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„Das Denkmal gehört zu unserer Geschichte“

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) will mit einem künstlerischen Wettbewerb eine Gegenposition zum umstrittenen Bismarck-Denkmal schaffen. „Ich glaube, eine Tafel, in der wir erklären, das war Bismarck, ist zu wenig“, sagte Brosda. „Wir brauchen etwas, was alle, die das Denkmal sehen– jenseits des »Ich erkläre euch das mal« –, anspricht. Da kann ich mir viel vorstellen: von radikalen Gegenpositionen, die diesem heroischen Gigantismus eine ironische Brechung entgegensetzen – bis hin zu digitalen Applikationen.“

Otto von Bismarck (1815 bis 1898) war Reichskanzler von 1871 bis 1890. Er bekämpfte Katholiken und Sozialisten und führte dennoch die fortschrittlichsten Sozialgesetze der Welt ein. Vielen gilt er aber auch als Wegbereiter des deutschen Kolonialismus. Das Bismarck-Denkmal im Alten Elbpark oberhalb der Landungsbrücken ist mit 34,3 Metern Gesamthöhe das größte Bismarck-Denkmal weltweit. Seit Anfang des Jahres wird es saniert. Vor einer Woche hatten die Initiativen „Intervention Bismarck-Denkmal Hamburg“ und „Decolonize Bismarck“ gegen die Sanierung demonstriert.

Die beschmierte Bismarck-Statue in Hamburg

Die beschmierte Bismarck-Statue in Hamburg

Brosda sagte, er sei kein Fan davon, solche Spuren des Erinnerns aus dem Stadtbild zu tilgen. „Das Denkmal gehört zu unserer Geschichte“, meinte der Senator. „Sich immer wieder auch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen halte ich für eine Tugend unserer Gesellschaft.“ Ziel sei es, diesen künstlerischen Prozess parallel zu den Sanierungsmaßnahmen zu verfolgen und nicht nacheinander. „Nicht nach dem Muster: Erst machen wir ihn ein bisschen hübsch, und wenn er dann wieder steht, fangen wir an, darüber nachzudenken.“ (dpa)

Carsten Brosda,

Kultursenator Hamburg (SPD)

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