In diesen Tagen hat man manchmal den Eindruck, das alles bestimmende Angstwort lautet nicht mehr Corona, sondern Lockdown.

Vor einigen Wochen wurde ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens noch von der Regierung ausgeschlossen. Nun aber betonen hochrangige Politiker, dass diese Maßnahme kaum noch zu vermeiden ist.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sprach erst Freitag wieder von diesem Angstwort.

Die eine Frage ist: Droht uns erneut ein Knallhart-Lockdown wie im Frühling?

Müssen Zehntausende Schüler und Kitakinder für Wochen daheim bleiben? Werden die Geschäfte dicht gemacht? Gibt es Speisen von Restaurants nur noch außer Haus?

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Die andere Frage lautet: Wie würden die Millionen Berliner auf einen erneuten Lockdown reagieren?

Immerhin hat eine große Mehrheit in den letzten Wochen und Monaten die rigorosen Corona-Regeln befolgt, Maske getragen, Abstand gehalten, ist wenig ausgegangen und verzichtete womöglich ganz auf Reisen.

Die vielen Vernünftigen sollen nun für das Fehlverhalten weniger Unvernünftiger mitbestraft werden? Das kann und darf nicht der Weg hinaus aus der Krise sein!

Was es jetzt braucht, ist eine neue Strategie, um vor allem ältere Menschen und Vorerkrankte zu schützen.

Und wichtig wäre auch mal ein Zeichen der Hoffnung von Seiten der Politik. Wir müssen vermutlich noch Jahre mit Corona leben. Ein „Wir packen das“ nimmt am Ende doch mehr Leute mit als die nächste „Es ist fünf vor zwölf“-Rede.