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Covid-19 Pandemie - Hier starben Mutter und Sohn einsam an Corona

Bams

Ein weiß getünchtes Haus in den Abendstunden. In der oberen Etage brennt hell das Licht, in den Zimmern unten ist die Beleuchtung gedämpft. Hinter diesen Mauern spielte sich ein unglaubliches Drama ab.

Mutter und Sohn starben innerhalb nur weniger Stunden. Tagelang blieben die Leichen unentdeckt. Bei der Obduktion kam heraus: Beide waren an Corona erkrankt. Jürgen L. († 54) und seine Mutter Silvia († 76) werden offiziell in der Statistik als Corona-Tote geführt.

Jürgen L. († 54) war Angestellter des Bauamts Bayreuth
Jürgen L. († 54) war Angestellter des Bauamts BayreuthFoto: privat

Die Einwohner im 44-Seelen-Dorf Muckenreuth (Bayern) sind geschockt. Sie hatten doch täglich Licht gesehen. Was sie wohl nicht wussten: Bei Einbruch der Dämmerung sprang die Weihnachts-Beleuchtung automatisch an.

Am 1. Weihnachtstag macht sich ein Freund von Jürgen L. dann doch Sorgen. Der Rentner (67): „Meine Frau hatte Jürgens Mutter schon lange nicht mehr telefonisch erreicht.“ Er bittet einen Nachbarn nachzusehen. Der geht mit einer Taschenlampe rüber zum Haus, leuchtet durchs Erdgeschoss-Fenster – und sieht Jürgen L. leblos im Sessel sitzen. Nachts um halb elf rückt die alarmierte Polizei an. Sie findet im Obergeschoss auch die Mutter. Silvia L. liegt tot im Bett.

Die Haustür musste aufgebrochen werden. Die Polizei hat den Tatort versiegelt
Die Haustür musste aufgebrochen werden. Die Polizei hat den Tatort versiegeltFoto: Joerg Voelkerling

Vermutlich sind sie am 15. Dezember gestorben. Neben Jürgen L. liegt eine Zeitung mit diesem Datum. An diesem Tag ist auch die Mülltonne zum letzten Mal in den Hof geschoben, der Briefkasten seitdem nicht mehr geleert worden.

Im Job hat Jürgen L. keiner vermisst. Der Angestellte des Staatlichen Bauamts Bayreuth arbeitete im Home Office, kümmerte sich weitestgehend selbstständig um Projekte. Dass er und seine Mutter an Corona erkrankt waren, hat keiner gewusst.

Oliver Hempfling (49), Chef des Katastrophenstabes des Landkreises Kulmbach zu Bild am Sonntag „Post mortem wurde Corona festgestellt.“ Die Rechtsmediziner stellen eindeutig fest: Es liegt kein Verbrechen vor, kein Suizid – und auch kein Unfall!

Todesursache Covid 19: Für einige Freunde ist das schwer nachvollziehbar. Einer sagt zu BILD am Sonntag: „Die Mutter hatte zwar ein offenes Bein, war aber sonst pumperlgesund. Jürgen fuhr Motorrad und steckte seine ganze freie Zeit ins Haus.“

Unerklärlich findet er, warum ihnen keine Zeit mehr blieb, den Notruf zu wählen. „Vielleicht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?“ rätselt der Freund. Jürgen L. habe den Schornstein selbst gesetzt. Doch eine Vergiftung schließt die Polizei aus.

Sie hatten nicht mal Zeit für den Notruf: Corona! Mutter und Sohn tot zu Hause gefunden
Foto: BILD

Silvia L. war vor zwei Jahren zu ihrem Sohn gezogen, nachdem ihr Mann gestorben war. Sie wohnte in den oberen Räumen, hat aber meistens für beide gekocht. Was nun mit dem leer stehenden Haus geschieht, weiß keiner.

„Es gibt keine näheren Angehörigen“, sagt ein weiterer Freund der Familie. Erschüttert berichtet er, dass seine Frau zuletzt im Oktober mit Silvia L. telefoniert hat. Damals habe Silvia L. gesagt: „Wenn Corona vorbei ist, machen wir was miteinander.“

Silvia L. und ihr Sohn haben Corona nicht überlebt.

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