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Der Laptop, den es nie hätte geben dürfen

Eigentlich war die Ansage klar: Der Laptop wird sterben. Davon konnte man 2014 fast sicher ausgehen, als Sony seine Computermarke Vaio verkaufte und im Herbst auch Notebook-Platzhirsch Samsung ankündigte, man habe die Konsequenzen aus „aktuellen Marktbedürfnissen und Anforderungen“ gezogen und sich entschlossen, den Verkauf von tragbaren Computern einzustellen.

Damit schien die Zukunft des mobilen Arbeitens abgesteckt. Wer wirklich Leistung braucht, greift zu einer voll ausgestatteten Rechenmaschine, wer im Büro oder von unterwegs vor allem schreibt, Tabellen bearbeitet oder Mails beantwortet, wird künftig ein leichtes und mobiles Tablet mit sich herumtragen. Der Laptop-Markt indes drohte in der Krise zu verschwinden, im Jahr 2013 war der weltweite PC-Absatz um rund zehn Prozent eingebrochen.

Doch es kam anders: Tablets haben das Notebook immer noch nicht verdrängt, zu klein sind die Fortschritte bei den Betriebssystemen. Und so hatte der südkoreanische Tech-Riese Samsung sechs Jahre Zeit, um über seinen Rückzug aus dem Markt nachzudenken – und sich schließlich doch noch einmal anders zu entscheiden: Mit einem Laptop-Trio meldet sich Samsung nun zurück. Den Einstieg markiert das Galaxy Book S, preislich folgt dann das leichte Galaxy Book Ion und schließlich das Galaxy Book Flex, dass sich dank 360-Grad-Scharnier und Stift-Erkennung auch wie ein Tablet bedienen lässt.

Der Markt habe sich komplett geändert, begründet der Konzern sein Comeback. Heute müssten Geräte flexibler, kompatibel und mobil sein. Von überall arbeiten zu können, sei ein Grundbedürfnis der Kunden. Leichte und dünne Notebooks machen einer Konzernanalyse zufolge 63 Prozent des Laptop-Marktes aus. Und dass Samsung dieses Bedürfnis bedienen will, macht schon die Benennung der Geräte klar: Denn Samsung verkauft die neuen Laptops unter dem „Galaxy“-Markendach.

Besonders leicht ist dabei das Galaxy Book Ion, das WELT ausführlich getestet hat. Das 13,3-Zoll-Notebook wiegt gerade einmal 970 Gramm. Das Gehäuse ist keine 1,3 Zentimeter hoch und besteht aus Magnesium. Einziger Farbakzent neben einem dezenten Samsung-Logo ist ein blau schimmerndes Scharnier, das an einen Buchrücken erinnert.

Auch die Farbe Aura Silver ist gelungen, die im Licht mal grün-blau und mal stählern-rosa schimmert. Aufgeklappt fällt der schmale Rahmen um das QLED-Display herum positiv auf. Obwohl der Bildschirm nur mit 1920 x 1080 Pixeln auflöst, sind Texte und Bilder kontrastreich und klar.

Sehr helles Display

600 Nits maximale Helligkeit sorgen zudem dafür, dass sich Inhalte auch bei starkem Lichteinfall noch gut lesen lassen. Trotzdem: Mit den Retina-Displays aktueller MacBooks kann der Bildschirm nicht mithalten, obwohl die QLED-Technik sonst nur in Samsung-Fernsehern verbaut wird.

Geht es nur um Design, Gewicht und ein hochauflösendes Display, wäre der Griff zum Tablet logisch. Doch die sind noch immer stark auf die Multimedia- und Heimnutzung ausgerichtet. Für Arbeitsgeräte erwarteten Käufer indes weiterhin, dass etwa vollwertige Prozessoren verbaut werden. Bis sich Tablets durch ausgereifte Betriebssysteme nicht zu einer echten Alternative entwickelt hätten, werde der Notebook-Markt bestehen bleiben, erwartet Samsung.

Deswegen setzen die Südkoreaner beim Galaxy Book Ion auf eine klassische Hardware-Architektur: Die verbauten Komponenten im Testgerät sind solide, aber nicht überraschend. Angetrieben wird das Galaxy Book Ion von einem Intel Core i5 Prozessor der zehnten Generation mit 1,60 Ghz und acht Gigabyte Arbeitsspeicher.

Die Daten lagern auf einer 256 Gigabyte großen SSD-Festplatte, die durch eine microSD-Karte erweitert werden kann. Text- und Bildbearbeitung, Videostreaming oder auch leistungshungrigere Programme lassen sich damit unproblematisch bedienen. Aufwendige Spiele hingegen können kaum gezockt werden.

Dafür ist der Intel UHD Graphics Chipsatz erwartbar nicht geeignet. Auch beim Betriebssystem gibt es keine Überraschungen. Auf dem Galaxy Book Ion läuft Windows 10 in der Home-Edition. Samsung hat das Betriebssystem aber mit einigen klugen Extras aufgewertet, etwa einer Schnellsuche, mit der sich Dokumente nach Stichwörtern durchsuchen lassen. Leider stopft Samsung das Gerät aber auch mit viel Software voll – etwa einem eigenen „PC Cleaner“, einem Reinigungsprogramm für den Computer, was Nutzern erfahrungsgemäß wenig Mehrwert bietet.

Auch abseits dieser Software-Erweiterung verbaut Samsung aber praktische Extras, die den Mobilitätsgedanken des Geräts unterstützen und verdeutlichen, dass die Südkoreaner ihre Geräte tatsächlich modell- und serienübergreifend entwickeln. Über die Tastenkombination Fn + F11 lässt sich die „Wireless PowerShare“-Funktion aktivieren. Kompatible Geräte können so kabellos geladen werden. Unklug ist dabei allerdings, dass Samsung das entsprechende Modul ausgerechnet unter dem Mousepad verbaut – wer sein Handy lädt, kann seinen Laptop kaum noch benutzen.

Lüfter gibt pfeifenden Ton ab

Und auch so ist die Verarbeitung von Tastatur und Trackpad nicht optimal: Das Trackpad knackt beim festen Klicken unangenehm laut, die Tastatur fühlt sich trotz angenehmen Druckpunkten etwas zu weich an. Doch das Gerät hat noch ein Problem, das wirklich störend ins Gewicht fällt.

Erfolgt der Start noch flüsterleise, meldet sich binnen Sekunden der Lüfter – und der lüftet und lüftet und lüftet. Selbst auf dem Startbildschirm und ohne geöffnete Programm arbeitet die Laptop-Klimaanlage hörbar auf Hochtouren. Das Gerät gibt dabei einen hohen, pfeifenden Ton von sich, der in leiser Umgebung auf Dauer lästig wird – und das selbst bei einer Arbeitsspeicher- und Prozessorauslastung von unter 30 Prozent. Entsprechend heiß werden der obere Gehäuserand und das untere Drittel des Bildschirms.

Unterhalb der Enter-Taste verbaut Samsung einen Fingerabdrucksensor. Der Rest der Tastatur fühlt sich etwas zu weich an

Unterhalb der Enter-Taste verbaut Samsung einen Fingerabdrucksensor. Der Rest der Tastatur fühlt sich etwas zu weich an

Quelle: Samsung

Im Gegensatz dazu punktet der Rest der Hardware aber mit viel Kompatibilität: Ein Fingerabdrucksensor ist unterhalb der Enter-Taste verbaut, zusätzlich spediert Samsung trotz der kleinen Gehäusegröße auffallend viele Anschlüsse: zwei USB-3.0-Schnittstellen, einen Thunderbolt3-Port, eine Kopfhörerbuchse und eine HDMI-Anschluss. Das Rundsteckernetzteil ist hingegen eine überflüssige Reminiszenz an alte Laptop-Zeiten. Hier sollte Samsung rasch auf USB-C-Ladegeräte umsteigen.

Fest steht: Große Innovationen werden auf dem Markt vorerst auf sich warten lassen. Viele Notebooks werden dem aktuellen technischen Stand vollends gerecht. Diese Beobachtung fasst auch das Testergebnis des Galaxy Book Ion gut zusammen. Das Gerät ist, nach sechs Jahren Pause, kein großer Sprung.

Es ist vielmehr ein edles Business-Laptop mit einem entsprechenden Preis. Für die gebotene Leistung ist der allerdings viel zu hoch angesetzt – und das ist neben dem pfeifenden Lüfter Samsungs zweites großes Problem. Denn für fast 1400 Euro erreicht das Samsung-Gerät weder das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Honor MagicBooks noch die hochwertige Klasse eines MacBooks.

Trotzdem: Samsungs Comeback soll und wird von Dauer sein, verspricht das Unternehmen; man diskutiere bereits weitere Produkte der Reihe. Dem Markt dürfte das guttun – denn bei Smartphones und Wearables beweist Samsung seit Jahren erfolgreich, dass die Südkoreaner zu den Innovationsanführern gehören. Bei den Laptops muss sich der Konzern diesen Ruf nach langer Pause erst wieder erarbeiten.

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