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Das Menetekel von Walldorf

Niemand ist mehr unverwundbar. Das gilt in Zeiten der Pandemie sogar für den Walldorfer Softwarehersteller SAP – Deutschlands einzigem Digitalkonzern von Weltrang und zugleich das wertvollste Unternehmen des Landes. Dabei hieß es bisher stets, dass die Corona-Krise Technologieunternehmen kaum betreffe. Einige, so die Erwartung, könnten von ihr sogar profitieren. Ganz so einfach ist die Sache offenbar nicht.

Der auf Software zur Unternehmenssteuerung spezialisierte Konzern hat nicht nur im vergangenen Vierteljahr weniger Geschäft gemacht. Er hat vor allem seine Erwartungen für die nächsten Jahre nach unten geschraubt. Die SAP-Aktie brach deshalb zeitweise um mehr als 20 Prozent ein, der Wert des Unternehmens ging um 31 Milliarden zurück – ähnliche Rückschläge gab es zuletzt allenfalls für offensichtlich von der Krise gebeutelte Unternehmen wie die Lufthansa.

Dabei ist der Software-Konzern keinesfalls existenziell bedroht. Das Unternehmen will in diesem Jahr immer noch zwischen 27,2 und 27,8 Milliarden Euro umsetzen – nur einige hundert Millionen Euro weniger als ursprünglich gedacht. Zudem wird es immer noch einen stolzen Gewinn erzielen. Von Verlusten ist SAP meilenweit entfernt, auch langfristig, selbst, wenn sich das Wachstum nun etwas verlangsamen sollte.

Die wahre Bedeutung des Absturzes liegt daher woanders. Er zeigt zum einen, wie groß die Nervosität am Finanzmarkt derzeit ist. Es braucht nicht viel, um das Vertrauen der Investoren in die Höchstkurse zu erschüttern, die vor allem von der Politik der Zentralbanken getragen werden.

Zum anderen zeigt sich nun aber, dass der Glaube vieler Investoren, auf den Corona-Absturz werde eine schnelle Erholung folgen, zumindest zweifelhaft ist. Hinter den Botschaften aus Walldorf steckt die Erkenntnis, dass die Folgen der Pandemie noch deutlich länger anhalten werden und schmerzhafter als bisher befürchtet ausfallen.

So ist SAP ein Gradmesser für die gesamte Wirtschaft und dabei verlässlicher als mancher Frühindikator für die Konjunktur. Denn die Technologie aus Walldorf ist das Herzstück vieler Unternehmen und für die meisten unverzichtbar. Von der Planung bis zum Vertrieb – alles läuft über die Systeme, daran sparen die Unternehmen nur im Notfall.

Doch der ist offenbar eingetreten, wenn sie nun für die wichtige Software weniger Geld ausgeben. So wird es immer mehr zur traurigen Gewissheit, dass SAP die Pandemie zwar ohne lebensbedrohliche Schäden überstehen wird – viele Kunden aber nicht.

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