 7934 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7913). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 17.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Söder schlägt finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland vor

10.45 Uhr: Angesichts der Corona-Krise schlägt die CSU eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland in diesem Jahr vor. Mit finanziellen Anreizen in den Sommermonaten könnte man „ein Stück Entlastung für die Branche, aber auch Freude für die Menschen bringen“, sagte CSU-Chef Markus Söder am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit - er sei da relativ offen. Söder plädierte aber für eine Förderung „vor allem für diejenigen, die nicht so viel Geld haben und sich so etwas nicht so leisten können“. Und viele Menschen könnten sich nur wenig leisten.

Söder zeigte sich skeptisch, was Urlaubsmöglichkeiten in europäischen Nachbarländern angeht, und grenzte sich dabei von Außenminister Heiko Maas (SPD) ab. Er sei da sehr zurückhaltend. „Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass es so leicht ist, dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien oder in Spanien sind oder in Frankreich“, sagte Söder. „Keines dieser Länder hat im Moment das entsprechend angekündigt. Insofern sollten wir nicht vorpreschen.“ Man bewege sich weiter auf sehr dünnem Eis.

Flüchtlingsheim bei Bonn hat 130 Corona-Infektionen

10.30 Uhr: In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn sind nach aktuellen Testergebnissen 130 Menschen mit Corona infiziert. Die restlichen 170 Bewohner hätten sich nicht infiziert, wie Tests gezeigt hätten, sagte am Montag eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln.

„Es werden, wie in allen Landesunterkünften die höchsten Hygienevorschriften umgesetzt“, betonte sie. Die negativ und die positiv Getesteten würden getrennt untergebracht. Auch die Außenbereiche seien getrennt. Das Essen werde ausschließlich auf den Zimmern eingenommen. Um die Belegung zu reduzieren und mehr Platz zu schaffen, würden viele negativ getestete Bewohner in eine andere Unterkunft verlegt. 

Außenminister Maas dämpft Erwartungen in Sachen Sommerurlaub

9.21 Uhr: Vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern dämpft Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Erwartungen. „Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt“, sagte Maas am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden und man müsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europäischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch «wie Urlaub anfühlt».

Maas will am Mittag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Die Minister wollen unter anderem über Einreisebestimmungen, Quarantäneregelungen und eine Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden sprechen, sagte Maas. Ziel sei es, aus der weltweiten Reisewarnung, die derzeit in Deutschland gelte, nur noch einen Reisehinweis zu machen. So könnten die Bürgerinnen und Bürger selbst beurteilen, ob und wohin sie verreisen möchten.

Berliner Grundschule muss schließen

8.30 Uhr: Zwei Lehrkräfte von Grundschulen in Berlin-Spandau sind nach einem Medienbericht positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei den betroffenen Grundschulen handelt es sich nach Informationen des «rbb» um die Grundschule am Weinmeisterhornweg und die am Birkenhain. Bis zum 26. Mai bleibt die Grundschule am Weinmeisterhornweg geschlossen, da die infizierte Lehrkraft Kontakt zu zwei Klassen, zum Hort und zu anderen Lehrern hatte.

Die Grundschule am Birkenhain hingegen bleibt weiter offen, so der «rbb». Die mit dem Coronavirus infizierte Lehrkraft hatte nur Kontakt zu vier anderen Personen und einer Lerngruppe - die Betroffenen sind unter Quarantäne gestellt. Das Spandauer Gesundheitsamt bietet Lehrern und Schülern dieser Schule die Möglichkeit an, sich auf das Coronavirus auch ohne Symptome testen zu lassen.

US-Wirtschaft könnte um 30 Prozent einbrechen

8 Uhr: Die US-Wirtschaft könnte im laufenden Quartal nach Einschätzung der Notenbank Fed um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Es sei gut möglich, dass das Bruttoinlandsprodukt um 20 bis 30 Prozent abnehme, sagte Fed-Direktor Jerome Powell am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Er sehe aber eine gute Chance, dass es im dritten Quartal dann wieder eine Zunahme des Wachstums gebe.

Corona-App soll Mitte Juni kommen

7 Uhr: Nach wochenlangem Hin und Her sowie kontroversen Debatten über die Corona-App beziehungsweise Corona-Warn-App zeichnet sich nun ein Ende ab. Die App soll, wie aus Koalitionskreisen verlautet, Mitte Juni fertig sein und damit den zuletzt rund 59 Millionen Smartphone-Besitzern zur Verfügung stehen. Dies deckt sich mit den jüngsten Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Eine Werbekampagne ist bereits in Arbeit. Allerdings wird in Koalitionskreisen vor allzu hohen Erwartungen gewarnt.

Katar führt drakonische Strafen ein

6 Uhr: Das reiche Emirat Katar führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maskenpflicht ein und droht mit drakonischen Strafen. Nach Angaben des Innenministeriums drohen Geldstrafen bis zu einer Höhe von umgerechnet knapp 51.000 Euro oder maximal drei Jahre Gefängnis. Die Maskenpflicht gelte für alle Menschen, die das Haus verlassen, teilte das Innenministerium am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Ausgenommen seien Personen, die allein in einem Fahrzeug unterwegs seien.

Nach offiziellen Angaben sind mehr als 28 000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Neben Saudi-Arabien zählt Katar damit zu den am stärksten betroffenen Ländern in der arabischen Welt. 14 Menschen seien an den Folgen der Krankheit bislang verstorben, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Brasilien vermeldet mehr als 16.000 Corona-Tote

5.30 Uhr: Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16 000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16 118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241 080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.

Wie der brasilianische Bundesstaat São Paulo (4688) hat inzwischen auch Mexiko (mehr als 5000) bei der Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Toten China überholt. Besonders viele Infektionen in Amerika verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für drei andere amerikanische Länder: Demnach wurden in Peru und Chile in der vergangenen Woche zwischen 10 000 und 100 000 neue Infektionen gemeldet, in den USA sogar mehr als 100 000.

Mehr als 28.000 Todesfälle in Frankreich

20.25 Uhr: In Frankreich sind mehr als 28.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 28.108 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Nach Angaben des Ministeriums wurden 10,.642 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert.

Die Zahl der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sank demnach jedoch weiter. Landesweit befanden sich dem Ministerium zufolge 2087 Menschen mit einer schweren Form von Covid-19 in intensiver Behandlung in Kliniken. Seit Beginn der Epidemie seien in Frankreich rund 98.500 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden, davon rund 17.500 auf Intensivstationen.

Rund 400 Neuinfektionen in Deutschland

17.10 Uhr: Bundesweit sind bis Sonntag über 174.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 174.300 Infektionen). Mindestens 7931 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7913).

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagfrüh bei 0,88. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Samstagfrüh lag dieser Wert bei 0,89. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 153.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45.700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2297 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36.200 Fällen und mindestens 1504 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.900 bestätigten Fällen und mindestens 1649 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 350,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 210,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Stimmung wendet sich gegen Boris Johnson

16.43 Uhr: Einer Umfrage zufolge sind inzwischen mehr Briten davon überzeugt, dass ihre Regierung schlecht mit der Coronavirus-Pandemie umgeht als umgekehrt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinium, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Demnach zeigten sich 42 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Reaktion der konservativen Regierung von Premierminister Boris Johnson auf den Coronavirus-Ausbruch. Nur 39 Prozent stehen hinter den Entscheidungen in der Downing Street.

Befragt wurden rund 2000 Erwachsene in Großbritannien am 13. und 14. Mai. Es ist Opinium zufolge das erste Mal, dass sich in der öffentlichen Meinung das Blatt gegen die Regierung wendet.

380 Festnahmen nach Corona-Demonstration in Polen – Polizei verteidigt Vorgehen

15.13 Uhr: Die Warschauer Polizei hat ihr rigoroses Vorgehen gegen Demonstranten vom Samstag verteidigt. Ein sogenannter „Unternehmerprotest“ gegen coronabedingte Einschränkungen des Wirtschaftslebens sei von Anfang an gesetzwidrig gewesen, erklärte ein Polizeisprecher dem Fernsehsender TVN24 am Sonntag. Insgesamt seien 380 Personen vorübergehend festgenommen worden, weil sie nicht nur gegen das während der Corona-Pandemie geltende Versammlungsverbot verstoßen, sondern sich obendrein aggressiv gegenüber Polizisten verhalten hätten.

Teilnehmer der Proteste vom Samstag hatten der Polizei unangemessene Gewalt und den unnötigen Einsatz von Tränengas vorgeworfen. Trotz eines Verbots hatten unabhängige Unternehmer am Samstag eine Demonstration organisiert, um eine schnellere Lockerung des Wirtschaftslebens zu verlangen. Dies nützten verschiedene andere Gruppen für eigene Protestkundgebungen gegen die Regierung und ihre Corona-Maßnahmen. TV-Bilder zeigten Hunderte vorwiegend jüngere Menschen, von denen viele polnische Fahnen schwenkten und Slogans wie „Für ein freies Polen!“ riefen.

Nach Tumulten und Rempeleien warfen sich Protestierende und Polizei gegenseitig aggressives Verhalten und Falschinformationen über den Protestverlauf vor. „Die Situation, die wir hier beobachten, lässt sich wohl am besten mit dem Wort Chaos beschreiben“, kommentierte ein TVN24-Reporter live am Samstag das Geschehen. Der Senator Jacek Bury von der oppositionellen Bürgerkoalition twitterte, auch er sei gewaltsam festgenommen worden. Dieser Darstellung wiederum widersprach die Polizei ebenfalls auf Twitter: Der Politiker habe sich gemeinsam mit einem festgenommenen Demonstranten in ein Polizeiauto gesetzt und sich geweigert, dieses zu verlassen.

Hongkonger Hamster zeigen Wirksamkeit von Masken

15.03 Uhr: Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht.

Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche. Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske.

Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen Käfig mit gesunden Tieren gesetzt. Zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert. Es sei deutlich geworden, dass das Maskentragen durch Infizierte, insbesondere wenn sie keine Symptome zeigen, „sehr viel wichtiger ist als alles andere“, sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit führenden Coronavirus-Experten. Der Mikrobiologe war einer der Entdecker des Sars-Virus im Jahr 2003 - eines Vorläufers des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2.

Tourismusindustrie wirft Bundesregierung Feigheit vor Brüssel vor

13.42 Uhr: Die deutsche Tourismuswirtschaft hat der Bundesregierung Feigheit vor Brüssel vorgeworfen, weil sich der Bund nicht über die Ablehnung der EU von Reisegutscheinen hinwegsetze. Verbandspräsident Michael Frenzel sagte: „Zwölf Länder haben obligatorische Gutscheine eingeführt, nur Deutschland traut sich nicht.“ Deshalb sei die Gutscheinlösung für ausgefallene Reisen wohl vom Tisch. Bisher habe kein Minister die notwendige Traute. Die Europäische Union (EU) und Verbraucherschützer verlangen, dass Kunden für nicht angetretene Reisen ihr Geld zurückbekommen, die Branche will den Kunden stattdessen Gutscheine geben.

Frenzel sagte: „Das Geld der Kunden haben die Veranstalter weitergeleitet an Airlines und Hotels, da ist gegenwärtig nichts zu holen.“ Es gehe um 4,4 Milliarden Euro bis Ende Juni, knapp sieben Milliarden Euro bis Ende August. Weil ohne staatliches Eingreifen Reiseveranstalter reihenweise in die Knie gehen würden, zahle der Steuerzahler am Ende in jedem Fall. Der Tourismuswirtschaft werden in diesem Jahr mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz fehlen. Er forderte einen Rettungsfonds, um die Milliardenverluste abzufangen.

Chinas oberster Gesundheitsberater fürchtet zweite Corona-Welle

13.18 Uhr: Der oberste Gesundheitsberater der chinesischen Regierung fürchtet eine zweite Coronavirus-Welle in seinem Land. Wegen fehlender Immunität sei die Mehrheit der Chinesen derzeit weiterhin anfällig für das Virus, sagte Zhong Nanshan. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung.“ Die Lage sei in China nicht anders als in anderen Ländern. Nach monatelangen Ausgangssperren und Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie konnte China das Virus weitgehend unter Kontrolle bringen. Es gibt aber Furcht vor einer möglichen zweiten Welle, da zuletzt neue Infektionscluster in nordöstlichen Provinzen und der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetreten waren.

Tourismus-Ziele in Frankreich sollen bis Ende Juni öffnen

13.16 Uhr: Frankreichs Staatssekretär für Tourismus hat sich dafür ausgesprochen, bis Ende Juni so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich wieder zu öffnen. Er wünsche sich, dass zum 21. Juni, dem Tag des Sommerbeginns, ein Maximum der Orte wieder Besucher empfangen könne, sagte Jean-Baptiste Lemoyne. Je nach Entwicklung der Coronavirus-Pandemie sei das vielleicht auch schon früher möglich. Am 25. Mai solle ein zeitlicher Ausblick für die Wiedereröffnung im Tourismus-Bereich gegeben werden, sagte der Staatssekretär.

In Frankreich öffneten am Wochenende erste Strände und touristische Ziele wie die Marienwallfahrtsstätte in Lourdes oder die berühmte Insel Mont Saint-Michel. Innenminister Christophe Castaner kritisierte, dass Italien die Einreise für Ausländer ab dem 3. Juni wieder erlauben will. Es sei wichtig, dass diese Entscheidungen auf europäischer Ebene koordiniert würden, sagte Castaner am Samstag im nordfranzösischen Veules-les-Roses. Er wünsche sich mehr Solidarität und weniger einseitige Entscheidungen.

Lockerungen in Griechenland – Öffnung von Badestellen ohne Probleme

11.37 Uhr: In Griechenland sind bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius am Wochenende alle 515 organisierten Badeanstalten des Landes unter strengen Auflagen wieder geöffnet worden. Die Öffnung verlief nach übereinstimmenden Berichten griechischer Medien ohne Probleme. Erlaubt waren nur 40 Menschen pro 1000 Quadratmeter. Der Abstand zwischen den Sonnenschirmen muss außerdem mindestens vier Meter betragen. Unter den Schirmen dürfen höchstens zwei Liegen stehen.

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Eine Angestellte einer Strandbar, der eine Schutzmaske gegen Coronaviren trägt, sammelt am Strand von Alimos in der Nähe von Athen eine Gebühr für die Sonnenbänke ein.

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Die Strandbars dürfen darüber hinaus nur verpacktes Essen verkaufen und keinen Alkohol ausschenken. Bei Verstoß drohen den Betreibern der Badeanstalten die Schließung ihres Unternehmens für 30 Tage und Geldstrafen bis zu 20 000 Euro, wie die Regierung mitteilte. Bislang war das Baden im Meer in Griechenland wegen der Corona-Epidemie nur an nicht organisierten Küstenabschnitten erlaubt.

Am 25. Mai sollen auch die griechischen Tavernen, Bars und Restaurants öffnen, hieß es aus Regierungskreisen am Sonntag. Der internationale Tourismus soll nach den Plänen Athens am 1. Juli starten. Für Montag ist zudem eine Videokonferenz europäischer Außenminister geplant. Dabei soll besprochen werden, wie die Reisebeschränkungen nach und nach gelockert werden können.

Laschet und Söder voll des Lobes: „Re-Start hat sich gelohnt“

11.11 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und sein bayerischer Kollege Markus Söder (CSU) haben den Saison-Neustart in der Fußball-Bundesliga in den höchsten Tönen gelobt. „Der Restart hat sich gelohnt. Es ist genau das vorsichtige Hineintasten in eine verantwortungsvolle Normalität, die wir alle wollen“, sagte Laschet: „Die Liga hat ein perfektes Konzept vorgelebt.

Der Auftakt hat für viele Fans wieder Fußball möglich gemacht. Wenn es alles so gut läuft wie heute, kann der Wettbewerb weitergehen.“Auch für Söder, glühender Anhänger des 1. FC Nürnberg, verliefen die ersten Spiele nach knapp 70-tägiger Pause „viel besser als gedacht. Unter dem Strich ist das Experiment gelungen“, sagte er im Sport1-Doppelpass: „Das war wieder ein Signal, dass wir es können.“

Zudem zeigte sich Laschet sehr erfreut über das Verhalten der Fans. Die befürchteten Zuschauer-Ansammlungen vor den Stadien blieben aus. „Das zeigt, dass Fans und Ultras sehr verantwortlich reagiert haben. Der heutige Tag hat gezeigt: Die Fans wissen, worauf es ankommt“, betonte Laschet.

Israel beginnt Öffnung der Schulen für alle Jahrgänge

11.01 Uhr: Israel hat am Sonntag mit der Öffnung der Schulen für alle Jahrgänge begonnen. Nach einem deutlichen Rückgang der Corona-Infektionen in dem Mittelmeerland sollen auch die vierten bis zehnten Klassen in dieser Woche schrittweise wieder unterrichtet werden. Dabei gilt von der vierten Klasse an eine Maskenpflicht. Auch weitere Hygienevorschriften müssen eingehalten werden. Eltern müssen zudem an jedem Morgen bei ihren Kindern Fieber messen und eine Gesundheitserklärung unterzeichnen. Nur in Ortschaften mit vielen Corona-Infektionen sollen die Schulen noch geschlossen bleiben. In Israel beginnt die Arbeitswoche sonntags.

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Für Schüler der ersten bis dritten Klasse begann die Schule wieder, als Bestandteil einer schrittweise Wiederherstellung des Bildungssystems in Israel.

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Erziehungsminister Rafi Perez sagte, die komplette Öffnung des Schulsystems sei notwendig, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Israel hatte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeitweise strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Im vergangenen Monat hatte die Regierung allerdings damit begonnen, die Vorgaben schrittweise zu lockern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 16 608 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 12 855 sind wieder genesen. 268 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Scharfe Kritik von Obama an Corona-Politik der US-Regierung

10.39 Uhr: In einer außergewöhnlichen Stellungnahme hat der frühere US-Präsident Barack Obama die jetzige Führung des Landes wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise scharf kritisiert. In einem Video-Grußwort für eine Uni-Abschlussfeier sagte Obama am Samstag: „Diese Pandemie hat vor allem unsere Überzeugung zunichte gemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun.“ „Viele von ihnen tun nicht einmal so, als seien sie verantwortlich“, setzte Obama mit Blick auf die aktuelle Führung hinzu. Dabei nannte der demokratische Ex-Präsident keine Namen. Von vielen Beobachtern wurden seine Äußerungen aber als Kritik an seinem republikanischen Nachfolger Donald Trump gewertet.

In einem weiteren Grußwort für eine virtuelle Abschlussfeier von High-School-Schülern schlug Obama in die gleiche Kerbe. Er rief die Schüler dazu auf, dort Verantwortung zu übernehmen, wo die politische Führung versagt: „Zu tun, was sich gut anfühlt, was bequem ist, was einfach ist - so denken kleine Kinder. Leider denken auch viele sogenannte Erwachsene - darunter einige mit tollen Titeln und wichtigen Jobs - noch so. Deshalb ist die Lage auch so verkorkst.“

Bereits vor gut einer Woche hatte Obama in vertraulichen Äußerungen Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Trumps Krisenmanagement sei „eine absolut chaotische Katastrophe“, sagte er laut einem Audiomitschnitt in einem Gespräch mit früheren Mitgliedern seiner Regierung. In Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie spiegele sich eine Denkweise des „'Was ist für mich drin' und 'Zum Teufel mit allen anderen'“ wider.

Mehr Proteste gegen Corona-Beschränkungen in Brandenburg

09.42 Uhr: In Brandenburg hat die Zahl der Proteste gegen die Beschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus deutlich zugenommen. In den zwei Wochen zwischen dem 20. April und dem 3. Mai seien 31 Versammlungen gegen die Maßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus angemeldet worden, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfrage in Potsdam mit. In den eineinhalb Wochen zwischen dem 4. Mai und dem 13. Mai seien es 52 Versammlungen mit diesem thematischen Bezug gewesen. Auch am Samstag gab es wieder Kundgebungen in mehreren Städten gegen Beschränkungen - in Prenzlau hatte die AfD dazu aufgerufen. Dort gab es auch eine Gegendemo.

Mehr als eine halbe Million Corona-Fälle in Lateinamerika und der Karibik

9.33 Uhr: In Lateinamerika und der Karibik haben sich inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach einer Zählung auf Grundlage von Behördenangaben haben sich auf dem Subkontinent bis Sonntag 501.563 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 28.400 von ihnen starben an den Folgen.

Fast die Hälfte aller Coronavirus-Infektionen in Lateinamerika wurden in Brasilien registriert. Nach Behördenangaben haben sich in dem südamerikanischen Land inzwischen mehr als 233.000 Menschen angesteckt. Damit hat Brasilien, dessen ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro die Pandemie als „kleine Grippe“ bezeichnet hat, inzwischen weltweit die vierthöchste Zahl an Infektionen. Mehr als 15.600 Menschen sind in Brasilien bereits gestorben.

Peru ist mit mehr als 88.500 Infektionsfällen das am zweitstärksten betroffene Land in der Region, gefolgt von Mexiko mit mehr als 47.100 Fällen. Während in Peru bislang aber nur gut 2500 Infizierte starben, liegt Mexiko bei der Zahl der Todesfälle mit mehr als 5000 Toten auf Platz zwei hinter Brasilien.

174.355 Corona-Infizierte in Deutschland – ein Plus von 583

9.25 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 174.355 angegeben - ein Plus von 583 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.752 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7914 Todesfälle, die JHU 7938 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 153.400.

Estland verlängert Corona-Notstand nicht

8.40 Uhr: Estland wird den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Ausnahmezustand nicht erneut verlängern. Dies beschloss die Regierung in Tallinn am Samstagabend. Der Notstand war Mitte März verhängt worden und läuft in der Nacht zum 18. Mai um Mitternacht aus. Die während des Ausnahmezustands auferlegten Schutzmaßnahmen werden einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge schrittweise gelockert und auf neue Rechtsgrundlagen übertragen. „Dies bedeutet, dass die Notsituation ein Ende hat, aber einige Einschränkungen bleiben in Kraft. Dies ist wichtig, um einen erneuten Ausbruch der Krankheit zu verhindern“, erklärte Regierungschef Jüri Ratas.

Die Entscheidung sei angesichts der rückläufigen Ausbreitung des Coronavirus in Estland getroffen werden. Das EU-Land mit 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1770 bestätigte Infektionen und 63 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Die Regierung hatte Mitte März frühzeitig mit strikten Maßnahmen auf die ersten Fälle reagiert. Seither hat sich die Lage im dem Ostseestaat deutlich verbessert, die Infektionszahlen gehen kontinuierlich zurück. Mehrere Schutzvorschriften wurden seit Ende April wieder gelockert.

Verfassungsschutz warnt vor Extremisten auf Corona-Demonstrationen

7.45 Uhr: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt vor einem Ausnutzen der aktuellen Proteste gegen die Corona-Beschränkungen durch Extremisten. Vor allem Rechtsextremisten versuchten, die Demonstrationen zu instrumentalisieren, sagte Präsident Thomas Haldenwang der „Welt am Sonntag“. Während Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wenig Verständnis für die Proteste zeigte, warnte sein sächsischer Kollege Michael Kretschmer (CDU) vor einer pauschalen Diskreditierung der Teilnehmer. „Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren“, sagte Verfassungsschutz Präsident Haldenwang.

Was im Internet mit Propaganda, Verschwörungstheorien und Falschnachrichten begonnen habe, werde nun in die reale Welt getragen. Rechtsextremisten suchten Anschluss an bürgerliche Milieus und riefen Anhänger auf, sich aktiv in die Proteste einzubringen, sagte Haldenwang. „Es besteht die Gefahr, dass Rechtsextremisten sich mit ihren Feindbildern und staatszersetzenden Zielen an die Spitze der Corona-Demonstrationen stellen, die aktuell mehrheitlich von verfassungstreuen Bürgern durchgeführt werden.“

Der Verfassungsschutz-Präsident zeigte sich besorgt, „dass Extremisten die aktuelle Lage genauso nutzen wie in der sogenannten Flüchtlingskrise“. Der „Trend der Entgrenzung“, den man seit den Protesten gegen die Migrationspolitik beobachte, könne sich fortsetzen und eine noch größere Dimension annehmen. Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht in den Protesten eine Gefahr: „Da sind gerade jede Menge Wölfe im Schafspelz unterwegs, die versuchen, sich mit ihren antidemokratischen Parolen in die Mitte der Gesellschaft zu schleichen“

Neue Quarantäne-Regeln in Polen

Hunderte Ärzte und Pfleger aus Polen können jetzt wieder uneingeschränkt nach Deutschland zur Arbeit pendeln. Die Regierung in Warschau lockerte am Samstag die Anforderungen für medizinische Berufe im Zuge der Corona-Pandemie. Demnach müssen Menschen, die zum Beispiel in Deutschland in medizinischen Berufen und in Pflegeheimen arbeiten, nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne, wenn sie wieder nach Polen einreisen.

In den deutschen Anrainer-Bundesländern wurden die Lockerungen begrüßt. „Das ist eine sehr gute Nachricht für Brandenburg“, sagte die Europaministerin des Bundeslandes, Katrin Lange (SPD). Ihren Angaben zufolge könnten nun mehrere hundert Ärzte und Pfleger aus Polen „wieder uneingeschränkt die Grenze zu ihrem Heimatland passieren“.

„Das ist eine hervorragende Nachricht für alle polnischen Ärzte und Pfleger, die bei uns mit großer Leidenschaft ihren Beruf ausüben und damit zugleich unsere medizinische Versorgung sichern“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD). Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern stellte die finanzielle Unterstützung für polnische Berufspendler ein.

Erste „Gelbwesten“-Proteste nach Lockerungen in Frankreich

In Frankreich haben erstmals nach der Lockerung der Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen Medienberichten zufolge in mehreren Städten Proteste der regierungskritischen „Gelbwesten“ stattgefunden. Innenminister Christophe Castaner hatte zuvor am Samstag daran erinnert, dass Versammlungen von mehr als zehn Personen nicht erlaubt seien. Unter anderem in Paris, Lyon, Marseille, Montpellier und Straßburg gingen aber Menschen auf die Straßen - jedoch bei weitem nicht so viele wie vor Beginn der Corona-Krise.

Die „Gelbwesten“ protestieren seit gut eineinhalb Jahren regelmäßig gegen die Reformpolitik von Staatschef Emmanuel Macron. Der Zulauf zu den Demonstrationen hatte zuletzt aber erheblich nachgelassen. Auch in der Hauptstadt Paris versammelten sich Demonstranten auf dem Place de la République, wie die Tageszeitung „Le Parisien“ berichtete. Nach Angaben der Polizeipräfektur auf Twitter wurden mehrere Verwarnungen ausgesprochen. Demnach kam es auch zu zwei Festnahmen.

In Toulouse riefen Ladenbesitzer zu einer Gegendemonstration auf, wie die Regionalzeitung „La Dépêche“ berichtete. Sie sprachen sich demnach dagegen aus, dass die „Gelbwesten“ wieder jeden Samstag in der Stadt protestieren dürften, da das schlecht für ihre Geschäfte sei. Im elsässischen Straßburg wurden nach Angaben der Präfektur 41 Verwarnungen ausgesprochen, weil gegen die Versammlungsvorgaben verstoßen wurde. Die Monate vor Beginn der Coronavirus-Pandemie waren in Frankreich geprägt von gewerkschaftlich organisierten Massenprotesten gegen die Rentenreform. Seit Montag wurden in Frankreich die strengen Ausgangsbeschränkungen gelockert.

ZDF-Team bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Halle bedrängt

Im Zusammenhang mit einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen ist in Halle in Sachsen-Anhalt ein Kamerateam des ZDF nach Angaben der Polizei bedrängt worden. Das Team habe in der Nähe eines Wagens der Demonstranten Aufnahmen machen wollen, dann sei es zu verbalen Attacken gegen die Journalisten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei sei dazwischen gegangen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Das ZDF-Team habe später unter Polizeischutz freiwillig den Marktplatz verlassen. Verletzt wurde demnach niemand.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem zwei Körperverletzungsdelikte angezeigt und drei Anzeigen wegen Beleidigung aufgenommen. Auf dem Marktplatz gab es den Angaben zufolge auch Gegenproteste. Zudem hat eine Gruppe von 18 Personen einen Platzverweis bekommen. Der Großteil dieser zum Teil stark alkoholisierten Menschen gehört laut Polizei zum Fanspektrum des Halleschen FC.

Orban hebt Ausgangsbeschränkungen für Budapest auf

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die coronabedingten Ausgangsbeschränkungen für die Hauptstadt Budapest mit Wirkung vom kommenden Montag (18.5.) aufgehoben. Nach Gesprächen mit Experten sei er zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der Zeitpunkt dafür nun gekommen sei, erklärte er am Samstag in einer Facebook-Botschaft.
Unter anderen können die Budapester ab Montag ihre Heime wieder ohne triftigen Grund verlassen.

Geschäfte aller Art dürfen länger geöffnet bleiben und Gaststätten, die draußen bedienen, wieder Gäste empfangen. Dieselben Lockerungen waren bereits vor knapp zwei Wochen in ganz Ungarn in Kraft getreten, jedoch nicht in Budapest. Abstandsregeln und Maskenpflicht gelten im ganzen Land unverändert weiter. Orban begründete die unterschiedliche Behandlung der 1,7-Millionen-Einwohner-Metropole damit, dass dort die meisten Corona-Erkrankungen auftraten.

Zuletzt ging die Zahl der Ansteckungen in Ungarn und vor allem auch in Budapest stark zurück. Bis zum Samstag waren im ganzen Land 3473 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Bislang wurden 448 Tote gemeldet.

Hunderte Menschen bei Hildmann-Demo

Vor dem Reichstagsgebäude in Berlin haben sich am Samstagnachmittag mehrere Hundert Menschen versammelt, um an einer Kundgebung des Fernsehkochs Attila Hildmann teilzunehmen. Hildmann hatte um 16.30 Uhr zu einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen aufgerufen. Der für seine veganen Rezepte bekannte Koch war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen.

Die Polizei sperrte für die Kundgebung einen Bereich ab und wies Hildmann darauf hin, dass nicht mehr als 50 Teilnehmer erlaubt seien. Auch Komiker Oliver Pocher zeigte sich am Nachmittag am Reichstag - vor laufenden Kameras diskutierte er mit Hildmann. Anschließend wurde er von der Polizei vom Gelände geleitet.

Zeitgleich fanden Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen und Gegenproteste auf dem Alexanderplatz und an der Volksbühne statt. Am Alexanderplatz gab es laut der Polizei nach einer ersten Einschätzung einige Dutzend Teilnehmer, rund um den Rosa-Luxemburg-Platz etwas mehr als 100. Die Polizei sorgte mit rund 1000 Beamten für den nötigen Abstand. Es gab nach Angaben der Polizei bislang rund 200 vorläufige Festnahmen und Identitätsfeststellungen.

Baden in Griechenland unter strengen Auflagen

In Griechenland sind bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius am Samstag alle 515 organisierten Badeanstalten des Landes unter strengen Auflagen geöffnet worden. Eintritt bekamen nur 40 Menschen pro 1000 Quadratmeter. Der Abstand zwischen den Sonnenschirmen muss mindestens vier Meter betragen. Unter den Schirmen dürfen höchstens zwei Liegen stehen. Die Strandbars dürfen außerdem nur verpacktes Essen verkaufen und keinen Alkohol ausschenken.

Wie das Staatsfernsehen (ERT) weiter berichtete, wurden in den meisten Fällen diese Auflagen eingehalten. Bei Verstoß droht den Betreibern der Badeanstalten die Schließung für 30 Tage ihres Unternehmens und Geldstrafen bis zu 20.000 Euro, wie die Regierung mitteilte. Bislang war das Baden im Meer in Griechenland wegen der Corona-Epidemie nur an nicht organisierten Küstenabschnitten erlaubt. Die organisierten Badeküstenabschnitte sollten eigentlich erst im Juni öffnen. Dies führte aber dazu, dass die Menschen in den nicht organisierten Stränden die Abstände nicht einhielten, wie griechische Medien berichteten.

IG Bauen-Agrar-Umwelt fordert besseren Schutz für Erntehelfer

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat einen besseren Schutz für ausländische Erntehelfer gefordert. „Der Schutz der Saisonkräfte vor Covid-19-Infektionen ist nicht sichergestellt“, sagte der Stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Harald Schaum am Samstag laut Mitteilung. Die Bundesregierung müsse die bestehenden Regelungen nachbessern. Sie seien unter Zeitdruck entstanden und enthielten schwerwiegende Mängel. Missstände bestünden nicht nur in der Fleischindustrie. Auch in der Landwirtschaft gebe es gravierende Verstöße gegen Hygienevorschriften wie etwa die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.

Der Gewerkschafter betonte, die jetzigen Regelungen führten zu einer bisher nicht gekannten Abhängigkeit der Beschäftigten vom Landwirt. Die Erntehelfer könnten wegen der Quarantäne nicht ohne weiteres den Arbeitgeber wechseln, wenn dieser gegen seine Pflichten verstoße. Auch eine vorzeitige Heimreise sei nicht möglich, den Saisonkräften fehlten in der Regel die Mittel für die notwendigen Flüge. „In der Praxis sind sie daher dem Good-will des Arbeitgebers ausgeliefert“, sagte Schaum. Das widerspreche sämtlichen arbeitsrechtlichen Standards in Deutschland und in der EU.

„Wir fordern klare Regelungen, die weder beim Infektionsschutz noch bei Sozial- und Arbeitsbedingungen oder der Bezahlung Interpretationsspielräume lassen“, sagte der Gewerkschafter. Dazu müsse es häufige und unangekündigte Kontrollen vor Ort geben.
Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe in der Landwirtschaft trotz strenger Grenzregelungen die Einreise von insgesamt bis zu 80 000 Saisonkräften im April und Mai erlaubt. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte vor wenigen Tagen, er stehe einer Verlängerung „positiv gegenüber“.

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) betonte, es sei nach wie vor notwendig, diese Fachkräfte mit Auflagen zum Gesundheitsschutz in Deutschland zu haben. Von der Opposition kam scharfe Kritik. Linke-Fraktionsvize Susanne Ferschl kritisierte, die Zeche für billiges Essen zahlten weiter osteuropäische Erntehelfer. Der FDP-Agrarpolitiker Gero Hocker warf Klöckner vor, die lückenhafte Umsetzung von Hygienemaßnahmen mit zweifelhaften Konzepten selbst verursacht zu haben.

Türkei will Einreisen für medizinische Behandlung erlauben

Die Türkei will ihre Grenzen vom 20. Mai an für Medizin-Touristen aus ausgewählten Ländern öffnen. Menschen aus insgesamt 31 Staaten - darunter Deutschland, Russland und Großbritannien - sollen dann laut einer Richtlinie des Gesundheitsministeriums für Behandlungen ins Land einreisen dürfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Die Schweiz und Österreich stehen nicht auf der Liste.

Die Patienten müssen sich laut Bericht vor ihrer Einreise bei der Gesundheitsbehörde USHAS registrieren und zugelassen werden. An den Grenzübergängen solle darüber hinaus auf Corona getestet werden. Die Patienten und bis zu zwei Begleiter dürften sich ausschließlich in ausgewiesenen Kliniken und Rehazentren aufhalten, heißt es weiter. Dort seien separate Bereiche für sie vorgesehen. Der Tourismus galt bisher als ein Zugpferd der türkischen Wirtschaft. Die Regierung ringt damit, ihn trotz Corona-Pandemie wiederzubeleben.

2019 hatte die Türkei Einnahmen von umgerechnet rund 31,9 Milliarden Euro allein aus dem Tourismus erwirtschaftet. Ende Mai will das Land den inländischen Reiseverkehr wieder aufnehmen, im Juni hofft die Türkei auf internationale Urlauber. In den vergangenen Tagen war damit begonnen worden, Corona-Maßnahmen schrittweise zu lockern. In der Türkei haben sich bisher nach offiziellen Angaben rund 146.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, mehr als 4000 starben.

Zahlreiche Demos in Berlin

15.29 Uhr: Begleitet von rund 1000 Polizisten sind in Berlin-Mitte am Samstagnachmittag Dutzende Menschen zu verschiedenen Demonstrationen zusammengekommen. Allein auf dem Alexanderplatz fanden zeitgleich vier Kundgebungen statt, die von Polizeikräften und rot-weißem Flatterband umringt waren. Die Beamten achteten darauf, dass jeweils nicht mehr als 50 Demonstranten zusammenstanden. Innerhalb der Flatterbänder wurde der Abstand von 1,50 Metern eingehalten.

Mehr als 40 Demonstranten protestierten inmitten des Platzes mit Transparenten und einem Lautsprecherwagen gegen Verschwörungstheorien und für die Rechte von Flüchtlingen. Einige Meter weiter demonstrierten Dutzende mit lauter Musik gegen die Corona-Regeln und Impfpflicht.

Auch an den Absperrungen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz versammelten sich Dutzende Menschen zum Protest gegen die Hygienevorschriften.

Für den Nachmittag war auf dem Alexanderplatz, vor der Volksbühne und dem Reichstagsgebäude von verschiedenen politischen Lagern zu Protesten aufgerufen worden - erlaubt waren nicht alle. Am Alexanderplatz schickte die Polizei alle Menschen weg, die nicht zu den Kundgebungen gehörten. Vom Dach filmte sie das Geschehen. Auf dem Alexanderplatz waren am vergangenen Samstag mehr als 1200 Menschen unerlaubt zu teils aggressiven Protesten zusammengekommen.

Nicht viel mehr Grenzverkehr zwischen Baden-Württemberg und Frankreich

14.49 Uhr: Nach der Lockerung der Beschränkungen im Grenzverkehr zwischen Frankreich und Baden-Württemberg hat die Bundespolizei in Offenburg nicht deutlich mehr Verkehr registriert. Man müsse abwarten, wie sich der Verkehrsfluss in den kommenden Tage entwickle, erklärte ein Sprecher am Samstag. Bis zum Mittag haben es an den Grenzen keinerlei Probleme gegeben.

Ab Mitternacht wurden die Kontrollen zwischen Frankreich und Deutschland gelockert. Franzosen müssen für die Einreise aber nach wie vor einen triftigen Grund vorweisen. Darunter fällt beispielsweise die Fahrt zum Arbeitsplatz, der Schulbesuch oder ein wichtiger familiärer Grund. Aus touristischen Gründen, etwa zum Einkaufen oder Tanken, dürfen sie nicht einfach nach Deutschland fahren.

Am Grenzübergang zwischen Kehl und dem elsässischen Straßburg wurden am Samstag Fahrzeuge stichprobenartig kontrolliert. Fußgänger oder Radfahrer mussten alle noch ihre Papiere vorweisen. Die Straßenbahn-Verbindung zwischen Kehl und Straßburg wurde noch nicht wieder aufgenommen.

Deutsche müssen weiterhin einen französischen Passierschein bei der Einreise nach Frankreich ausfüllen. Mit der neuen Regelung können sich aber auch nicht-verheiratete Paare sehen. Dafür müsse an der Grenze ein Nachweis zum Beispiel über das Zusammenleben vorgelegt werden, hatte das französische Innenministerium erklärt.

Erleichterung wird mit den nur noch stichprobenartig durchgeführten Grenzkontrollen vor allem für die Berufspendler am Montag erwartet. Seit Einführung der Kontrollen hatten sich zu den Stoßzeiten lange Staus an den Grenzübergängen gebildet. Außerdem wurde ein gemeinsamer Passierschein beider Länder in Aussicht gestellt, damit Grenzgänger nur noch ein Papier mit sich führen müssen. Die Grenzen sollen am 15. Juni wieder vollständig geöffnet werden.

Spanien verlängert Ausnahmezustand

14.30 Uhr: Spanien will den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand um rund einen Monat verlängern. Der Ausnahmezustand werde noch „etwa einen Monat“ andauern, bis die stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen beendet sei, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Fernsehansprache an. Nach seinen Worten soll es sich um die letztmalige Verhängung des Ausnahmezustands handeln. Dieser solle bis zum Ende der Beschränkungen dauern.

Anstatt der zunächst geplanten Verlängerung um 15 Tage, werde nun eine einmonatige Verlängerung angestrebt. Spanien gehört zu den am schwersten vom Coronavirus betroffenen Ländern Europas. Mehr als 230.000 Infektionen wurden dort registriert, mehr als 27.000 Menschen starben. Das Gesundheitsministerium warnte zuletzt, das Risiko eines Wiederaufflammens des Virus bestehe. Sollte die Zahl der Infektionen in einer Stadt wie Madrid wieder zunehmen, „würde das wahrscheinlich Auswirkungen auf ganz Spanien haben“.

Russland meldet Toten-Rekordzahl

12.41 Uhr: In Russland sind 119 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Damit seien nun insgesamt 2537 Menschen nachweislich an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die Behörden in Moskau am Samstag mit. Der Anstieg der bestätigten Neuansteckungen hat sich dagegen verlangsamt: Mit 9200 neuen Fällen wurde die niedrigste Zahl seit zwei Wochen gemeldet.

Mit insgesamt 272.043 bestätigten Infektionsfällen steht Russland weltweit an zweiter Stelle hinter den USA, die Sterberate ist laut den offiziellen Statistiken aber vergleichsweise gering. Die russischen Behörden weisen den Vorwurf zurück, die Zahlen zu schönen. Sie verweisen auf eine Ausweitung der Virus-Tests. Zudem habe der relativ späte Beginn der Virus-Ausbreitung in Russland den Gesundheitsbehörden mehr Zeit zur Vorbereitung gegeben.

Indigene Völker Brasiliens zunehmend bedroht

12.40 Uhr: Die Corona-Pandemie bedroht zunehmend Brasiliens Ureinwohner. Von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in dem südamerikanischen Land seien bereits 38 indigene Völker betroffen, meldete die Vereinigung der Ureinwohner Apib am Freitag.

Das Virus erreiche mit „beängstigender Geschwindigkeit“ alle Gebiete der Ureinwohner, warnte Apib. Diese seien schon in der Vergangenheit durch eingeschleppte Krankheiten schwer getroffen worden. Laut Apib haben sich mehr als 440 Ureinwohner mit dem Virus angesteckt, 92 seien bereits an den Folgen gestorben. Betroffen sind demnach vor allem die Stämme im Bundesstaat Amazonas wie etwa die Parque das Tribos, deren Chef Messias Kokama an Covid-19 starb.

Aber auch bei den Stämmen im Süden des Landes seien Infektionsfälle aufgetreten. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Survival International sorgt die Epidemie zugleich dafür, dass illegale Holzfäller und Goldschürfer „mit Rückendeckung der Regierung“ zunehmend auf die Gebiete der Ureinwohner vordringen.

In Brasilien steigt die Zahl der Corona-Opfer rasant an. Zuletzt meldeten die Behörden rund 2000 Infizierte und mehr als 14.000 Tote - Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Zahl in Wirklichkeit 15 Mal höher ist. Der rechtsradikale Staatschef Jair Bolsonaro steht wegen seiner die Gefahren negierenden Corona-Politik massiv in der Kritik.

Bayern lehnt Schutzschirm-Pläne ab

12.22 Uhr: Bayern lehnt die Pläne des Bundesfinanzministeriums zu einem Milliarden-Schutzschirm für die wegen der Corona-Krise in Not geratenen Kommunen ab. Der Vorschlag sieht vor, die Länder an der Finanzierung zur Hälfte zu beteiligen. „Die Vorschläge von Bundesminister Scholz wird Bayern keinesfalls mitmachen“, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Wenn der Bund den Kommunen helfen möchte, darf er das gern tun - eine Zwangsverpflichtung der Länder nach den Regeln des Bundes ohne Absprache ist aber eine Unverschämtheit.“

Hilfe des Bundes sei wünschenswert, „aber nur mit klarer Abstimmung mit den Ländern und ohne Koppelung an Altschuldentilgung“. Bayern stehe fest an der Seite seiner Kommunen und werde ihnen in der Krise helfen. „Wir ziehen zwei Milliarden Euro Zahlung an die Kommunen aus dem kommunalen Finanzausgleich vor, um schnell und effektiv zu helfen“, sagte Füracker.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Kommunen mit fast 57 Milliarden Euro unterstützen, wie aus einem Eckpunkte-Papier seines Hauses hervorgeht, über das die „Rheinische Post“ und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) berichteten und das auch der dpa vorliegt. Es sieht eine akute Nothilfe vor, die wegbrechende Gewerbesteuereinnahmen ausgleichen soll, und eine Altschuldenhilfe für hoch verschuldete Städte und Gemeinden - jeweils zur Hälfte von den Ländern mitfinanziert.

Zum Thema Altschulden sagte Füracker: „Eine Altschuldentilgung von Kommunen in ganz Deutschland mit bayerischem Steuergeld ist mit uns nicht zu machen. Länder, die seit Jahren verantwortungsvoll und solide gewirtschaftet haben, werden bestraft.“

Nach jüngster Steuerschätzung entgehen den Kommunen bundesweit im laufenden Jahr Gewerbesteuereinnahmen von 11,8 Milliarden Euro. Die Altschulden von 2000 besonders verschuldeten Kommunen wurden 2018 mit 45 Milliarden Euro beziffert.

Kunden kehren nur langsam in die Innenstädte zurück

11.45 Uhr: Fast alle Einzelhändler und viele Gastronomen in Deutschland haben wieder geöffnet, doch das gewohnte Leben kehrt nur langsam wieder in die Innenstädte zurück. „Die Kunden sind beim Einkaufen in diesen Tagen eher zurückhaltend unterwegs“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Deutschen Presse-Agentur. „Der Einkaufsbummel mit Spontankäufen hat Seltenheitswert.“

Gestützt wird diese Einschätzung von Zahlen des auf die Messung von Kundenfrequenzen in den Innenstädten spezialisierten Unternehmens Hystreet. Demnach lagen die Besucherzahlen in wichtigen Einkaufsstraßen in München, Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart auch in dieser Woche noch deutlich unter dem vor Corona normalen Niveau. Am besten schnitt unter den fünf untersuchten Städten noch Hamburg ab, wo auf der Spitalerstraße zwischen Montag und Donnerstag immerhin wieder 53 Prozent der „normalen“ Passantenfrequenz erreicht wurden. Zum Vergleich: In der sonst gerade bei Touristen sehr beliebten Neuhauser Straße in München waren es nur 42 Prozent.

Für Genth ist die Zurückhaltung der Verbraucher nicht verwunderlich. „Eine Ursache dafür sind sicherlich die Rahmenbedingungen mit Abstands- und Hygieneregeln, die ein entspanntes Shoppingerlebnis erschweren“, sagte der Branchenkenner. Darüber hinaus sparten viele Kunden ihr Geld lieber, weil sie die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage auch mit Blick auf den eigenen Arbeitsplatz verunsichere. Doch nicht nur die Besucherzahlen in den Innenstädten liegen unter dem Normalniveau, sondern wohl auch die Umsätze in vielen Geschäften. Axel Augustin vom Handelsverband Textil geht davon aus, dass die Umsätze in der Modebranche in dieser Woche 20 bis 30 Prozent niedriger sein dürften als normalerweise.

Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sieht sich jeder zehnte Einzelhändler in Deutschland von Insolvenz bedroht. Von den Anfang Mai befragten 10 000 Firmen berichteten zudem knapp 40 Prozent davon, ihre Investitionen für das laufende Jahr kürzen zu wollen. Zugleich gab ein knappes Drittel der Händler an, so stark von der Krise betroffen zu sein, dass sie Personal abbauen müssten. Die Unternehmen leiden unter der eingebrochenen Nachfrage bei gleichbleibend hohen Kosten. 78 Prozent der Einzelhändler rechnen mit einem Umsatzrückgang.

Tagesaktuelle Fallzahlen in Deutschland

9.30 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 173.772 angegeben - ein Plus von 620 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.233 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7881 Todesfälle, die JHU 7897 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 152.600.

Italien will Einreise ab Juni wieder erlauben

9.27 Uhr: Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom in der Nacht zu Samstag. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.

Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.
Italien ist von der Covid-19-Lungenkrankheit so stark wie wenig andere Länder in der EU betroffen, bisher starben fast 32 000 Menschen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 223 000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Infektionszahlen gehen aber seit längerer Zeit zurück. Das Land hatte Anfang März einen der strengsten und längsten Lockdowns in der EU verhängt.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist.

Schon ab diesem Montag sind weitere Lockerungen vorgesehen: So dürfen Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants wieder öffnen. Allerdings nur mit strengen Abstandsregeln. Auch dürfen sich die Menschen dann ohne eine Selbstauskunft bewegen, aber nur innerhalb ihrer Region. Museen und Bibliotheken können öffnen. Man darf auch wieder an den Strand oder Freunde treffen. Bisher durfte man sich nur mit Verwandten treffen. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Heiko Maas reist an geöffnete Grenze zu Luxemburg

7.53 Uhr: Nach zehn Wochen ohne Dienstreise wegen der Corona-Krise hat Bundesaußenminister Heiko Maas erstmals wieder ein Flugzeug bestiegen. Er brach am Samstagmorgen mit einer Regierungsmaschine zu einem Besuch an der Grenze zu Luxemburg auf, die um Mitternacht wieder komplett für den Reiseverkehr geöffnet wurde. Am Übergang vom saarländischen Perl zum luxemburgischen Schengen an der Mosel wollte er sich mit seinem Amtskollegen Jean Asselborn treffen.

Im Grenzort Schengen in einem Dreiländereck zwischen Luxemburg, Deutschland und Frankreich wurde 1985 das Abkommen zur Aufhebung von Grenzkontrollen in Europa unterzeichnet. Heute gehören dem sogenannten Schengen-Raum die meisten Staaten der Europäischen Union aber auch einzelne Länder außerhalb der EU wie die Schweiz, Island und Norwegen an.

Die Öffnung der Grenze zu Luxemburg markiert den Beginn der schrittweisen Aufhebung der Kontrollen, die im März zur Eindämmung der Corona-Pandemie an den Übergängen zu den Nachbarländern eingeführt wurden. Zwei Monate lang waren mehr als ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt gewesen - der Verkehr war über überwachte Übergänge gelenkt worden. Die Kontrollen und Sperrungen hatten in der Region heftige Kritik ausgelöst. Vor allem traf es Berufspendler, die Staus und Umwege in Kauf nehmen mussten.

Auch die Regeln für den Grenzverkehr nach Österreich und in die Schweiz wurden am Samstag gelockert. Seit Mitternacht ist die Einreise in beide Richtungen auch dann wieder möglich, wenn man Lebensgefährten oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen will. Gleiches gilt für Besitzer selbst genutzter Liegenschaften und Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen. Touristische Einreisen oder solche zum Einkaufen sind aber weiter nicht erlaubt.

Für diese beiden Länder sowie für Frankreich sollen am 15. Juni 2020 die Grenzkontrollen so wie für Luxemburg ganz aufgehoben werden - wenn die Entwicklung der Infektionen es zulässt.

Bundesweit Tausende Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen erwartet

5.00 Uhr: Bundesweit wollen am Samstag wieder mehrere Tausend Menschen gegen die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie demonstrieren. Allein in Stuttgart sind 5000 Teilnehmer angekündigt. Auch in München, Berlin, Dortmund und vielen anderen Städten wollen Gegner der Maßnahmen auf die Straße gehen.

Schon am Wochenende zuvor hatten Tausende Menschen in vielen Städten Deutschlands gegen die Beschränkungen demonstriert. Die geltenden Abstandsregeln wurden oft missachtet, Schutzmasken nicht getragen. Wie in den Wochen zuvor waren darunter auch Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und Rechtspopulisten. Es kam zu Angriffen auf Polizisten und in einem Fall auch auf Journalisten.

Unter anderem in Berlin und Stuttgart kündigten linke Initiativen und Anwohner Gegendemonstrationen an. Im Vergleich zu vergangenem Wochenende sollen vielerorts das Polizeiaufgebot erhöht und die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden. In der baden- württembergischen Landeshauptstadt ist die Teilnehmerzahl auf 5000 begrenzt, Ordner müssen Schutzmasken tragen. Das entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart am Freitagabend und lehnte einen Eilantrag gegen Auflagen der Stadt ab. Der aus Baden-Württemberg stammende Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte dem Portal watson.de, bei Regelverstößen müssten Leute „ein saftiges Bußgeld erhalten“.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte grundsätzlich Verständnis für Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen. „Es ist absolut legitim und eigentlich auch nicht ungewöhnlich, dass Menschen demonstrieren, wenn es zu den gravierendsten Grundrechtseinschränkungen seit dem Bestehen der Bundesrepublik kommt“, sagte Laschet der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Wenn wir Grundrechte nicht länger als absolut notwendig zum Schutz der Gesundheit einschränken, dürfte sich die Bewegung entsprechend auch wieder verlaufen“, sagte Laschet voraus. Es gelte aber: „Wir müssen achtsam bleiben bei den Menschenfängern aus den linken und rechten Extremen.“


Der Berliner Bewegungsforscher Dieter Rucht, unter anderem Experte für politische Mobilisierung in Europa, sieht den Zenit der Corona-Proteste bereits überschritten. Rucht sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag): „Meine Prognose ist: Das mag mit den Corona-bedingten Protesten jetzt noch ein, zwei Wochen weitergehen. In dem Maße, in dem die Lockerungen greifen, verliert dieses Thema aber an Zugkraft.“ Das rechtspopulistische und rechtsradikale Potenzial aber bleibe: „Das wird sich zu neuen Anlässen versammeln.“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) warnte vor Verschwörungstheorien in der Corona-Krise. „Das Leugnen und Verdrehen von Fakten kann in der Pandemie Leben gefährden“, sagte Lambrecht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). Sie verwies darauf, dass die Mythen zum Ursprung des Virus immer wieder mit rassistischer und antisemitischer Hetze verbunden seien. Im Fall von Volksverhetzungen, Bedrohungen und Beleidigungen könnten Täter strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Deutschlandweit mehr als 173.700 Infektionen registriert

20.30 Uhr: Bundesweit sind bis Freitagabend über 173.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172.900 Infektionen). Mindestens 7873 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7788). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend bei 0,75. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,88. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.  

New York verlängert Ausgangssperre bis Ende Mai

20 Uhr: Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat die wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre um zwei Wochen verlängert. Ein am Donnerstagabend von Gouverneur Andrew Cuomo unterzeichnetes Dekret verlängert die Beschränkungen für die Metropole New York City und die umgebenden Landkreise bis zum 28. Mai.

Ausgenommen sind lediglich fünf weniger dicht besiedelte Regionen des Bundesstaates. Dort dürfen bestimmte Wirtschaftszweige schrittweise wieder hochfahren.

New York ist das am stärksten vom Coronavirus betroffene Gebiet der USA. In der Metropole wurden bereits mehr als 20.000 Tote durch die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 registriert. 

Donald Trump kündigt Corona-Impfstoff bis Ende des Jahres an

19.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump treibt die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in den USA voran und spricht hier von der größten Anstrengung seit dem Zweiten Weltkrieg. „Es hat in der Geschichte noch nie so ein Impfstoffprojekt gegeben wie dieses“, sagte Trump am Freitag in Washington. „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat niemand mehr so etwas gesehen, wie wir es jetzt in unserem Land tun. Unglaublich.“ Es handele sich um eine massive wissenschaftliche und industrielle Anstrengung. Die Arbeit an einem Impfstoff laufe in „Rekord-Rekord-Rekord-Geschwindigkeit“.

Trumps Regierung hat ein Projekt mit dem Namen „Operation Warp-Geschwindigkeit“ ins Leben gerufen, um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus voranzutreiben. Der Name geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück, das damit im Fernsehen schneller als Lichtgeschwindigkeit fliegen kann.

Der US-Präsident sagte erneut, Ziel sei es, bis zum Jahresende einen Impfstoff zu entwickeln, vielleicht auch etwas früher oder etwas später. Sobald es ein solches Präparat gebe, werde auch das Militär eingebunden, um die schnelle Verteilung des Impfstoffes im Land zu organisieren. „Wir bereiten uns vor. Es ist riskant, es ist teuer, aber wir werden enorm viel Zeit sparen. Wir werden Jahre sparen, wenn wir es richtig machen.“

Trump versprach, die Vereinigten Staaten wollten in dieser Frage eng mit anderen Ländern zusammenarbeiten - egal, wer zuerst einen Impfstoff entwickele. „Wir haben in dieser Hinsicht keinerlei Ego.“

CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt auch in Corona-Zeiten

16 Uhr: Der CO2-Gehalt der Atmosphäre klettert weiter, auch wenn in der Corona-Krise Industrie und Verkehr stark zurückgefahren wurden. Der Wissenschaftsverband Deutsches Klima-Konsortium (DKK) verwies am Freitag auf neue Rekordwerte, die auch in Deutschland gemessen wurden. Im März sei die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) an der Messstation des Umweltbundesamtes auf der Zugspitze im Monatsschnitt erstmals auf fast 418 ppm gestiegen, das sind Teilchen pro Million Teilchen Luft. Der neue Höchstwert von 417,838 ppm habe damit fast 3 ppm höher gelegen als 2019. Auch für den Monat April liegt die Konzentration mit 415,779 ppm höher als im Vorjahr.

Experten gehen davon aus, dass der weltweite CO2-Ausstoß durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in diesem Jahr um acht Prozent sinken könnte, weil Wirtschaft und Verkehr stark zurückgefahren sind. Der bisherige Ausstoß dieses Jahres ist laut Klima-Konsortium aber immer noch so groß, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf die neuen Rekordwerte angestiegen sei. Der Klimaforscher und Vorsitzende des Deutschen Klima-Konsortiums, Mojib Latif, teilte mit: „Die kurze Pause aufgrund des Shutdowns reicht bei weitem nicht, um die Klimaentwicklung auf einen Pfad zu lenken, der dem Klimaziel von Paris entspricht.“ Notwendig sei, die Emissionen in den kommenden Jahren konstant in dieser Größenordnung zu senken, ohne dabei die Wirtschaft lahmzuleg 

Restaurants öffnen in weiteren Bundesländern für Gäste

14.45 Uhr:  In fünf weiteren deutschen Bundesländern und in Österreich können Gastronomen seit Freitag wieder Gäste empfangen. Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen und Thüringen haben die Verbote für die Bewirtung aufgehoben, die zum Schutz vor dem Coronavirus angeordnet worden waren. In insgesamt zehn Bundesländern dürfen Restaurants und Cafés nun wieder öffnen, in einigen sind auch Hotelübernachtungen möglich. In Österreich lief die Gastronomie nach 59 Tagen Corona-Pause wieder an. Überall jedoch gelten weiterhin strenge Vorgaben, die teilweise stark variieren.

Proppenvolle Lokale sind nicht zu erwarten: Viele Betriebe können wegen der Abstandsregeln weniger Gäste bedienen als sonst. Häufig müssen 1,5 Meter Abstand zwischen Tischen und Stühlen sein. In Hessen gilt die Regel fünf Quadratmetern pro Gast im Lokal. Gastwirte in Wien etwa müssen dafür sorgen, dass zwischen den Tischen ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird.

Auch die Hygieneregeln sind unterschiedlich: Bevor Gäste Platz nehmen, müssen sie sich zum Beispiel in Brandenburg die Hände desinfizieren. Vielerorts ist es außerdem Pflicht, sich in eine Liste einzutragen zur leichteren Kontaktverfolgung bei einer möglichen Infektionskette.
In Österreich sowie in mehreren deutschen Ländern wie Hessen und Berlin muss die Bedienung einen Mundschutz tragen. Andernorts bleibt es bei einer Empfehlung. In Sachsen beispielsweise müssen außerdem die Speisekarten abwaschbar sein. Auf dem Weg zur Toiletten sollen Gäste in Brandenburg beispielsweise einen Mundschutz tragen zum Schutz der anderen Restaurantbesucher.

50 Neuinfektionen Richtwert für Einresende

13.47 Uhr: Die neuen Quarantäne-Regelungen für Einreisen nach Deutschland sollen sich an dem hierzulande geltenden Corona-Richtwert von 50 Neuinfektionen orientieren. Für Einreisende aus EU- und Schengen-Staaten sowie Großbritannien solle nur noch dann eine Quarantäne-Empfehlung ausgesprochen werden, wenn sie aus Staaten mit erhöhten Infektionsraten einreisen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin.

Die neuen Regeln sollen demnach nun von den Bundesländern umgesetzt werden. Hierzulande gelten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage als Richtwert für die Rücknahme von Corona-Lockerungen. Bund und Länder hatten sich am Donnerstag vor dem Hintergrund des Zurückfahrens der Grenzkontrollen darauf geeinigt, auch die Quarantäne-Regeln anzupassen. Wer nach Deutschland einreist oder zurückkehrt, muss sich demnach künftig nicht mehr generell in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Die entsprechenden Anpassungen in den jeweiligen Verordnungen der Bundesländer würden in den nächsten Tagen vorgenommen, so der Ministeriumssprecher.

Die Grundlinie sei vereinbart, den Länder stehe es frei, „in Nuancen abzuweichen“, sagte der Sprecher weiter. „Die Einzelheiten sind noch ein bisschen im Fluss“, fügte er hinzu. Er gehe davon aus, dass sie Anfang der kommenden Woche festgelegt seien. Eine Quarantäneverpflichtung gebe es dann nur noch für die aus Drittstaaten außerhalb des EU- und Schengenraums Einreisenden. Nordrhein-Westfalen hatte zuvor mitgeteilt, die geänderten Quarantäne-Regeln bereits ab Freitag umzusetzen.

Moskau startet Massentests auf Antikörper

13.41 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben in Moskau neue Massentests auf Antikörper begonnen. Damit will Europas größte Metropole einen besseren Überblick über den Verlauf des Ausbruchs bekommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden seit Freitag „alle paar Tage“ 70.000 Moskauer nach dem Zufallsprinzip eingeladen, um sich auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersuchen zu lassen. Bis Ende Mai sollen die Tests auf bis zu 200.000 pro Tag ausgeweitet werden.

Bürgermeister Sergej Sobjanin nannte es ein Vorhaben „von beispiellosem Umfang“. Die Ergebnisse seien ein wichtiger Indikator für weitere Lockerungen in der russischen Hauptstadt. Viele Menschen seien bereits infiziert gewesen, ohne es zu wissen, ist Sobjanin überzeugt. Bestimmte Antikörper im Blut sind ein Hinweis darauf, dass der Betreffende bereits mit dem Virus infiziert war und wahrscheinlich zumindest für einige Zeit immun gegen eine erneute Infektion ist. Bei den derzeit verfügbaren Antikörper-Tests ist allerdings vielfach ein Problem, dass sie auch bei einer zurückliegenden Infektion mit anderen Coronaviren reagieren.

Unterdessen stieg die Zahl erfasster Infektionen im Land binnen eines Tages um etwa 10 600. Damit sind nun rund 262 800 Fälle erfasst. Nach den USA ist Russland das Land mit der zweithöchsten offiziellen Infektionszahl. Der Statistik nach starben 2418 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen, wie es am Freitag hieß. Seit längerer Zeit verzeichnet das Land täglich hohe Zuwachsraten bei den Fallzahlen. In Russland gilt vielerorts eine Art Ausgangssperre, die aber kein strenges Kontaktverbot bedeutet.

EU-Parlament fordert zwei Billionen Euro für Wiederaufbau

13.31 Uhr: Das EU-Parlament hat ein Finanzpaket für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise im Umfang von zwei Billionen Euro gefordert. Eine breite Mehrheit von 505 zu 119 Stimmen und 69 Enthaltungen nahm am Freitag eine entsprechende Entschließung an. Enthalten darin ist auch ein klare Warnung an die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten, die Vorgaben der Abgeordneten ernst zu nehmen, andernfalls drohe ein Veto. Mit der Entschließung positioniert sich das Parlament zum Wiederaufbauplan, mit dessen Ausarbeitung die EU-Staats- und Regierungschefs im April zunächst die EU-Kommission beauftragt hatten. Ziel ist es, Europas Wirtschaft nach der Corona-Pandemie schnell wieder aus der Rezession zu holen.

Das Vorhaben soll mit dem nächsten mehrjährigen EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 verknüpft werden. Wie auch von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angedacht, befürwortet das Parlament, dass die Kommission sich das Geld durch Anleihen auf den Kapitalmärkten beschafft. Garantieren soll dafür der EU-Haushalt, hinter dem die Finanzkraft der Mitgliedstaaten steht. Die Verteilung der Mittel soll nach Auffassung der Abgeordneten über die EU-Haushaltsprogramme geschehen. Hauptsächlich in Form von Zuschüssen soll das Geld der Entschließung zufolge die Wirtschafts- und Sozialsysteme der Mitgliedstaaten stützen und zugleich den grünen und digitalen Wandel forcieren. Das Parlament warnt die Kommission zudem davor, für die Finanzierung des Konjunkturprogramms bestehende oder geplante EU-Programme zu kürzen oder die parlamentarische Kontrolle einzuschränken.

Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, behält sich die Volksvertretung vor, die Verabschiedung des Vorhabens mit ihrem Veto zu blockieren. Die Kommission hatte die Veröffentlichung ihres Vorschlages mehrmals verschoben. Kommissionssprecher Eric Mamer bestätigte nun den 27. Mai als Datum.

140 von 450 Jugendherbergen sollen öffnen

11.48 Uhr: 140 von bundesweit 450 Jugendherbergen sollen in der kommenden Woche wieder den Betrieb aufnehmen. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Jugendherbergswerk am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Häuser mussten nach Anweisungen der Bundesländer wegen der Corona-Pandemie im März schließen. In der Regel laufen die Erlasse am Montag (18. Mai) aus. Welche Jugendherbergen jetzt genau wieder an den Start gehen, steht noch nicht fest. Die Landesverbände müssen noch offene Fragen mit den jeweiligen Landesregierungen klären. So ist noch unklar, in welchem Umfang die Gäste kommen dürfen.

Ob die Zahl der belegten Zimmer reduziert werden muss oder die der Betten, ist dabei einer der offenen Fragen. Auch bei den Hygienekonzepten für die Anmeldung und in den Küchen gibt es aus Sicht der Jugendherbergen noch Klärungsbedarf. „Der Hauptverband hat mit einer Expertin aus dem Saarland ein Konzept entwickelt, das die Landesverbände jetzt als Grundlage für die Abstimmung vor Ort nutzen können“, sagte Sprecher Justin Blum.

Welche Jugendherbergen in der zweiten Mai-Hälfte wieder Gäste empfangen, sei auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung. „Die größeren Häuser in den größeren Städten, die mehr von den Touristen leben, können untern den eingeschränkten Bedingungen eher wieder öffnen. Für die kleineren Häuser im eher ländlichen Raum, die von Schulklassen oder Gruppen leben, lohne sich die Öffnung jetzt noch nicht. „Wann die Schüler wieder kommen, ist ja derzeit noch nicht absehbar“, sagt Blum.

Wirtschaft im Euro-Raum bricht ein

11.08 Uhr: Die Wirtschaft der Eurozone ist inmitten der Corona-Krise massiv eingebrochen. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis einer zweiten Schätzung mitteilte, war die Wirtschaftsleistung der 19 Euroländer im ersten Quartal 3,8 Prozent niedriger als im Vorquartal. Das ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995.

Die Statistiker bestätigten eine erste Schätzung.
In den 27 Ländern der Europäischen Union (EU) betrug der Wachstumseinbruch gegenüber dem Vorquartal 3,3 Prozent. Auch dies ist ein Rekordrückgang. Gegenüber dem ersten Quartal 2019 ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone um 3,2 Prozent und in der EU um 2,6 Prozent zurück.

Den stärksten Einbruch im Euroraum verzeichnete Frankreich mit einem Rückgang um 5,8 Prozent zum Vorquartal. In Spanien ging das BIP um 5,2 Prozent zurück, in Italien um 4,7 Prozent. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte mit einem Minus von 2,2 Prozent zwar ebenfalls stark, allerdings weniger deutlich als die anderen großen Volkswirtschaften der Eurozone.

Bundesrat billigt neues Pandemieschutzgesetz

10.52 Uhr: Der Weg für mehr Corona-Tests in Deutschland ist frei: Der Bundesrat billigte am Freitag das neue Pandemieschutzgesetz, das der Bundestag erst am Donnerstag beschlossen hatte. Die Neuregelung legt fest, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Tests auch dann bezahlen müssen, wenn jemand keine Symptome zeigt. Im Umfeld besonders gefährdeter Menschen - etwa in Pflegeheimen - soll verstärkt auf das Virus getestet werden. Die Labore müssen nach der Neuregelung künftig auch negative Testergebnisse melden.

Zudem müssen Gesundheitsämter es fortan mitteilen, wenn jemand als geheilt gilt. Teil des Meldewesens ist auch die Information, wo sich jemand wahrscheinlich angesteckt hat. Der Bund unterstützt die 375 Gesundheitsämter mit 50 Millionen Euro, um deren Digitalisierung voranzubringen. Beim Robert-Koch-Institut wird dauerhaft eine Kontaktstelle für den Öffentlichen Gesundheitsdienst eingerichtet. Das beschlossene Gesetz regelt zudem die geplante Prämie, die die Beschäftigten in der Pflege wegen der Corona-Belastungen bekommen sollen. Die gesetzlichen Kassen zahlen demnach einen Bonus von bis zu 1000 Euro.

Den vollen Bonus erhalten Beschäftigte, die hauptsächlich in der direkten Pflege und Betreuung arbeiten. Wer dafür mindestens ein Viertel seiner Arbeitszeit aufwendet, bekommt 676 Euro. Die Kassen bekommen dafür einen Zuschuss vom Bund. Die Länder und die Arbeitgeber in der Pflege können die steuerfreie Corona-Prämie um bis zu 500 Euro aufstocken. Zudem wird das Pflegeunterstützungsgeld, das Angehörige für die Pflege von Angehörigen beantragen können, ausgeweitet. Die Lohnersatzleistung wird von zehn auf 20 Tage verlängert, die bisher gesetzlich geltende Wochenmindestarbeitszeit von 15 Stunden pro Woche als Voraussetzung fällt weg. Nach der Beschlussfassung im Bundesrat soll das Gesetz bereits am Freitag den Bundesrat passieren, um rasch in Kraft treten zu können.

Mehr als 172.900 Infektionen in Deutschland

10.42 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 172.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 172.000 Infektionen). Mindestens 7791 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7712). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend bei 0,75. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,88. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 151.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2250 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.700 Fällen und mindestens 1482 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.800 bestätigten Fällen und mindestens 1629 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 346,8 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 208,0. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Bundesrat beschließt Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

10.17 Uhr: Der Bundesrat hat am Freitag die geplante Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Nachdem am Donnerstag auch schon der Bundestag den Weg dafür freigemacht hatte, können die Ausnahmeregelungen für die Corona-Krise nun kommen. Normalerweise zahlt die Bundesagentur für Arbeit, wenn Beschäftigte auf Kurzarbeit sind, 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Menschen mit Kindern.

Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent geben, ab dem siebten Bezugsmonat 80 Prozent oder 87 Prozent. Dies soll bis längstens 31. Dezember 2020 gelten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurde bis Ende April für gut zehn Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Das Gesetz sieht unter anderem auch einen längeren Anspruch auf Arbeitslosengeld vor. Er soll wegen der derzeit schlechten Arbeitsmarktlage für all diejenigen um drei Monate verlängert werden, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember enden würde.

Corona-Prämie kommt

10.16 Uhr:  Einen Tag nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat die geplante Corona-Prämie für Beschäftigte in der Altenpflege verabschiedet. Sie sollen in diesem Jahr einen Bonus für die besonderen Belastungen während der Krise bekommen. Geplant sind bis zu 1000 Euro - je nach Funktion und Arbeitszeit. Der steuerfreie Betrag kann von Ländern und Arbeitgebern auf bis zu 1500 Euro aufgestockt werden. Einige Bundesländer haben das bereits angekündigt.

Das im Bundesrat verabschiedete Gesetz sieht zudem zahlreiche weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor: So sollen die örtlichen Gesundheitsämter stärker unterstützt werden. Zudem ist eine Ausweitung von Tests und Meldepflichten geplant, damit die Behörden ein besseres Bild vom Verlauf der Pandemie bekommen.

4500 Anzeigen in Berlin

10.12 Uhr: Knapp 4500 Verstöße gegen die Corona-Einschränkungen hat die Berliner Polizei in den zwei Monaten seit Einführung der strikten Regeln Mitte März festgestellt. Angezeigt wurden 1530 Straftaten wie illegale Geschäfts- oder Imbissöffnungen seit dem 14. März, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dazu kamen 2945 Ordnungswidrigkeiten wie zu geringe Abstände von Menschen seit dem 23. März.

In diesen Zeiträumen überprüften hunderte Polizisten mehr als 2600 Geschäfte und Betriebe und fast 16.000 Menschen im Freien. Am Donnerstag kamen fünf Strafanzeigen und 13 Ordnungswidrigkeiten dazu. Tagsüber waren 425 Polizisten mit derartigen Kontrollen beschäftigt. Unterdessen sanken sowohl die Zahlen der Corona-Patienten in Krankenhäusern wie auch die der aktuell infizierten Menschen weiter deutlich. Nach der Mitteilung des Senats vom Donnerstagabend werden nur noch 282 Corona-Patienten in Kliniken behandelt und isoliert, davon 103 auf Intensivstationen. Das entspricht dem Stand von Ende März.

Von den insgesamt 6393 erfassten Infektionsfällen in Berlin gelten laut Senat 5737 als genesen. 177 Menschen sind gestorben. Nur noch 479 Menschen sind demnach mit einer akuten Infektion registriert. Dazu kommt allerdings noch eine Dunkelziffer von infizierten Menschen, die den Gesundheitsämtern nicht bekannt sind.

Einreise-Quarantäne wird gelockert

10.05 Uhr: Die Bundesländer wollen in den nächsten Tagen ihre wegen der Corona-Pandemie eingeführten allgemeinen Quarantäne-Regeln für Einreisende aus den Nachbarstaaten aufheben. Das Bundesinnenministerium arbeite derzeit an einer neuen Musterverordnung für die Länder, hieß es am Freitag aus dem Ministerium. Die Bundesländer hätten sich am Donnerstag nach Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt darauf verständigt.

Derzeit gilt in vielen Bundesländern, dass jeder, der aus einem europäischen Nachbarland nach Deutschland einreist, für 14 Tage in Quarantäne gehen muss. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den Bundesländern empfohlen, die bislang geltenden Quarantäne-Regeln zu lockern und nur noch auf Menschen anzuwenden, die sich zuvor in Drittstaaten aufgehalten haben. Also beispielsweise nicht mehr für Deutsche, die aus Frankreich einreisen oder aus den Niederlanden.

Die Entscheidung über die Quarantäne-Regeln liegt alleine bei den Ländern. Am Dienstag hatte das niedersächsische Oberverwaltungsgericht nach einem Eilantrag eines Ferienhausbesitzers die grundsätzliche Quarantäne-Pflicht gekippt und damit die Diskussion angeheizt. In Nordrhein-Westfalen wurde die Quarantäne-Pflicht bereits am Freitag aufgehoben.

Deutsche Wirtschaft bricht ein

10.01 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im ersten Quartal infolge der Corona-Krise eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin mitteilte.

Heil fordert strengere Auflagen für Schlachthöfe

9.52 Uhr: Nach den Corona-Ausbrüchen in mehreren Schlachtbetrieben fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) strengere Regeln für die Fleischindustrie. „Hier müssen wir aufräumen. Denn wir riskieren durch das Verhalten einiger schwarzer Schafe eine zweite große Infektionswelle“, sagte er am Freitag dem „Spiegel“. Auch Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will härtere Auflagen.

Die beiden Minister wollen dem Bericht zufolge etwa strengere Regelungen bei den Werkverträgen. „Die gängigen Werkvertrags-Varianten lassen zu viele Schlupflöcher“, betonte Heil. Laumann sagte: „Es geht nicht, dass Unternehmen ihr Kerngeschäft an Werkvertragsnehmer auslagern können und dann alle Verantwortung von sich wegschieben.“ Heil will am Montag Vorschläge ins Corona-Kabinett einbringen, um das Arbeitsschutzgesetz zu ändern. „Wir brauchen verbindliche Quoten für die Kontrollen, schmerzhafte Bußgelder bei Verstößen und klare, unmissverständliche Verantwortung eines Arbeitgebers für seine Betriebsabläufe.“

Deutsche Schlachthöfe entwickeln sich zunehmend zu Corona-Brennpunkten. Im April brach die Krankheit bereits in einem Fleischwarenwerk in Birkenfeld in Baden-Württemberg aus. Nun sind Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen. Die Fleischindustrie steht wegen prekärer Arbeits- und Unterkunftsbedingungen bereits seit vielen Jahren in der Kritik.

Gewalt gegen Kinder nimmt zu

8.36 Uhr: Die Zahl der Anrufe bei der vom Bundesfamilienministerium initiierten Kinderschutzhotline nimmt in der Corona-Krise stark zu. Wie Teamleiter und Kinderarzt Oliver Berthold im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte, hat medizinisches Persona allein in den ersten beiden Mai-Wochen in mehr als 50 Verdachtsfällen das Hilfsangebot genutzt - fast so häufig wie im gesamten April. „Wir werden teilweise wegen Verletzungen kontaktiert, die sonst nur bei Zusammenstößen mit Autos auftreten. Da geht es um Knochenbrüche oder Schütteltraumata“, sagte Berthold. Besonders betroffen seien Kleinstkinder, die noch nicht selbst laufen können.

Berthold berät gemeinsam mit acht Mediziner-Kollegen Anrufer der Kinderschutzhotline. Das Angebot richtet sich speziell an Beschäftigte in medizinischen Berufen wie Ärzte oder Therapeuten und soll in Verdachtsfällen beraten, wie weiter vorgegangen werden kann. „Wir vermuten, dass im Zuge der ersten Corona-Lockerungen jetzt sichtbar wird, dass es in manchen Familien zu Gewaltausbrüchen in der Krise gekommen ist“, sagte Berthold. Von der Entwicklung sei er allerdings nicht überrascht gewesen. Studien hätten belegt, dass in gesellschaftlichen Krisensituationen die Gewalt gegen die Schwächsten in der Gesellschaft zunimmt. Extremsituationen in Familien seien aufgrund der Ausgangsbeschränkungen sowie geschlossener Schulen und Kitas absehbar gewesen.

Pandemie könnte zu zig verschobenen Operationen führen

8.16 Uhr: Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit geschätzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der Universität Birmingham hervor, deren Ergebnisse am Donnerstagabend veröffentlicht wurden. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa der, dass die Kliniken im Mittel drei Monate unter höchster Belastung stehen.

Betroffen vom pandemiebedingten Aufschub sind demnach vor allem orthopädische Eingriffe wie das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Doch die Wissenschaftler rechnen auch damit, dass es weltweit gut zwei Millionen verschobene oder abgesagte Krebs-Operationen geben könnte. Allein in Großbritannien wird von etwa 36.000 verschobenen Krebs-OPs ausgegangen. „Der Zustand von Patienten kann sich verschlechtern und ihre Lebensqualität einschränken, während sie auf eine verschobene Operation warten. In manchen Fällen, zum Beispiel bei Krebs, können verschobene Operationen zu einer Reihe von vermeidbaren Todesfällen führen“, erklärte Aneel Bhangu, einer der beteiligten Forscher.

Für ihre Schätzung werteten die Wissenschaftler Informationen von 359 Krankenhäusern in 71 Ländern aus. Die Werte rechneten sie anschließend für 190 Länder hoch. Sie gingen dabei von einer Dauer von jeweils zwölf Wochen aus, in der Krankenhäuser weltweit durch die Pandemiewelle unter höchster Belastung stehen. Jede weitere Woche könne zu gut zwei Millionen weiteren verschobenen medizinischen Eingriffen führen, ergab die Hochrechnung. Für Patienten könnten nach Einschätzung der Wissenschaftler bereits drei Monate Ausnahmezustand erhebliche Wartezeiten zur Folge haben. In Großbritannien beispielsweise dürfte es demnach etwa elf Monate dauern, den entstandenen Rückstau an Operationen wieder abzubauen - selbst wenn wöchentlich 20 Prozent mehr Eingriffe stattfinden würden als vor der Pandemie.

Fernunterricht erreicht etliche Schüler nicht

6.42 Uhr: In der Coronakrise konnten viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland digital nicht erreicht werden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des „Schul-Barometers“, die am Freitag vom Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug in der Schweiz veröffentlicht wurde. Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Schulmitarbeiter gaben an, quasi alle Schülerinnen und Schüler erreicht zu haben.

14 Prozent der Schul-Mitarbeiter gaben an, dass immerhin zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht über das Internet erreichbar gewesen seien. Zwölf Prozent meinten, dass 15 bis 20 Prozent digital nicht kontaktierbar waren. 14 Prozent erklärten, dass 25 bis 50 Prozent digital nicht angesprochen werden konnten. Bei acht Prozent der Befragten war die Erreichbarkeit besonders schlecht. Hier konnten zu 50 und 100 Prozent kein digitaler Kommunikationsweg zu den Schülerinnen und Schülern aufgebaut werden.

Bei den Kommunikationsmedien setzen die Schulen vor allen noch auf die E-Mail (66 Prozent), gefolgt vom Mobiltelefon (Anruf oder Nachricht), Website der Schule und Online-Plattformen wie Moodle. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 7000 Menschen aus dem Schulbetrieb - darunter 655 Schulleiter - aus Deutschland Österreich und der Schweiz befragt.

Maaß will mit Urlaubsländern über Reisebeschränkungen beraten

6.39 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas will in der nächsten Woche mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz am Montag sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr.

Ziel des Treffens ist ein koordiniertes Vorgehen bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Touristen. Maas will sie danach schrittweise aufheben, soweit es keinen Rückschlag bei der Pandemie-Bekämpfung gibt - zuerst für europäische Länder. Innenminister Horst Seehofer hatte bereits am Mittwoch eine Öffnung der Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Österreich ab dem 15. Juni in Aussicht gestellt. Der Grenzverkehr nach Luxemburg soll schon am Samstag wieder normalisiert werden, auch mit Dänemark gibt es Gespräche über eine Grenzöffnung.

Vor allem in den vergleichsweise wenig von Corona betroffenen Ländern Österreich, Kroatien und Griechenland hofft man auf Urlauber aus Deutschland in den Sommerferien und will den grenzüberschreitenden Tourismus so schnell wie möglich wieder ankurbeln. Maas hatte am Mittwoch gesagt: „Ziel muss es sein, das Vorgehen in Europa so gut wie möglich abzustimmen, auch wenn sich die Lage von Land zu Land noch unterscheidet. Wir müssen nicht alle im selben Takt vorangehen, aber eben auch nicht im Wettlauf - und so, dass wir einander nicht auf die Füße treten.“

Keine Verlängerung der Lohnfortzahlungen

6.33 Uhr: Die Bundesregierung plant derzeit keine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder in der Corona-Krise nicht zur Arbeit gehen können. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums verwies auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“, Freitagsausgabe) darauf, dass Kindergärten und Schulen verstärkt wieder öffneten. Deshalb werde es „nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“.

Eltern können bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Die Leistung ist aber begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird bisher höchstens sechs Wochen lang gezahlt. Zeiten, in denen die Kita oder Schule ohnehin wegen Ferien geschlossen wäre, werden nicht mitgerechnet. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch nannte es einen „Skandal, wie die Bundesregierung mit Eltern umgeht, die auf Kinderbetreuung verzichten müssen“.

Kinder, Frauen und vor allem Alleinerziehende würden zu Verlierern der Corona-Krise, sagte Bartsch der „NOZ“. Er appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Sechs-Wochen-Frist „unbürokratisch zu verlängern, bis es einen Regelbetrieb an Grundschulen und Kitas gibt“. Auch DGB-Vorstandsmitlied Anja Piel verlangte eine Nachbesserung. Viele Familien seien angesichts des Notbetriebs in den Kitas und des eingeschränkten Schulbetriebs „weiter von Existenzsorgen und Betreuungsengpässen gebeutelt“

Mehrheit der Deutschen gegen Bundesliga-Fortsetzung

6.28 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Saison-Neustart am kommenden Wochenende, wie aus dem „Deutschlandtrend“ im ARD-„Morgenmagazin“ (Freitag) hervorgeht. Knapp ein Drittel (31 Prozent) ist dagegen für die Fortführung.

Zwölf Prozent interessieren sich nicht für Fußball; ein Prozent machte keine Angaben. 40 Prozent der Befragten gaben an, sich weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen von der Politik zu wünschen. Unter ihnen gibt es aber keinen klaren Zuspruch für die Fortsetzung der Saison: 45 Prozent äußern Zweifel, 40 Prozent sind dafür.

56 Prozent wollen Beschränkungen beibehalten

6.20 Uhr: Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten will an den derzeit bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie festhalten. Das ergab eine Umfrage von infratest-dimap für den neuen ARD-Deutschlandtrend. Demnach sehen 56 Prozent der Bürger weitere Normalisierungsschritte kritisch. 40 Prozent der Befragten befürworten dagegen eine Lockerung der Maßnahmen in den kommenden Wochen. 

Drei Prozent antworteten mit „weiß nicht“, während ein Prozent keine Angaben machte. Vor allem Anhänger der FDP (63 Prozent) und der AfD (61 Prozent) sind für eine weitere Öffnung. Unmittelbar bevor die Lockerungen in der vergangenen Woche beschlossen wurden, hatten sich noch 54 Prozent der Bürger für eine Lockerung ausgesprochen, 41 Prozent wollten an den Maßnahmen festhalten, hieß es. (mit dpa, afp, sid)

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