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Darum kommen die Topstars nicht in die Fußball-Bundesliga

Auf der Suche nach internationalen Top-Stars steht die Fußball-Bundesliga auch in diesem Transfer-Sommer in der zweiten Reihe. Für die begehrtesten Spieler wie Eden Hazard, Antoine Griezmann und Nachwuchsstürmer Joao Felix zahlten die spanischen Topklubs Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid jeweils 100 bis 120 Millionen Euro. Diese Summe investierten bislang auch die deutschen Branchenführer FC Bayern München und Borussia Dortmund – allerdings in mehrere Spieler.

Das meiste Geld gaben die Bayern bislang für den französischen Weltmeister Lucas Hernandez aus. Der 23-Jährige wurde für die Bundesliga-Rekordsumme von 80 Millionen Euro verpflichtet. Entgegen seiner eigentlichen Überzeugung wäre der Rekordmeister durchaus bereit und in der Lage, für Spieler wie Leroy Sané oder Ousmane Dembélé viel Geld in die Hand zu nehmen, um in der Champions League konkurrenzfähig zu bleiben. Selbst die Profis des FC Bayern fordern dringend neue Spieler. „Sonst wird es schwierig, um große Titel zu spielen“, sagte Torjäger Robert Lewandowski auf der Amerika-Tour des deutschen Meisters.

Auch Borussia Dortmund hat mit den 23 Millionen Euro für den zuvor ausgeliehenen Paco Alcacer in Mats Hummels, Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz einen dreistelligen Millionenbetrag investiert und sich damit wohl gleich auf mehreren Positionen verstärkt. Hätte der BVB ein größeres Transfervolumen im vergangenen Jahr zur Verfügung gehabt, wäre ein absoluter Top-Transfer möglich gewesen. „Hätten wir die Finanzkraft, um Cristiano Ronaldo zu holen und zu bezahlen, hätten wir das gemacht. Haben wir aber nicht“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im vergangenen Jahr.

Der Lockruf der europäischen Konkurrenz, die durch wesentlich höhere TV-Einnahmen und Investoren Top-Gehälter garantiert, führt viele Stars nach England, Spanien oder wie Ronaldo eben auch zu Juventus Turin. Der italienische Rekordmeister investierte einschließlich Zusatzkosten 85,5 Millionen Euro in Innenverteidiger Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam, womit der 19-Jährige zum teuersten Abwehrspieler überhaupt aufstieg.

Nicht nur die hohen Ablösesummen, sondern vor allem auch die Gehälter der Top-Stars können die meisten Bundesligaklubs gar nicht bezahlen. Da vor allem die finanzstarken Klubs aus der Premier League bereit sind, auch für gute Durchschnittsspieler viel Geld auszugeben, hoffen die deutschen Vereine auf ein lukratives Geschäft oder warten, bis der Transfermarkt in England am 8. August schließt. Dann werden die Preise für viele Spieler purzeln und jeder hofft, sein Schnäppchen machen zu können.

Auch einem Klub wie Borussia Mönchengladbach, der als Bundesligafünfter am internationalen Wettbewerb teilnimmt, aber längst nicht über die finanziellen Mittel verfügt wie der Fünfte aus England, FC Arsenal, bleibt keine andere Möglichkeit, als abzuwarten und lange Transferverhandlungen in Kauf zu nehmen. Sportdirektor Max Eberl bezeichnete die derzeitigen Ablösesummen als „pervers“. Das hindert den Gladbacher Sportdirektor aber nicht daran, selbst hohe Summen für Spieler aufzurufen und in Neuzugänge zu investieren.

Einen Transfer für 60 oder 70 Millionen kann sich Eberl nicht vorstellen. Das Risiko sei einfach zu groß. „Dann könnte ich nicht mehr schlafen“, sagte der 45-Jährige. Eberl bezeichnet den Weg, den viele Bundesligaklubs gehen müssen, als „alternativlos“: Talente entdecken, fördern, entwickeln und dann irgendwann verkaufen.

Bestes Beispiel: Bayer Leverkusen wird für den zur Zeit wohl besten deutschen Nachwuchsspieler Kai Havertz, der bis 2022 unter Vertrag steht, im nächsten Sommer die Rekordsumme für einen deutschen Spieler in Höhe von etwa 100 Millionen Euro erhalten. Mehr als die Hälfte des möglichen Transfererlöses hat der Klub schon in diesem Sommer in Kerem Demirbay (32,0), Moussa Diaby (15,0) und Daley Sinkgraven (5,0) investiert. Damit wurde der beste Spieler gehalten und zudem in Demirbay ein gestandener Profi verpflichtet. Weitere Neueinkäufe sind nicht ausgeschlossen. „Vor ein paar Jahren wäre so etwas bei uns noch nicht denkbar gewesen“, sagte Rudi Völler dem „Kölner Stadtanzeiger“. Doch die absoluten Top-Stars werden auch in Leverkusen eher ausgebildet als verpflichtet.

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