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Corona-Pandemie: Fiebermessen ist nicht die Lösung

Was bringt die Temperaturmessung vor Geschäften und an Flughäfen für die Erkennung von Corona-Patienten? Reichlich wenig, lautet das Fazit der Wissenschaft. Neben medizinischen Gründen spielen auch andere Aspekte eine wichtige Rolle.

Wenn es doch so einfach wäre. Wenn man mit einer kurzen Temperaturmessung sofort alle diese Fragen beantworten könnte: „Bin ich möglicherweise infiziert mit Sars-CoV-2? Darf ich in Geschäften einkaufen? Kann ich die Großeltern im Altenheim besuchen oder die Freundin im Krankenhaus? Darf ich ins Flugzeug steigen?“ Dann müssten wir uns nicht um die Gesundheitsversorgung unserer Gesellschaft sorgen und Millionen Menschen wären heute nicht in ihrer Existenz bedroht.

Aber so einfach ist es leider nicht. Das Fiebermessen auf die Schnelle ist definitiv kein entscheidender Teil zur Lösung der Corona-Pandemie. Zwar nutzen manche Länder diese Strategie zur Kontrolle möglicherweise Erkrankter, etwa China oder die Ukraine. Im Sommer mussten auch Spanien- und Italienurlauber bangen, ob sie den Fiebertest nach der Landung bestehen. Das Unternehmen Apple verärgerte nach dem ersten Lockdown nicht nur Kunden, die zum Start der Wiedereröffnung am Eingang der Stores ihre Körpertemperatur messen lassen mussten. Es alarmierte damit auch den hessischen Datenschutzbeauftragten. Trotzdem denken auch in der Arbeitswelt Unternehmen darüber nach, an den Werkstoren Wärmebildkameras für automatische Temperaturmessungen ihrer Beschäftigten einzusetzen. Wer dort durch eine erhöhte Körpertemperatur auffällt, muss draußen bleiben.

Aber was bringt eine Messung der Temperatur wirklich für die Bekämpfung der Pandemie? Natürlich kann Fieber das Symptom einer Corona-Erkrankung sein. Kann. Muss aber nicht. Daten des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass nicht einmal die Hälfte der Sars-CoV-2-Infizierten überhaupt Fieber entwickelt. Darüber hinaus kann eine erhöhte Körpertemperatur Audruck unzähliger Erkrankungen und Beschwerden sein und ist somit ein extrem unspezifisches Symptom für Covid-19. Außerdem lässt sich moderates Fieber recht einfach mit frei verkäuflicher Arznei aus jeder Apotheke senken – sich also im Zweifelsfall auch gezielt verschleiern.

Eine weitere Rolle spielt die bei Covid-19 recht lange Inkubationszeit, also die Zeit, in der jemand bereits Infiziert ist, aber noch keine Symptome entwickelt hat. Es gibt Menschen, die sind ansteckend für andere, obwohl sie keine oder kaum Symptome entwickeln. Andere wiederum sind bereits in der frühen Phase der Erkrankung infektiös, aber beschwerdefrei. All diese Betroffenen werden von einer Fiebermessung überhaupt nicht erfasst.

Unter anderem deshalb kommen Wissenschaftler und Mediziner im „Epidemiologischen Bulletin“ des RKI zu dem Schluss, dass eine Temperaturmessung etwa an deutschen Flughäfen keinen Sinn macht: „Insgesamt werden Entry- und Exit-Screening-Maßnahmen an Flughäfen mit Temperaturmessungen bei der Covid-19-Bewältigung in Deutschland für ineffektiv und der mögliche Mehrwert für vernachlässigbar eingeschätzt“, schreiben sie.

Dabei haben die Experten nicht nur den (nicht gegebenen) medizinischen Nutzen analysiert. Für eine groß angelegte Fiebermessung von Reisenden und Pendlern würde ihrer Einschätzung nach etwa auch die Logistik eine Rolle spielen: Über 124 Millionen Menschen sind im Jahr 2019 an den 24 größten deutschen Verkehrsflughäfen eingecheckt. Woher sollte das Personal für eine systematische Fiebermessung kommen? Und wo sollten sich Testpersonen, Wartende und möglicherweise Infizierte in dieser Zeit aufhalten? Außerdem: Wer ein solches System an Flughäfen einführt, müsste sinnvollerweise auch über die Kontrolle an anderen Einreiseorten nachdenken, so die Fachleute.

Ein weiteres und ebenso gewichtiges Argument gegen flächendeckende Fiebermessungen sind rechtliche Unklarheiten. Was ist mit dem Datenschutz? Sind Fiebermessungen personenbezogene Daten? Und wie sieht es mit der Verhältnismäßigkeit aus? Lauter knifflige Fragen, mit der sich Juristen beschäftigen müssen. Wird die Fiebermessung etwa am Eingang eines Geschäfts durchgeführt, ohne Identifizierung der Person, wären es wohl keine personenbezogenen Daten. Wenn der Kunde anschließend aber an der Kasse mit seiner Kreditkarte bezahlt, ist die Sachlage eine völlig andere.

Und was ist, wenn bei Mitarbeitern einer Firma Fieber gemessen wird? Hier wären dies eindeutig personenbezogene Daten, aber: Ein Unternehmen darf in gewissem Ausmaß solche Daten seiner Mitarbeiter führen. Es gelten spezielle Gesetze und betriebliche Regeln. Nur: Gehört Fiebermessen dazu? Der Laie mag denken: Wohl eher nicht. Juristen würden wahrscheinlich antworten: „Kommt drauf an.“

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