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Den Schalker Profis droht ein längerer Gehaltsverzicht

Rein sportlich ist Europa beim FC Schalke 04 nicht mehr das ganz große Zukunftsthema, zumindest in den nächsten Jahren werden die Königsblauen kleinere Brötchen backen müssen. Auf der sprachlichen Ebene bewegt sich der Traditionsverein allerdings weiter auf hohem internationalen Niveau.

Während Marketingvorstand Alexander Jobst bei der Perspektiven-Pressekonferenz am Mittwoch mit der Formulierung aufhorchen ließ, er sei für die Herausforderungen „committed“, untermauert auch die Arbeitsplatzbeschreibung von Werner Leuthard das unerschütterliche internationale Schalker Flair: Leuthard (Branchen-Name: „Der Schleifer“) ist nicht etwa, wie vermutet, Konditions- oder Athletiktrainer, sondern Leiter Performance Lizenzspieler.

Weiterer Verzicht unausweichlich

Auch der Leiter Performance Lizenzspieler wird mit dabei sein, wenn sich Schalkes Profis voraussichtlich am 31. Juli zum ersten Training treffen – dabei wird ein Thema angeschnitten werden, das in keiner Branche zu den Lieblings-Themen gehört: Gehaltsverzicht.

Dem hatten die S04-Fußballer wie auch andere Führungskräfte schon kurz nach dem Beginn der großen Corona-Krise zugestimmt, um den Verein bei seinen notwendigen Sparplänen zu helfen. Befristet war der Gehaltsverzicht zunächst bis zum 30. Juni. Vom Tisch ist dieses Thema nun allerdings noch lange nicht, im Gegenteil: Sportvorstand Jochen Schneider ließ durchblicken, dass er einen weiteren Gehaltsverzicht aufgrund der nach wie vor unerfreulichen Finanzlage im Prinzip für unausweichlich hält. Und Alexander Jobst kündigte in einem dpa-Interview sogar an, dass der Gehaltsverzicht für Spieler, Trainer und die Mitglieder der Führungsebene solange andauern soll, bis Heimspiele wieder vor Zuschauern stattfinden könnten.

NRW-Bürgschaft verteidigt

Außerhalb des Kerngeschäfts Fußball, so Jobst, werde Schalke Einsparungen im hohen siebenstelligen Bereich vornehmen – u. a. soll das Engagement im E-Sport heruntergefahren und bislang regelmäßige Investitionen in die Veltins-Arena zunächst nicht mehr getätigt werden. Jobst verteidigte außerdem die beantragte NRW-Bürgschaft für ein Betriebsmittel-Darlehen. In anderen Branchen, so Jobst, sei dieses Instrument völlig üblich. Und zur Finanzierung von Spielern sei das Geld ohnehin keinesfalls zu verwenden.

Budget ist eingegrenzt

Was das Budget für mögliche Neuverpflichtungen natürlich weiter eingrenzt. Zumal aus der von Schalke erhofften großen Beteiligung an einem Transfer von Leroy Sane zum FC Bayern München wohl nichts wird: Die Ablösesumme soll 49 Millionen Euro betragen. Erst bei einer Summe von über 50 Millionen Euro (so viel zahlte Manchester City an Schalke) hätten die Königsblauen am Gewinn, den Manchester dann gemacht hätte, mit angeblich zehn Prozent partizipiert. Nun wird Schalke wohl nur eine Art Ausbildungsentschädigung in Höhe von 75.000 Euro erhalten. Sane war 2016 von Schalke zu Manchester City gewechselt.

Da trifft es sich aus dieser Hinsicht vielleicht ganz gut, dass der finanzgespritzte Investoren-Klub Hertha BSC Berlin Interesse an Weston McKennie haben soll. Dessen Vertrag auf Schalke läuft aber noch bis 2024, also wird direkt mal eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro in die Gerüchteküche geworfen.

Interessiert an Andersson?

Schalke, an guten Stürmern immer interessiert, soll die Angel nach Union Berlins Torjäger Sebastian Andersson und/oder Kölns Jhon Cordoba ausgeworfen haben. Und Kevin Stöger hat sich bei Fortuna Düsseldorf verabschiedet – an dem Mittelfeldspieler soll Schalke schon vor einiger Zeit interessiert gewesen sein.

Wer auch immer kommt, wird sich damit abfinden müssen, nicht mehr als ca. 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen zu können. Gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur hat Alexander Jobst eine Gehaltsobergrenze für Neuverpflichtungen indirekt bestätigt.

Jetzt kann sich also zeigen, wer für Schalke wirklich Feuer und Flamme ist. Oder, pardon: committed.

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